Kennt ihr das, wenn ihr euch am Urlaubsort zwar pudelwohl fühlt, aber das Gefühl habt, es fehlt noch etwas? Das Highlight sozusagen? Was diesen Urlaub nicht zu einem von vielen werden lässt, sondern zu etwas vollkommen Unvergesslichem?
Ich hatte es gefunden. Es hat zwar ein wenig gedauert, aber dafür war die Wirkung umso beeindruckender.
Zu Anfang dieser kleinen Reihe hatte ich es schon angetriggert: Es lagen Pferdeäppel auf den Wegen und es wurde am Strand geritten. Nicht nur geritten, sondern auch tüchtig galoppiert! Immer wieder sah man fliegende Schweife, wehende Mähnen, hörte den Dreitakt der Hufe, sah den sich immer mehr streckenden, glänzenden Leib der wunderschönen Geschöpfe. Man hörte das zufriedene Schnauben nach einem solchen Galopp, Reiterhände, die an Pferdehälse klopften und sich so für das tolle Erlebnis bedankten. Und dann tänzelten sie weiter, dem nächsten Galopp entgegen.
Das wollte ich auch. Ich war zwar eine Reitschülerin zu diesem Zeitpunkt und eventuell noch nicht mal die Allerbegabteste auf Erden, aber eine solche Runde mit einem braven Pferd traute ich mir schon zu.
Ich nahm immer wieder die Hunde mit an den Strand und folgte etlichen Hufspuren, die sich aber immer wieder in den sandigen Dünen verloren. Die Hunde waren auch nicht die allergrößte Hilfe bei der Pferdesuche: Dolly folgte eher den Losungen der Dünenkaninchen und Axel hielt es für unter seiner Würde, anhand eines Haufen Pferdeäppel auf die Suche nach dem Verursacher zu gehen. Und Pinki, na, die wollte erst gar nicht mit uns kommen und blieb lieber in der Nähe von Oma.
Ich lief, soweit ich konnte und kam über einen Punkt nicht hinaus, denn in den Dünen sah alles irgendwie ähnlich aus und ich hatte mich auch schon ein paarmal verlaufen und stand dann im Nachbarort. Des Dänischen war ich nicht mächtig und mein Schulenglisch auszupacken, traute ich mich nicht. Dolly quäkte und zerrte an der Leine, denn sie hatte wohl eine besonders heisse Fährte eines Karnickels aufgetan (Freilauf gab es für Dolly nur frühmorgens) und ich gab dem Ziehen nach und wir folgten der Fährte. Axel stets artig bei Fuss und eine wühlende Dolly, der es nicht schnell genug gehen konnte, wir waren ein Anblick für die Götter. Und die hatte eine enorme Kraft zugelegt, seitdem sie sich einigermaßen erholt hatte!
Gedankenverloren folgten wir also nun Dolly und den Karnickelspuren, doch plötzlich blieb ich stehen und blickte nach oben.
Ich stand genau vor einem Schild, auf dem stand: "Sadel heste - Horse Riding" mit einem echten Hufeisen daneben und ein Pfeil, der auf einen Dünenpfad wies, den wir noch nicht erkundet hatten. Na klar! Da hinten lag wieder ein Haufen Äppel und frische Spuren gab es dort auch!
Ich brachte Dolly dazu, nun wieder mir zu folgen und nicht umgekehrt, was etwas Überzeugungsarbeit bedeutete und schließlich ging es auf ein Gebäude zu. Von weitem hörte man das Schnauben, Wiehern und Klockklock, klockklock schon. Ich hatte sie endlich gefunden!
"Danke, Dolly!" rief ich der verdutzten Schäferhündin zu, schließlich war es ihrem Ungestüm zu verdanken, dass wir überhaupt in diese Richtung gelaufen waren. Und es war goldrichtig!
Strahlend betrachtete ich vereinzelte Pferde auf ihrer Koppel, die grasten. So wunderschön in der untergehenden Sonne! So zufrieden schauten sie aus, es mussten ungefähr 20 an der Zahl gewesen sein. Und eine kleine Gruppe von Reitern, allerdings jetzt am Boden, die sie für die Nacht versorgten. Ich setzte mich auf einen Sandhügel, Axel und Dolly nahmen neben mir Platz und versank in den Zauber dieser Szene. Füchse, Schimmel, Braune, Schecken sah ich und so ungezäumt und ins Grasen versunken waren sie beinahe noch schöner als im fliegenden Galopp am Strand!
Ich weiss nicht, wie lange wir so da saßen, aber Dollys Fiepen veranlasste mich, auf die Uhr zu schauen. Du meine Güte, schon SO spät! Oma wartete wohl schon seit 2 Stunden mit dem Abendbrot auf uns, und Oma hasste Unpünktlichkeit. So schnell wie möglich trabten wir den ganzen Weg zurück, nicht ohne eine Markierung seitlich am Pfad zu hinterlassen. Damit wir das Paradies auch wiederfinden würden!
Ob ich nun hungrig ins Bett musste, ob Dolly den Weg zur Pferdekoppel wiederfinden würde und ob es tatsächlich mit dem Reiten klappt, das alles gibt es im nächsten Teil von "Endlich Urlaub mit dem Familienzoo!"
Liebe Grüße vom
Copinchen! :-)
BEYOND GOOD AND EVIL - WELCOME TO MY WORLD! Das Leben ist kein Ponyhof und manchmal bekommt die zweite Maus erst den Käse. Hier bekommt ihr einen kleinen Eindruck meiner Gedanken über alltägliche Dinge, mit denen wir uns herumschlagen müssen, meine Tiere und den Rest der Welt. :-) Ihr könnt mich auf Twitter treffen unter @Copine001!
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Montag, 7. August 2017
Freitag, 21. Juli 2017
Endlich Urlaub Vol.II: Mit Mann und Maus auf nach Dänemark!
Hmm, ok, der hier erwähnte "Mann" ist 9 Jahre alt und mein Altdeutscher Schäferhund Axel, wenn man so will, und die Maus... ok, der einzige uns begleitende Nager ist dann wohl Meerschweinchen Bommel. Aber Dänemark kann man unangefochten so stehen lassen.
Sollte mein Leben jemals verfilmt werden, so dürfte diese unsere Bahn-Anreise ins Urlaubsparadies eine Extra-Episode verdienen. Es war einfach nur göttlich, wie entgeistert Menschen aus der Wäsche schauen können, wenn wir - quasi die Flodders unter den Bahnreisenden - mit unserer dreischnäuzigen Familienmeute nebst Meerschweinchen-Transportkörbchen ein Zugabteil enterten. Oma mit ihrer Pinki auf dem Arm - wir erinnern uns, Pinkis Mutter war immerhin eine ausgewachsene Dobermannhündin, aber Pinki weigerte sich irgendwie, weiter zu wachsen. Wahrscheinlich, weil sie dann nicht mehr durch die Gegend geschleppt würde. Aber das nur nebenbei. Daneben mein Bruderherz mit Dolly, die vorsichtshalber mit einem Maulkorb ausgestattet wurde. Dolly hatte ja eine sehr unschöne Zeit bei ihren Vorbesitzern, bevor wir sie aus dem Tierheim holten. Nur aus Mitleid übrigens, denn in ihrem damaligen Zustand war sie - gelinde ausgedrückt - keinen Schuss Pulver mehr wert. Oma fand allerdings, dass sie noch eine Chance verdient hätte, auch wenn sie so in unserer leicht chaotischen Familie gelandet war. Aber immerhin war sie mittlerweile vorzeigbar, nicht zuletzt der ungezählten Leckerchen und Extramahlzeiten wegen, die Oma stets für Dolly bereithielt. Dolly dankte es uns, indem sie sich zu einer treuen, wenn auch stellenweise etwas verpeilten Seele entwickelte, die wohl für uns durch jedes Feuer zu gehen bereit gewesen wäre. Übrigens: Auch in den frühen 1980er Jahren konnte man als Mädchen nicht abends alleine im Dunkeln durch die Gegend spazieren, dies ist kein Phänomen der Neuzeit! Aber mit Dolly und auch mit Axel an der Seite war das kein Problem. Jeder Hund für sich war beeindruckend genug, Typen mit schlechten Absichten in die Flucht zu schlagen und zusammen waren wir quasi der Schrecken der Straße. Wenn nicht gar der kompletten Ortschaft irgendwo im Sauerland.
Nun, jene Zugreise über immerhin geschlagene 6einhalb Stunden mit 2- oder 3mal umsteigen war die wohl unlangweiligste Bahnfahrt aller Zeiten. Denn irgendwas war immer los, entweder schimpfte ein Mitreisender völlig ungerechtfertigt über die "Scheiss-Köter" , die im Übrigen bis auf Pinki wohlerzogen unter den Sitzen lagen und eigentlich keinen Anlass zum Schimpfen lieferten, oder Meerschweinchen Bommel fiepte nach Möhrennachschub, was ebenfalls Anlass zum Naserümpfen bot. Nur die anwesenden Kinder fanden Bommel klasse, und ich möchte gar nicht wissen, wieviele gestresste Eltern nach dieser Grenzerfahrung im nächstgelegenen Zoogeschäft am Meerschweinchenkäfig standen, ihre Kinder mit glänzenden Augen im Schlepptau, und erschrocken schauten, wenn sie erfuhren, was ein anständiger Käfig nebst Inventar für so eine "Ratte" kosten sollte.
Die Fahrkartenkontrolleure hingegen lobten unseren Privatzoo sehr, die Tiere seien weitaus angenehmere Reisegäste als so mancher zweibeinige Passagier. Wenn man mal von der zähnefletschenden Pinki auf ihrem Bahnreise-Handtuch absah, die Männer in Uniformen leider auf den Tod nicht ausstehen konnte. Aber darüber lächelte besonders der Schaffner, der bei der Fahrkartenübergabe durch Oma beinahe gebissen wurde, geflissentlich hinweg. Seine Kinder hätten ebenfalls so eine kleine freche Promenadenmischung, die gerne mal jemanden zwicken würde. Er war also Kummer gewohnt und ich glaube, er hätte die Fusshupe seiner Kinder liebend gerne gegen einen unserer beiden Schäferhunde getauscht, die in seiner Gegenwart nicht mal mit dem Ohr wackelten. Zum Glück wusste er nicht, dass Dolly unter ihrem Sitz ihn genauestens beobachtete und hin und wieder mal eine Lefze hob. Aber das konnte man durch den Maulkorb nicht so genau erkennen. Dolly hatte ein gestörtes Verhältnis zu Männern, aufgrund ihrer tragischen Biografie. Wer will es ihr verdenken?
Aber auch die längste und witzigste Zugfahrt geht einmal zuende, und nachdem wir auch noch zwei Taxifahrer ergattert hatten, die einen großen Kombi fuhren und bereit war, uns und unsere Tiere zu befördern - übrigens kein Problem in Dänemark! - da ging der Urlaub so richtig los! Wir bestaunten die lange Brücke, die die Insel Romo mit dem Festland verband, atmeten die salzige Meeresluft ein, lachten und freuten uns auf die kommenden 2 Wochen als Inselbewohner im Ferienhäuschen. Dass dies einer der besten Urlaube aller Zeiten werden sollte, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber die Pferde, die konnte ich von Weitem schon sehen. Stichwort Äppelhaufen in den Dünen! Denn das Häuschen befand sich sogar in eben diesen Sandhügeln kurz vor der ewig rauschenden Brandung der Nordsee. Ein Idyll wie aus dem Bilderbuch, der Prospekt hatte nicht zuviel versprochen! Und unsere Viecher waren nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich willkommen geheißen, wie man dem Brief auf dem Esstisch entnehmen konnte. Nun, hoffentlich blieb das auch so.
Wir warfen Taschen, Koffer und Beutel in die nächste Ecke, leinten unsere Hunde an und machten uns sofort auf zum Strand, der ungefähr 200 Meter entfernt auf uns zu warten schien. Nur Bommel, der blieb als Hauswache zurück! Der kleine Kerl war auch völlig erschöpft von den Streicheleinheiten und den "Na, duuu?"'s der zahlreichen Kinder, denen wir auf den Weg hierher - ins Paradies! - begegnet waren. Wir konnten ihn guten Gewissens zurücklassen und uns auf den Weg machen. Das Wetter war herrlich, der Wind war das, was man gemeinhin eine "steife Brise" nennt und es war außerdem gerade Ebbe. Also genug Platz für einen ausführlichen Spaziergang. Die Hunde würden Augen machen!
Und genau das machten sie auch. Sowas hatten sie wohl noch nie gesehen! Dünen mit dutzenden Kaninchen, dahinter einfach nur Weite und Fläche mit kreischenden Seemöven ganz hinten, wo sich die kleinen Wellen am Strand brachen. Fussgänger, Jogger, Meeresrauschen und WOW! Ganz hinten sah man eine Gruppe Reiter auf ihren Pferden, die gemächlich im Schritt spazierenritten.
Selbst dem eher zurückhaltenden Rüden Axel gingen fast die Augen über. Aufgeregt schnupperte er an allem, was herumlag und fiepte leise. Pinki begann zu kläffen, sie wollte von der Leine los, was aber noch nicht zu machen war und Dolly stand geradezu fasziniert vor den Kötteln von Kaninchen und war kurz davor, sich darin zu wälzen. Dolly war grundsätzlich zu allem fähig.
"Jaa, jetzt sind wir im Urlaub", sinnierte Oma in die einsetzende Flut hinein. Sie war glücklich, das sah man ihr an. Und wir waren es mit ihr. Die kommenden 2 Wochen konnten nur superspitzenklasse werden.
Höchst beeindruckt schaute ich meinerseits den immer größer werdenden Pferden mit ihren Reitern entgegen, sie kamen auf uns zu. Ich hörte nichts mehr außer den leise im Sand trappelnden Pferdehufen und dem Schnauben der Pferde, ich sah nichts mehr außer glatten, glänzenden Pferdekörpern, die leicht geschwitzt tänzelten und anscheinend auf den nächsten Strandgalopp warteten. Ich war - kurz gesagt - hin und weg, im wahrsten Sinne des Wortes.
Dolly und ich, wir hatten unsere Passion gefunden: Die Hündin die Dünenkaninchen und ich die Strandpferde.
Und wie diese Geschichte weitergeht, erfahrt ihr im dritten Teil von : Endlich Urlaub mit dem Familienzoo in Dänemark! ;-)
Liebe Grüße vom
Copinchen - und Bommel!
Sollte mein Leben jemals verfilmt werden, so dürfte diese unsere Bahn-Anreise ins Urlaubsparadies eine Extra-Episode verdienen. Es war einfach nur göttlich, wie entgeistert Menschen aus der Wäsche schauen können, wenn wir - quasi die Flodders unter den Bahnreisenden - mit unserer dreischnäuzigen Familienmeute nebst Meerschweinchen-Transportkörbchen ein Zugabteil enterten. Oma mit ihrer Pinki auf dem Arm - wir erinnern uns, Pinkis Mutter war immerhin eine ausgewachsene Dobermannhündin, aber Pinki weigerte sich irgendwie, weiter zu wachsen. Wahrscheinlich, weil sie dann nicht mehr durch die Gegend geschleppt würde. Aber das nur nebenbei. Daneben mein Bruderherz mit Dolly, die vorsichtshalber mit einem Maulkorb ausgestattet wurde. Dolly hatte ja eine sehr unschöne Zeit bei ihren Vorbesitzern, bevor wir sie aus dem Tierheim holten. Nur aus Mitleid übrigens, denn in ihrem damaligen Zustand war sie - gelinde ausgedrückt - keinen Schuss Pulver mehr wert. Oma fand allerdings, dass sie noch eine Chance verdient hätte, auch wenn sie so in unserer leicht chaotischen Familie gelandet war. Aber immerhin war sie mittlerweile vorzeigbar, nicht zuletzt der ungezählten Leckerchen und Extramahlzeiten wegen, die Oma stets für Dolly bereithielt. Dolly dankte es uns, indem sie sich zu einer treuen, wenn auch stellenweise etwas verpeilten Seele entwickelte, die wohl für uns durch jedes Feuer zu gehen bereit gewesen wäre. Übrigens: Auch in den frühen 1980er Jahren konnte man als Mädchen nicht abends alleine im Dunkeln durch die Gegend spazieren, dies ist kein Phänomen der Neuzeit! Aber mit Dolly und auch mit Axel an der Seite war das kein Problem. Jeder Hund für sich war beeindruckend genug, Typen mit schlechten Absichten in die Flucht zu schlagen und zusammen waren wir quasi der Schrecken der Straße. Wenn nicht gar der kompletten Ortschaft irgendwo im Sauerland.
Nun, jene Zugreise über immerhin geschlagene 6einhalb Stunden mit 2- oder 3mal umsteigen war die wohl unlangweiligste Bahnfahrt aller Zeiten. Denn irgendwas war immer los, entweder schimpfte ein Mitreisender völlig ungerechtfertigt über die "Scheiss-Köter" , die im Übrigen bis auf Pinki wohlerzogen unter den Sitzen lagen und eigentlich keinen Anlass zum Schimpfen lieferten, oder Meerschweinchen Bommel fiepte nach Möhrennachschub, was ebenfalls Anlass zum Naserümpfen bot. Nur die anwesenden Kinder fanden Bommel klasse, und ich möchte gar nicht wissen, wieviele gestresste Eltern nach dieser Grenzerfahrung im nächstgelegenen Zoogeschäft am Meerschweinchenkäfig standen, ihre Kinder mit glänzenden Augen im Schlepptau, und erschrocken schauten, wenn sie erfuhren, was ein anständiger Käfig nebst Inventar für so eine "Ratte" kosten sollte.
Die Fahrkartenkontrolleure hingegen lobten unseren Privatzoo sehr, die Tiere seien weitaus angenehmere Reisegäste als so mancher zweibeinige Passagier. Wenn man mal von der zähnefletschenden Pinki auf ihrem Bahnreise-Handtuch absah, die Männer in Uniformen leider auf den Tod nicht ausstehen konnte. Aber darüber lächelte besonders der Schaffner, der bei der Fahrkartenübergabe durch Oma beinahe gebissen wurde, geflissentlich hinweg. Seine Kinder hätten ebenfalls so eine kleine freche Promenadenmischung, die gerne mal jemanden zwicken würde. Er war also Kummer gewohnt und ich glaube, er hätte die Fusshupe seiner Kinder liebend gerne gegen einen unserer beiden Schäferhunde getauscht, die in seiner Gegenwart nicht mal mit dem Ohr wackelten. Zum Glück wusste er nicht, dass Dolly unter ihrem Sitz ihn genauestens beobachtete und hin und wieder mal eine Lefze hob. Aber das konnte man durch den Maulkorb nicht so genau erkennen. Dolly hatte ein gestörtes Verhältnis zu Männern, aufgrund ihrer tragischen Biografie. Wer will es ihr verdenken?
Aber auch die längste und witzigste Zugfahrt geht einmal zuende, und nachdem wir auch noch zwei Taxifahrer ergattert hatten, die einen großen Kombi fuhren und bereit war, uns und unsere Tiere zu befördern - übrigens kein Problem in Dänemark! - da ging der Urlaub so richtig los! Wir bestaunten die lange Brücke, die die Insel Romo mit dem Festland verband, atmeten die salzige Meeresluft ein, lachten und freuten uns auf die kommenden 2 Wochen als Inselbewohner im Ferienhäuschen. Dass dies einer der besten Urlaube aller Zeiten werden sollte, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber die Pferde, die konnte ich von Weitem schon sehen. Stichwort Äppelhaufen in den Dünen! Denn das Häuschen befand sich sogar in eben diesen Sandhügeln kurz vor der ewig rauschenden Brandung der Nordsee. Ein Idyll wie aus dem Bilderbuch, der Prospekt hatte nicht zuviel versprochen! Und unsere Viecher waren nicht nur geduldet, sondern ausdrücklich willkommen geheißen, wie man dem Brief auf dem Esstisch entnehmen konnte. Nun, hoffentlich blieb das auch so.
Wir warfen Taschen, Koffer und Beutel in die nächste Ecke, leinten unsere Hunde an und machten uns sofort auf zum Strand, der ungefähr 200 Meter entfernt auf uns zu warten schien. Nur Bommel, der blieb als Hauswache zurück! Der kleine Kerl war auch völlig erschöpft von den Streicheleinheiten und den "Na, duuu?"'s der zahlreichen Kinder, denen wir auf den Weg hierher - ins Paradies! - begegnet waren. Wir konnten ihn guten Gewissens zurücklassen und uns auf den Weg machen. Das Wetter war herrlich, der Wind war das, was man gemeinhin eine "steife Brise" nennt und es war außerdem gerade Ebbe. Also genug Platz für einen ausführlichen Spaziergang. Die Hunde würden Augen machen!
Und genau das machten sie auch. Sowas hatten sie wohl noch nie gesehen! Dünen mit dutzenden Kaninchen, dahinter einfach nur Weite und Fläche mit kreischenden Seemöven ganz hinten, wo sich die kleinen Wellen am Strand brachen. Fussgänger, Jogger, Meeresrauschen und WOW! Ganz hinten sah man eine Gruppe Reiter auf ihren Pferden, die gemächlich im Schritt spazierenritten.
Selbst dem eher zurückhaltenden Rüden Axel gingen fast die Augen über. Aufgeregt schnupperte er an allem, was herumlag und fiepte leise. Pinki begann zu kläffen, sie wollte von der Leine los, was aber noch nicht zu machen war und Dolly stand geradezu fasziniert vor den Kötteln von Kaninchen und war kurz davor, sich darin zu wälzen. Dolly war grundsätzlich zu allem fähig.
"Jaa, jetzt sind wir im Urlaub", sinnierte Oma in die einsetzende Flut hinein. Sie war glücklich, das sah man ihr an. Und wir waren es mit ihr. Die kommenden 2 Wochen konnten nur superspitzenklasse werden.
Höchst beeindruckt schaute ich meinerseits den immer größer werdenden Pferden mit ihren Reitern entgegen, sie kamen auf uns zu. Ich hörte nichts mehr außer den leise im Sand trappelnden Pferdehufen und dem Schnauben der Pferde, ich sah nichts mehr außer glatten, glänzenden Pferdekörpern, die leicht geschwitzt tänzelten und anscheinend auf den nächsten Strandgalopp warteten. Ich war - kurz gesagt - hin und weg, im wahrsten Sinne des Wortes.
Dolly und ich, wir hatten unsere Passion gefunden: Die Hündin die Dünenkaninchen und ich die Strandpferde.
Und wie diese Geschichte weitergeht, erfahrt ihr im dritten Teil von : Endlich Urlaub mit dem Familienzoo in Dänemark! ;-)
Liebe Grüße vom
Copinchen - und Bommel!
Mittwoch, 12. Juli 2017
Endlich Urlaub Vol. I - Hurra, wir fahren mit dem Familienzoo ans Meer!
Wer kennt das nicht? Sommer, Sonne, schöne freie Tage auf dem Land, in den Bergen oder in einer Stadt, die man schon immer besuchen wollte. Durchgeplante Reisen mit Veranstalter oder einfach mal mit Bahn oder Auto hinaus ins Blaue.
Unsere Familie hat es eigentlich immer ans Meer gezogen, an die Küste von Deutschland, Belgien, den Niederlanden oder Dänemark. Dort erholen wir uns im allgemeinen prächtig; die Kulisse der gewaltigen Nordsee immer im Blick, in den Ohren oder zumindest in der Nase. Es ist so toll überall dort und als damals 14jährige Pferdeverrückte gab es immer etwas Besonderes zu erleben. Denn in den meisten Strandregionen gibt es Möglichkeiten, das Meer, den Sand und die Dünen auch vom Sattel aus zu erleben. Ein Wahnsinnsgenuss für jede/n Reiter/in!
So ergab es sich, dass wir im Sommer '84 in Dänemark auf der Insel Romo (direkt neben Sylt übrigens!) urlaubten und keine 20 Meter neben dem gemieteten Ferienhäuschen einen Haufen Pferdeäppel vorfanden.
Ich war sofort begeistert vom Urlaubsort, der auf den ersten Blick nicht unbedingt die totale Action versprach. Wir waren in diesem Jahr zum ersten Mal dort und es gab dort recht viel Gegend, die man ja später erst zu schätzen weiss! Mein älterer Bruder suchte auf der Hinfahrt schon so etwas wie eine Discothek, leider war auf den ersten Blick keine zu erspähen.
