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Samstag, 6. Juni 2020

Einkauf am Limit?! Ein Erfahrungsbericht...

Ja, mir ist schon klar, dass wir in einer Ausnahmezeit leben. Und diese Ausnahmezeit bringt mit sich, dass man sich an gewisse Regeln halten muss. Und das tue ich auch, konsequent mit Mund-Nasenschutz unterwegs, Abstand halten ist für mich auch nicht das große Problem. Bis jetzt bin ich ganz gut durch die Coronazeit gekommen.

Es kann aber vorkommen, dass nicht immer alles nach Plan läuft. So wie neulich. Ich wollte auf dem Heimweg von der Arbeit noch einen Einkauf erledigen. Aber... hm. Der Chip für den Einkaufswagen war einfach nicht auffindbar und eine Ein-Euro-Münze ebenfalls nicht.
Normalerweise meide ich Einkaufswagen sowieso und renne immer mit meinem blauen Einkaufskörbchen durch den Supermarkt. Den hatte ich schon in der Hand. Leider war aber gerade keine Möglichkeit, einen pflichtgemäßen Einkaufswagen zu ergattern. Die 50-Cent-Münze, die ich noch irgendwo in der Ablage meines Autos gefunden hatte, wollte nicht in diesen Schlitz passen, der den Wagen freigibt.

Aaargh. Ein großes Schild vor dem Discounter wies auf die Pflicht hin, einen Einkaufswagen zu benutzen. Das vorsorglich mit einem Bindfaden angebrachte Flasche Desinfektionsmittel war allerdings leer und die Küchenrolle ebenso. Aber egal. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Alltagsanarchie, aber der Zweck heiligt die Mittel. Also ohne Wagen rein ins Vergnügen, den Tragegriff vom Körbchen fest umklammert. Entschlossen. Es geht jetzt nun mal nicht anders.

In der Filiale war es nicht sonderlich voll und im Abstand halten bin ich ziemlich gut. Mittlerweile macht es mich sogar schon nervös, wenn im TV Situationen mit vielen Menschen gezeigt werden, die einander sogar in den Arm nehmen und knuddeln. Sollte machbar sein.

Allerdings: Ich kam mir bereits am Brötchenregal im vorderen Bereich des Ladens vor wie ein Schwerverbrecher, zumindest wie jemand, der schweres Unrecht zu tun im Begriffe ist. Wahrscheinlich bin ich verborgen unter meiner Maske auch puterrot geworden. Ich huschte von Regal zu Regal, als wenn ich einen Überfall auf den Kassenbereich vorhätte. Dabei tat ich nur, was vor einem halben Jahr pupsnormal war und keinen Anlass für missbilligende Blicke gewesen war: Ich ging durch einen Supermarkt mit meinem kleinen blauen Einkaufskorb.

Dass die meisten Kunden ihre Wagen irgendwo abgestellt und auch "ohne" durch die Regalreihen gingen. geschenkt.

Im Kassenbereich mit sorgfältig und wohl auch millimetergenau abgeklebten grellorangenen Streifen, die den exakten Abstand zwischen zwei Kunden demonstrierten, kam ich mir ohne Wagen tatsächlich komplett verloren vor. Es war, als ob alle anwesenden Personen darüber die Nase rümpften. Ich wollte nur noch raus aus dem Laden, egal ob mit oder ohne Ware.
Dennoch schaffte ich es, meine Sachen mit Abstand auf das Kassenband zu legen und  möglichst unauffällig zu wirken (hoffe ich jedenfalls).
Dennoch brachte die hochgezogene Augenbraue der Kassiererin angesichts des fehlenden Wagens meine vorgetäuschte Coolness stark ins Wanken.
"Ich hab keine Münze für den Wagen dab..."
"SIE WISSEN ABER, DASS EIN WAGEN HIER PFLICHT IST!!" wies sie mich zurecht. Am liebsten hätte sie das sicher noch über ihr Mikrofon gebrüllt, das neben der Kasse angebracht war. Ich wurde noch kleiner.
"Ja, natürlich, Normalerweise hab ich auch..."
Die Hände der Kassiererin scannten meinen Einkauf, der eiskalte Blick scannte mich von oben bis unten. VERRAT! REGELBRUCH! schien ihr anklagendes "21,79 Euro" zu brüllen. Ja, hab ich denn wirklich gegen alle Gebote der Gesellschaft verstoßen? Bin ich ohne Einkaufswagen ein Mensch zweiter Klasse?
Ich zahlte mit der EC-Karte, meine Hand zitterte. Es schien gerade besonders lange zu dauern, bis auf dem Display das erlösende "Zahlung erfolgt" erschien.
Trotzdem wünschte ich noch einen schönen Tag. Die Verbrecher in TV-Filmen machen das ja auch immer so.