Zum erweiterten Entertainment waren wir übrigens mit 3 Hunden und einem Meerschweinchen unterwegs. Ohne meinen Schäferhund Axel war ich kaum zu bewegen, mit der Familie irgendwohin zu fahren. Axel war so ein feiner Kerl, den konnte man auch wirklich überallhin mitnehmen! Er war geradezu ein Ausbund an gutem Benehmen und folgte aufs Wort. (Im totalen Gegensatz übrigens zu) Schäferhündin Dolly, Omas Mischlingshündin Pinki und Meerschweinchen Bommel (ja, genau so eins wie das aus der Fernsehserie "Ich heirate eine Familie") komplettierten unseren Familienzoo. Tiere wegen Urlaub irgendwie im Stich zu lassen, war in meiner Familie stark verpönt. Was sich nicht wehrte, wurde mitgenommen und fertig. Und auch ein noch so überfülltes Bahnabteil wird ganz schnell mal gähnend leer, wenn man es mit 2 Schäferhunden und einer kläffenden kleinen braunen Fusshupe betritt! Natürlich waren alle Tiere außer Bommel (der reiste unter der Bezeichnung "Handgepäck") mit eigenen Fahrkarten ausgestattet, aber ich glaube, dass sich kein Schaffner dazu bereiterklärt hatte, diese auch zu kontrollieren. Wir hatten sie den Hunden nämlich dekorativ am Halsband befestigt. Leider gab es damals noch nicht so präzise Farbdrucker wie heutzutage. Die Fahrkarten wurden auch nicht gedownloadet, sondern ganz altmodisch am Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn bestellt und am nächsten Tag mit guten Reisewünschen inklusive und Gruß an die Frau Großmutter (die den ganzen Spaß bezahlt hatte) feierlich übergeben.
Die Hunde reisten übrigens zum Kinderfahrtarif. Und nie werde ich die Diskussion meiner Oma mit einem Bahnangestellten am Schalter vergessen, warum nun Pinki mit ihrer eigenen Fahrkarte nun leider doch keinen Anspruch auf einen Sitzplatz hätte! Weil Oma und Pinki nämlich eine Weile zur Arbeit mit der Bahn gependelt sind, hatte die kleine freche braune Hündin sogar eine Monatskarte. Nur keinen Sitzplatzanspruch. Meine Oma rebellierte allerdings dagegen, dass Pinki unterm Sitz oder gar im Frachtraum reisen sollte. Sie hatte ihr Reisehandtuch, dass sie auf den Sitz neben sich legte, woraufhin Pinki munter hochhüpfte, sich sofort neben Frauchen einrollte und bis zum Zielbahnhof ein Nickerchen hielt. Sollte jemand es wagen, diesen Hündchenschlaf zu stören, womöglich sogar in Uniform, wäre Oma sehr ungehalten gewesen. Pinki war nun mal ihr ein und alles, als winzigen Welpen hatte sie sie adoptiert und uns gewarnt: "Die Mutter ist eine Dobermannhündin!" Was hatten wir einen Respekt vor dem nicht mal 3 Wochen alten Hundebaby, für den besagte Dobermannhündin nicht genügend Milch hatte und das daraufhin kurzerhand verschenkt wurde. Sie würde schon noch riesengroß und sehr elegant werden, hatte es bei der Übergabe geheißen. Wie ein richtiger Dobermann eben!
Pinkis Vater muss allerdings irgendein Pinschermischling oder sowas gewesen sein, dazu auch noch hellbraun statt dem rassetypsichen schokobraun oder gar schwarz. Und Oma wünschte sich einen Schutzhund, denn sie besaß ein Spielwarengeschäft und wäre gerne in Begleitung eines respekteinflößenden Rassehundes abends mit den Tageseinnahmen in der Geldbombe zur Sparkasse gegangen. Nun, die fehlende Größe machte Pinki mit einem Riesenego wieder wett! Da sollte es mal einer wagen, der Oma irgendwie quer zu kommen. Das Erbe des Dobermanns, gefangen im Körper einer schon eher verhätschelt zu nennenden Promendadenmischung, die eine Schulterhöhe von 27,5 cm nie zu überwinden imstande war. Die Geldbombe war in Pinkis Begleitung so sicher wie die Bank von England!
Und das war auch wichtig, denn Oma finanzierte unsere Sommerurlaube, weil sie gerne mit ihren Enkeln (und deren Tieren) verreiste und dafür bin ich ihr auch heute noch dankbar. Die Spendierhosen waren ebenfalls im Gepäck sowie jede Menge Erspartes von uns Kindern und die Begleitung der Hunde (und Bommel) gab uns ein umso sichereres Gefühl, dass wir nicht ausgeraubt würden.
Zurück zum Pferdeäppelhaufen ganz in der Nähe vom Feriendomizil: Das musste dringend ausgekundschaftet werden und so machte ich mich nebst Hund Axel auf Spurensuche. Und tatsächlich wimmelte es auf den Dünenwegen von Hufspuren und weiteren Hinterlassenschaften von Pferden! Ich konnte sie förmlich schon riechen. Und hinter der nächsten Düne stand auch schon ein Werbeschild vom "Rideheste pa Stranden" , also einem Reiterhof am Strand.
Ob Axel und ich fündig geworden sind, ob es tatsächlich zum ersehnten Strandausritt kam, ob mein Bruder eine Zappelhalle und Schäferhündin Dolly in den Dünen ein neues Hobby fand, das alles gibt es im nächsten Teil von "Hurra, Familienurlaub!"
Liebe Grüße
euer Urlaubs-Copinchen!
Unsere Familie hat es eigentlich immer ans Meer gezogen, an die Küste von Deutschland, Belgien, den Niederlanden oder Dänemark. Dort erholen wir uns im allgemeinen prächtig; die Kulisse der gewaltigen Nordsee immer im Blick, in den Ohren oder zumindest in der Nase. Es ist so toll überall dort und als damals 14jährige Pferdeverrückte gab es immer etwas Besonderes zu erleben. Denn in den meisten Strandregionen gibt es Möglichkeiten, das Meer, den Sand und die Dünen auch vom Sattel aus zu erleben. Ein Wahnsinnsgenuss für jede/n Reiter/in!
So ergab es sich, dass wir im Sommer '84 in Dänemark auf der Insel Romo (direkt neben Sylt übrigens!) urlaubten und keine 20 Meter neben dem gemieteten Ferienhäuschen einen Haufen Pferdeäppel vorfanden.
Ich war sofort begeistert vom Urlaubsort, der auf den ersten Blick nicht unbedingt die totale Action versprach. Wir waren in diesem Jahr zum ersten Mal dort und es gab dort recht viel Gegend, die man ja später erst zu schätzen weiss! Mein älterer Bruder suchte auf der Hinfahrt schon so etwas wie eine Discothek, leider war auf den ersten Blick keine zu erspähen.
Zum erweiterten Entertainment waren wir übrigens mit 3 Hunden und einem Meerschweinchen unterwegs. Ohne meinen Schäferhund Axel war ich kaum zu bewegen, mit der Familie irgendwohin zu fahren. Axel war so ein feiner Kerl, den konnte man auch wirklich überallhin mitnehmen! Er war geradezu ein Ausbund an gutem Benehmen und folgte aufs Wort. (Im totalen Gegensatz übrigens zu) Schäferhündin Dolly, Omas Mischlingshündin Pinki und Meerschweinchen Bommel (ja, genau so eins wie das aus der Fernsehserie "Ich heirate eine Familie") komplettierten unseren Familienzoo. Tiere wegen Urlaub irgendwie im Stich zu lassen, war in meiner Familie stark verpönt. Was sich nicht wehrte, wurde mitgenommen und fertig. Und auch ein noch so überfülltes Bahnabteil wird ganz schnell mal gähnend leer, wenn man es mit 2 Schäferhunden und einer kläffenden kleinen braunen Fusshupe betritt! Natürlich waren alle Tiere außer Bommel (der reiste unter der Bezeichnung "Handgepäck") mit eigenen Fahrkarten ausgestattet, aber ich glaube, dass sich kein Schaffner dazu bereiterklärt hatte, diese auch zu kontrollieren. Wir hatten sie den Hunden nämlich dekorativ am Halsband befestigt. Leider gab es damals noch nicht so präzise Farbdrucker wie heutzutage. Die Fahrkarten wurden auch nicht gedownloadet, sondern ganz altmodisch am Fahrkartenschalter der Deutschen Bahn bestellt und am nächsten Tag mit guten Reisewünschen inklusive und Gruß an die Frau Großmutter (die den ganzen Spaß bezahlt hatte) feierlich übergeben.
Die Hunde reisten übrigens zum Kinderfahrtarif. Und nie werde ich die Diskussion meiner Oma mit einem Bahnangestellten am Schalter vergessen, warum nun Pinki mit ihrer eigenen Fahrkarte nun leider doch keinen Anspruch auf einen Sitzplatz hätte! Weil Oma und Pinki nämlich eine Weile zur Arbeit mit der Bahn gependelt sind, hatte die kleine freche braune Hündin sogar eine Monatskarte. Nur keinen Sitzplatzanspruch. Meine Oma rebellierte allerdings dagegen, dass Pinki unterm Sitz oder gar im Frachtraum reisen sollte. Sie hatte ihr Reisehandtuch, dass sie auf den Sitz neben sich legte, woraufhin Pinki munter hochhüpfte, sich sofort neben Frauchen einrollte und bis zum Zielbahnhof ein Nickerchen hielt. Sollte jemand es wagen, diesen Hündchenschlaf zu stören, womöglich sogar in Uniform, wäre Oma sehr ungehalten gewesen. Pinki war nun mal ihr ein und alles, als winzigen Welpen hatte sie sie adoptiert und uns gewarnt: "Die Mutter ist eine Dobermannhündin!" Was hatten wir einen Respekt vor dem nicht mal 3 Wochen alten Hundebaby, für den besagte Dobermannhündin nicht genügend Milch hatte und das daraufhin kurzerhand verschenkt wurde. Sie würde schon noch riesengroß und sehr elegant werden, hatte es bei der Übergabe geheißen. Wie ein richtiger Dobermann eben!
Pinkis Vater muss allerdings irgendein Pinschermischling oder sowas gewesen sein, dazu auch noch hellbraun statt dem rassetypsichen schokobraun oder gar schwarz. Und Oma wünschte sich einen Schutzhund, denn sie besaß ein Spielwarengeschäft und wäre gerne in Begleitung eines respekteinflößenden Rassehundes abends mit den Tageseinnahmen in der Geldbombe zur Sparkasse gegangen. Nun, die fehlende Größe machte Pinki mit einem Riesenego wieder wett! Da sollte es mal einer wagen, der Oma irgendwie quer zu kommen. Das Erbe des Dobermanns, gefangen im Körper einer schon eher verhätschelt zu nennenden Promendadenmischung, die eine Schulterhöhe von 27,5 cm nie zu überwinden imstande war. Die Geldbombe war in Pinkis Begleitung so sicher wie die Bank von England!
Und das war auch wichtig, denn Oma finanzierte unsere Sommerurlaube, weil sie gerne mit ihren Enkeln (und deren Tieren) verreiste und dafür bin ich ihr auch heute noch dankbar. Die Spendierhosen waren ebenfalls im Gepäck sowie jede Menge Erspartes von uns Kindern und die Begleitung der Hunde (und Bommel) gab uns ein umso sichereres Gefühl, dass wir nicht ausgeraubt würden.
Zurück zum Pferdeäppelhaufen ganz in der Nähe vom Feriendomizil: Das musste dringend ausgekundschaftet werden und so machte ich mich nebst Hund Axel auf Spurensuche. Und tatsächlich wimmelte es auf den Dünenwegen von Hufspuren und weiteren Hinterlassenschaften von Pferden! Ich konnte sie förmlich schon riechen. Und hinter der nächsten Düne stand auch schon ein Werbeschild vom "Rideheste pa Stranden" , also einem Reiterhof am Strand.
Ob Axel und ich fündig geworden sind, ob es tatsächlich zum ersehnten Strandausritt kam, ob mein Bruder eine Zappelhalle und Schäferhündin Dolly in den Dünen ein neues Hobby fand, das alles gibt es im nächsten Teil von "Hurra, Familienurlaub!"
Liebe Grüße
euer Urlaubs-Copinchen!
Sonntag, 6. November 2016
Erinnerungen aus dem verstaubten Fotoalbum: Dolly Vol. I
Neulich bin ich beim Aufräumen auf ein älteres Fotoalbum gestoßen. Kein digitales, nein, so ein richtiges Buch mit diesen Fotos, die man früher erst zum Entwickeln bringen musste, statt sie sofort nach der Aufnahme auf dem Rechner anzuschauen und irgendwo hochzuladen. Die jüngeren unter uns können es sich sicherlich nicht so richtig vorstellen, aber: Man hatte zu der Zeit noch kein Handy, wo man jeden Augenblick festhalten konnte!
Nun ja, in diesem richtigen echten Fotoalbum befanden sich Bilder, Erinnerungen, wertvolle Momente, und die meisten kennen das: Beim Anschauen dieser Fotos kommen dem Betrachter sofort unzählige "Weisst du noch"- Geschichten in den Sinn. Eine davon möchte ich euch erzählen (vielleicht werden es auch zwei)! ;-)
Ihr Name war "Dolly" und unsere erste Begegnung fand in der tristen Zwingergasse eines städtischen Tierheims statt. Dort, wo mehr als 20 Hunde auf ein liebevolles, neues Zuhause warten mussten und für den einen oder anderen sogar die Endstation drohte! Aber zur Vorgeschichte:
Meine Omi, meine Geschwister und ich hatten uns dorthin aufgemacht, um einen Hund für uns Kinder auszusuchen, es sollte einer vom Typ "Benji" sein: Relativ klein, wuschelig, freundlich und wachsam, ein idealer Spielpartner eben. Leider war diese Sorte Hund wohl zur Zeit gut untergebracht, denn im ganzen Tierheim war kein Einziger dieses Typs zu finden! Es gab tatsächlich nur Hunde ab 40 cm Schulterhöhe und größer.
Wir Kinder zogen schon lange Gesichter: Heute würde es wohl nichts werden mit einem Hund! - aber die Oma verliebte sich gerade in einen Schäferhundrüden, der einen gepflegten und wohlerzogenen Eindruck machte. Die Mitarbeiterin beschrieb ihn als gutmütig, aber schon älter und ruckzuck hatte ich seine Leine in der Hand und lief mit ihm eine Runde über den Hof. Sein Name war "Axel", sein Frauchen war kürzlich verstorben und man konnte ihn quasi als "scheckheftgepflegt" bezeichnen. Natürlich wollten wir ihn mitnehmen und so machten wir uns auf den Weg ins Büro, um den geschäftlichen Teil zu erledigen.
Doch auf dem Weg dorthin hörten wir ein gar jämmerliches Winseln und das kam aus der hintersten Box, die auch noch ein wenig abgedunkelt war. Denn was sich darin befand, war wirklich nicht tageslichttauglich! Es handelte sich um ein "Etwas", dem das Leben bisher schlecht mitgespielt haben muss. Wir warfen einen genaueren Blick hinein und das, was uns dort etwas ängstlich entgegenstarrte, traf mich mitten ins Herz.
"Nun, das ist Dolly", sagte die Tierheimmitarbeiterin. "Wir haben sie vor vier Wochen bekommen, nachdem Tierschützer sie aus einem Keller befreit und mitgenommen haben. Sie ist dort schlecht behandelt worden, mehr darf ich dazu aus Datenschutzgründen nicht sagen. Soll ich sie mal herausholen?" Hoffnungsvoll schaute sie unsere Oma an, die das Portemonnaie quasi schon in der Hand hielt.
Oma nickte. Sie war ja selbst Hundebesitzerin und hatte ihre kleine Hündin von Herzen lieb und würde niemals zulassen, dass ihr Leid zugefügt würde.
Und was dann da aus dem Zwinger herausgekrochen kam, hat sich für immer in meine Hirnrinde eingebrannt. Es war erschütternd!
Die Hündin gehörte wohl ebenfalls der Rasse "Deutscher Schäferhund" an, man konnte es aber nur an der typischen Schnauze und der Kopfform erkennen. Die rassetypisch aufgestellten Ohren, liebevoll auch "Satelliten-TV-Empfänger" genannt, waren ängstlich nach hinten geklappt, ihr Körper wies einige Scheuerstellen und Wunden auf, das Fell war größtenteils ausgefallen und gab den Blick auf schorfige Hautstellen frei, aber auch auf Brandwunden, die von Zigaretten herrühren könnten. Diese fanden sich ebenfalls auf dem langen Nasenrücken wieder. Als Dolly nun vor Aufregung hechelte, konnte man unschwer erkennen, dass man ihr die Fangzähne ein ganzes Stück abgefeilt hatte.
Dolly kroch mehr, als sie lief, denn sie war komplett abgemagert und ihre lange Rute war zwischen den Hinterbeinen versteckt, so dass man sie nur erahnen konnte.
Alles in allem: Ein Elendsbild von einer Hund, der uns Kindern kollektiv die Tränen in die Augen trieb und natürlich auch Oma nicht kalt ließ. Sie packte entschlossen nach der Leine, die die Mitarbeiterin in der Hand hielt, legte Dolly vorsichtig das verschlissene Lederhalsband um den schorfigen Hals und drückte meinem Bruder das Ende der Leine in die Hand. Dann verschwand sie mit der Mitarbeiterin im Büro und ehe wir es uns versahen, gingen wir halb noch weinend, halb lachend mit unseren beiden Hunden durch das Tor des Tierheimes. Unfassbar: Wir besassen nun 2 Deutsche Schäferhunde, die unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können. Eigentlich sollten es ja - wir erinnern uns - "nur" einer oder zwei kleine Hündchen sein, aber DAS HIER hätte sich keiner von uns in seinen kühnsten Träumen ausmalen können. OMG! - wie man es heute ausdrücken würde!
Die Oma hatte sogar noch ein Taxi für uns bestellt, weil Dolly unmöglich den weiten Weg bis zum Bahnhof geschafft hätte und auch, um sie vor neugierigen Blicken zu schützen.
Ein weiter Weg lag also vor uns und der würde gewiss nicht in Kilometern zu messen sein....
Und wenn ihr wissen wollt, wie die Reaktionen auf unsere Neuerwerbungen zuhause ausgefallen sind, wie die Nachbarn geguckt haben und wie es mit der armen Dolly weiterging, dann schaut mal wieder hier herein! ;-)
Liebe Grüße
Euer Copinchen - und schaut euch doch mal wieder alte Fotoalben an!
Nun ja, in diesem richtigen echten Fotoalbum befanden sich Bilder, Erinnerungen, wertvolle Momente, und die meisten kennen das: Beim Anschauen dieser Fotos kommen dem Betrachter sofort unzählige "Weisst du noch"- Geschichten in den Sinn. Eine davon möchte ich euch erzählen (vielleicht werden es auch zwei)! ;-)
Ihr Name war "Dolly" und unsere erste Begegnung fand in der tristen Zwingergasse eines städtischen Tierheims statt. Dort, wo mehr als 20 Hunde auf ein liebevolles, neues Zuhause warten mussten und für den einen oder anderen sogar die Endstation drohte! Aber zur Vorgeschichte:
Meine Omi, meine Geschwister und ich hatten uns dorthin aufgemacht, um einen Hund für uns Kinder auszusuchen, es sollte einer vom Typ "Benji" sein: Relativ klein, wuschelig, freundlich und wachsam, ein idealer Spielpartner eben. Leider war diese Sorte Hund wohl zur Zeit gut untergebracht, denn im ganzen Tierheim war kein Einziger dieses Typs zu finden! Es gab tatsächlich nur Hunde ab 40 cm Schulterhöhe und größer.
Wir Kinder zogen schon lange Gesichter: Heute würde es wohl nichts werden mit einem Hund! - aber die Oma verliebte sich gerade in einen Schäferhundrüden, der einen gepflegten und wohlerzogenen Eindruck machte. Die Mitarbeiterin beschrieb ihn als gutmütig, aber schon älter und ruckzuck hatte ich seine Leine in der Hand und lief mit ihm eine Runde über den Hof. Sein Name war "Axel", sein Frauchen war kürzlich verstorben und man konnte ihn quasi als "scheckheftgepflegt" bezeichnen. Natürlich wollten wir ihn mitnehmen und so machten wir uns auf den Weg ins Büro, um den geschäftlichen Teil zu erledigen.
Doch auf dem Weg dorthin hörten wir ein gar jämmerliches Winseln und das kam aus der hintersten Box, die auch noch ein wenig abgedunkelt war. Denn was sich darin befand, war wirklich nicht tageslichttauglich! Es handelte sich um ein "Etwas", dem das Leben bisher schlecht mitgespielt haben muss. Wir warfen einen genaueren Blick hinein und das, was uns dort etwas ängstlich entgegenstarrte, traf mich mitten ins Herz.
"Nun, das ist Dolly", sagte die Tierheimmitarbeiterin. "Wir haben sie vor vier Wochen bekommen, nachdem Tierschützer sie aus einem Keller befreit und mitgenommen haben. Sie ist dort schlecht behandelt worden, mehr darf ich dazu aus Datenschutzgründen nicht sagen. Soll ich sie mal herausholen?" Hoffnungsvoll schaute sie unsere Oma an, die das Portemonnaie quasi schon in der Hand hielt.
Oma nickte. Sie war ja selbst Hundebesitzerin und hatte ihre kleine Hündin von Herzen lieb und würde niemals zulassen, dass ihr Leid zugefügt würde.
Und was dann da aus dem Zwinger herausgekrochen kam, hat sich für immer in meine Hirnrinde eingebrannt. Es war erschütternd!
Die Hündin gehörte wohl ebenfalls der Rasse "Deutscher Schäferhund" an, man konnte es aber nur an der typischen Schnauze und der Kopfform erkennen. Die rassetypisch aufgestellten Ohren, liebevoll auch "Satelliten-TV-Empfänger" genannt, waren ängstlich nach hinten geklappt, ihr Körper wies einige Scheuerstellen und Wunden auf, das Fell war größtenteils ausgefallen und gab den Blick auf schorfige Hautstellen frei, aber auch auf Brandwunden, die von Zigaretten herrühren könnten. Diese fanden sich ebenfalls auf dem langen Nasenrücken wieder. Als Dolly nun vor Aufregung hechelte, konnte man unschwer erkennen, dass man ihr die Fangzähne ein ganzes Stück abgefeilt hatte.
Dolly kroch mehr, als sie lief, denn sie war komplett abgemagert und ihre lange Rute war zwischen den Hinterbeinen versteckt, so dass man sie nur erahnen konnte.
Alles in allem: Ein Elendsbild von einer Hund, der uns Kindern kollektiv die Tränen in die Augen trieb und natürlich auch Oma nicht kalt ließ. Sie packte entschlossen nach der Leine, die die Mitarbeiterin in der Hand hielt, legte Dolly vorsichtig das verschlissene Lederhalsband um den schorfigen Hals und drückte meinem Bruder das Ende der Leine in die Hand. Dann verschwand sie mit der Mitarbeiterin im Büro und ehe wir es uns versahen, gingen wir halb noch weinend, halb lachend mit unseren beiden Hunden durch das Tor des Tierheimes. Unfassbar: Wir besassen nun 2 Deutsche Schäferhunde, die unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können. Eigentlich sollten es ja - wir erinnern uns - "nur" einer oder zwei kleine Hündchen sein, aber DAS HIER hätte sich keiner von uns in seinen kühnsten Träumen ausmalen können. OMG! - wie man es heute ausdrücken würde!
Die Oma hatte sogar noch ein Taxi für uns bestellt, weil Dolly unmöglich den weiten Weg bis zum Bahnhof geschafft hätte und auch, um sie vor neugierigen Blicken zu schützen.
Ein weiter Weg lag also vor uns und der würde gewiss nicht in Kilometern zu messen sein....
Und wenn ihr wissen wollt, wie die Reaktionen auf unsere Neuerwerbungen zuhause ausgefallen sind, wie die Nachbarn geguckt haben und wie es mit der armen Dolly weiterging, dann schaut mal wieder hier herein! ;-)
Liebe Grüße
Euer Copinchen - und schaut euch doch mal wieder alte Fotoalben an!
Mittwoch, 1. Juni 2016
Hundekotbeutel .... Fluch oder Segen?
Der Hund ist bekanntlich der beste Freund des Menschen! Er ist treu, er gibt selten Widerworte, er leistet Gesellschaft oder sogar Hilfsdienste, setzt seine außerordentlichen Fähigkeiten also freudig ein, um seinem Herrchen oder Frauchen zu gefallen. Und eventuell, um eine leckere Belohnung abzustauben! Er sorgt für regelmäßige Bewegung oder sogar Sport und Spiel beim Halter, über den Hund kommt man oftmals ins Gespräch mit anderen Leuten. Ein toller Gefährte, treue Seele und manchmal auch der einzige Ansprechpartner, dem man wirklich alles anvertrauen kann ohne Angst haben zu müssen, dass ein sensibles Thema stunds drauf in den social Medias breitgetreten wird.
So ein Hund ist also ein toller Weggefährte!
Aber es gibt ein (eigentlich relativ kleines) Problem, mehrmals am Tag womöglich, und das sind seine Hinterlassenschaften. Im Volksmund gern auch "Tretmine" genannt, zieren an stark frequentierten Hundespazierpfaden viele Häuflein die Wege und Grünflächen, mal mehr, mal weniger fest konsistensiert, aber niemals eine Zierde der Landschaft.
Was also tun?