Montag, 23. März 2020

STAY THE FUCK AT HOME! #Coronablog

Hallo!

Noch nie war Helfen und sich solidarisch zeigen einfacher und dennoch auch schwieriger als in der Coronakrise, die wir alle gerade durchmachen.
Zuhause bleiben! Auf dem Sofa sitzen oder die Hütte mal ordentlich auf den Kopf stellen. Kreativ oder faul sein. Aber halt in den eigenen oder gemieteten vier Wänden.
So simpel es klingt.
Werdet nicht zu sog. "Spreadern", die mit dem gefährlichen Virus nur so um sich schmeißen. Ein milder Verlauf ist nicht zu garantieren! Auch nicht für die jungen Leute, die gerade so überheblich und unangreifbar scheinen. Vor dem Virus sind wir alle ungefähr gleich.

Aber was rede ich. Profis können das viieel besser, zum Beispiel Torsten Sträter neulich bei "Nuhr im Ersten".

Guckt, lacht, aber denkt auch bitte drüber nach. Euer Copinchen - ist zuhause mit einer schon etwas von meinen Putzattacken genervten bezaubernden Jeannie. Darüber werd ich aber noch gesondert berichten. ;-)
Bleibt gesund und bitte BLEIBT ZUHAUSE, wenn möglich! Bitte!


Sonntag, 22. September 2019

Katzengespräche: Zweitkatze? Nein danke!

Es ist gerade einfach nur wunderbar. Die Sonne scheint, das Thermometer hat die 20-Grad-Marke überschritten und es herrscht eine geradezu unwirkliche Ruhe ringsherum! Also: Nix wie raus auf die Terrasse. Die bezaubernde Jeannie nimmt diesen Plan begeistert auf und hüpft ausgelassen hin und her. Sie beobachtet von einem bestimmten Platz aus vorbeischlendernde Leute, Hunde, andere Katzen und natürlich auch den einen oder anderen Piepmatz. Höflich interessiert, aber immer auf Unsichtbarkeit bedacht. Terry Pratchett hat diese Verhaltensweise mal als "Katzenschach" betitelt: Möglichst viele andere Katzen beobachten, ohne selber beobachtet zu werden, und darin ist die Jeannie eine wahre Meisterin!

"Jeannie? Warum magst du eigentlich nicht mit anderen Katzen um die Häuser streifen?"

"Nö, lass mal. Es ist gut so, wie es ist."

"Ich verstehe es nicht. Hast du so gar keinen Bock auf Artgenossen? Ich könnte dir auch eine Gesellschaftskatze anschaf..."

"DER KATZENGOTT BEWAHRE! SAG DAS NIE WIEDER! Erinnere dich doch an die Pflegestellenkätzchen. Hattest du da den Eindruck, dass ich die kleinen Biester besonders gemocht habe?"

"Ähm... nee. Eher nicht so."

"Siehste. Wir hätten den kleinen Keiko ja auch behalten können. Der hat aber nach seiner "Ich will nix fressen"-Phase alles verputzt, was er kriegen konnte."

"Nun, das hat ihm ja auch gut getan. Du hättest ihn auch ein bißchen bemuttern können."

Jeannies glattes Fell ist plötzlich aufgeplüscht. Ihre Pupillen werden raubtierhaft schmal. "Nein. Der Lütte war der pure Stress für mich. Ich hab's gern ruhig, weisst du?"