Vor gar nicht allzu langer Zeit war es von Seiten des Hundehalters ein ungeschriebenes Gesetz, das Kaka-Häufchen niemals auf einem wie auch immer befestigten Weg liegen zu lassen. Meist mit einem Tempotaschentuch oder einem Stück Küchenrolle "bewaffnet" ging es auf zur Gassirunde, immer in der stillen Hoffnung, dass Hundi es noch bis zum Waldrand schafft, damit das Stückchen Notfallpapier schön in der Tasche bleiben kann. Und wenn nicht: "Shit happens!" ;-)
In der Stadt eine häufig praktizierte Hundehaufenentsorgungstechnik war es auch, das "Würstchen" geschickt mit der Sohle des ohnehin dem Untergang geweihten Schuhwerk mehr oder weniger geschickt Richtung nächster Gulli zu bugsieren und zu schubsen, eine Art "Hundehaufensnooker" in der Straßenrinne also. Besonders Geübte schafften dies übrigens, ohne dass der Schuh anschließend das typische Aroma einer Tretmine ausströmte. Training macht auch hier den Meister!
Aber wir sind nun im Jahre 2016 und nicht mehr im 20. Jahrhundert und deshalb müssen neue Methoden her, wohl um up-to-date zu bleiben. Wie könnte den Vorgang des Hundehäufchen-Entsorgens revolutionieren? Es sollte einen Aha-Effekt geben und dem immerhin Hundesteuer (!) zahlenden Halter das Gefühl vermitteln, dass etwas für sie getan würde! Nach einigem Hin- und herdebattieren in Gemeinderäten und Kommunalvorständen wurde die Idee des HUNDEKOTBEUTELS ins Leben gerufen und auch umgesetzt!
Hier mal ein paar Fakten zum Thema "Poop Bag" (in English klingt es doch ein wenig cooler...). Was Tante Google dazu ausspuckt:
Kann es wirklich von den Verantwortlichen GEWOLLT sein, dass nun gefüllte und benutzte (!!!) Hundehaufenbeutel in Dunkelgrau oder gar im knalligen Rot aus dem Rhodondendronbüschen im Kurpark von der Unfähigkeit mancher - natürlich bei Weitem nicht ALLER - Hundegassigänger zeugen, die offensichtlich mit der Entsorgung hündlicher Exkremente komplett überfordert sind?
War das der Plan?
Also so nach dem Motto "Vergesst die Chemtrail-Spinner, wir machen ein neues Fass auf"?
Ist es tatsächlich eine Zumutung, einen Hundehaufen bis zum nächsten Abfalleimer zu tragen und dort zu entsorgen, was nun wieder die Frage nach der korrekten Mülltrennungsweise aufwirft? Wir sind hier in Deutschland, Leute! ;-)
Was mag wohl ein Außerirdischer denken, der zufällig in einem Stadtpark landet und gleich mal mit folgendem Anblick konfrontiert wird?
Genau! Genau das wird er denken!
Wollen wir das wirklich riskieren?
Mit nachdenklichen Grüßen
euer Copinchen (macht sich gerade Sorgen um den guten Ruf im Universum) ;-)
So ein Hund ist also ein toller Weggefährte!
Aber es gibt ein (eigentlich relativ kleines) Problem, mehrmals am Tag womöglich, und das sind seine Hinterlassenschaften. Im Volksmund gern auch "Tretmine" genannt, zieren an stark frequentierten Hundespazierpfaden viele Häuflein die Wege und Grünflächen, mal mehr, mal weniger fest konsistensiert, aber niemals eine Zierde der Landschaft.
Was also tun?
Vor gar nicht allzu langer Zeit war es von Seiten des Hundehalters ein ungeschriebenes Gesetz, das Kaka-Häufchen niemals auf einem wie auch immer befestigten Weg liegen zu lassen. Meist mit einem Tempotaschentuch oder einem Stück Küchenrolle "bewaffnet" ging es auf zur Gassirunde, immer in der stillen Hoffnung, dass Hundi es noch bis zum Waldrand schafft, damit das Stückchen Notfallpapier schön in der Tasche bleiben kann. Und wenn nicht: "Shit happens!" ;-)
In der Stadt eine häufig praktizierte Hundehaufenentsorgungstechnik war es auch, das "Würstchen" geschickt mit der Sohle des ohnehin dem Untergang geweihten Schuhwerk mehr oder weniger geschickt Richtung nächster Gulli zu bugsieren und zu schubsen, eine Art "Hundehaufensnooker" in der Straßenrinne also. Besonders Geübte schafften dies übrigens, ohne dass der Schuh anschließend das typische Aroma einer Tretmine ausströmte. Training macht auch hier den Meister!
Aber wir sind nun im Jahre 2016 und nicht mehr im 20. Jahrhundert und deshalb müssen neue Methoden her, wohl um up-to-date zu bleiben. Wie könnte den Vorgang des Hundehäufchen-Entsorgens revolutionieren? Es sollte einen Aha-Effekt geben und dem immerhin Hundesteuer (!) zahlenden Halter das Gefühl vermitteln, dass etwas für sie getan würde! Nach einigem Hin- und herdebattieren in Gemeinderäten und Kommunalvorständen wurde die Idee des HUNDEKOTBEUTELS ins Leben gerufen und auch umgesetzt!
Hier mal ein paar Fakten zum Thema "Poop Bag" (in English klingt es doch ein wenig cooler...). Was Tante Google dazu ausspuckt:
- Ca. 200.000.000 Hundekotbeutel werden jährlich von deutschen Städten und Gemeinden ausgegeben
-
Knapp 4% aller Plastiktüten (200 Mio./5,3 Mrd.²100)
- Etwa 97%1 der eingesetzten Produkte bestehen aus herkömmlichen Plastik (PE), sie sind somit nicht abbaubar und können über hunderte von Jahren ein Umweltproblem darstellen
-
Hundekotbeutel werden verstärkt im naturnahen Bereich eingesetzt
und landen somit viel häufiger als
Einkaufstüten in den Grünanlagen oder im Gewässer
- Teilweise gezielte Entsorgung in der Umwelt nachdem der Hundekot bereits aufgenommen wurde
Nun, ääh, ob DAS nun wirklich der Sinn der Sache ist?
Ich seh das mehr oder weniger als Schildbürgerstreich an. Die älteren unter uns werden sich an die Schildbürger erinnern, für die anderen hier ein Wiki-Eintrag:
Kann es wirklich von den Verantwortlichen GEWOLLT sein, dass nun gefüllte und benutzte (!!!) Hundehaufenbeutel in Dunkelgrau oder gar im knalligen Rot aus dem Rhodondendronbüschen im Kurpark von der Unfähigkeit mancher - natürlich bei Weitem nicht ALLER - Hundegassigänger zeugen, die offensichtlich mit der Entsorgung hündlicher Exkremente komplett überfordert sind?
War das der Plan?
Also so nach dem Motto "Vergesst die Chemtrail-Spinner, wir machen ein neues Fass auf"?
Ist es tatsächlich eine Zumutung, einen Hundehaufen bis zum nächsten Abfalleimer zu tragen und dort zu entsorgen, was nun wieder die Frage nach der korrekten Mülltrennungsweise aufwirft? Wir sind hier in Deutschland, Leute! ;-)
Was mag wohl ein Außerirdischer denken, der zufällig in einem Stadtpark landet und gleich mal mit folgendem Anblick konfrontiert wird?
| Huch, hier wächst die Scheiße an den Sträuchern, sogar versandfertig verpackt! |
Wollen wir das wirklich riskieren?
Mit nachdenklichen Grüßen
euer Copinchen (macht sich gerade Sorgen um den guten Ruf im Universum) ;-)
Freitag, 22. Mai 2015
Der schwarze Hund und das Meer: Ein Komet am Reiterhimmel!
Ok, in diesem Beitrag geht es nicht in erster Linie um Rowdy, der "sein" Meer mittlerweile heiss und innig liebt, nachdem wir bereits eine ganze Woche an der belgischen Küste verbracht haben. Wir, das sind meine Oma, ihre Cousine und meine Großtante Marie, Hund Rowdy eben und meine Wenigkeit. Ein Weibertrio vor dem Herrn also, und es war im Prinzip genau wie früher, als ich mit 12 oder 13 Jahren mit Oma und Geschwistern hier aufgeschlagen war. Sogar der Ton, der von den Damen mir gegenüber angeschlagen wurde, war gleich geblieben. Mittlerweile schrieben wir aber das Jahr 2001 und ich hatte bereits meinen 31. Geburtstag gefeiert, nicht erst den 13. ;-)
"Kind, wenn du mit dem HUND zum Meer gehst, bring doch ein Stück Kuchen für uns mit."
"Ja, Oma. Mache ich! Den Bienenstich?"
"Ja, den für fünf Mark. Kannst du das denn in belgische Franc umrechnen?"
*Ungläubigguck*
"OMAA! HALLOO! Ich bin er-wach-sen und habe keine vier mehr in Mathee!
Es sind 102 BFr und ein paar Cent."
"GUUT, Kind."
Tante: "Es kann nicht schaden, ab und zu mal etwas Kopfrechnen zu üben." *Zeigefinger zusammen mit einer Augenbraue heb*
"Ich we-heiiss, ich übe das ständig! Rowdy komm, wir gehen zum Strand!"
Rowdy kommt freudig angeschossen, die Leine im Fang und strahlt mich an. Ihm ist meine Mathenote egal, Hauptsache er kann schwimmen gehen.
"Was soll'n wir mit dem Kind noch machen. Es sind nur 101 BFr und 55 Cent!" höre ich Oma noch sagen. Und dann rufen: "Kind, sei aber um drei wieder da! Dann ist der Kaffee fertig!"
"Jaahaa!" rufe ich über den Rücken zurück und dann sind wir auch schon um die Ecke. Die Damen sind zuweilen wirklich anstrengend.
-
Der Kuchen ist verputzt und ich frage am Kaffeetisch die Tante nach einer Möglichkeit zum Reiten am Meer. Ich weiss, dass meine Cousinen vor Jahren (die waren ja dauernd dort) oft zum Reiten gegangen sind. Und das wollte ich auch gerne mal machen. Was habe ich als Kind die ReiterInnen am Strand beneidet und ihnen sehnsüchtig hinterhergeschaut!
Die Tante weiss die Adresse noch und es ist einige Kilometer entfernt. Sie erklärt sich aber bereit, mich mit ihrem Auto hinzubringen und wieder abzuholen. Ich freue mich wie Bolle (hatte ich doch extra Helm und Chaps eingepackt) auf dieses Erlebnis und schon geht es los. Oma mahnt wie immer: "Kind, sei vorsichtig und fall' mir nicht vom Pferd!"
Dass ich inzwischen vom Pferdesport und Reiten lebe und sogar eins besass, scheint sie irgendwie verdrängt zu haben. Aber gut, sie hat ja recht, vorsichtig sein mit Pferden schadet nie und runterfallen ist auch nicht so lustig. Außerdem hat sie mir den Trip spendiert und da will man ja mal nicht so sein.
"Klar, Oma. Ich passe auf!" umarme sie kurz, schnappe mir meinen Helm und bin -HURRAA- schon durch die Tür.
Am Hof angekommen, staune ich erstmal. Hier stehen über 30 Pferde und die sind für Gruppenausritte mit Touristen buchbar, bei Nachweis einer gewissen Kompetenz darf man auch mal ohne Führung reiten. Aber nur mindestens zu zweit und auch nur für eine Stunde. Der Gruppenritt dauert hingegen 2 1/2 Stunden. In Ermangelung einer Begleitperson (Tante liess sich absolut nicht dazu überreden, mitzureiten!) buchte ich im Büro den Gruppenritt, der auch schon in einer halben Stunde starten sollte. Man fragte nach meiner Reiterfahrung, kassierte die 500 BFr, also ca. 25,- DM, und gab mir eine Karte, wo der Name "Komet" und ein Foto desselben abgedruckt war. Damit sollte ich mich beim Berittführer melden, der sei im Stall. Mein nur marginal ausreichendes Französisch reichte immerhin aus, ein Pferd für den Ritt zu ergattern, der beinahe ausgebucht war. "Oui, Madame" rief ich und war schon auf dem Weg zum Stall. Tante schaute kopfschüttelnd hinter mir her. "Ich bin dann in zweieinhalb Stunden wieder daaa!" rief sie und ich nochmal "Oui, Madame" und dann witterte ich den Stall und war in einer anderen Welt.
Mein Blick fahndete nach dem braunen Wallach von der Karte und einem Boxenschild, dass jenigen als "Komet" auswies. Und da war er auch schon! Der Berittführer begrüßte mich nett auf Deutsch, brachte mir Putzzeug, Sattel, Trense und ein Martingal. Ich sattelte den Braunen und er half mir sogar dabei. Komet war ca. 1,70m Stock groß, nicht unbedingt der Ruhigste und man merkte, der wollte auf keinen Fall im Stall zurückbleiben. Aufgeregt rief er nach seinen Kameraden, die draußen schon warteten, ich war ein wenig spät dran. Endlich war alles zum Aufsitzen gerichtet, der Berittführer namens Jaques half mir in den Sattel, bevor er sich auf sein Pferd schwang. Alles in allem schien es eine gute Gruppe von 10 Pferden zu sein, deren Reiter schon routiniert wirkten. Ich klopfte meinen Kometen und stellte fest, dass sein Name eventuell Programm sein könnte. Aber so what! Ich fühlte mich wohl im Sattel des Braunen, auch wenn er zackelte und ein wenig den Kopf warf, ich durfte einen Strandausritt machen und das fand ich supertoll. Ich hätte sogar ein Wildpferd oder ein Muli geritten, wenn es sein musste. Komet war weich im Maul, neigte dazu, sich aufzurollen und machte auch mal einen mittleren Buckler, wenn es im Trab durch die Dünen ging. Jaques warf mir öfters einen Blick zu und fragte, ob ich klarkäme. "Oui, alles ok" antwortete ich strahlend und er strahlte zurück Jaques war ein Pferdemensch, genau wie ich, und er machte einen guten Job als Reitlehrer und Berittführer.
Nach einer kleinen Achterbahn im ordentlichen Trab durch die Dünen kamen wir dann am Meer an. Komet war geschwitzt, kaute aufgeregt auf seiner Wassertrense und schlug ein paarmal mit dem Kopf, als er das Meer erblickte. Ich klopfte ihn, wohl wissend, dass gleich die Post abginge, sobald Jaques der Nette seinen Arm hob und nach vorn ausstreckte. Wir sollten alle in einer Reihe reiten und auf sein Zeichen achten. Erst versuchte ich noch, Komet ein wenig mit halben Paraden zurückzunehmen, aber dann....
AAAALLLLEEEEEZZZZZ ! Ab die Post!
Ich ließ ihn gewähren, passte nur auf, dass wir die Spur hielten und nicht anderen den Weg zu kreuzen. Es war himmlisch und eine der intensivsten Erfahrungen, die ich je zu Pferd machen durfte. Einfach grandios!
Diese Weite, das blaue Meer, die stampfenden Hufe, der Rhythmus, dieses Gefühl, frei zu sein und fliegen zu können. Das erlebt man nur auf dem Rücken eines Pferdes am Meer entlang, im gestreckten Galopp. Auf einmal hatte ich das Gefühl, eins zu sein in der Bewegung mit Komet, vorwärts, vorwääärts, ein Wille, ein Gedanke, alles hinter sich zu lassen.
Ich wollte NIE WIEDER aufhören zu galoppieren und Komet hatte richtig Speed im Hintern. Die ersten fielen hinter uns schon wieder in den Trab, mein Brauner bemerkte das und wurde höflich langsamer. Er war so weich und sanft in der Bewegung, ich hätte ihn am liebsten geknutscht. Als er wie die anderen hinter ihm in den Schritt fiel und wir kurz warteten - nur Jaques mit seiner Halbblutstute hatte mitgehalten- umarmte ich Komets kräftigen Hals vor mir und bedankte mich für den tollen Galopp. Er schnaubte freundlich.
Zurück ging es wieder durch die lange Dünenlandschaft, ein kleines Traberchen inklusive, dann durch den Ort und dann standen wir schon wieder am Stall. Viel zu schnell ging dieses pure Glück zuende. Ich bedankte mich bei Jaques für die tolle Führung und bei Komet noch einmal für alles, was ich auf ihm erleben durfte. "Du sollst es immer gut haben" flüsterte ich in sein Ohr und gab ihm noch den Apfel, den Oma mir für ihn zugesteckt hatte. Sein Trog war auch gefüllt mit ordentlichem Kraftfutter und in der Ecke seiner Box wartete ein Berg Heu guter Qualität auf ihn. Seine Box war sauber gemistet und ein Mädchen nahm mir den Sattel und das Zaumzeug ab. "Merci" sagte ich dankbar und sie sah mein nachhaltiges Strahlen, lächelte mich an. "Komet ist kein einfaches Pferd, aber er sucht sich seine Reiter aus. Er ist schon ein paarmal alleine wiedergekommen. Die, die er wieder heimbringt, schwärmen allerdings in den höchsten Tönen von ihm", erzählte sie in gebrochenem Deutsch. Ich nickte "er ist wirklich toll und er ist wirklich ein Komet!" strahlte beide noch mal an und hörte dann erst die Hupe vom Wagen der Tante, die bereits seit einer halben Stunde auf mich wartete.
"Ich musste den Komet doch noch absatteln", merke ich an. "Dafür haben die hier LEUTE", entgegnet die Tante. "Entschuldigung, aber das mach ich lieber selbst, der Ausritt war übrigens TOLL! Danke fürs Fahren, Tante." lächele ich lieb und die Gesichtszüge der Tante werden beinahe weich. "Schön, wenn es dir Freude gemacht hat, Kind" sagt sie und ahnt dabei gar nicht, WIE sehr.
Ich hoffe, der tolle Komet hat es weiterhin gut gehabt und noch einigen begeisterten ReiterInnen so viel Freude gemacht wie mir. Ich habe das niemals vergessen und werde es wohl auch nicht. :-)
Liebe Grüße
Euer im Nachhinein noch begeistertes Copinchen!
"Kind, wenn du mit dem HUND zum Meer gehst, bring doch ein Stück Kuchen für uns mit."
"Ja, Oma. Mache ich! Den Bienenstich?"
"Ja, den für fünf Mark. Kannst du das denn in belgische Franc umrechnen?"
*Ungläubigguck*
"OMAA! HALLOO! Ich bin er-wach-sen und habe keine vier mehr in Mathee!
Es sind 102 BFr und ein paar Cent."
"GUUT, Kind."
Tante: "Es kann nicht schaden, ab und zu mal etwas Kopfrechnen zu üben." *Zeigefinger zusammen mit einer Augenbraue heb*
"Ich we-heiiss, ich übe das ständig! Rowdy komm, wir gehen zum Strand!"
Rowdy kommt freudig angeschossen, die Leine im Fang und strahlt mich an. Ihm ist meine Mathenote egal, Hauptsache er kann schwimmen gehen.
"Was soll'n wir mit dem Kind noch machen. Es sind nur 101 BFr und 55 Cent!" höre ich Oma noch sagen. Und dann rufen: "Kind, sei aber um drei wieder da! Dann ist der Kaffee fertig!"
"Jaahaa!" rufe ich über den Rücken zurück und dann sind wir auch schon um die Ecke. Die Damen sind zuweilen wirklich anstrengend.
-
Der Kuchen ist verputzt und ich frage am Kaffeetisch die Tante nach einer Möglichkeit zum Reiten am Meer. Ich weiss, dass meine Cousinen vor Jahren (die waren ja dauernd dort) oft zum Reiten gegangen sind. Und das wollte ich auch gerne mal machen. Was habe ich als Kind die ReiterInnen am Strand beneidet und ihnen sehnsüchtig hinterhergeschaut!
Die Tante weiss die Adresse noch und es ist einige Kilometer entfernt. Sie erklärt sich aber bereit, mich mit ihrem Auto hinzubringen und wieder abzuholen. Ich freue mich wie Bolle (hatte ich doch extra Helm und Chaps eingepackt) auf dieses Erlebnis und schon geht es los. Oma mahnt wie immer: "Kind, sei vorsichtig und fall' mir nicht vom Pferd!"
Dass ich inzwischen vom Pferdesport und Reiten lebe und sogar eins besass, scheint sie irgendwie verdrängt zu haben. Aber gut, sie hat ja recht, vorsichtig sein mit Pferden schadet nie und runterfallen ist auch nicht so lustig. Außerdem hat sie mir den Trip spendiert und da will man ja mal nicht so sein.
"Klar, Oma. Ich passe auf!" umarme sie kurz, schnappe mir meinen Helm und bin -HURRAA- schon durch die Tür.
Am Hof angekommen, staune ich erstmal. Hier stehen über 30 Pferde und die sind für Gruppenausritte mit Touristen buchbar, bei Nachweis einer gewissen Kompetenz darf man auch mal ohne Führung reiten. Aber nur mindestens zu zweit und auch nur für eine Stunde. Der Gruppenritt dauert hingegen 2 1/2 Stunden. In Ermangelung einer Begleitperson (Tante liess sich absolut nicht dazu überreden, mitzureiten!) buchte ich im Büro den Gruppenritt, der auch schon in einer halben Stunde starten sollte. Man fragte nach meiner Reiterfahrung, kassierte die 500 BFr, also ca. 25,- DM, und gab mir eine Karte, wo der Name "Komet" und ein Foto desselben abgedruckt war. Damit sollte ich mich beim Berittführer melden, der sei im Stall. Mein nur marginal ausreichendes Französisch reichte immerhin aus, ein Pferd für den Ritt zu ergattern, der beinahe ausgebucht war. "Oui, Madame" rief ich und war schon auf dem Weg zum Stall. Tante schaute kopfschüttelnd hinter mir her. "Ich bin dann in zweieinhalb Stunden wieder daaa!" rief sie und ich nochmal "Oui, Madame" und dann witterte ich den Stall und war in einer anderen Welt.
Mein Blick fahndete nach dem braunen Wallach von der Karte und einem Boxenschild, dass jenigen als "Komet" auswies. Und da war er auch schon! Der Berittführer begrüßte mich nett auf Deutsch, brachte mir Putzzeug, Sattel, Trense und ein Martingal. Ich sattelte den Braunen und er half mir sogar dabei. Komet war ca. 1,70m Stock groß, nicht unbedingt der Ruhigste und man merkte, der wollte auf keinen Fall im Stall zurückbleiben. Aufgeregt rief er nach seinen Kameraden, die draußen schon warteten, ich war ein wenig spät dran. Endlich war alles zum Aufsitzen gerichtet, der Berittführer namens Jaques half mir in den Sattel, bevor er sich auf sein Pferd schwang. Alles in allem schien es eine gute Gruppe von 10 Pferden zu sein, deren Reiter schon routiniert wirkten. Ich klopfte meinen Kometen und stellte fest, dass sein Name eventuell Programm sein könnte. Aber so what! Ich fühlte mich wohl im Sattel des Braunen, auch wenn er zackelte und ein wenig den Kopf warf, ich durfte einen Strandausritt machen und das fand ich supertoll. Ich hätte sogar ein Wildpferd oder ein Muli geritten, wenn es sein musste. Komet war weich im Maul, neigte dazu, sich aufzurollen und machte auch mal einen mittleren Buckler, wenn es im Trab durch die Dünen ging. Jaques warf mir öfters einen Blick zu und fragte, ob ich klarkäme. "Oui, alles ok" antwortete ich strahlend und er strahlte zurück Jaques war ein Pferdemensch, genau wie ich, und er machte einen guten Job als Reitlehrer und Berittführer.
Nach einer kleinen Achterbahn im ordentlichen Trab durch die Dünen kamen wir dann am Meer an. Komet war geschwitzt, kaute aufgeregt auf seiner Wassertrense und schlug ein paarmal mit dem Kopf, als er das Meer erblickte. Ich klopfte ihn, wohl wissend, dass gleich die Post abginge, sobald Jaques der Nette seinen Arm hob und nach vorn ausstreckte. Wir sollten alle in einer Reihe reiten und auf sein Zeichen achten. Erst versuchte ich noch, Komet ein wenig mit halben Paraden zurückzunehmen, aber dann....
AAAALLLLEEEEEZZZZZ ! Ab die Post!
Ich ließ ihn gewähren, passte nur auf, dass wir die Spur hielten und nicht anderen den Weg zu kreuzen. Es war himmlisch und eine der intensivsten Erfahrungen, die ich je zu Pferd machen durfte. Einfach grandios!
Diese Weite, das blaue Meer, die stampfenden Hufe, der Rhythmus, dieses Gefühl, frei zu sein und fliegen zu können. Das erlebt man nur auf dem Rücken eines Pferdes am Meer entlang, im gestreckten Galopp. Auf einmal hatte ich das Gefühl, eins zu sein in der Bewegung mit Komet, vorwärts, vorwääärts, ein Wille, ein Gedanke, alles hinter sich zu lassen.
Ich wollte NIE WIEDER aufhören zu galoppieren und Komet hatte richtig Speed im Hintern. Die ersten fielen hinter uns schon wieder in den Trab, mein Brauner bemerkte das und wurde höflich langsamer. Er war so weich und sanft in der Bewegung, ich hätte ihn am liebsten geknutscht. Als er wie die anderen hinter ihm in den Schritt fiel und wir kurz warteten - nur Jaques mit seiner Halbblutstute hatte mitgehalten- umarmte ich Komets kräftigen Hals vor mir und bedankte mich für den tollen Galopp. Er schnaubte freundlich.