"Ja, weiss ich. Die kleine Alice war auch 'n Ticken zu drüber für dich."

"Allerdings. Die hätte ich am liebsten auf den Mond geschossen. Sowas FRECHES!"

"Naja, sie konnte nicht miauen. Also war sie vom Lärmpegel erträglich."

Jeannie rollt ihre grünen Augen gen Himmel. Das hat sie von mir gelernt, glaube ich. "Das vielleicht, aber sie ist STÄNDIG hinter mir hergelaufen. Das nervt! Und für 2 gefuttert hat sie auch!"

"Sie war ja nur 2 Wochen unser Gast. Und ich fand sie sehr niedlich und sie ist bestimmt eine tolle Katze geworden. Happy one, wer sie sein oder ihr Eigen nennen darf."

"Ja, gewiss. Und ich? Bin ich auch eine tolle Katze?"

"Bist du, auch wenn du manchmal etwas seltsam bist. Aber sind wir das nicht alle? Was wäre die Welt ohne seltsame Menschen und Tiere?"

Jeannie schleckt sich über die Vorderpfoten und dann über die Ohren. Dann gähnt sie herzhaft. "Langweilig."

"Genau. Miau.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Katzengespräche

Nicht jede Katze - das unterstelle ich jetzt einfach mal - ist ein Quell der unendlichen Weisheit. Manch eine hat zu viel zu tun, um sich um ihre Besitzer zu kümmern, andere wiederum interessieren sich genauso viel oder so wenig um ihren Zweibeiner, wie sie es umgekehrt entgegengebracht bekommen. Diejenigen, die z.B. als Schadnagerbekämpfer auf Bauern- oder Reiterhöfen jobben, sind natürlich anderweitig eingebunden. Aber es gibt ja auch Katzen mit therapeutischen Fähigkeiten, und dazu zähle ich meine wunderbare bezaubernde Jeannie.
Fest steht, dass unsere Fellnasen wesentlich mehr mitbekommen, als wir denken. Ob sie es für sich behalten oder uns damit konfrontieren, ist von Mieze zu Mieze verschieden. In dieser Reihe mit dem Titel "Katzengespräche" werde ich mal fiktiv umschreiben, was die bezaubernde Jeannie mir hin und wieder mitteilt. Der Einfachheit halber beschreibe ich dies in Verbalform, auch wenn die Kommunikationswege zwischen uns recht vielfältig sind.
"BJ" steht hier natürlich für "Bezaubernde Jeannie", meine Wenigkeit umschreibe ich mal mit "Ich".

Heute früh, halb acht im Wolkenkuckucksheim. Die Kaffeemaschine brodelt und rauscht im Hintergrund. Ich warte auf dem Sofa auf die erste Tasse des Lebenselixirs. BJ guckt mich skeptisch an, setzt sich neben mich und wackelt mit dem Schwänzchen. Ihr Ohrenspiel verrät, dass ihr etwas durch den Kopf geht.

BJ:" Hast du mal auf die Uhr geguckt? Müsstest du nicht, wie sonst auch, längst fluchtartig die Wohnung verlassen haben, um zu "arbeiten", wie ihr Zweibeiner das nennt?"
Ich: "Ich weiss, dass es später ist als sonst. Ich war gestern beim Doc. Der war der Meinung, ich wäre krank und müsste heute nicht zur Arbeit."
BJ: "Dein Arzt muss es wissen. Aber weisst du es auch?" Prüfender Blick aus ihren großen grünen Augen.
Ich (fühle mich irgendwie ertappt): "Nun, mir tut nichts weh außer ein bisschen Kopfschmerzen. Die hat man ja hin und wieder mal. Und gebrochen ist auch nichts. Es geht mir gut. Der Doc meinte aber, ich .."
BJ: "Stop! Nicht weiterreden." Beschwichtigend legt sie mir ein Pfötchen aufs Knie. Ich halte inne und merke, dass ich mich rechtfertige. Ihre Augen blinzeln mich aus halb geschlossenen Lidern an, das internationale Zeichen für ein Katzenlächeln.
Ich streiche ihr über Kopf und Rücken und blinzle zurück. Eigentlich kann ich auch nur blinzeln, denn durch meinen gestrigen Heulkrampf sind meine Augen noch dick geschwollen.
BJ: (schnurrend): "Bitte lass dir helfen. Es geht dir eben nicht gut. Deine Artgenossen halten deine Fassade für real, aber dein Doc ist ein erfahrener, weiser Mann. Akzeptiere, was er sagt und vorschlägt."
Ich: "Das sagt mir ein Wesen, das alles tut, um zu verhindern, in einen Korb gepackt und zum Tierarzt gebracht zu werden? Der Tierarzt ist auch weise!"
BJ: "Damit spiegele ich dein Verhalten, wenn du Hilfe von außen annehmen sollst." 
 BÄM. Touché. Ich glaube, ein Grinsen in ihrem Gesichtchen zu entdecken, während sie sich dekorativ ein Pfötchen ableckt.

Immerhin, die bezaubernde Jeannie redet nicht um den heißen Brei herum. Ich streichle ihr über das Köpfchen, blinzele sie an und nicke. Verdammt, das könnte hinkommen. Ich stehe auf, gehe in die Küche und hole mir Gurkenscheiben, um meine Augenlider zu kühlen.
Radikal akzeptieren ist eine schwere Übung und da stehe ich (wieder) ganz am Anfang. Danke dir,  bezaubernde Jeannie. Wenn ich dich nicht hätte. 







Mittwoch, 23. Januar 2019

Behörden-Irrsinn Vol. 2: Neues Jahr, neues Glück!

Vielleicht hat die geneigte Leserschaft meinem ersten Beitrag zu diesem Thema bereits entnehmen können, dass ich nicht besonders begeistert von der Parkregelung in meiner Straße war und bin. Denn: Nach einer kleinen Verschnaufpause über Weihnachten geht der Blödsinn unvermindert weiter!

So groß die Begeisterung über die kurz vor den Festtagen entfernten Parkverbotsschilder meinerseits und auch seitens der geschätzten Nachbarschaft war, so groß war die Enttäuschung und der Frust, als sie vor Kurzem wieder auftauchten. Der dezent ins Gebüsch geschobene Schilderfuß hatte mich allerdings sofort nach dem Entfernen mißtrauisch werden lassen.

Nach einem Jahreswechsel mit purem Parkvergnügen nebst etwas nachbarschaftliche Belustigung über die brachliegende Baustelle, wegen der diese unsägliche Geschichte überhaupt stattfindet, stehen sie wieder da, die Schilder des Horrors. Dass jetzt auch noch Winterbedingungen mit Schnee, Frost und Glatteis herrschen, macht die Sache nicht unbedingt besser! Mein blauer "Fury" steht also über Mittag auf dem Gästeparkplatz der Gaststätte nebenan, damit er nicht kostenpflichtig abgeschleppt zu werden droht, und nach dem nachmittäglichen Trip zu den Pferden oder sonstwelchen Aktivitäten darf er wieder an seinem Stammplatz übernachten. Was praktisch ist, denn das kleine Mäuerchen daneben ist mir sehr hilfreich, wenn ich Schnee vom Dach entfernen muss.

Der Witz an dieser ganzen Posse ist übrigens, dass hier überhaupt keine Baufahrzeuge durchfahren. Die 4 oder 5 Kipper, die bisher beobachtet werden konnten, haben die Straße über uns gewählt, weil die auch ohne geparkte Fahrzeuge weniger Engstellen aufweist als unsere, und man ist auch schneller auf der Bundesstraße. Von daher ist die ganze Aktion ein reiner Schildbürgerstreich und genau das macht mich so sauer. Noch saurer macht mich die Tatsache, dass ich mir eine geschlagene Viertelstunde das Genöle eines Nachbarn anhören durfte, weil ich den einzigen freigelassenen Parkplatz belegt und ich mein Verlassen desselben nicht bei ihm angemeldet hatte, auf dass er seine Karre schnell dort abstellt. Bevor ein weiterer Nachbar, der seine olle Mühle anscheinend nur zu Dekozwecken besitzt, sich dort dauerparkenderweise niederlässt. Was dann auch prompt geschah. Derselbe nölende Nachbar hatte ja schon mal ein Knöllchen wegen Parkens auf eben diesem Platz kassiert, wegen dieser 3m-Abstandsregelung, woraufhin er bei der Stadtverwaltung einen bemerkenswerten Auftritt hinlegte, der genausogut entweder in der Psychiatrie oder sonstigem Gewahrsam hätte enden können. Das Knöllchen wurde erstmal ausgesetzt. Nunja.