Zurück ging es wieder durch die lange Dünenlandschaft, ein kleines Traberchen inklusive, dann durch den Ort und dann standen wir schon wieder am Stall. Viel zu schnell ging dieses pure Glück zuende. Ich bedankte mich bei Jaques für die tolle Führung und bei Komet noch einmal für alles, was ich auf ihm erleben durfte. "Du sollst es immer gut haben" flüsterte ich in sein Ohr und gab ihm noch den Apfel, den Oma mir für ihn zugesteckt hatte. Sein Trog war auch gefüllt mit ordentlichem Kraftfutter und in der Ecke seiner Box wartete ein Berg Heu guter Qualität auf ihn. Seine Box war sauber gemistet und ein Mädchen nahm mir den Sattel und das Zaumzeug ab. "Merci" sagte ich dankbar und sie sah mein nachhaltiges Strahlen, lächelte mich an. "Komet ist kein einfaches Pferd, aber er sucht sich seine Reiter aus. Er ist schon ein paarmal alleine wiedergekommen. Die, die er wieder heimbringt, schwärmen allerdings in den höchsten Tönen von ihm", erzählte sie in gebrochenem Deutsch. Ich nickte "er ist wirklich toll und er ist wirklich ein Komet!" strahlte beide noch mal an und hörte dann erst die Hupe vom Wagen der Tante, die bereits seit einer halben Stunde auf mich wartete.
"Ich musste den Komet doch noch absatteln", merke ich an. "Dafür haben die hier LEUTE", entgegnet die Tante. "Entschuldigung, aber das mach ich lieber selbst, der Ausritt war übrigens TOLL! Danke fürs Fahren, Tante." lächele ich lieb und die Gesichtszüge der Tante werden beinahe weich. "Schön, wenn es dir Freude gemacht hat, Kind" sagt sie und ahnt dabei gar nicht, WIE sehr.
Ich hoffe, der tolle Komet hat es weiterhin gut gehabt und noch einigen begeisterten ReiterInnen so viel Freude gemacht wie mir. Ich habe das niemals vergessen und werde es wohl auch nicht. :-)
Liebe Grüße
Euer im Nachhinein noch begeistertes Copinchen!
Freitag, 8. Mai 2015
Der schwarze Hund und das Meer Vol. III: Der Kampf gegen die Elemente!
Wenn man so am Strand steht, die imposante Kulisse des Ozeans vor Augen, das Rauschen der Wogen gegen die Wellenbrecher, das emsige Treiben von Menschen (und ihren Hunden) im Sand, ein paar Schiffe am Horizont, dann kommt man sich gelegentlich winzig klein vor. Und man gerät ins Sinnieren! Die gute Luft, die besondere Atmosphäre, die Menschen sind irgendwie fröhlicher und entspannter als daheim im bergigen Siegerland. Man kann den Blick weiter schweifen lassen und das streichelt die Seele. So viele Songs wurden über die sieben Weltmeere geschrieben, und alle zu Recht (nagut, die, wo irgendwelche Weibsbilder die Hauptrolle übernehmen, lassen wir mal weg!) !
Wie man dann so über Hölzken und Stöcksken über den Sinn des Lebens nachzugrübeln beginnt, fällt mein Blick plötzlich auf den schwarzen Hundekopf, der nach wie vor seit gefühlten drei Stunden im Spiel der Wellen auf und ab schwimmt. Ein bißchen viel Nordsee für den Anfang, wir bleiben doch noch 10 Tage hier!
Ist Rowdy etwa in seinem früheren Leben ein Fisch gewesen oder wenigstens ein Wasservogel? Freiwillig kommt der da ja gar nicht mehr raus!
Ich beginne, seinen Namen zu rufen, ein paar herumtollende Hunde schenken mir nun Aufmerksamkeit, aber mein eigenes Viech ignoriert mich völlig. Hmmm.
Ich nähere mich den kleinen Wellen, die wegen der Ebbe sehr "zurückhaltend" sind, und rufe ihn weiter. Sehe sein begeistertes Gesicht in fünf Meter Entfernung, er hechelt, er strampelt, aber er ist irgendwie seelig. Dieses Hundegesicht, das irgendwie aussieht wie dieser Drache aus der Unendlichen Geschichte, Fuchur, nur in Schwarz. Und momentan so eine Art Dauergrinsen zeigt.
"ROOOOWWWDYYYY!!! KOOOOOMMM!!" rufe ich gegen den Küstenwind. Er schaut mich an und schnaufert weiter durch das Wasser. Maaaan, erstens hat er doch eigentlich gar nicht soviel Schwimmkondition und zweitens ist das hier eine endpeinliche Nummer!
Ein anderer Hund, auch in der typischen Labradoroptik, trabselt durch die kleinen Wellen und hat ein Stöckchen im Fang. Sein Herrchen spaziert entspannt am Wasser entlang, eine Leine in der Hand, er scheint mich und Rowdy schon eine Weile beobachtet zu haben, denn er grinst mich wissend an.
"Der kommt schon rrraus*, wennar genoch hat, da Mäckes!" ruft er mir im schönsten Siegerländer Dialekt zu. Keine Überraschung, denn hier machen sehr viele Siegerländer Sommerferien, die den Wäldern und Bergen und stickigen Straßen mal entkommen wollen.
"Meina wa auch über 2 Stond'n em Wassr, dat macht dem nix. Is ja Labrr*adoa, die sin' so, woah."
"Ja, klar, aber er ignoriert mich total! Das macht er doch sonst nicht!" erwidere ich.
"Ich hap 'ne Idee, woah. Maist'ns funktionierrr*t dat bei den Hond'n." Er greift seinem Hund beherzt ins Maul, nimmt das Stöckchen, was er spazierentrug (genau wie Rowdy so oft!) in die Hand und tut so, als würde er es gleich werfen. Richtung Wasser. Benni, der Vierbeiner, spitzt die Ohren und tanzt um seinen Herrn herum, genau wie Rowdy so oft. Spielen! Hurraaa!
Rowdy schaut interessiert aus seinem "Wellenbad" herüber. Ob man da auch mal mitspielen darf?
Ich vermute, er war kurz davor, dass ihm Schwimmhäute wachsen (die die Retriever allerdings im Ansatz bauartlich bedingt schon besitzen) und deshalb beschließt er, das kühle Nass nun zu verlassen und die Beine mal wieder zum Laufen zu benutzen anstelle des Paddelns.
Wie der geölte, wenn auch völlig durchnässte Blitz kommt er aus dem Wasser gerauscht, schnappt Benni das Stöckchen vor der Nase weg und bringt es mir, auf dass ich es ihm aus dem Fang nehme. Pures Glück strahlt mich aus kognacfarbenen Hundeaugen an. Bevor ich mich auf das Spiel einlasse, hake ich die Leine in sein triefendes Nylonhalsband und greife nach seiner "Beute". Das Spiel besteht darin, dass er blitzschnell den Kopf wegdreht und man meist ins Leere greift.
"Behalts ma und schuuur, woah?" ruft der Landsmann mir zu. Ich winke ihm fröhlich zu. Es ist ein toller Tag am Strand und ich habe meinen Rowdy wieder.
Blöd nur, dass er sich jetzt am Strand an der Leine auf seinen Wollepopo setzt und sich weigert, das Meer wieder zu verlassen. Seinen place to be, wie es scheint.
Für den neutralen Betrachter scheine ich nun so zu wirken wie ein Dognapper, der einen tollen schwarzen Labradormix mit Ringelrute klauen will.
Na supi.
Der Hund ist stur wie ein Esel, woher hat er das bloß? ;-)
Nach einer geraumen Zeit erhebt der Herr sich gnädig und folgt mir zurück zum Häuschen, wo Oma und Tante schon vorwurfsvoll- fingertrippelnd auf mich, auf uns warten. Es ist doch Kaffeezeit, Kind! Wo bleibt ihr denn! Und wie der HUND aussieht, patschenass und voller Sand. SO kommt der aber nicht ins Wohnzimmer!
Dass Rowdy sich auf dem Heimweg mehrmals salzwässerig übergeben hat, sage ich ihnen gar nicht. Sonst kocht Oma noch Kamillentee für Rowdy. Ich hab ihm ja gleich gesagt, er soll das nicht trinken, aber er wollte ja nicht hören. Selbst schuld!
Bis zum nächsten Mal und dann wird die belgische Küste zu Pferd erobert. Es ist natürlich kein stinknormaler Ausritt geworden! ;-)
Liebe Grüße,
euer (nun fernwehgeplagtes) Copinchen!
Wie man dann so über Hölzken und Stöcksken über den Sinn des Lebens nachzugrübeln beginnt, fällt mein Blick plötzlich auf den schwarzen Hundekopf, der nach wie vor seit gefühlten drei Stunden im Spiel der Wellen auf und ab schwimmt. Ein bißchen viel Nordsee für den Anfang, wir bleiben doch noch 10 Tage hier!
Ist Rowdy etwa in seinem früheren Leben ein Fisch gewesen oder wenigstens ein Wasservogel? Freiwillig kommt der da ja gar nicht mehr raus!
Ich beginne, seinen Namen zu rufen, ein paar herumtollende Hunde schenken mir nun Aufmerksamkeit, aber mein eigenes Viech ignoriert mich völlig. Hmmm.
Ich nähere mich den kleinen Wellen, die wegen der Ebbe sehr "zurückhaltend" sind, und rufe ihn weiter. Sehe sein begeistertes Gesicht in fünf Meter Entfernung, er hechelt, er strampelt, aber er ist irgendwie seelig. Dieses Hundegesicht, das irgendwie aussieht wie dieser Drache aus der Unendlichen Geschichte, Fuchur, nur in Schwarz. Und momentan so eine Art Dauergrinsen zeigt.
"ROOOOWWWDYYYY!!! KOOOOOMMM!!" rufe ich gegen den Küstenwind. Er schaut mich an und schnaufert weiter durch das Wasser. Maaaan, erstens hat er doch eigentlich gar nicht soviel Schwimmkondition und zweitens ist das hier eine endpeinliche Nummer!
Ein anderer Hund, auch in der typischen Labradoroptik, trabselt durch die kleinen Wellen und hat ein Stöckchen im Fang. Sein Herrchen spaziert entspannt am Wasser entlang, eine Leine in der Hand, er scheint mich und Rowdy schon eine Weile beobachtet zu haben, denn er grinst mich wissend an.
"Der kommt schon rrraus*, wennar genoch hat, da Mäckes!" ruft er mir im schönsten Siegerländer Dialekt zu. Keine Überraschung, denn hier machen sehr viele Siegerländer Sommerferien, die den Wäldern und Bergen und stickigen Straßen mal entkommen wollen.
"Meina wa auch über 2 Stond'n em Wassr, dat macht dem nix. Is ja Labrr*adoa, die sin' so, woah."
"Ja, klar, aber er ignoriert mich total! Das macht er doch sonst nicht!" erwidere ich.
"Ich hap 'ne Idee, woah. Maist'ns funktionierrr*t dat bei den Hond'n." Er greift seinem Hund beherzt ins Maul, nimmt das Stöckchen, was er spazierentrug (genau wie Rowdy so oft!) in die Hand und tut so, als würde er es gleich werfen. Richtung Wasser. Benni, der Vierbeiner, spitzt die Ohren und tanzt um seinen Herrn herum, genau wie Rowdy so oft. Spielen! Hurraaa!
Rowdy schaut interessiert aus seinem "Wellenbad" herüber. Ob man da auch mal mitspielen darf?
Ich vermute, er war kurz davor, dass ihm Schwimmhäute wachsen (die die Retriever allerdings im Ansatz bauartlich bedingt schon besitzen) und deshalb beschließt er, das kühle Nass nun zu verlassen und die Beine mal wieder zum Laufen zu benutzen anstelle des Paddelns.
Wie der geölte, wenn auch völlig durchnässte Blitz kommt er aus dem Wasser gerauscht, schnappt Benni das Stöckchen vor der Nase weg und bringt es mir, auf dass ich es ihm aus dem Fang nehme. Pures Glück strahlt mich aus kognacfarbenen Hundeaugen an. Bevor ich mich auf das Spiel einlasse, hake ich die Leine in sein triefendes Nylonhalsband und greife nach seiner "Beute". Das Spiel besteht darin, dass er blitzschnell den Kopf wegdreht und man meist ins Leere greift.
"Behalts ma und schuuur, woah?" ruft der Landsmann mir zu. Ich winke ihm fröhlich zu. Es ist ein toller Tag am Strand und ich habe meinen Rowdy wieder.
Blöd nur, dass er sich jetzt am Strand an der Leine auf seinen Wollepopo setzt und sich weigert, das Meer wieder zu verlassen. Seinen place to be, wie es scheint.
Für den neutralen Betrachter scheine ich nun so zu wirken wie ein Dognapper, der einen tollen schwarzen Labradormix mit Ringelrute klauen will.
Na supi.
Der Hund ist stur wie ein Esel, woher hat er das bloß? ;-)
Nach einer geraumen Zeit erhebt der Herr sich gnädig und folgt mir zurück zum Häuschen, wo Oma und Tante schon vorwurfsvoll- fingertrippelnd auf mich, auf uns warten. Es ist doch Kaffeezeit, Kind! Wo bleibt ihr denn! Und wie der HUND aussieht, patschenass und voller Sand. SO kommt der aber nicht ins Wohnzimmer!
Dass Rowdy sich auf dem Heimweg mehrmals salzwässerig übergeben hat, sage ich ihnen gar nicht. Sonst kocht Oma noch Kamillentee für Rowdy. Ich hab ihm ja gleich gesagt, er soll das nicht trinken, aber er wollte ja nicht hören. Selbst schuld!
Bis zum nächsten Mal und dann wird die belgische Küste zu Pferd erobert. Es ist natürlich kein stinknormaler Ausritt geworden! ;-)
Liebe Grüße,
euer (nun fernwehgeplagtes) Copinchen!
Samstag, 2. Mai 2015
Der schwarze Hund und das Meer: Sonne, Sand und Salzwasser!
Ein paar Wochen später saßen wir geräumig in Tante Maries Großraumlimousine: Eben die Tante, Oma, meine Wenigkeit und Rowdy, mit dem ich mir die Rückbank teilte. Rowdy beschränkte sich während der gesamten langen Fahrt auf das Nötigste: Schlafen, schnarchen und nur hin und wieder mal den Fahrstil der Tante mit einem langgezogenen "Whuuu" zu bewerten. In Aachen und Brüssel geht es aber auch ab auf den Straßen!
Je mehr wir aus den städtischen Verkehrskuddelmuddel herausfuhren, desto mehr konnte man "das Meer schon riechen", immer wieder ein grandioses Erlebnis! Die Landschaft wurde sehr, sehr flach und nach lockeren 5 Stunden im Auto - übrigens ohne Routenplaner und technischen Schnickschnack, sondern mit der Karte auf der Motorhaube! - gierte der Körper nach Frischluft, Bewegung und Erlebnissen. Trotz der Pausen, die eingelegt wurden und in denen Rowdy sich erleichtern konnte, zu fressen bekam und gelobt wurde, wie unauffällig sich der sonst so temperamentvolle Hund geben konnte, wenn es drauf ankam. Nicht auszudenken, wenn er die Tante auch noch genervt hätte, als sie sich in Brüssel beim Atomium-Kreisverkehr sowas von verfranst hatte, dass wir dachten, wir kämen aus dem Kreisel nie wieder heraus! ;-)
So kamen wir zwar erschöpft von der langen Reise am Zielort an, den ich jetzt hier proudly dank modernstem Schnickschnack präsentieren kann:
einfach 51.250461, 2.963035 bei Google Maps eingeben, die Koningin Astridlaan entlangfahren und dann in das Camp "Veld&Duin" einbiegen.
Oder einfach hier schauen:
Aber weiter im Film: Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was Rowdy für Augen gemacht hat!
Der war wirklich beeindruckt von der Weite, dem vielen Sand und der Umgebung und dabei hatte er das Meer ja noch gar nicht gesehen.
Nach dem Ankommen, Einräumen, einem Tässchen Kaffee und Wasser für den Hund machten wir uns dann auch direkt auf den Weg zum Strand, Rowdy und ich. Die Damen mussten sich ein wenig ausruhen und... naja, die kannten den Strand ja auch schon.
Was nun passierte, hat sich für immer in das kleine Rowdyherz und mein Gedächtnis eingebrannt: Ein glückseeliger schwarzer Strubbel mit Ringelrute und Schlappohren raste in Topspeed zum Wasser (es war gerade Ebbe, also weiter Weg), beachtete die anderen Hunde und Leute überhaupt nicht, sprang mit einem Riesensatz über die nächste kleine Welle und paddelte so begeistert los, dass ich lange Zeit nur einen schwarzen fussligen Hundekopf sah, der von den Wellen der Nordsee auf und ab geschaukelt wurde.
Das Wetter war bestens, sonnig, klar und man konnte die Küste Englands (Dover) in der Ferne erkennen sowie ein paar Schiffe am Horizont. Bis dahin würde Rowdy doch wohl nicht paddeln wollen!!
Nach etwa 10 Minuten fing ich an, mein Hundetier aus den Fluten abzurufen, aber: Ohne messbaren Erfolg!
Der war in seinem Element angekommen. Vollends.
In Belgien gibt es übrigens sogenannte Hundestrände, wo wirklich alle Hunde freilaufen und das ganze sich etwas lockerer verhält als bei den deutschen Pendants. Die Hunde stören einander kaum oder spielen miteinander.
Der belgische Hundehalter übrigens bevorzugte in den mittleren 80ern, also meiner Jugend, den Hundetyp "Pudel, je bunter und je mehr davon, desto besser", es liefen also wahre Gespanne von bläulichen und apricotfarbenen Pudeln mit ihren stolzen Besitzern durch die Gegend. Wie lustig wir damals wohl mit Axel (dt.Schäferhund), Dolly (dt. Schäferhündin) und Pinki (kleine braune Promenadenmischung) ausgesehen haben in deren Augen! :-)
Diese Szenen vor Augen, von früher, von damals, sinnierte ich am Strand und beobachtete meinen Hundekopf.
Wenn ihr wissen wollt, ob er jemals wieder Land unter den Pfoten haben würde, dann freut euch auf den nächsten Teil von "Der schwarze Hund und das Meer". Es wird dramatisch! ;-)
Liebe Grüße vom
Copinchen :-)
Je mehr wir aus den städtischen Verkehrskuddelmuddel herausfuhren, desto mehr konnte man "das Meer schon riechen", immer wieder ein grandioses Erlebnis! Die Landschaft wurde sehr, sehr flach und nach lockeren 5 Stunden im Auto - übrigens ohne Routenplaner und technischen Schnickschnack, sondern mit der Karte auf der Motorhaube! - gierte der Körper nach Frischluft, Bewegung und Erlebnissen. Trotz der Pausen, die eingelegt wurden und in denen Rowdy sich erleichtern konnte, zu fressen bekam und gelobt wurde, wie unauffällig sich der sonst so temperamentvolle Hund geben konnte, wenn es drauf ankam. Nicht auszudenken, wenn er die Tante auch noch genervt hätte, als sie sich in Brüssel beim Atomium-Kreisverkehr sowas von verfranst hatte, dass wir dachten, wir kämen aus dem Kreisel nie wieder heraus! ;-)
So kamen wir zwar erschöpft von der langen Reise am Zielort an, den ich jetzt hier proudly dank modernstem Schnickschnack präsentieren kann:
einfach 51.250461, 2.963035 bei Google Maps eingeben, die Koningin Astridlaan entlangfahren und dann in das Camp "Veld&Duin" einbiegen.
Oder einfach hier schauen:
Aber weiter im Film: Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was Rowdy für Augen gemacht hat!
Der war wirklich beeindruckt von der Weite, dem vielen Sand und der Umgebung und dabei hatte er das Meer ja noch gar nicht gesehen.
Nach dem Ankommen, Einräumen, einem Tässchen Kaffee und Wasser für den Hund machten wir uns dann auch direkt auf den Weg zum Strand, Rowdy und ich. Die Damen mussten sich ein wenig ausruhen und... naja, die kannten den Strand ja auch schon.
Was nun passierte, hat sich für immer in das kleine Rowdyherz und mein Gedächtnis eingebrannt: Ein glückseeliger schwarzer Strubbel mit Ringelrute und Schlappohren raste in Topspeed zum Wasser (es war gerade Ebbe, also weiter Weg), beachtete die anderen Hunde und Leute überhaupt nicht, sprang mit einem Riesensatz über die nächste kleine Welle und paddelte so begeistert los, dass ich lange Zeit nur einen schwarzen fussligen Hundekopf sah, der von den Wellen der Nordsee auf und ab geschaukelt wurde.
Das Wetter war bestens, sonnig, klar und man konnte die Küste Englands (Dover) in der Ferne erkennen sowie ein paar Schiffe am Horizont. Bis dahin würde Rowdy doch wohl nicht paddeln wollen!!
Nach etwa 10 Minuten fing ich an, mein Hundetier aus den Fluten abzurufen, aber: Ohne messbaren Erfolg!
Der war in seinem Element angekommen. Vollends.
In Belgien gibt es übrigens sogenannte Hundestrände, wo wirklich alle Hunde freilaufen und das ganze sich etwas lockerer verhält als bei den deutschen Pendants. Die Hunde stören einander kaum oder spielen miteinander.
Der belgische Hundehalter übrigens bevorzugte in den mittleren 80ern, also meiner Jugend, den Hundetyp "Pudel, je bunter und je mehr davon, desto besser", es liefen also wahre Gespanne von bläulichen und apricotfarbenen Pudeln mit ihren stolzen Besitzern durch die Gegend. Wie lustig wir damals wohl mit Axel (dt.Schäferhund), Dolly (dt. Schäferhündin) und Pinki (kleine braune Promenadenmischung) ausgesehen haben in deren Augen! :-)
Diese Szenen vor Augen, von früher, von damals, sinnierte ich am Strand und beobachtete meinen Hundekopf.
Wenn ihr wissen wollt, ob er jemals wieder Land unter den Pfoten haben würde, dann freut euch auf den nächsten Teil von "Der schwarze Hund und das Meer". Es wird dramatisch! ;-)
Liebe Grüße vom
Copinchen :-)
Samstag, 25. April 2015
Der schwarze Hund und das Meer Vol. I: Vorbereitung und Nachlese
Eines Tages bimmelte mein Telefon, und es meldete sich meine Oma mit den Worten: "Hallo Kind! Wie geht es Rowdy? (Sie liebte Hunde und hatte 18 Jahre lang eine kleine Mischlingshündin namens "Pinki") Und du so? Habt ihr Lust, mit mir und Tante Marie in den Urlaub zu fahren?!"
So war sie, die Oma. Immer direkt heraus und sofort auf den Punkt. Ich kam kaum dazu, zu fragen, wann und wohin und da kam schon die Antwort: "Wir könnten vom 2. Juni an das Häuschen für 2 Wochen haben!"
Das "Häuschen" war eine kleine, aber feine Ferienwohnung an der belgischen Küste, in der wir früher schon fast jeden Sommer Urlaub gemacht haben. Einmal sogar mit 3 Hunden! Das war wirklich witzig, im Anbetracht der Tatsache, dass wir mit unseren beiden Schäferhunden und der kleinen Pinki den ganzen Weg von Siegen bis Oostende mit der Bahn gefahren sind. :-)
Aber zurück zum "Häuschen". Es gehörte meiner Tante Marie und war wirklich toll eingerichtet und auf jeden Fall eine Reise wert. Und gleich für 2 Wochen! Ich kam kaum dazu, zu sagen "Oh ja, Omi, das ist eine wirklich tolle Idee! Ich werde direkt Urlaub einreichen und dann können wir los. Ich freu mich drauf!" da hörte ich Omas Stimme "Ich sag dann Tante Marie Bescheid, ne, Kind? Und dein schwarzes Monster nehmen wir natürlich mit! Tschüss!" - und aufgelegt.
Das schwarze Monster war Omas Bezeichnung für Rowdy, der sie, als ich einmal ins Krankenhaus musste, ordentlich auf Trab gehalten hatte. Er war für die alte Dame natürlich viieel zu temperamentvoll und sie hatte alle Mühe, ihn beim Gassigehen unter Kontrolle zu behalten. Rowdy war seinen Freilauf natürlich gewöhnt und verstand gar nicht, warum Oma ihn nicht von der Leine lassen konnte! Er wäre natürlich direkt nach Hause gerannt, dort, wo er sich so pudelwohl fühlen konnte, wie er es verdiente nach seiner traurigen Vorgeschichte.
Oma hatte dann in ihrer Not ein Stachelhalsband gekauft "MEINE GÜTE, DER HUND ZIEHT JA WIE EIN KARRENGAUL! Hast du ihn denn gar nicht erzogen?! " Vorwurfsvoll hochgezogene Augenbraue über der Brille inklusive. Mein schwacher Einwand, Rowdy hätte bereits eine bestandene Begleithundeprüfung nebst Wesenstest und einen ausgezeichneten Ruf im Hundeverein in seiner Vita brachte den stahlblauen Blick nicht zum Erweichen.