So scheint es noch eine Weile weiterzugehen. Vielleicht müssen wir wirklich mal einen Flashmob oder eine Demo vor dem Straßenverkehrsamt hinlegen! So bleibt aber der schale Nachgeschmack, dass selbst hier im hintersten Münsterland das Geld die Welt regiert und Lobbypolitik auch auf Stadtverwaltungsebene stattfindet. Und dass der amtierende Bürgermeister bei der nächsten Wahl wohl definitiv auf einige Stimmen verzichten muss. Denn das ist ja nun wirklich kein guter Stil, oder?
To be continued!

Samstag, 8. Dezember 2018

Behördenirrsinn am Wohnort - ein Protokoll!

Dies ist eine wahre Geschichte, die sich tatsächlich hier bei uns gerade so ereignet. Ich versuche mal, mich nicht allzusehr von Emotionen leiten zu lassen, aber das ist schon schwierig, weil es mich wirklich nervt. Aber von vorne.

Schon, seit ich hier wohne - seit ca. 13 Jahren - war die Jagd nach einem Parkplatz für einen PKW ein Glücksspielchen. Weil hier im historischen Ortskern relativ viel Tourismus herrscht, angeheizt natürlich von entsprechenden Institutionen, kann man nie wirklich sicher sein, dass das Auto nach einer Fahrt wieder in Rufweite der Wohnung abgestellt werden kann. Die offiziellen Parkplätze sind natürlich nicht umsonst, deshalb wird unsere Anliegerstraße gerne mal als Ausweichquartier für Autos aus ganz Deutschland und auch den Niederlanden genutzt, sehr zum Pläsier der Anwohner, natürlich.
Aber damit ist ja jetzt erstmal Schluss.
Schön, sollte man meinen, aber: Die Stadt malträtiert ihre Bewohner momentan mit immer neuen Parkverbotsschildern. Gestern wechselte man sogar 2x am selben Tag die Beschilderung...