"Naja, wenigstens hat er einen gesünderen Appetit als du, Kind!" schmollte sie noch ein wenig und reichte Rowdy eine Bockwurst. "Vegetarier, Kind, das IST doch nix!" Fehlte nur noch der Zusatz "Was sollen die Nachbarn sagen!" aber seit geraumer Zeit liess ich mir in meine Ernährung von niemandem mehr reinreden. Und wenn sie mir noch so sehr ihren erstklassigen Sauerbraten oder butterzarte Rouladen anpreisen mochte. ;-)
Nun, immerhin gab Rowdy ihr artig ein Pfötchen zum Dank. Das stimmte sie so versöhnlich, dass er gleich noch ein paar Wurstzipfel und eine Scheibe Schinken erntete. Würde ich nach dem Urlaub einen dreimal so dicken Hund haben?
"Ommaaaa, der bekommt genug zu fressen, der braucht nicht auch noch Wurst!"
"Kind, guck mal, wie dürre dein Hund ist! Der ist ja nur Haut und Knochen!"
"Der ist genau richtig so, wie er ist, Omma. Man soll bei leichtem Druck noch die Rippen..."
"GENAU! Dem stehen die Rippen raus! Früher haben unsere Hunde immer was vom Tisch gekriegt, denk mal an die arme Dolly!"
Dolly war eine der Schäferhunde, eine ganz arme Maus, die wir nur aus Mitleid mit aus dem Tierheim genommen haben. Eigentlich wollten wir uns einen kleinen süßen Hund holen und dann kamen wir mit 2 ausgewachsenen Schäferhunden nach Hause, einem hübschen, wohlerzogenen Rüden und einer völlig unterernährten, grausam gequälten und ängstlichen Hündin, Dolly eben. Nach etlichen Monaten mit Omas Fütterung, viel Liebe und Zuneigung wurde aus Dolly tatsächlich wieder eine Hündin mit glänzendem Fell und Freude am Leben. Ihre Ängstlichkeit gegenüber bestimmten Personengruppen konnte sie allerdings niemals ganz ablegen. Oma hingegen liebte sie -natürlich auch wegen der Wurstzipfel und was sonst noch so "vom Tisch fiel" - abgöttisch. Dolly verdanke ich übrigens einiges: Sie frass zuverlässig das auf, was ich nicht mochte, und zwar blitzschnell, unauffällig und ohne Spuren zu hinterlassen. Bis auf ein Abendessen namens "Dicke Bohnen", vor denen ich stundenlang sitzen musste. Ich hasse sie noch heute, ich kriege das einfach nicht herunter. Dolly schleckte in einem unbewachten Augenblick den Teller leer, ich rief "Fertig" und durfte vom Tisch aufstehen! Leider war dieses Mahl selbst für Dollys eisernen Magen zu eklig, denn sie begann zu würgen "Chhechh.....chcheechh....chcheeechuaaah!" und brachte das Essen vollständig wieder zum Vorschein. Oh oh. Dolly tat mir sehr leid, dass ich sie zu meinem Vorteil missbraucht hatte und ihr davon schlecht wurde. :-(
Rowdy, der trotz Kastration immer noch eine gute, sportliche Hundefigur besass, nun aber mit der armen Dolly zu vergleichen, fand ich aber jetzt unfair. Ich holte zum Gegenschlag aus:
"Deine Pinki war jedenfalls nicht allzu mager" , holte tief Luft und erwartete den Gegenschlag. Auf Pinki ließ Oma mal so gar nix kommen. Aber als dünn konnte man die kleine Mischlingshündin beim aller-aller besten Willen nicht bezeichnen.
"Oooh, warte ab!" zischte sie. "Diesen Racker kriegen wir auch noch hin." "Racker" war Omis Name für Rowdy. Mir wurde angst und bange, würde sie Rowdy im Urlaub genauso nach Strich und Faden verwöhnen wie Pinki, dessen Tod sie übrigens niemals verwinden konnte? Immerhin hat Pinki ihre strenge "Diät" achtzehn Jahre lang durchgehalten. Nach ihrem Ende stand lange Zeit noch immer frisches Wasser für sie da, das Spielzeug in ihrem Körbchen und die Leine mit dem Lieblingshalsband lag parat.
Rowdy hatte sie jedenfalls ganz doll gerne, denn bei ihr gab es immer Sachen, die in meinem Kühlschrank nicht vorkamen.
So, und nun noch einmal Urlaub wie in alten Zeiten. Oma hatte gerade ihren 80. Geburtstag gefeiert und wollte nach ihren Worten "noch einmal" nach Bredene bei Oostend ins "Häuschen".
Und ich hatte nach stressigen Zeiten auch mal wieder Lust auf eine Urlaubsreise, auch wenn es eine mitsamt Tante Marie sein sollte.
Tante Marie ist eine sehr konservative, streitbare Person mit einer schicken Villa, einem großen Haus, einem Geschäft für gehobene Damenoberbekleidung (ich werde nie den gescheiterten Versuch vergessen, mich in eines ihrer Abendroben zu zwingen! "KIND, du bist einfach KEINE DAME!" war Omas vernichtender Kommentar dazu) und einem schnellen Auto. Außerdem hatte sie natürlich einen Mann und 2 Kinder, die im Gegensatz zu mir als "Wohlerzogen" galten! Tantchens strengem Regiment sei Dank. Cousine und Cousin hatten natürlich NIEMALS Probleme mit der Schule, waren immer tipptopp angezogen, hatten Abitur und Studium bereits geschafft und waren echte Vorzeige-Exemplare. Auf uns, also mich und meinen Geschwistern, blickten sie immer ein wenig herab bei Familienfeiern oder auch gemeinsamen Urlauben in Bredene (wir hatten dann ein anderes "Häuschen" gemietet und zwar genau daneben). Niemals hätten sie mit uns gespielt, dies taten sie nur, wenn ihnen von ihrer Mama so geheißen wurde. Susanne, die Cousine also, ging zwar auch zum Reiten, besass allerdings ein eigenes Pferd auf einer schicken Anlage, denn "sie hatte es halt zu etwas gebracht". Ok, auf das Pferd war ich neidisch gewesen, als Teenie. Auf alles andere aber eher nicht.
Mit Tantchens schnellen Auto sollten wir drei nebst Rowdy also über Köln, Aachen, Brüssel und Brügge zum Häuschen fahren und
...was sich dabei so zugetragen hat, das erzähle ich euch in der nächsten Folge! :-)
Oh, ich hab doch glatt einen Link zu einem solchen "Häuschen" gefunden:
http://www.traum-ferienwohnungen.de/96011.htm
Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Urlaubsplanung wünscht euch
euer Copinchen!
"
So war sie, die Oma. Immer direkt heraus und sofort auf den Punkt. Ich kam kaum dazu, zu fragen, wann und wohin und da kam schon die Antwort: "Wir könnten vom 2. Juni an das Häuschen für 2 Wochen haben!"
Das "Häuschen" war eine kleine, aber feine Ferienwohnung an der belgischen Küste, in der wir früher schon fast jeden Sommer Urlaub gemacht haben. Einmal sogar mit 3 Hunden! Das war wirklich witzig, im Anbetracht der Tatsache, dass wir mit unseren beiden Schäferhunden und der kleinen Pinki den ganzen Weg von Siegen bis Oostende mit der Bahn gefahren sind. :-)
Aber zurück zum "Häuschen". Es gehörte meiner Tante Marie und war wirklich toll eingerichtet und auf jeden Fall eine Reise wert. Und gleich für 2 Wochen! Ich kam kaum dazu, zu sagen "Oh ja, Omi, das ist eine wirklich tolle Idee! Ich werde direkt Urlaub einreichen und dann können wir los. Ich freu mich drauf!" da hörte ich Omas Stimme "Ich sag dann Tante Marie Bescheid, ne, Kind? Und dein schwarzes Monster nehmen wir natürlich mit! Tschüss!" - und aufgelegt.
Das schwarze Monster war Omas Bezeichnung für Rowdy, der sie, als ich einmal ins Krankenhaus musste, ordentlich auf Trab gehalten hatte. Er war für die alte Dame natürlich viieel zu temperamentvoll und sie hatte alle Mühe, ihn beim Gassigehen unter Kontrolle zu behalten. Rowdy war seinen Freilauf natürlich gewöhnt und verstand gar nicht, warum Oma ihn nicht von der Leine lassen konnte! Er wäre natürlich direkt nach Hause gerannt, dort, wo er sich so pudelwohl fühlen konnte, wie er es verdiente nach seiner traurigen Vorgeschichte.
Oma hatte dann in ihrer Not ein Stachelhalsband gekauft "MEINE GÜTE, DER HUND ZIEHT JA WIE EIN KARRENGAUL! Hast du ihn denn gar nicht erzogen?! " Vorwurfsvoll hochgezogene Augenbraue über der Brille inklusive. Mein schwacher Einwand, Rowdy hätte bereits eine bestandene Begleithundeprüfung nebst Wesenstest und einen ausgezeichneten Ruf im Hundeverein in seiner Vita brachte den stahlblauen Blick nicht zum Erweichen.
"Naja, wenigstens hat er einen gesünderen Appetit als du, Kind!" schmollte sie noch ein wenig und reichte Rowdy eine Bockwurst. "Vegetarier, Kind, das IST doch nix!" Fehlte nur noch der Zusatz "Was sollen die Nachbarn sagen!" aber seit geraumer Zeit liess ich mir in meine Ernährung von niemandem mehr reinreden. Und wenn sie mir noch so sehr ihren erstklassigen Sauerbraten oder butterzarte Rouladen anpreisen mochte. ;-)
Nun, immerhin gab Rowdy ihr artig ein Pfötchen zum Dank. Das stimmte sie so versöhnlich, dass er gleich noch ein paar Wurstzipfel und eine Scheibe Schinken erntete. Würde ich nach dem Urlaub einen dreimal so dicken Hund haben?
"Ommaaaa, der bekommt genug zu fressen, der braucht nicht auch noch Wurst!"
"Kind, guck mal, wie dürre dein Hund ist! Der ist ja nur Haut und Knochen!"
"Der ist genau richtig so, wie er ist, Omma. Man soll bei leichtem Druck noch die Rippen..."
"GENAU! Dem stehen die Rippen raus! Früher haben unsere Hunde immer was vom Tisch gekriegt, denk mal an die arme Dolly!"
Dolly war eine der Schäferhunde, eine ganz arme Maus, die wir nur aus Mitleid mit aus dem Tierheim genommen haben. Eigentlich wollten wir uns einen kleinen süßen Hund holen und dann kamen wir mit 2 ausgewachsenen Schäferhunden nach Hause, einem hübschen, wohlerzogenen Rüden und einer völlig unterernährten, grausam gequälten und ängstlichen Hündin, Dolly eben. Nach etlichen Monaten mit Omas Fütterung, viel Liebe und Zuneigung wurde aus Dolly tatsächlich wieder eine Hündin mit glänzendem Fell und Freude am Leben. Ihre Ängstlichkeit gegenüber bestimmten Personengruppen konnte sie allerdings niemals ganz ablegen. Oma hingegen liebte sie -natürlich auch wegen der Wurstzipfel und was sonst noch so "vom Tisch fiel" - abgöttisch. Dolly verdanke ich übrigens einiges: Sie frass zuverlässig das auf, was ich nicht mochte, und zwar blitzschnell, unauffällig und ohne Spuren zu hinterlassen. Bis auf ein Abendessen namens "Dicke Bohnen", vor denen ich stundenlang sitzen musste. Ich hasse sie noch heute, ich kriege das einfach nicht herunter. Dolly schleckte in einem unbewachten Augenblick den Teller leer, ich rief "Fertig" und durfte vom Tisch aufstehen! Leider war dieses Mahl selbst für Dollys eisernen Magen zu eklig, denn sie begann zu würgen "Chhechh.....chcheechh....chcheeechuaaah!" und brachte das Essen vollständig wieder zum Vorschein. Oh oh. Dolly tat mir sehr leid, dass ich sie zu meinem Vorteil missbraucht hatte und ihr davon schlecht wurde. :-(
Rowdy, der trotz Kastration immer noch eine gute, sportliche Hundefigur besass, nun aber mit der armen Dolly zu vergleichen, fand ich aber jetzt unfair. Ich holte zum Gegenschlag aus:
"Deine Pinki war jedenfalls nicht allzu mager" , holte tief Luft und erwartete den Gegenschlag. Auf Pinki ließ Oma mal so gar nix kommen. Aber als dünn konnte man die kleine Mischlingshündin beim aller-aller besten Willen nicht bezeichnen.
"Oooh, warte ab!" zischte sie. "Diesen Racker kriegen wir auch noch hin." "Racker" war Omis Name für Rowdy. Mir wurde angst und bange, würde sie Rowdy im Urlaub genauso nach Strich und Faden verwöhnen wie Pinki, dessen Tod sie übrigens niemals verwinden konnte? Immerhin hat Pinki ihre strenge "Diät" achtzehn Jahre lang durchgehalten. Nach ihrem Ende stand lange Zeit noch immer frisches Wasser für sie da, das Spielzeug in ihrem Körbchen und die Leine mit dem Lieblingshalsband lag parat.
Rowdy hatte sie jedenfalls ganz doll gerne, denn bei ihr gab es immer Sachen, die in meinem Kühlschrank nicht vorkamen.
So, und nun noch einmal Urlaub wie in alten Zeiten. Oma hatte gerade ihren 80. Geburtstag gefeiert und wollte nach ihren Worten "noch einmal" nach Bredene bei Oostend ins "Häuschen".
Und ich hatte nach stressigen Zeiten auch mal wieder Lust auf eine Urlaubsreise, auch wenn es eine mitsamt Tante Marie sein sollte.
Tante Marie ist eine sehr konservative, streitbare Person mit einer schicken Villa, einem großen Haus, einem Geschäft für gehobene Damenoberbekleidung (ich werde nie den gescheiterten Versuch vergessen, mich in eines ihrer Abendroben zu zwingen! "KIND, du bist einfach KEINE DAME!" war Omas vernichtender Kommentar dazu) und einem schnellen Auto. Außerdem hatte sie natürlich einen Mann und 2 Kinder, die im Gegensatz zu mir als "Wohlerzogen" galten! Tantchens strengem Regiment sei Dank. Cousine und Cousin hatten natürlich NIEMALS Probleme mit der Schule, waren immer tipptopp angezogen, hatten Abitur und Studium bereits geschafft und waren echte Vorzeige-Exemplare. Auf uns, also mich und meinen Geschwistern, blickten sie immer ein wenig herab bei Familienfeiern oder auch gemeinsamen Urlauben in Bredene (wir hatten dann ein anderes "Häuschen" gemietet und zwar genau daneben). Niemals hätten sie mit uns gespielt, dies taten sie nur, wenn ihnen von ihrer Mama so geheißen wurde. Susanne, die Cousine also, ging zwar auch zum Reiten, besass allerdings ein eigenes Pferd auf einer schicken Anlage, denn "sie hatte es halt zu etwas gebracht". Ok, auf das Pferd war ich neidisch gewesen, als Teenie. Auf alles andere aber eher nicht.
Mit Tantchens schnellen Auto sollten wir drei nebst Rowdy also über Köln, Aachen, Brüssel und Brügge zum Häuschen fahren und
...was sich dabei so zugetragen hat, das erzähle ich euch in der nächsten Folge! :-)
Oh, ich hab doch glatt einen Link zu einem solchen "Häuschen" gefunden:
http://www.traum-ferienwohnungen.de/96011.htm
Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Urlaubsplanung wünscht euch
euer Copinchen!
"
Mittwoch, 3. Dezember 2014
Love Story - es wird ro(wdy)mantisch!
Oh ja. *seufz* Zündet für diese Geschichte Kerzen an, vergesst den Valentinstag und seine roten Herzchen, das hier ist noch viiieel ergreifender als Titanic, Bodyguard und Vom Winde verweht zusammen.
Auch Hunde haben eine romantische Ader. In dieser Episode lest ihr, wie Rowdy mit seiner Liebsten ein Weilchen von der Bildfläche verschwand und was dies für Folgen hatte!
Aisha hiess die Holde, die Eine, die Angebetete. Und Aisha war eigentlich das komplette Gegenteil von dem agilen, lauf- und spielfreudigen Rüden. Aisha war eine Berner Sennenhündin: Gemütlich, entschleunigt und immer für einen guten Happen zwischendurch zu haben, was man ihr figürlich auch ansehen konnte. Aisha war diejenige, die vor dem Vereinslokal saß und kleinen Kindern ihr gerade gekauftes Eis aus der Hand nahm und einfach auffraß. Aisha war diejenige, die bei einem Ausritt zwar artig und folgsam war (im krassen Gegensatz zu meinem Rowdy übrigens), sich aber an der Weggabelung zum Rundritt unter einen Baum legte und wartete, bis wir mit den Pferden die Runde mit Galoppstrecke gemacht hatten, sich bei unserer Wiederankunft gemächlich erhob, gähnte, sich streckte und sich dann kommentarlos wieder zum Heimweg anschloss. Die Galoppstrecke empfand sie wohl als zu anstrengend.
Diese Aisha hatte des Rowdys Herz erobert. Er stand auf sie, auch außerhalb ihrer Hitze, ihr mütterliches Wesen, ihr seelenvoller Blick hatte wohl eine gewisse Wirkung auf den Rüden, der sonst eher - nennen wir es mal so - oberflächliche Liebschaften pflegte. Er hüpfte um Aisha herum, brachte ihr seine Stöckchen und Spielzeuge, forderte sie zum Wettrennen auf (wobei er sie sogar einmal GEWINNEN LIESS!!) und lag ihr nach der Action im Reiterstübchen quasi zu Füßen. Wirklich eine große Romanze, unfassbar faszinierend. Die doch etwas übergewichtige Aisha legte ihr natürliches Phlegma ihrem Herzbuben zuliebe vorübergehend sogar ab und spielte wirklich ausgelassen mit ihm, was ihn natürlich entzückte. Es war einfach nur Liebe und nennt mich ruhig hoffnungslos kitschig, sogar auf den ersten Blick.
Diese Hündin gehörte dem Vorsitzenden des Vereins, bei dem ich angestellt war, bzw. seiner Frau, die auch schon mal an die Tür klopfte und fragte, ob Rowdy gerade Zeit hätte und ein wenig Aishas Bewegungsdefizit ausgleichen könnte.
So auch an diesem kalten, verschneiten Dezemberabend! Es war schon längst dunkel, es lag gefühlt ein halber Meter Schnee und es war wirklich bitterkalt. Aisha hatte gerade ihre Hitze hinter sich und Rowdy war, wir erinnern uns, seit einer Weile kastriert, aber noch mit dem berühmten "letzten Schuss in der Flinte" unterwegs, wie der Tierarzt es ausdrückte. Nun, Heidi sagte, es wäre vorbei mit Aishas Läufigkeit, und so überließen wir die beiden Hunde auf dem Außengelände ihrer Spielfreude. Nicht ahnend, dass es noch ein stressiger Freitagabend werden würde!
Rowdy und seine Aisha hüpften wie die Hasen durch den Schnee, rannten ausgelassen, lagen nach einer Weile hechelnd im Schnee, um sich gegenseitig die Klümpchen aus den Pfoten zu schlecken, jagten geworfenen Schneebällen nach und ... waren auf einmal spurlos verschwunden!
Fröstelnd schauten Heidi und ich uns an. Ja, was war denn nun los?
Alles Rufen und Pfeifen war wirkungslos. Die waren wirklich weg!
Nun hat Schnee ja die hervorragende Eigenschaft, Spuren sichtbar zu machen. So stapften wir los. Zwei größere Hunde waren nebeneinanderher Richtung Wald galoppiert. Kein Walt-Disney-Film hätte das besser hinbekommen.
Im Wald allerdings verlor sich die Spur, denn die dichten Fichten (hihi) verhinderten eine Schneedecke. Rowdy und Aisha blieben verschwunden und wir wurden immer unruhiger. Riefen, suchten, liefen immer tiefer in den Wald, Richtung Hundehütte vom Schäferhundverein (schon bekannt aus einer früheren Geschichte).
Und was glaubt ihr, wer kam wedelnd und hechelnd und mit der ganz großen Unschuldsmine hervorgetrabt?
Richtig, unser canides Traumpaar!
Nun hatte Rowdy eine kleine Eigenheit: Wenn er irgendwie, ähm, zum Schuss gekommen war, trug er seine Rute für ein paar Stunden nicht gerollt auf dem Rücken, sondern sie hing dann eher runter. Ja, hihi, ich habe mal den Tierarzt befragt, weil ich dachte, Rowdy hätte sich die Rute gebrochen, da war so ein Knick drin und er grinste nur breit und sagte mit schelmischem Blinzeln, mein Hund hätte wohl irgendwo eine Gelegenheit nicht ausgelassen. Ich war wirklich schockiert, das könnt ihr mir glauben.
Also, Rowdys Ringelrute hing also charakteristisch mit Knick herunter und ich wusste, was das bedeutete. Sein letzter Schuss ist in der Hündin meines obersten Chefs gelandet. Oh mein Gott.
Heidi fragte natürlich, warum ich so erschrocken schaute. Die Hunde waren ja heil und unversehrt wieder da und schienen auch nichts kaputt gemacht zu haben!
"Ja, kaputt ist wohl nichts, aber .... geh mit Aisha mal lieber zum Tierarzt!" antwortete ich nach Luft schnappend. "Wieso, meinst du, die haben...." fragte sie mit großen Augen. "Sie haben." nickte ich.
Rowdy schaute seinen treuesten Blick, Aisha ihren hungrigsten und so leinten wir die beiden Ausreißer an und gingen zurück zur Reithalle. Rowdy schleckte seiner Liebsten zum Abschied einmal quer über die braunweisse Schnauze, es war wirklich herzzerreißend!
Zwei Tage später ging mein Telefon: Aishas Herrchen am Apparat. Etwas ungehalten teilte er mir mit, dass Rowdys letzter Schuss ein Volltreffer war, Aisha hätte aber eine "Spritze danach" bekommen und wäre drüber hinweg. Zwischen Entsetzen und einem breiten Grinsen schwankend rief ich meinen Hund, strich ihm über seine breite Stirn und sagte zu ihm "Meine Güte, wären das hübsche Welpen geworden. Rowdy, aber Alimente können wir uns doch gar nicht leisten!!"
Wieder einmal schien es mir, als ob sein Gesicht, dass aussah wie das des Fuchur aus der Unendlichen Geschichte in Schwarz, lächelte. Ich bin mir ganz sicher, dass er gerade an seine liebste Aisha dachte.
Mit romantischen Grüßen
Eure Copine ;-)
Auch Hunde haben eine romantische Ader. In dieser Episode lest ihr, wie Rowdy mit seiner Liebsten ein Weilchen von der Bildfläche verschwand und was dies für Folgen hatte!
Aisha hiess die Holde, die Eine, die Angebetete. Und Aisha war eigentlich das komplette Gegenteil von dem agilen, lauf- und spielfreudigen Rüden. Aisha war eine Berner Sennenhündin: Gemütlich, entschleunigt und immer für einen guten Happen zwischendurch zu haben, was man ihr figürlich auch ansehen konnte. Aisha war diejenige, die vor dem Vereinslokal saß und kleinen Kindern ihr gerade gekauftes Eis aus der Hand nahm und einfach auffraß. Aisha war diejenige, die bei einem Ausritt zwar artig und folgsam war (im krassen Gegensatz zu meinem Rowdy übrigens), sich aber an der Weggabelung zum Rundritt unter einen Baum legte und wartete, bis wir mit den Pferden die Runde mit Galoppstrecke gemacht hatten, sich bei unserer Wiederankunft gemächlich erhob, gähnte, sich streckte und sich dann kommentarlos wieder zum Heimweg anschloss. Die Galoppstrecke empfand sie wohl als zu anstrengend.
Diese Aisha hatte des Rowdys Herz erobert. Er stand auf sie, auch außerhalb ihrer Hitze, ihr mütterliches Wesen, ihr seelenvoller Blick hatte wohl eine gewisse Wirkung auf den Rüden, der sonst eher - nennen wir es mal so - oberflächliche Liebschaften pflegte. Er hüpfte um Aisha herum, brachte ihr seine Stöckchen und Spielzeuge, forderte sie zum Wettrennen auf (wobei er sie sogar einmal GEWINNEN LIESS!!) und lag ihr nach der Action im Reiterstübchen quasi zu Füßen. Wirklich eine große Romanze, unfassbar faszinierend. Die doch etwas übergewichtige Aisha legte ihr natürliches Phlegma ihrem Herzbuben zuliebe vorübergehend sogar ab und spielte wirklich ausgelassen mit ihm, was ihn natürlich entzückte. Es war einfach nur Liebe und nennt mich ruhig hoffnungslos kitschig, sogar auf den ersten Blick.
Diese Hündin gehörte dem Vorsitzenden des Vereins, bei dem ich angestellt war, bzw. seiner Frau, die auch schon mal an die Tür klopfte und fragte, ob Rowdy gerade Zeit hätte und ein wenig Aishas Bewegungsdefizit ausgleichen könnte.
So auch an diesem kalten, verschneiten Dezemberabend! Es war schon längst dunkel, es lag gefühlt ein halber Meter Schnee und es war wirklich bitterkalt. Aisha hatte gerade ihre Hitze hinter sich und Rowdy war, wir erinnern uns, seit einer Weile kastriert, aber noch mit dem berühmten "letzten Schuss in der Flinte" unterwegs, wie der Tierarzt es ausdrückte. Nun, Heidi sagte, es wäre vorbei mit Aishas Läufigkeit, und so überließen wir die beiden Hunde auf dem Außengelände ihrer Spielfreude. Nicht ahnend, dass es noch ein stressiger Freitagabend werden würde!
Rowdy und seine Aisha hüpften wie die Hasen durch den Schnee, rannten ausgelassen, lagen nach einer Weile hechelnd im Schnee, um sich gegenseitig die Klümpchen aus den Pfoten zu schlecken, jagten geworfenen Schneebällen nach und ... waren auf einmal spurlos verschwunden!
Fröstelnd schauten Heidi und ich uns an. Ja, was war denn nun los?
Alles Rufen und Pfeifen war wirkungslos. Die waren wirklich weg!
Nun hat Schnee ja die hervorragende Eigenschaft, Spuren sichtbar zu machen. So stapften wir los. Zwei größere Hunde waren nebeneinanderher Richtung Wald galoppiert. Kein Walt-Disney-Film hätte das besser hinbekommen.
Im Wald allerdings verlor sich die Spur, denn die dichten Fichten (hihi) verhinderten eine Schneedecke. Rowdy und Aisha blieben verschwunden und wir wurden immer unruhiger. Riefen, suchten, liefen immer tiefer in den Wald, Richtung Hundehütte vom Schäferhundverein (schon bekannt aus einer früheren Geschichte).
Und was glaubt ihr, wer kam wedelnd und hechelnd und mit der ganz großen Unschuldsmine hervorgetrabt?
Richtig, unser canides Traumpaar!
Nun hatte Rowdy eine kleine Eigenheit: Wenn er irgendwie, ähm, zum Schuss gekommen war, trug er seine Rute für ein paar Stunden nicht gerollt auf dem Rücken, sondern sie hing dann eher runter. Ja, hihi, ich habe mal den Tierarzt befragt, weil ich dachte, Rowdy hätte sich die Rute gebrochen, da war so ein Knick drin und er grinste nur breit und sagte mit schelmischem Blinzeln, mein Hund hätte wohl irgendwo eine Gelegenheit nicht ausgelassen. Ich war wirklich schockiert, das könnt ihr mir glauben.
Also, Rowdys Ringelrute hing also charakteristisch mit Knick herunter und ich wusste, was das bedeutete. Sein letzter Schuss ist in der Hündin meines obersten Chefs gelandet. Oh mein Gott.
Heidi fragte natürlich, warum ich so erschrocken schaute. Die Hunde waren ja heil und unversehrt wieder da und schienen auch nichts kaputt gemacht zu haben!
"Ja, kaputt ist wohl nichts, aber .... geh mit Aisha mal lieber zum Tierarzt!" antwortete ich nach Luft schnappend. "Wieso, meinst du, die haben...." fragte sie mit großen Augen. "Sie haben." nickte ich.
Rowdy schaute seinen treuesten Blick, Aisha ihren hungrigsten und so leinten wir die beiden Ausreißer an und gingen zurück zur Reithalle. Rowdy schleckte seiner Liebsten zum Abschied einmal quer über die braunweisse Schnauze, es war wirklich herzzerreißend!
Zwei Tage später ging mein Telefon: Aishas Herrchen am Apparat. Etwas ungehalten teilte er mir mit, dass Rowdys letzter Schuss ein Volltreffer war, Aisha hätte aber eine "Spritze danach" bekommen und wäre drüber hinweg. Zwischen Entsetzen und einem breiten Grinsen schwankend rief ich meinen Hund, strich ihm über seine breite Stirn und sagte zu ihm "Meine Güte, wären das hübsche Welpen geworden. Rowdy, aber Alimente können wir uns doch gar nicht leisten!!"
Wieder einmal schien es mir, als ob sein Gesicht, dass aussah wie das des Fuchur aus der Unendlichen Geschichte in Schwarz, lächelte. Ich bin mir ganz sicher, dass er gerade an seine liebste Aisha dachte.
Mit romantischen Grüßen
Eure Copine ;-)
Sonntag, 2. November 2014
Schluss mit Lustig!!
In der heutigen Geschichte geht es um das beste Stück des Rüden bzw. jene beiden Teile daran, die für eine Menge Ärger verantwortlich sein können.
Wie der geneigte Leser der Rowdygeschichten schon herausgefunden hat, handelte es sich bei meinem Schwarzen wohl um ein sogenanntes Alphamännchen. Auch die Kämpfe mit Rambo, der ein ebensolches Verhalten zeigte, läßt darauf schließen. Und - ich sags euch - irgendwann ist das Maß mal voll. Bei Rowdy war es bereits übervoll.
Man kann es nicht anders beschreiben, Rowdy war regelrecht liebeskrank, wenn die Hündinnen in der Umgebung läufig wurden. Schwupps - weg war er, ich sah nur noch einen Kondensstreifen von ihm und dann hieß es: Los und suchen oder die Postbotin erzählte mir, wo sie ihn an einer Haustür herumschnuffeln gesehen hat.
Wußte ich bereits von einer läufigen Hündin, die das Herz oder besser den Geruchssinn meines Hundes erobert hatte, liess ich ihn natürlich nicht mehr frei herumlaufen. Leider musste er dann morgens im Haus bleiben, was ihn zu einem wahren Konzert von Jaul- und Winseltönen animierte. Man könnte meinen, Modern Talking hätte mein Wohnzimmer zu ihrem Proberaum erklärt. Was dieser Hund für Töne hervorbrachte!
Und kaum öffnete ich die Türe nur einen Spalt, war der Derwisch schon fast an mir vorbeigehuscht und -Hurra!! - schon unterwegs zur Angebeteten oder besser Angeheulten. So erreichte mich eines Morgens ein Anruf einer aufgebrachten Hundebesitzerin, die mir beinahe schnappatmend mitteilte, dass ein großer schwarzer Rüde gerade ihren Garten umdekorierte.
Anruferin: "Haben sie einen schwarzen Hund? So einen großen mit Ringelrute und einem bunten Halsband?"
Ich (OMG!): "Jaaaaa?"
Anruferin (erbost): "Können Sie den bitte SOFORT abholen?"
Ich (Ouha!): "Äh, ja, hat er was angestellt?"
Anruferin: "DAS KANN MAN WOHL SAGEN!!!"
Ich (kleinlaut): "Ich komme sofort, wohin denn?"
Anruferin (mittlerweile sehr laut): "Er hat meine Blumenzwiebeln ausgebuddelt, meine Wäsche abgehängt, die Haustüre zerkratzt und nun will er zu meiner kleinen Sissi ins Schlafzimmer! Luisenstraße 34!"
Ich (Telefon einen halben Meter vom Ohr weghaltend): "Bin unterwegs."
Schwang mich mit Leine und einer kleinen Springgerte, die ich kurz vor dem Anruf aufgelesen hatte, auf mein Rad und fuhr, nein raste, zur angegebenen Adresse. Und fand meinen Hund angebunden mit einem Stück Wäscheleine am Gartenzaun vor. Ich war stinkwütend, um mich herum ein Durcheinander, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Rowdy hechelte und fiepte, sein Objekt der Begierde kläffte.
Schimpfend wie ein Rohrspatz knotete ich mein verkommenes Hundetier vom Zaun los. Die Anruferin näherte sich mit energischen Schritten.
"Sie wollen ihn doch wohl nicht schlagen? Der ist doch so süüüß!" Sie hatte die Gerte in meiner Hand erblickt, die ich aus Versehen in der Hand behalten hatte. Natürlich war ich sauer auf Rowdy, aber schlagen wollte ich ihn damit natürlich nicht !!!
Aber wie sich die Stimmung der Dame geändert hatte, war schon bemerkenswert. Plötzlich war sie Rowdy-Fan, er hatte sie wohl in der Zwischenzeit um die Pfote gewickelt.
"Äh, die Schäden werde ich meiner Versicherung mitteilen."
"Aach, das ist doch alles halb so schlimm! Die Wäsche ist wieder in der Maschine, die Blumen setze ich gleich wieder und mein Mann streicht gleich die Haustüre neu. Alles nicht so wild. Nur schlagen Sie ihn bitte nicht!"
"Oh, äh.." - irgendwie hatte dieser verdammte Hund es nun geschafft, dass ICH nun als die Böse dastand. "Nein, ich habe die Gerte nur eben gefunden", was besseres fiel mir nicht ein. Skeptisch beäugte sie mich und meine Gerte.
Sissi, die umworbene Hündin, machte laut: "WIFF!"
Rowdy, der Schwerenöter, machte jämmerlich: "WUUH!"
Ich, die Böse, machte: "Komm jetzt, Hund!"
Die Dame machte: "Auf Wiedersehen" und winkte Rowdy hinterher, seufzend.
Zuhause war es für die große Standpauke ja schon zu spät, deshalb beschränkte ich mich auf ein "DU BLÖDER HUND!" und warf wütend die Gerte in die Ecke, wo ich sie gefunden hatte.
Nachdem Rowdy sich von dieser Geschichte erholt hatte und ich auch, gab es aus der anderen Richtung wieder "heiße-Hündinnen-Alarm". Diesmal handelte es sich um eine Rottweilerdame, die allerdings mit einem anderen Rotti auf einem Gelände herumlief, um dieses zu bewachen.
Wieder einmal machte Rowdy sich blitzschnell vom Acker, in die andere Richtung. Die Rottweiler bewachten ein Freibadgelände und dahin rannte er nun. Ich konnte leider nicht sofort hinterher, denn die Pferde mussten erst gefüttert werden.
Schon kurz bevor ich damit fertig war, kam mein Hund zurück. Normalerweise dauerten solche Ausflüge von ihm bis zu drei Stunden, diesmal nur eine halbe. Dafür bot er ein Bild des Jammers!
Er blutete wie verrückt aus einer Wunde am Ohr. Und als ich das Fell zur Seite schob, sah ich auch warum: Es fehlte ihm glatt ein Stück vom Schlappohr! So wie wenn jemand in ein Butterbrot gebissen hätte. Und es hörte und hörte nicht auf zu bluten.
Entsetzt rief ich den Tierarzt an. Der meinte, ich solle den Hund sofort in seine Praxis bringen, sonst könnte er sogar verbluten, denn die Ohren seien sehr dicht mit Blutgefäßen besiedelt.
Ich tat, wie mir geheißen. Ich war krank vor Sorge um Rowdy, das sah aber auch zu schlimm aus. Ein ganzes Stück Ohr war einfach weg!
Der Tierarzt legte ihn sofort in eine Vollnarkose, rasierte den Rest vom Schlappohr sauber und begann, die Wundränder zu säubern und .. ja, es sah aus wie ein Lötkolben, mit dem er die Blutung stillen wollte.
Bei jeder Berührung damit jaulte mein armer Rowdy laut auf, obwohl er ja in Narkose lag. Der Tierarzt arbeitete schnell und stellte dann noch die Schicksalsfrage: "Wollen wir ihn noch kastrieren, wo er gerade in Narkose liegt?!"
Ich sagte spontan "JA", denn so konnte es ja nicht weitergehen. Rowdy sollte ja nicht Papa werden und ohne die Dinger ginge es ihm sicher besser. So hielt ich noch die Instrumente und half unter Tränen bei dem Werk, hoffte, dass Rowdy mir das nicht allzu übel nehmen würde.
Fiepend wachte er auf, benebelt, unorientiert und nicht mehr komplett. Aber es half ja nichts. Er würde noch umkommen durch seine Triebhaftigkeit. Nun sollte damit endgültig Schluss sein.
Ich pflegte ihn und verwöhnte ihn nach Strich und Faden (schlechtes Gewissen?!) und hatte noch im Hinterkopf, dass er laut Tierarzt "noch einen letzten Schuss" zur Verfügung hätte.
Und wer diesen letzten Schuss abbekam, das erzähle ich euch in der nächsten dramatischen Folge von "Auf den Hund gekommen". :-)
Liebe Hundegrüße von
Copine!
Wie der geneigte Leser der Rowdygeschichten schon herausgefunden hat, handelte es sich bei meinem Schwarzen wohl um ein sogenanntes Alphamännchen. Auch die Kämpfe mit Rambo, der ein ebensolches Verhalten zeigte, läßt darauf schließen. Und - ich sags euch - irgendwann ist das Maß mal voll. Bei Rowdy war es bereits übervoll.
Man kann es nicht anders beschreiben, Rowdy war regelrecht liebeskrank, wenn die Hündinnen in der Umgebung läufig wurden. Schwupps - weg war er, ich sah nur noch einen Kondensstreifen von ihm und dann hieß es: Los und suchen oder die Postbotin erzählte mir, wo sie ihn an einer Haustür herumschnuffeln gesehen hat.
Wußte ich bereits von einer läufigen Hündin, die das Herz oder besser den Geruchssinn meines Hundes erobert hatte, liess ich ihn natürlich nicht mehr frei herumlaufen. Leider musste er dann morgens im Haus bleiben, was ihn zu einem wahren Konzert von Jaul- und Winseltönen animierte. Man könnte meinen, Modern Talking hätte mein Wohnzimmer zu ihrem Proberaum erklärt. Was dieser Hund für Töne hervorbrachte!
Und kaum öffnete ich die Türe nur einen Spalt, war der Derwisch schon fast an mir vorbeigehuscht und -Hurra!! - schon unterwegs zur Angebeteten oder besser Angeheulten. So erreichte mich eines Morgens ein Anruf einer aufgebrachten Hundebesitzerin, die mir beinahe schnappatmend mitteilte, dass ein großer schwarzer Rüde gerade ihren Garten umdekorierte.
Anruferin: "Haben sie einen schwarzen Hund? So einen großen mit Ringelrute und einem bunten Halsband?"
Ich (OMG!): "Jaaaaa?"
Anruferin (erbost): "Können Sie den bitte SOFORT abholen?"
Ich (Ouha!): "Äh, ja, hat er was angestellt?"
Anruferin: "DAS KANN MAN WOHL SAGEN!!!"
Ich (kleinlaut): "Ich komme sofort, wohin denn?"
Anruferin (mittlerweile sehr laut): "Er hat meine Blumenzwiebeln ausgebuddelt, meine Wäsche abgehängt, die Haustüre zerkratzt und nun will er zu meiner kleinen Sissi ins Schlafzimmer! Luisenstraße 34!"
Ich (Telefon einen halben Meter vom Ohr weghaltend): "Bin unterwegs."
Schwang mich mit Leine und einer kleinen Springgerte, die ich kurz vor dem Anruf aufgelesen hatte, auf mein Rad und fuhr, nein raste, zur angegebenen Adresse. Und fand meinen Hund angebunden mit einem Stück Wäscheleine am Gartenzaun vor. Ich war stinkwütend, um mich herum ein Durcheinander, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Rowdy hechelte und fiepte, sein Objekt der Begierde kläffte.
Schimpfend wie ein Rohrspatz knotete ich mein verkommenes Hundetier vom Zaun los. Die Anruferin näherte sich mit energischen Schritten.
"Sie wollen ihn doch wohl nicht schlagen? Der ist doch so süüüß!" Sie hatte die Gerte in meiner Hand erblickt, die ich aus Versehen in der Hand behalten hatte. Natürlich war ich sauer auf Rowdy, aber schlagen wollte ich ihn damit natürlich nicht !!!
Aber wie sich die Stimmung der Dame geändert hatte, war schon bemerkenswert. Plötzlich war sie Rowdy-Fan, er hatte sie wohl in der Zwischenzeit um die Pfote gewickelt.
"Äh, die Schäden werde ich meiner Versicherung mitteilen."
"Aach, das ist doch alles halb so schlimm! Die Wäsche ist wieder in der Maschine, die Blumen setze ich gleich wieder und mein Mann streicht gleich die Haustüre neu. Alles nicht so wild. Nur schlagen Sie ihn bitte nicht!"
"Oh, äh.." - irgendwie hatte dieser verdammte Hund es nun geschafft, dass ICH nun als die Böse dastand. "Nein, ich habe die Gerte nur eben gefunden", was besseres fiel mir nicht ein. Skeptisch beäugte sie mich und meine Gerte.
Sissi, die umworbene Hündin, machte laut: "WIFF!"
Rowdy, der Schwerenöter, machte jämmerlich: "WUUH!"
Ich, die Böse, machte: "Komm jetzt, Hund!"
Die Dame machte: "Auf Wiedersehen" und winkte Rowdy hinterher, seufzend.
Zuhause war es für die große Standpauke ja schon zu spät, deshalb beschränkte ich mich auf ein "DU BLÖDER HUND!" und warf wütend die Gerte in die Ecke, wo ich sie gefunden hatte.
Nachdem Rowdy sich von dieser Geschichte erholt hatte und ich auch, gab es aus der anderen Richtung wieder "heiße-Hündinnen-Alarm". Diesmal handelte es sich um eine Rottweilerdame, die allerdings mit einem anderen Rotti auf einem Gelände herumlief, um dieses zu bewachen.
Wieder einmal machte Rowdy sich blitzschnell vom Acker, in die andere Richtung. Die Rottweiler bewachten ein Freibadgelände und dahin rannte er nun. Ich konnte leider nicht sofort hinterher, denn die Pferde mussten erst gefüttert werden.
Schon kurz bevor ich damit fertig war, kam mein Hund zurück. Normalerweise dauerten solche Ausflüge von ihm bis zu drei Stunden, diesmal nur eine halbe. Dafür bot er ein Bild des Jammers!
Er blutete wie verrückt aus einer Wunde am Ohr. Und als ich das Fell zur Seite schob, sah ich auch warum: Es fehlte ihm glatt ein Stück vom Schlappohr! So wie wenn jemand in ein Butterbrot gebissen hätte. Und es hörte und hörte nicht auf zu bluten.
Entsetzt rief ich den Tierarzt an. Der meinte, ich solle den Hund sofort in seine Praxis bringen, sonst könnte er sogar verbluten, denn die Ohren seien sehr dicht mit Blutgefäßen besiedelt.
Ich tat, wie mir geheißen. Ich war krank vor Sorge um Rowdy, das sah aber auch zu schlimm aus. Ein ganzes Stück Ohr war einfach weg!
Der Tierarzt legte ihn sofort in eine Vollnarkose, rasierte den Rest vom Schlappohr sauber und begann, die Wundränder zu säubern und .. ja, es sah aus wie ein Lötkolben, mit dem er die Blutung stillen wollte.
Bei jeder Berührung damit jaulte mein armer Rowdy laut auf, obwohl er ja in Narkose lag. Der Tierarzt arbeitete schnell und stellte dann noch die Schicksalsfrage: "Wollen wir ihn noch kastrieren, wo er gerade in Narkose liegt?!"
Ich sagte spontan "JA", denn so konnte es ja nicht weitergehen. Rowdy sollte ja nicht Papa werden und ohne die Dinger ginge es ihm sicher besser. So hielt ich noch die Instrumente und half unter Tränen bei dem Werk, hoffte, dass Rowdy mir das nicht allzu übel nehmen würde.
Fiepend wachte er auf, benebelt, unorientiert und nicht mehr komplett. Aber es half ja nichts. Er würde noch umkommen durch seine Triebhaftigkeit. Nun sollte damit endgültig Schluss sein.
Ich pflegte ihn und verwöhnte ihn nach Strich und Faden (schlechtes Gewissen?!) und hatte noch im Hinterkopf, dass er laut Tierarzt "noch einen letzten Schuss" zur Verfügung hätte.
Und wer diesen letzten Schuss abbekam, das erzähle ich euch in der nächsten dramatischen Folge von "Auf den Hund gekommen". :-)
Liebe Hundegrüße von
Copine!
Dienstag, 14. Oktober 2014
Rowdy vs. Rambo
Was wohl in so einem Rüden vorgeht, wenn er plötzlich "Konkurrenz" bekommt?
Auf jeden Fall muss es ihm schwer zu schaffen machen.
Es ergab sich, dass ein neuer Reitlehrer zu uns auf die Anlage kam und er brachte nebst Frau und Kind und ein paar Pferden auch einen Hund mit: Rambo!
Rambo war quasi die Schäferhund-Version von meinem Rowdy. Groß, schwarz, freundlich, verspielt wie mein Hund. Und auch er mochte Katzen nicht besonders. Trotzdem passte sein Name eigentlich nicht besonders gut zu ihm.
Eigentlich hätten die beiden best friends werden können.
Wurden sie aber nicht, leider ....denn...
Ich denke, wir haben es versemmelt. Wir, die Menschen hinter den beiden schwarzen, ebenbürtigen Hunden.
Dabei wollten wir das sooooo professionell angehen.
Sie sollten sich früh morgens quasi wie zufällig treffen und in Ruhe ihren Status abchecken. Gut gedacht, oder? So gingen wir morgens schon etwas früher zum Stall und ließen die Hunde herumstromern, aus verschiedenen Richtungen kommend. Fröhlich pfeifend sozusagen.
Und sie trafen aufeinander. Mit voller Wucht sogar.
Kurzes vorn-und-hinten-beschnüffeln und schon ging so richtig die Post ab!!
Knurren, fletschen, beißen, schwarze Fellbüschel fliegen, das volle Programm zogen die beiden ab. Wir standen (noch) ziemlich cool daneben: "lass sie gewähren" "die machen das schon unter sich aus" "ganz normal ist das".
Bis, ja, bis wir die erste Blutspur entdeckten. Da war es mit der Coolness aber ganz schnell vorbei!
Zeitgleich stürzten wir uns mit Indianergeheul auf unsere verzankten Hundetiere, trennten sie voneinander und untersuchten sie intensiv. Die Probanden wollten wieder aufeinander los, aber wir hatten sie nun im eisernen Griff. Rowdy hatte einen kleinen Riss im Ohr davongetragen und Rambo eine Schramme an der Vorderpfote. Nichts lebensbedrohlichens also. Leider wirkte es wohl auf uns wie eine Szene aus einem amerikanischen Actionfilm, in dem Hundekämpfe auf Leben und Tod vor der geifernden Menge der Wettmafia abgehalten werden und sich zwischen das Gekrächze der Hunde noch Anfeuerungsrufe mischen: "Los, Rowdy, zeigs ihm! Mach ihn fertig!" - "Rambo, come on, reiss ihm die Kehle auf, dem Bastard!"
Und die Höllenhunde knurren und ziehen die Lefzen hoch, um ihren mörderischen Zähnen mehr Ausdruck zu verleihen, bis sie schließlich die Eingeweide des jeweils anderen in den Fängen halten....
Soweit das Kopfkino. Nun standen sie beide da, mit 10 Metern Abstand, und knurrten sich immer noch an. Wir beschlossen, den Kampf vorläufig nicht in eine zweite Runde gehen zu lassen und zogen mit dem G'scherr von dannen.
Später sprachen wir über diese mißglückte Zusammenführung und wie wir diese Scharte wieder auswetzen könnten, damit die beiden wenigstens nebeneinander co-existieren könnten, ohne einander zu zerfleischen.
Idee 1: Zuhause lassen (unakzeptabel)
Idee 2. Anbinden (genauso unakzeptabel)
Idee 3: Wiederholung des Treffens, ausgerüstet mit 1.Hilfe-Paket und Maulkörben (Hmmmhmm)
Hmmmhmm ist ja fast wie "So machen wir's" und so rüsteten wir unsere Champions mit Maulkörben aus und ließen sie von der Leine. Sofort machten sie da weiter, wo sie tags zuvor aufgehört hatten und die Geräuschkulisse war sogar noch dramatischer, weil man sich mit zusammengebundenen Schnauzen auf ganz ganz böses Knurren beschränken muss, dies aber mit der maximalen Lautstärke und Intensität.
Wir standen nicht ganz soo cool wie beim ersten Mal daneben. Die Hunde gaben richtig Gas und meine Knie zitterten.
"Es kann doch nichts passieren."
Doch, es konnte. Rambo riss Rowdys Maulkorb einfach im Eifer des Gefechts herunter und nun hatte Rowdy freie Bahn. Rambo quiekte wie am Spieß und wieder sprangen wir wie der Namenspate, nur ohne Stirnband, ins Geschehen und trennten sie wieder. Diesmal blutete Rambos Öhrchen ein bisschen und ich musste dafür etwas herbe Kritik einstecken: "MAN, TYPISCH WEIBER! ZU BLÖD, NEN MAULKORB RICHTIG FESTZUMACHEN!!
Oh, war ich sauer. Ich befahl meinem leise triumphierenden Kampf-Hund, mir zu folgen und zog tödlich beleidigt von dannen. Meine Kommunikation im Betrieb beschränkte ich daraufhin auf das Nötigste.