Nun, es fing ganz harmlos an. Es gibt eine Mauer auf der einen Straßenseite mit bis zu 5 Parkmöglichkeiten (bei entsprechender Fähigkeit, seinen Wagen zu plazieren) und auf der anderen Seite einen Parkplatz. Eines schönen Tages tauchten an der Mauer Parkverbotsschilder auf mit dem Zusatz "15.11.2018 von 7 bis 12 Uhr". Ok, dachte ich, da bin ich ja sowieso unterwegs, stört mich nicht weiter.
Als ich nachmittags von der Arbeit zurückkehrte, standen die Schilder immer noch da, diesmal mit dem Zusatz "Werktags von 7 - 17 Uhr". Oha. Das ist natürlich schon schwieriger, denn meistens bin ich mittags daheim, mache eine Pause und fahre nachmittags nochmal los. Wohin jetzt mit dem Auto für die 2 Stunden?
Glücklicherweise bot eine Nachbarin, die eine Gastronomie betreibt, mir ein Plätzchen über Mittag auf ihrem Gästeparkplatz an, den ich dankend annahm. So weit, so gut. Gegen 18:00 Uhr stellte ich mein Auto dann wieder auf seinen gewohnten Platz an der Mauer ab, damit sie für ihre Gäste genug Parkfläche hat.
Auf Anfrage einer Nachbarin bei der Stadt mit Nachfrage nach der Dauer dieses Spielchens hieß es übrigens lapidar "Es dauert solange, wie es dauert." Nun, das kann man so ausdrücken, muss man aber nicht. Kein Mensch hier in der Straße weiss so genau, was das soll. Angeblich sollen Baustellenfahrzeuge hier ungestört durchfahren und durch ihre Überbreite keine Blockaden vorfinden, aber ... das tun sie nicht. Seit Mitte November sind hier genau 2 Fahrzeuge dieser Art durchgefahren und hätten auch ohne Parkverbot genügend Platz gehabt. Nunja, müssen sie selber wissen. Fans gewinnt man auf diese Art und Weise sicherlich nicht!
Überhaupt: Sie sperren die 5 Plätze an der Mauer und lassen den einen auf der anderen Straßenseite offen. Umgekehrt wäre es bestimmt cleverer gewesen und hätte nich soviel Unmut erzeugt...
Gestern erblickte ich erfreut, dass die Parkverbotsschilder mit orangenen Streifen durchge-X-t waren und stellte mein Auto an seinen Stammplatz. Man muss dazu sagen, dass an diesem und am nächsten Wochenende hier der Adventsmarkt stattfindet. Also: Wieder Touri-Alaaarm! Heisst normalerweise auch: Erledige früh morgens, was zu erledigen ist und ansonsten lass dein Auto stehen, sonst ist dein Parkplatz weg. Normalerweise auch ein Unding, seit Monaten versuchen wir übrigens, Anwohnerparkflächen zu beantragen, mit mäßigem Erfolg, nämlich gar keinem. Nervt auch, aber so ist es beinahe unerträglich.
Denn: Seit gestern abend sind die Parkflächen wieder komplett gesperrt, mit Androhung von Knöllchen und Abschleppung. Auch eine Art, mit seinen Bürgern umzugehen! So habe ich mein Auto jetzt wieder auf den Gästeparkplatz gequetscht, mal sehen, wie die Posse weitergeht. Ich werde berichten!
P.S.: Gerüchtehalber - denn was Genaues weiss man ja nicht! - soll diese Schikane noch bin mindestens Ende Januar, eher Ende Februar dauern. Und ich habe schon ein paar Anzeigen auf dem Wohnungsmarkt studiert....

Montag, 3. Dezember 2018

Adventszeit - was stimmt denn damit nicht?

Hallo, liebe Vorweihnachtswichtel und jene, die diese Zeit des Jahres mit seltsamen Bräuchen und Ritualen begehen. Es ist wieder so weit: Viele Menschen legen gerade wieder so richtig los mit blinkenden Lichterketten innen und außen, knorzigen rotbemantelten weißbärtigen Männchen, bunten Glas- oder Plastikkugeln und natürlich der obligatorischen Hatz auf das ideale Weihnachtsgeschenk!

Da ist es kein Wunder, dass auch die Macher der allseits unbeliebten Werbeindustrie auf dieses Jahresendzeitsthema eingehen und sich geradezu überschlagen mit kitschiger Reklame, nervigem Glöckchengebimmel, großen überraschten Kinderaugen und möglichst viel Kunstschnee.
Und natürlich der ebenso intensiven Jagd nach Sonderangeboten im Nahrungsmittelbereich. Seit einem gefühlten halben Jahr liegen in den Supermärkten und Discountern nun schon Lebkuchen, Zimtsterne, Dominosteine, Spekulatius und Dominosteine.
Und diese heimelig wirkenden Adventskalender, die uns die Wartezeit auf das Fest der Liebe verkürzen und versüßen sollen.
Diese Dinger sind in den letzten Jahren allerdings ganz schön eskaliert, oder? Wann sonst bezahlt man für ein paar hundert Gramm meist durchschnittlicher Schoki so um die 8 Euro? Nur weil ein bißchen Pappe und das in letzter Zeit durch die Verschmutzung der Weltmeere in die Kritik geratene Plastik drum herum verpackt wurden?
Oh, damit ist es ja noch nicht genug: Einst für Kinder gedacht, eskaliert der moderne Adventskalender mittlerweile in Form von  echten Kuriositäten, angefangen bei 24 verschiedenen Gewürzen über Teesorten, Kosmetikartikeln und - oh Sünde - auch Erwachsenenspielzeug für die ganz Verruchten....
 Jeden Tag eine kleine Freude, bis am 24. Dezember die große Überraschung blüht: Entweder ein leeres Girokonto oder ein voller Mülleimer oder ein paar Pfund zuviel auf den Hüften. Oder alles zusammen, in variabler Reihenfolge. Und während Santa Claus oder welches Fabelwesen auch immer mit Bergen von Geschenken von Schornstein zu Schornstein zieht, macht etwas später etwas weiter unten die örtliche Müllbeseitigung möglichst im gleichen Tempo die Runde.
Aber soweit sind wir ja noch lange nicht. Erstmal müssen noch 21 Türchen geöffnet werden!