Abends entschuldigte er sich dann und schlug eine dritte Runde mit besserem Equipment vor. Rambo mit seinem Nylonmaulkorb hatte Rowdys Ledermaulkorb nämlich kaputtgerissen. Deshalb war der ab. So.
Er hatte auch schon einen nagelneuen durchgehenden Nylonmaulkorb für Rowdy besorgt und wedelte damit vor meiner Nase herum. "Ich wüßte jemanden, dem der auch gut stehen würde", entgegnete ich trocken.
Ok, nächstes Duell im Morgengrauen. Rowdy 1 - 0 Rambo
Wieder gingen sie aufeinander los wie zwei Kampfhähne, wieder dieses Knurren und hörbare Zähneblecken und wieder flogen Fellbüschel durch die Luft. Und wieder warteten wir daneben, dass die beiden endlich ihre Rangordnung klären würden.
Oh, oh. Diesmal war es Rambo, dessen Schnauze plötzlich frei war und der ungehemmt wieder mal in Rowdys Ohren beißen konnte. Diesmal war es Rowdy, der aufjaulte und verzweifelt versuchte, den Angriff abzuwehren. Wieder waren es wir beide, die sich mit einem Hechtsprung in das verkeilte Fellbündel warfen und trennten.
Rowdy 1 - 1 Rambo, so der neue Zwischenstand.
Ein "AHA! NUR WEIBER KÖNNEN ALSO NICHT VERNÜNFTIG EINEN MAULKORB FESTMACHEN, JA???? " konnte ich mir nicht verkneifen und zog ab, um die so mißhandelte Kreatur zu verarzten. Diesmal blutete die Schnauze, denn die Oberlippe hatte einen Riss.
Langsam sahen beide aus, als wären sie in einen Krieg gezogen. So konnte es auch nicht weitergehen.
Und zwei Mitarbeiter, die wegen sowas nicht mehr miteinander arbeiten können, konnte sich der Betrieb auch nicht leisten.
Wir nahmen beide an die Leine und banden sie stundenlang nebeneinander an, so dass sie sich sehen, aber nicht erreichen konnten. Und sie ignorierten einander.
Wir liefen mit ihnen angeleint durch den Wald und sie ignorierten einander.
Wir sperrten sie in zwei leere Boxen und sie ignorierten einander.
Aber wenn sie zufällig ohne Leine aufeinander trafen, dann gingen sie sofort wieder aufeinander los.
Wir haben es direkt am Anfang vermurkst. Wenn es damals schon Martin Rütters Sendung gegeben hätte, wir hätten ihn deswegen angerufen.
Sie blieben Feinde fürs Leben. Nichtmal, als Rowdy kastriert werden musste und Rambo wenig später auch, haben sie diese Feindschaft begraben. Traurig, aber nicht zu ändern. Rambo zog eines Tages mit seiner Familie wieder weg, aber die 2 Jahre waren wirklich hart für die Hunde und auch für uns.
Für Lösungen einen solchen Problems bin ich übrigens aufgeschlossen. Was hätte man noch machen können, um die beiden aneinander zu gewöhnen?
Mit nachdenklichen Hunde-Grüßen:
Eure Copine
Auf jeden Fall muss es ihm schwer zu schaffen machen.
Es ergab sich, dass ein neuer Reitlehrer zu uns auf die Anlage kam und er brachte nebst Frau und Kind und ein paar Pferden auch einen Hund mit: Rambo!
Rambo war quasi die Schäferhund-Version von meinem Rowdy. Groß, schwarz, freundlich, verspielt wie mein Hund. Und auch er mochte Katzen nicht besonders. Trotzdem passte sein Name eigentlich nicht besonders gut zu ihm.
Eigentlich hätten die beiden best friends werden können.
Wurden sie aber nicht, leider ....denn...
Ich denke, wir haben es versemmelt. Wir, die Menschen hinter den beiden schwarzen, ebenbürtigen Hunden.
Dabei wollten wir das sooooo professionell angehen.
Sie sollten sich früh morgens quasi wie zufällig treffen und in Ruhe ihren Status abchecken. Gut gedacht, oder? So gingen wir morgens schon etwas früher zum Stall und ließen die Hunde herumstromern, aus verschiedenen Richtungen kommend. Fröhlich pfeifend sozusagen.
Und sie trafen aufeinander. Mit voller Wucht sogar.
Kurzes vorn-und-hinten-beschnüffeln und schon ging so richtig die Post ab!!
Knurren, fletschen, beißen, schwarze Fellbüschel fliegen, das volle Programm zogen die beiden ab. Wir standen (noch) ziemlich cool daneben: "lass sie gewähren" "die machen das schon unter sich aus" "ganz normal ist das".
Bis, ja, bis wir die erste Blutspur entdeckten. Da war es mit der Coolness aber ganz schnell vorbei!
Zeitgleich stürzten wir uns mit Indianergeheul auf unsere verzankten Hundetiere, trennten sie voneinander und untersuchten sie intensiv. Die Probanden wollten wieder aufeinander los, aber wir hatten sie nun im eisernen Griff. Rowdy hatte einen kleinen Riss im Ohr davongetragen und Rambo eine Schramme an der Vorderpfote. Nichts lebensbedrohlichens also. Leider wirkte es wohl auf uns wie eine Szene aus einem amerikanischen Actionfilm, in dem Hundekämpfe auf Leben und Tod vor der geifernden Menge der Wettmafia abgehalten werden und sich zwischen das Gekrächze der Hunde noch Anfeuerungsrufe mischen: "Los, Rowdy, zeigs ihm! Mach ihn fertig!" - "Rambo, come on, reiss ihm die Kehle auf, dem Bastard!"
Und die Höllenhunde knurren und ziehen die Lefzen hoch, um ihren mörderischen Zähnen mehr Ausdruck zu verleihen, bis sie schließlich die Eingeweide des jeweils anderen in den Fängen halten....
Soweit das Kopfkino. Nun standen sie beide da, mit 10 Metern Abstand, und knurrten sich immer noch an. Wir beschlossen, den Kampf vorläufig nicht in eine zweite Runde gehen zu lassen und zogen mit dem G'scherr von dannen.
Anmerkung der Autorin: Liebe Hundeexerten! Falls ihr den folgenden Blödsinn gar nicht lesen wollt, wäre es vielleicht besser, nun ein anderes Thema anzuklicken und dieses Fenster vollständig zu schließen. Besser ist besser. Für Jugendliche unter 18 Jahre gilt folgender Hinweis: Marschmarsch, Computer aus und besser Hausaufgaben machen. Und ja nicht nachmachen. Danke für die Aufmerksamkeit.
Später sprachen wir über diese mißglückte Zusammenführung und wie wir diese Scharte wieder auswetzen könnten, damit die beiden wenigstens nebeneinander co-existieren könnten, ohne einander zu zerfleischen.
Idee 1: Zuhause lassen (unakzeptabel)
Idee 2. Anbinden (genauso unakzeptabel)
Idee 3: Wiederholung des Treffens, ausgerüstet mit 1.Hilfe-Paket und Maulkörben (Hmmmhmm)
Hmmmhmm ist ja fast wie "So machen wir's" und so rüsteten wir unsere Champions mit Maulkörben aus und ließen sie von der Leine. Sofort machten sie da weiter, wo sie tags zuvor aufgehört hatten und die Geräuschkulisse war sogar noch dramatischer, weil man sich mit zusammengebundenen Schnauzen auf ganz ganz böses Knurren beschränken muss, dies aber mit der maximalen Lautstärke und Intensität.
Wir standen nicht ganz soo cool wie beim ersten Mal daneben. Die Hunde gaben richtig Gas und meine Knie zitterten.
"Es kann doch nichts passieren."
Doch, es konnte. Rambo riss Rowdys Maulkorb einfach im Eifer des Gefechts herunter und nun hatte Rowdy freie Bahn. Rambo quiekte wie am Spieß und wieder sprangen wir wie der Namenspate, nur ohne Stirnband, ins Geschehen und trennten sie wieder. Diesmal blutete Rambos Öhrchen ein bisschen und ich musste dafür etwas herbe Kritik einstecken: "MAN, TYPISCH WEIBER! ZU BLÖD, NEN MAULKORB RICHTIG FESTZUMACHEN!!
Oh, war ich sauer. Ich befahl meinem leise triumphierenden Kampf-Hund, mir zu folgen und zog tödlich beleidigt von dannen. Meine Kommunikation im Betrieb beschränkte ich daraufhin auf das Nötigste.
Abends entschuldigte er sich dann und schlug eine dritte Runde mit besserem Equipment vor. Rambo mit seinem Nylonmaulkorb hatte Rowdys Ledermaulkorb nämlich kaputtgerissen. Deshalb war der ab. So.
Er hatte auch schon einen nagelneuen durchgehenden Nylonmaulkorb für Rowdy besorgt und wedelte damit vor meiner Nase herum. "Ich wüßte jemanden, dem der auch gut stehen würde", entgegnete ich trocken.
Ok, nächstes Duell im Morgengrauen. Rowdy 1 - 0 Rambo
Wieder gingen sie aufeinander los wie zwei Kampfhähne, wieder dieses Knurren und hörbare Zähneblecken und wieder flogen Fellbüschel durch die Luft. Und wieder warteten wir daneben, dass die beiden endlich ihre Rangordnung klären würden.
Oh, oh. Diesmal war es Rambo, dessen Schnauze plötzlich frei war und der ungehemmt wieder mal in Rowdys Ohren beißen konnte. Diesmal war es Rowdy, der aufjaulte und verzweifelt versuchte, den Angriff abzuwehren. Wieder waren es wir beide, die sich mit einem Hechtsprung in das verkeilte Fellbündel warfen und trennten.
Rowdy 1 - 1 Rambo, so der neue Zwischenstand.
Ein "AHA! NUR WEIBER KÖNNEN ALSO NICHT VERNÜNFTIG EINEN MAULKORB FESTMACHEN, JA???? " konnte ich mir nicht verkneifen und zog ab, um die so mißhandelte Kreatur zu verarzten. Diesmal blutete die Schnauze, denn die Oberlippe hatte einen Riss.
Langsam sahen beide aus, als wären sie in einen Krieg gezogen. So konnte es auch nicht weitergehen.
Und zwei Mitarbeiter, die wegen sowas nicht mehr miteinander arbeiten können, konnte sich der Betrieb auch nicht leisten.
Wir nahmen beide an die Leine und banden sie stundenlang nebeneinander an, so dass sie sich sehen, aber nicht erreichen konnten. Und sie ignorierten einander.
Wir liefen mit ihnen angeleint durch den Wald und sie ignorierten einander.
Wir sperrten sie in zwei leere Boxen und sie ignorierten einander.
Aber wenn sie zufällig ohne Leine aufeinander trafen, dann gingen sie sofort wieder aufeinander los.
Wir haben es direkt am Anfang vermurkst. Wenn es damals schon Martin Rütters Sendung gegeben hätte, wir hätten ihn deswegen angerufen.
Sie blieben Feinde fürs Leben. Nichtmal, als Rowdy kastriert werden musste und Rambo wenig später auch, haben sie diese Feindschaft begraben. Traurig, aber nicht zu ändern. Rambo zog eines Tages mit seiner Familie wieder weg, aber die 2 Jahre waren wirklich hart für die Hunde und auch für uns.
Für Lösungen einen solchen Problems bin ich übrigens aufgeschlossen. Was hätte man noch machen können, um die beiden aneinander zu gewöhnen?
Mit nachdenklichen Hunde-Grüßen:
Eure Copine
Montag, 6. Oktober 2014
Wie Hund und Katz'
Ich kann wohl behaupten, dass mein Rowdy ein ziemlich cooles Hundeleben führen durfte: Morgens mit raus in den Stall und da wichtige Dinge erledigen wie Stöckchen oder Spielzeuge im Misthaufen vergraben, bei Regen Steine vom Dressurviereck holen, die Shettys anbellen, von der Postbotin ein Leckerlie abgreifen oder einfach nur Wache schieben. Oder einem seiner Lieblingshobbies nachgehen, und das war leider die gnadenlose Jagd auf die Stallkatzen.
Die Stallkatzen waren eine Sorte für sich: Sie sorgten dafür, dass die Mäusepopulation nicht zu stark wird, standen stets zur allgemeinen Fütterung parat (und sie bekamen genügend Futter, weil mehrere Einsteller der Meinung waren, dass die armen Kätzchen am Verhungern wären), liebten weiche Unterlagen wie Stalldecken, Fleece-Abschwitzdecken und ganz besonders diese Lammfell-Sitzbeinhöckerschoner für den empfindlichen Reiterpo im Winter. Man traf sie überall auf der Anlage an, in der Reithalle, im Heulager, in den Sattelkammern (weiche Unterlagen!) und gerne auch mal schnurrend auf eingedeckten Pferderücken sehr zum Wohlgefallen der Pferde. Ab und zu gab es klägliches Maunzen aus der Futterkammer, wo natürlich die Mäuse des Hauses regelmäßig "all-you-can-eat"-Partys abhielten, denn trotz allem Luxus vergaßen die Katzen ihren Job nicht, und der war nunmal die Bekämpfung von Schadnagern.
Rowdy kannte alle diese Aufenthaltsplätze der Katzen und klapperte diese regelmäßig ab: Mit lautem Knurren begegnete er unseren kleinen "Lohnarbeiter" eher unfreundlich und ich würde nicht behaupten wollen, dass er da nur spielen würde. Nein, das meinte er ernst, so freundlich und aufgeschlossen er sonst im Wesen war.
Besonders ein kleiner Kater, den ein Heubauer uns mal mitgebracht hatte, namens "Peterchen" hatte darunter zu leiden. Er war noch kein halbes Jahr alt und gerade eingelebt, da saß er lieb und süß in der Sattelkammer und ich muss zu meiner Schande gestehen, da habe ich einen Moment nicht richtig aufgepasst. Peterchen kannte Rowdy und seinen Katzenhass noch nicht und strahlte ihn mit dem"Willst-du-mit-mir-spielen"-Gesichtchen an. Er war wirklich besonders hübsch, so schwarz mit weissen Pfötchen und Lätzchen und seinen bernsteinfarbenen Augen. Und was macht mein doofer Hund (und das war einer der wenigen Momente während unserer gemeinsamen Zeit, wo ich ihn hätte an die Wand quacken können!) der knurrt nicht mal, packt sich das arme kleine Peterchen zwischen die Kiefer und schüttelt es einmal kräftig durch. Der kleine Kater schrie zum Gotterbarmen, ich stürzte heran und packte mein mißratenes Hundevieh am Nackenfell und am Ohr und brachte ihn so dazu, seine so mißhandelte Beute wieder freizugeben! Schnell schnappte ich mir das schrill maunzende Katzenkind mit der einen Hand, mit der anderen hatte ich Rowdy am Halsband und schubste ihn unsanft in eine freie Pferdebox. So, der war schon mal außer Gefecht. Nun das Katzenkind unter die Lupe nehmen und mir war sofort klar, dass hier ein Tierarzt her musste.
Eine Reiterin, die gerade mit ihrem Pferd fertig war und auf das Geschrei aufmerksam wurde, fuhr uns alle zum Hoftierarzt.
Rowdy konnte ruhig noch ein wenig in seiner Box schmoren, das hatte er ja schließlich auch irgendwie verdient.
Der Tierarzt tat, was getan werden musste: Er guckte streng, leitete sofort eine Narkose ein und flickte das arme Peterchen wieder zusammen. Es hatte innere Verletzungen erlitten durch die Schüttelei und konnte um Haaresbreite noch gerettet werden. Es tat mir so unfassbar leid und ich wollte das unbedingt wieder gut machen.
Peterchen musste ein paar Tage beim Doc bleiben und diese Zeit war für mich so schrecklich. Immerhin war der Darm gerissen und wurde wieder zusammengenäht, aber sein Zustand war kritisch. Laut Tierarzt würde das Peterchen vielleicht nun für immer klein und mickrig bleiben! Und ich und mein ungezogener Hund waren schuld daran.
Um mein Gewissen zu besänftigen, kaufte ich ab sofort nicht nur Hundefutter, sondern auch das feinste Katzenfutter ein, ein Kuschelkissen und extra Katzenmilch. Als Peterchen wieder nach Hause kam, sollte er den vollen Luxus haben in seiner Genesungszeit und ich würde ihn hüten wie meinen Augapfel. Sollte Rowdy zu denken geben.
Das tat es aber nicht. Er machte weiter Jagd auf Katzen, zumal es auch unser Job war, abends die kleinen Samtpfoten aus den Sattelkammern zu vertreiben, weil sie sonst die Alarmanlage auslösen würden. Hm.
Das Peterchen wuchs heran und wurde entgegen der Annahme des Tierarztes ein besonders großer und besonders schneller und besonders hübscher Kater. Viele waren besorgt um ihn und brachten ihm diverse Leckereien mit, die er stets hoheitsvoll annahm. Er kam auch auf Menschen zu und ließ sich gerne kraulen und trösten. Und er wurde wirklich viel getröstet und bald war er wieder auf dem Damm.
Aber eines hat er nie vergessen: Den Angriff von Rowdy!
Es schien, als würde er extra noch wachsen und kräftig werden, um sich eines Tages, eines schönen Tages an ihm rächen zu können. Rowdy hatte nun einen echten Feind, der hinter jeder Ecke lauern und ihn seinerseits attackieren könnte.
Man kennt das ja von Katzen: Manche wirken zart und schmal, um innerhalb des Bruchteils einer Sekunde zu einer Fellkanonenkugel aufzupuffen. Peterchen wirkte weder zart noch schmal, und wenn er sein Fell aufstelle, wirkte er doppelt so groß und doppelt so breit und dazu dieser pure Hass in seinen Augen!
Übrigens hatte er es tatsächlich nur auf meinen Deppenhund abgesehen. Und eines Tages stellte Peterchen ihn im Treppenhaus, auf einer Fensterbank sitzend, sofort in Kampfbereitschaft, während Rowdy noch nicht gecheckt hatte, wer da auf ihn lauert.
Der Angriff war kurz, schmerzhaft und extrem intensiv und ehe man es sich's versah, lief ein schwarzes Fellbündel fauchend die Treppe hinunter zur Türe hinaus und ein schwarzes, verstörtes, etwas ramponiert aussehendes Fellbündel die Treppe hinauf in die rettende Wohnung.
Peterchen hatte es geschafft. Seine Rache an Rowdy war eine blutige Nase mit tiefen Schrammen, ein Biss ins Ohr und ein paar Schrammen sehr dicht am Auge. Das hätte in selbiges gehen können!
Ich seufzte, tröstete mein nun seinerseits misshandeltes Hundetier und versorgte seine Wunden. Ein ganz klein bißchen dachte ich dabei aber "selbst schuld, mein alter Freund".
Peterchen kam als klarer Sieger aus dem Kampf und glaubt es oder nicht, ein paar Tage lief er durch die Stallgassen wie Rocky Balboa nach seinem Sieg über Ivan Drago. Und Rowdy hat von nun an echt aufgepasst, in welche Ecke er seine schmerzende Nase gesteckt hat. ;-)
Sagt mir nicht, Tiere könnten nicht denken und fühlen wie wir. Ich habe so viele Situationen erlebt, die das Gegenteil beweisen.
Die beiden sind natürlich niemals Freunde geworden, aber sie haben einander respektiert und sind noch ein paarmal aufeinandergetroffen. Aber niemals mehr ist es so dermaßen eskaliert. Zum Glück, denn man darf eine Katze nicht unterschätzen.
Rowdy musste das auch erst lernen . Rowdy 1-1 Peterchen.
Liebe Grüße vom
Copinchen und passt mir auf eure Tiere auf! :-)
Die Stallkatzen waren eine Sorte für sich: Sie sorgten dafür, dass die Mäusepopulation nicht zu stark wird, standen stets zur allgemeinen Fütterung parat (und sie bekamen genügend Futter, weil mehrere Einsteller der Meinung waren, dass die armen Kätzchen am Verhungern wären), liebten weiche Unterlagen wie Stalldecken, Fleece-Abschwitzdecken und ganz besonders diese Lammfell-Sitzbeinhöckerschoner für den empfindlichen Reiterpo im Winter. Man traf sie überall auf der Anlage an, in der Reithalle, im Heulager, in den Sattelkammern (weiche Unterlagen!) und gerne auch mal schnurrend auf eingedeckten Pferderücken sehr zum Wohlgefallen der Pferde. Ab und zu gab es klägliches Maunzen aus der Futterkammer, wo natürlich die Mäuse des Hauses regelmäßig "all-you-can-eat"-Partys abhielten, denn trotz allem Luxus vergaßen die Katzen ihren Job nicht, und der war nunmal die Bekämpfung von Schadnagern.
Rowdy kannte alle diese Aufenthaltsplätze der Katzen und klapperte diese regelmäßig ab: Mit lautem Knurren begegnete er unseren kleinen "Lohnarbeiter" eher unfreundlich und ich würde nicht behaupten wollen, dass er da nur spielen würde. Nein, das meinte er ernst, so freundlich und aufgeschlossen er sonst im Wesen war.
Besonders ein kleiner Kater, den ein Heubauer uns mal mitgebracht hatte, namens "Peterchen" hatte darunter zu leiden. Er war noch kein halbes Jahr alt und gerade eingelebt, da saß er lieb und süß in der Sattelkammer und ich muss zu meiner Schande gestehen, da habe ich einen Moment nicht richtig aufgepasst. Peterchen kannte Rowdy und seinen Katzenhass noch nicht und strahlte ihn mit dem"Willst-du-mit-mir-spielen"-Gesichtchen an. Er war wirklich besonders hübsch, so schwarz mit weissen Pfötchen und Lätzchen und seinen bernsteinfarbenen Augen. Und was macht mein doofer Hund (und das war einer der wenigen Momente während unserer gemeinsamen Zeit, wo ich ihn hätte an die Wand quacken können!) der knurrt nicht mal, packt sich das arme kleine Peterchen zwischen die Kiefer und schüttelt es einmal kräftig durch. Der kleine Kater schrie zum Gotterbarmen, ich stürzte heran und packte mein mißratenes Hundevieh am Nackenfell und am Ohr und brachte ihn so dazu, seine so mißhandelte Beute wieder freizugeben! Schnell schnappte ich mir das schrill maunzende Katzenkind mit der einen Hand, mit der anderen hatte ich Rowdy am Halsband und schubste ihn unsanft in eine freie Pferdebox. So, der war schon mal außer Gefecht. Nun das Katzenkind unter die Lupe nehmen und mir war sofort klar, dass hier ein Tierarzt her musste.
Eine Reiterin, die gerade mit ihrem Pferd fertig war und auf das Geschrei aufmerksam wurde, fuhr uns alle zum Hoftierarzt.
Rowdy konnte ruhig noch ein wenig in seiner Box schmoren, das hatte er ja schließlich auch irgendwie verdient.
Der Tierarzt tat, was getan werden musste: Er guckte streng, leitete sofort eine Narkose ein und flickte das arme Peterchen wieder zusammen. Es hatte innere Verletzungen erlitten durch die Schüttelei und konnte um Haaresbreite noch gerettet werden. Es tat mir so unfassbar leid und ich wollte das unbedingt wieder gut machen.
Peterchen musste ein paar Tage beim Doc bleiben und diese Zeit war für mich so schrecklich. Immerhin war der Darm gerissen und wurde wieder zusammengenäht, aber sein Zustand war kritisch. Laut Tierarzt würde das Peterchen vielleicht nun für immer klein und mickrig bleiben! Und ich und mein ungezogener Hund waren schuld daran.
Um mein Gewissen zu besänftigen, kaufte ich ab sofort nicht nur Hundefutter, sondern auch das feinste Katzenfutter ein, ein Kuschelkissen und extra Katzenmilch. Als Peterchen wieder nach Hause kam, sollte er den vollen Luxus haben in seiner Genesungszeit und ich würde ihn hüten wie meinen Augapfel. Sollte Rowdy zu denken geben.
Das tat es aber nicht. Er machte weiter Jagd auf Katzen, zumal es auch unser Job war, abends die kleinen Samtpfoten aus den Sattelkammern zu vertreiben, weil sie sonst die Alarmanlage auslösen würden. Hm.
Das Peterchen wuchs heran und wurde entgegen der Annahme des Tierarztes ein besonders großer und besonders schneller und besonders hübscher Kater. Viele waren besorgt um ihn und brachten ihm diverse Leckereien mit, die er stets hoheitsvoll annahm. Er kam auch auf Menschen zu und ließ sich gerne kraulen und trösten. Und er wurde wirklich viel getröstet und bald war er wieder auf dem Damm.
Aber eines hat er nie vergessen: Den Angriff von Rowdy!
Es schien, als würde er extra noch wachsen und kräftig werden, um sich eines Tages, eines schönen Tages an ihm rächen zu können. Rowdy hatte nun einen echten Feind, der hinter jeder Ecke lauern und ihn seinerseits attackieren könnte.
Man kennt das ja von Katzen: Manche wirken zart und schmal, um innerhalb des Bruchteils einer Sekunde zu einer Fellkanonenkugel aufzupuffen. Peterchen wirkte weder zart noch schmal, und wenn er sein Fell aufstelle, wirkte er doppelt so groß und doppelt so breit und dazu dieser pure Hass in seinen Augen!
Übrigens hatte er es tatsächlich nur auf meinen Deppenhund abgesehen. Und eines Tages stellte Peterchen ihn im Treppenhaus, auf einer Fensterbank sitzend, sofort in Kampfbereitschaft, während Rowdy noch nicht gecheckt hatte, wer da auf ihn lauert.
Der Angriff war kurz, schmerzhaft und extrem intensiv und ehe man es sich's versah, lief ein schwarzes Fellbündel fauchend die Treppe hinunter zur Türe hinaus und ein schwarzes, verstörtes, etwas ramponiert aussehendes Fellbündel die Treppe hinauf in die rettende Wohnung.
Peterchen hatte es geschafft. Seine Rache an Rowdy war eine blutige Nase mit tiefen Schrammen, ein Biss ins Ohr und ein paar Schrammen sehr dicht am Auge. Das hätte in selbiges gehen können!
Ich seufzte, tröstete mein nun seinerseits misshandeltes Hundetier und versorgte seine Wunden. Ein ganz klein bißchen dachte ich dabei aber "selbst schuld, mein alter Freund".
Peterchen kam als klarer Sieger aus dem Kampf und glaubt es oder nicht, ein paar Tage lief er durch die Stallgassen wie Rocky Balboa nach seinem Sieg über Ivan Drago. Und Rowdy hat von nun an echt aufgepasst, in welche Ecke er seine schmerzende Nase gesteckt hat. ;-)
Sagt mir nicht, Tiere könnten nicht denken und fühlen wie wir. Ich habe so viele Situationen erlebt, die das Gegenteil beweisen.
Die beiden sind natürlich niemals Freunde geworden, aber sie haben einander respektiert und sind noch ein paarmal aufeinandergetroffen. Aber niemals mehr ist es so dermaßen eskaliert. Zum Glück, denn man darf eine Katze nicht unterschätzen.
Rowdy musste das auch erst lernen . Rowdy 1-1 Peterchen.
Liebe Grüße vom
Copinchen und passt mir auf eure Tiere auf! :-)
Dienstag, 16. September 2014
Mit Rowdy durch dick und dünn! Vol. II
Mein Hund Rowdy war ja ein echter Schatz, andererseits war mir wirklich klar, dass man einem solchen Hund in dieser Größe ein wenig Erziehung angedeihen lassen musste. Dieser Entschluss kam mir, nachdem er mir dezent anzeigte, dass er nicht gerne allein gelassen werden würde. Seine zarten Hinweise reichten vom ausgeräumten Mülleimer über einen zerkleinerten Polstersessel (der mir nicht einmal gehörte..) bis hin zu einem bis zur Unkenntlichkeit zerbissenen Fünfzigmarkschein, der zwar mir gehörte, aber nicht als Hundeleckerlie dienen sollte.
Meine Schimpfe darüber nahm er jedesmal relativ geknickt hin, mit schuldbewusst gesenktem Blick und ganz langen Hängeohren, um mir 30 Sekunden später wieder seinen Quietsche-Igel zum Werfen zu bringen.
Es nutzte nichts, er musste ordentlich erzogen und zu einem guten Begleiter ausgebildet werden. Er durfte zwar morgens überwiegend frei herumlaufen, aber unsere Spaziergänge an der Leine in der Öffentlichkeit waren gelinde ausgedrückt ziemlich chaotisch. Er zog an der Leine hierhin und dorthin, kläffte bei einsetzender Dämmerung Omas mit Gehhilfen so an, dass sie panisch die Straßenseite wechselten und machte unsere Einkaufsaktionen zu wahren Survivaltrainings. Versucht doch mal, mit einem ziehenden, bellenden Halbstarken an der Leine plus 2 schweren Einkaufstüten, die jeden Moment zu reißen drohen, einen längeren Fussweg hinzulegen. Und das mindestens einmal in der Woche.
Ich wollte einen ordentlichen Hund, wie gesagt. Einen, der eventuell wegen seiner Optik die Blicke auf sich zog und nicht wegen unsäglichem Benehmen. So ging ich mit ihm zum Hundeverein und meldete uns dort an.
Und wie ich dort vor den bereits beschriebenen Personen stehe, die uns wie gesagt mit teils sehr missbilligender Mine mustern, da strolcht mein als lernwillig und unverbraucht angeprisener Vierbeiner auf dem Hundeplatz herum und legt eine dicke Hinterlassenschaft mitten auf das eingezäunte Areal. Die Augenbrauen zogen sich noch höher in die Stirn, der knackige Bursch' grinst mich unverhohlen an und der Vorstand holt schon mal die Kornflasche aus der Theke, denn ein solch schweres Vergehen kostet eine Runde Hochprozentiges an alle, die es gesehen (und gerochen) haben!
Dann kam er wieder an meine Seite, von der er sich wirklich sehr leise davongestohlen hatte, setzte sich ab und strahlte mit seinem unnachahmlichen Labrador-wie-Fuchur-von-der-unendlichen-Geschichte-Grinsen in die Runde.
Die Hovawart-Tante war einer Ohnmacht nahe, griff gierig nach dem ihr dargebotenen Getränk und kippte es auf Ex hinunter. Damit hatte sie die nächste Runde an der Backe, denn sie hatte mein "Cheers" schließlich nicht abgewartet! Das ist fast so schlimm wie ein dicker Hundehaufen in der Mitte des Hundeplatzes und wieder kreiste die Flasche. Mir wurde schon blümerant zumute und so beseitigte ich den Anlass der ersten Runde Westfälischen Kimmenkorn geschwind', leinte meinen Sünder an und zeigte ihm leicht schwankend den Platz. Ich vertrage sowas nämlich nicht, aber hier wurde anscheinend auch ein Training in der Leistungsklasse im Kampftrinken angeboten.
Nun schaute mich mein Hund zur Abwechslung mal komisch an. Ich machte innerlich eine kleine Inventur des heutigen Nachmittags.
Wir waren theoretisch hier, um dem Hund eine gewissenhafte Erziehung angedeihen zu lassen.
Praktisch lief ich nun mit roten Ohren und um Gleichgewicht ringend hinter eben diesem Hund an der Leine her, der mich wie immer von a nach b zog. Unter den Blicken zweier jagdlich gekleideter Herren, von denen ener der Präsident und der andere recht attraktiv war und unter gewissen herablassenden Blicken einer Dame mit zwei distinguiert wirkenden Hovawarten, die sich wohl niemals zu einer solchen Aktion hinreissen lassen würden. Theoretisch.
Kichernd brachte ich meinen Hund in die ihm zugewiesene Box. War doch ein lustiger Nachmittag. Der Einstand war ganz unserer chaotischen Natur entsprechend gelaufen und nach dem Erledigen der Formalitäten war immer noch Zeit genug, den ursprünglichen Plan des Hundetrainings zu verfolgen. Und den hochnäsigen Rassehunden würden wir es auch noch zeigen. Später, wenn wir wieder nüchtern sind. ;-)
Auf dem Heimweg ging es mir schon wieder besser. Alkohol ist wirklich iieh. Total iiiehh.
Was immer ihr heute zu euch genommen habt, ich hoffe, es war bekömmlich!
Viele Hundegrüße von
Copine, die das Fuchur-Grinsen von Rowdy niemals vergessen wird.
Meine Schimpfe darüber nahm er jedesmal relativ geknickt hin, mit schuldbewusst gesenktem Blick und ganz langen Hängeohren, um mir 30 Sekunden später wieder seinen Quietsche-Igel zum Werfen zu bringen.
Es nutzte nichts, er musste ordentlich erzogen und zu einem guten Begleiter ausgebildet werden. Er durfte zwar morgens überwiegend frei herumlaufen, aber unsere Spaziergänge an der Leine in der Öffentlichkeit waren gelinde ausgedrückt ziemlich chaotisch. Er zog an der Leine hierhin und dorthin, kläffte bei einsetzender Dämmerung Omas mit Gehhilfen so an, dass sie panisch die Straßenseite wechselten und machte unsere Einkaufsaktionen zu wahren Survivaltrainings. Versucht doch mal, mit einem ziehenden, bellenden Halbstarken an der Leine plus 2 schweren Einkaufstüten, die jeden Moment zu reißen drohen, einen längeren Fussweg hinzulegen. Und das mindestens einmal in der Woche.
Ich wollte einen ordentlichen Hund, wie gesagt. Einen, der eventuell wegen seiner Optik die Blicke auf sich zog und nicht wegen unsäglichem Benehmen. So ging ich mit ihm zum Hundeverein und meldete uns dort an.
Und wie ich dort vor den bereits beschriebenen Personen stehe, die uns wie gesagt mit teils sehr missbilligender Mine mustern, da strolcht mein als lernwillig und unverbraucht angeprisener Vierbeiner auf dem Hundeplatz herum und legt eine dicke Hinterlassenschaft mitten auf das eingezäunte Areal. Die Augenbrauen zogen sich noch höher in die Stirn, der knackige Bursch' grinst mich unverhohlen an und der Vorstand holt schon mal die Kornflasche aus der Theke, denn ein solch schweres Vergehen kostet eine Runde Hochprozentiges an alle, die es gesehen (und gerochen) haben!
Dann kam er wieder an meine Seite, von der er sich wirklich sehr leise davongestohlen hatte, setzte sich ab und strahlte mit seinem unnachahmlichen Labrador-wie-Fuchur-von-der-unendlichen-Geschichte-Grinsen in die Runde.
Die Hovawart-Tante war einer Ohnmacht nahe, griff gierig nach dem ihr dargebotenen Getränk und kippte es auf Ex hinunter. Damit hatte sie die nächste Runde an der Backe, denn sie hatte mein "Cheers" schließlich nicht abgewartet! Das ist fast so schlimm wie ein dicker Hundehaufen in der Mitte des Hundeplatzes und wieder kreiste die Flasche. Mir wurde schon blümerant zumute und so beseitigte ich den Anlass der ersten Runde Westfälischen Kimmenkorn geschwind', leinte meinen Sünder an und zeigte ihm leicht schwankend den Platz. Ich vertrage sowas nämlich nicht, aber hier wurde anscheinend auch ein Training in der Leistungsklasse im Kampftrinken angeboten.
Nun schaute mich mein Hund zur Abwechslung mal komisch an. Ich machte innerlich eine kleine Inventur des heutigen Nachmittags.
Wir waren theoretisch hier, um dem Hund eine gewissenhafte Erziehung angedeihen zu lassen.
Praktisch lief ich nun mit roten Ohren und um Gleichgewicht ringend hinter eben diesem Hund an der Leine her, der mich wie immer von a nach b zog. Unter den Blicken zweier jagdlich gekleideter Herren, von denen ener der Präsident und der andere recht attraktiv war und unter gewissen herablassenden Blicken einer Dame mit zwei distinguiert wirkenden Hovawarten, die sich wohl niemals zu einer solchen Aktion hinreissen lassen würden. Theoretisch.
Kichernd brachte ich meinen Hund in die ihm zugewiesene Box. War doch ein lustiger Nachmittag. Der Einstand war ganz unserer chaotischen Natur entsprechend gelaufen und nach dem Erledigen der Formalitäten war immer noch Zeit genug, den ursprünglichen Plan des Hundetrainings zu verfolgen. Und den hochnäsigen Rassehunden würden wir es auch noch zeigen. Später, wenn wir wieder nüchtern sind. ;-)
Auf dem Heimweg ging es mir schon wieder besser. Alkohol ist wirklich iieh. Total iiiehh.
Was immer ihr heute zu euch genommen habt, ich hoffe, es war bekömmlich!
Viele Hundegrüße von
Copine, die das Fuchur-Grinsen von Rowdy niemals vergessen wird.
Donnerstag, 28. August 2014
Der beste Freund des Menschen...
... ist und bleibt der Hund. Nicht umsonst gibt es seit Generationen diese treffende Umschreibung der Beziehung zwischen Menschen und den vierbeinigen bellenden Beschützern, Behütern und Betreuern. Die Treue eines Hundes sucht seinesgleichen unter den Menschen und wer sie einmal erlebt hat, wird immer wieder gerne daran zurückdenken und seinen Hund damit unsterblich werden lassen. Menschen, die einen Hund besitzen, können sich glücklich schätzen.
Ich bin mit Hunden aufgewachsen und habe sie über alles geliebt. So war es auch klar, dass ich als Erwachsene auch wieder einen haben wollte, sobald es die Umstände erlaubten. Als Pferdepflegerin auf einem Reiterhof hatte ich die Möglichkeit und es war sogar zu empfehlen, denn wer alleine quasi mitten im Wald wohnt, sollte einen guten Beschützer haben. So reifte der Gedanke mehr und mehr und ich kam zu dem Schluss, dass ein Hund aus dem Tierheim das Richtige für mich wäre.
Also fuhr ich zum städtischen Tierheim. Dort würde sich schon eine verfluchte Hundeseele finden, die zu mir passen würde.
Man zeigte mir Püdelchen, fluffige Mischlinge, süße Wauzis, die wohl schnell das Herz einer 12jährigen erobern würden. Ich wollte aber einen, der mich im Notfall auch beschützen kann.
Dann führte mich die Tierheimdame zu einem größeren Zwinger mit 5 Hunden, alle so mittelgroß. Sie kamen bellend angewetzt und sprangen am Gitter hoch. Einer kam etwas später und brachte mir sein Spielzeug. Warf es mir durch das Gitter vor die Füße und sah mich mit kognacfarbenen Augen herausfordernd an: "Los, spiel mit mir!"
Ansonsten war er rabenschwarz.
Hoffnungsvoll sah die Heimleiterin mich an. "Möchten Sie mit dem mal eine Runde laufen?!"
Ich: Ja, gerne!
Prompt kam sie mit einer Leine angelaufen und ich hatte den schwarzen Wilden an der Hand. Er biss in die Leine und zerrte dran. Dann schleifte er mich zum Wegesrand. Er schien noch keinerlei Erziehung genossen zu haben.
Ich unterschrieb den Kaufvertrag, zahlte und nahm meinen neuen Kumpel mit nach Hause. Im TH nannten sie ihn "Rowdy". Wow, was für ein Name für einen Labrador-Mischling, der ein Gesicht hatte wie Fuchur aus der Unendlichen Geschichte, nur in Schwarz.
Am Hof angekommen, suchte ich mir eine abgelegene Weide ohne Pferde und ließ ihn laufen. Eine geschlagene halbe Stunde rannte der Kerl hin und her und holte halbe Bäume als Stöckchen, um sie zu Kleinholz zu beißen.
Schließlich kam er zu mir (ich hatte ihn gewähren lassen, die Weide war ja eingezäunt) ohne dass ich ihn rief. Spuckte mir den Rest eines Stöckchens hin, legte seine Pfote auf meinen Schuh und strahlte mich hechelnd an. Ich strahlte zurück: Wir waren Freunde.
Ich wußte von ihm nur, dass er 8 Monate alt war und vom Tierschutz abgeholt wurde. Er war den ganzen Tag an einem Heizkörper angebunden gewesen und hat furchtbar gejault, bis Nachbarn den Tierschutz gerufen hatten. Im Tierheim hat er dann seine Grenzen ausgetestet und er sollte vermittelt werden, bevor er wegen der Enge in den Zwingern weiteren Schaden nimmt.
Nun hatte er ein Paradies für Hunde zur Verfügung. Solange, wie er sich benimmt, natürlich.
Ja, viele sagten "der sieht ja aus wie Fuchur" er hatte sogar diese labradortypische Bergauf-Nase und war sowieso wunderwunderhübsch. Und hintendran eine lustige Ringelrute, die ja nicht labradortypisch war.
Rowdy war eines der fröhlichsten Wesen, die mir im Leben begegnet sind. Er war so unfassbar glücklich, dem Tierheimknast entkommen zu sein, dass er mich jeden Tag auf das Feinste zu entertainen versuchte. Ok, seine Vorstellungen waren nicht immer so ganz mein Geschmack. So ein ausgeräumter Mülleimer geht ja noch, aber eine Sofaecke zu entkernen, das ging ja doch zu weit. Und als er mir dann mal einen Fünfzigmarkschein zermatscht in Fitzeln präsentierte, war ich dann soweit zu sagen: Dem Tier muss ein wenig Grunderziehung angediehen werden. So verschlug es mich mit meinem rabenschwarzen Mischling in eine Ortsgruppe des Deutschen Schäferhundevereins. Oh, wie toll die alle Sitz, Platz, Bleib und Bei Fuss konnten! Das sollte mein kleiner Zirkusclown auch schnell erlernen, denn gelehrig war der schon, nur lernte er auch schnell gewisse Gegenstrategien. Oberster Streitpunkt war bei uns die Leinenführigkeit, denn an der Leine war er ja in seiner vorigen Behausung immer angebunden gewesen. Bzw. Kette, denn wie man eine Lederleine durchbeisst wusste er schon. Bei einem ordentlichen Pferdestrick aus Nylon war das schon schwieriger und schmeckte auch nicht so lecker, deshalb wählte ich zunächst so einen in bunten Indianerfarben, war zu der Zeit gerade "in", auch als Satteldecken erhältlich.
So stand ich also vorm Ortsgruppenführer (heißt wirklich so ) und meldete mich zur "Unterordnung" an (heißt wirklich so ). Mein Hund Rowdy als Schlappohr unter hochgezüchteten Schäferhunden, Söhne und Töchter stolzer Bundessieger, Polizeihunde, lauter Trophäensammler und an ernsthaftem Dienst am schnittigen Herrchen oder Frauchen interessiert. Weiterhin 2 Hovawarte auch aus feinstem Hause, am anderen Ende der Leine eine vertrocknete Schnepfe (sorry, aber ist so), die meine Neuerwerbung mit hochgezogenen, wenn auch nachgestrichenen Augenbrauen begutachteten. Und dann noch ein doch recht knackiger Bursch' mit einem Kleinen Münsterländer, der eher mich als meinen Hund begutachtete. Alles in allem, ich hatte die vollste Aufmerksamkeit aller Anwesenden im Hundeverein.
Und wenn ihr nun wissen wollt, was genau geschah, weswegen ich mit hochrotem Kopf und nicht mehr ganz nüchtern den Heimweg aus der Hundeschule antreten musste, dann müsst ihr hier demnächst weiterlesen. Von Rowdy gibt es ziemlich viele Geschichten, immerhin war er fast 12 Jahre bei mir.
Ach, und: Wo immer ihr einen guten Freund findet, haltet an ihm fest und enttäuscht ihn nicht. Denn die gibt es nicht an jeder Straßenecke. ;-)
Ganz liebe Hundegrüße heute mal von
Copine
Ich bin mit Hunden aufgewachsen und habe sie über alles geliebt. So war es auch klar, dass ich als Erwachsene auch wieder einen haben wollte, sobald es die Umstände erlaubten. Als Pferdepflegerin auf einem Reiterhof hatte ich die Möglichkeit und es war sogar zu empfehlen, denn wer alleine quasi mitten im Wald wohnt, sollte einen guten Beschützer haben. So reifte der Gedanke mehr und mehr und ich kam zu dem Schluss, dass ein Hund aus dem Tierheim das Richtige für mich wäre.
Also fuhr ich zum städtischen Tierheim. Dort würde sich schon eine verfluchte Hundeseele finden, die zu mir passen würde.
Man zeigte mir Püdelchen, fluffige Mischlinge, süße Wauzis, die wohl schnell das Herz einer 12jährigen erobern würden. Ich wollte aber einen, der mich im Notfall auch beschützen kann.
Dann führte mich die Tierheimdame zu einem größeren Zwinger mit 5 Hunden, alle so mittelgroß. Sie kamen bellend angewetzt und sprangen am Gitter hoch. Einer kam etwas später und brachte mir sein Spielzeug. Warf es mir durch das Gitter vor die Füße und sah mich mit kognacfarbenen Augen herausfordernd an: "Los, spiel mit mir!"
Ansonsten war er rabenschwarz.
Hoffnungsvoll sah die Heimleiterin mich an. "Möchten Sie mit dem mal eine Runde laufen?!"
Ich: Ja, gerne!
Prompt kam sie mit einer Leine angelaufen und ich hatte den schwarzen Wilden an der Hand. Er biss in die Leine und zerrte dran. Dann schleifte er mich zum Wegesrand. Er schien noch keinerlei Erziehung genossen zu haben.
Ich unterschrieb den Kaufvertrag, zahlte und nahm meinen neuen Kumpel mit nach Hause. Im TH nannten sie ihn "Rowdy". Wow, was für ein Name für einen Labrador-Mischling, der ein Gesicht hatte wie Fuchur aus der Unendlichen Geschichte, nur in Schwarz.
Am Hof angekommen, suchte ich mir eine abgelegene Weide ohne Pferde und ließ ihn laufen. Eine geschlagene halbe Stunde rannte der Kerl hin und her und holte halbe Bäume als Stöckchen, um sie zu Kleinholz zu beißen.
Schließlich kam er zu mir (ich hatte ihn gewähren lassen, die Weide war ja eingezäunt) ohne dass ich ihn rief. Spuckte mir den Rest eines Stöckchens hin, legte seine Pfote auf meinen Schuh und strahlte mich hechelnd an. Ich strahlte zurück: Wir waren Freunde.
Ich wußte von ihm nur, dass er 8 Monate alt war und vom Tierschutz abgeholt wurde. Er war den ganzen Tag an einem Heizkörper angebunden gewesen und hat furchtbar gejault, bis Nachbarn den Tierschutz gerufen hatten. Im Tierheim hat er dann seine Grenzen ausgetestet und er sollte vermittelt werden, bevor er wegen der Enge in den Zwingern weiteren Schaden nimmt.
Nun hatte er ein Paradies für Hunde zur Verfügung. Solange, wie er sich benimmt, natürlich.
Ja, viele sagten "der sieht ja aus wie Fuchur" er hatte sogar diese labradortypische Bergauf-Nase und war sowieso wunderwunderhübsch. Und hintendran eine lustige Ringelrute, die ja nicht labradortypisch war.
Rowdy war eines der fröhlichsten Wesen, die mir im Leben begegnet sind. Er war so unfassbar glücklich, dem Tierheimknast entkommen zu sein, dass er mich jeden Tag auf das Feinste zu entertainen versuchte. Ok, seine Vorstellungen waren nicht immer so ganz mein Geschmack. So ein ausgeräumter Mülleimer geht ja noch, aber eine Sofaecke zu entkernen, das ging ja doch zu weit. Und als er mir dann mal einen Fünfzigmarkschein zermatscht in Fitzeln präsentierte, war ich dann soweit zu sagen: Dem Tier muss ein wenig Grunderziehung angediehen werden. So verschlug es mich mit meinem rabenschwarzen Mischling in eine Ortsgruppe des Deutschen Schäferhundevereins. Oh, wie toll die alle Sitz, Platz, Bleib und Bei Fuss konnten! Das sollte mein kleiner Zirkusclown auch schnell erlernen, denn gelehrig war der schon, nur lernte er auch schnell gewisse Gegenstrategien. Oberster Streitpunkt war bei uns die Leinenführigkeit, denn an der Leine war er ja in seiner vorigen Behausung immer angebunden gewesen. Bzw. Kette, denn wie man eine Lederleine durchbeisst wusste er schon. Bei einem ordentlichen Pferdestrick aus Nylon war das schon schwieriger und schmeckte auch nicht so lecker, deshalb wählte ich zunächst so einen in bunten Indianerfarben, war zu der Zeit gerade "in", auch als Satteldecken erhältlich.
So stand ich also vorm Ortsgruppenführer (heißt wirklich so ) und meldete mich zur "Unterordnung" an (heißt wirklich so ). Mein Hund Rowdy als Schlappohr unter hochgezüchteten Schäferhunden, Söhne und Töchter stolzer Bundessieger, Polizeihunde, lauter Trophäensammler und an ernsthaftem Dienst am schnittigen Herrchen oder Frauchen interessiert. Weiterhin 2 Hovawarte auch aus feinstem Hause, am anderen Ende der Leine eine vertrocknete Schnepfe (sorry, aber ist so), die meine Neuerwerbung mit hochgezogenen, wenn auch nachgestrichenen Augenbrauen begutachteten. Und dann noch ein doch recht knackiger Bursch' mit einem Kleinen Münsterländer, der eher mich als meinen Hund begutachtete. Alles in allem, ich hatte die vollste Aufmerksamkeit aller Anwesenden im Hundeverein.
Und wenn ihr nun wissen wollt, was genau geschah, weswegen ich mit hochrotem Kopf und nicht mehr ganz nüchtern den Heimweg aus der Hundeschule antreten musste, dann müsst ihr hier demnächst weiterlesen. Von Rowdy gibt es ziemlich viele Geschichten, immerhin war er fast 12 Jahre bei mir.
Ach, und: Wo immer ihr einen guten Freund findet, haltet an ihm fest und enttäuscht ihn nicht. Denn die gibt es nicht an jeder Straßenecke. ;-)
Ganz liebe Hundegrüße heute mal von
Copine
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