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine ruhige und besinnliche Adventszeit, und denke dabei mit Magengrummeln an die ansteigende Hektik in den Einzelhandelsgeschäften und im Straßenverkehr, auf den Parkplätzen und den Shopping Malls im Land.
Und denke mir einmal mehr, ob das wirklich der Sinn der Weihnacht sein kann, wenn sich völlig fremde Menschen wegen einem vermeintlichen Schnäppchen am Black Friday beschimpfen, sich gegenseitig Beulen in die Autos fahren wegen einem nach an der Supermarkttüre gelegenen Parkplatzes und auf der Jagd nach dem absoluten Superleckerlie zum Weihnachtsmenü Senioren an der Kasse verwünschen, weil sie ein bißchen zu lange nach Kleingeld kramen.
Weihnachten ist das Fest der Liebe, und ich für meinen Teil bin schon reich beschenkt, wenn ich diese Tage mit Leuten und Tieren verbringen darf, die ich mag und schätze und dabei auch noch gesund bleibe. Denn es gibt kaum etwas Wertvolleres. Da kann kein brandneues Smartphone oder eine Playstation/XBox/Whatever mithalten.
Weihnachten und die Zeit davor und danach ist das, was man selber draus macht.

Wichtelige Grüße vom
Copinchen!

Mittwoch, 7. November 2018

Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns wieder 20 Grad!

Wer kennt ihn nicht, diesen Advents-Gassenhauer aus dem frühen 20. Jahrhundert. Von einer großen Freude ist die Rede, von schneebeglänzten Feldern, von unterm Eise ruhenden Bächlein sogar! Ein Idyll, wie es bis dato durchaus vorstellbar ist.
Der Herbst ist die Jahreszeit, in dem wir uns auf die kalte Jahreszeit vorbereiten, und die Mehrheit von uns hier in Europa auch auf das Fest der Weihnacht, wie in unzähligen Liedern und Geschichten beschrieben wird.
Klassische Lebkuchenhäuschen, zu diesem Anlass gebacken (Moment mal, ist Jesus eigentlich in einem solchen zur Welt gekommen? Waren das nicht eher Hänsel und Gretel, in deren Mär ein solches Bauwerk eine wichtige Rolle spielt?) sind mit dickem weißen Zuckerguß übertüncht, der wohl "Schnee" darstellen soll und das Winterwonderland mit viel Glitzer und eisig kalten Landschaften wird auch gern mit Weihnachten in Verbindung gebracht. Meist liegen dort ja auch noch etliche liebevoll verpackte Geschenke herum. Ist das Winterwonderland etwa der Vorgänger von Amazon und Co., möchte man sich da fragen?

Anyway, wir haben die erste Novemberwoche hier im Münsterland nicht unbedingt mit Schal und Mütze verbracht. Verglichen mit dem Jahr 2006, wo wir regelrecht eingeschneit waren um diese Zeit und einige Stunden, woanders gar Tage ohne Stromversorgung waren und das Ganze in einem langen, harten Winter mit vielen Minusgraden und unfassbaren Schneebergen mündete, bin ich mit dieser Version von "November" natürlich sehr zufrieden. Obwohl das mulmige Gefühl, dass da ja irgendwas mit dem Wetter nicht stimmen kann, sich immer öfter meldet... 
Gestern und heute haben wir knapp 20 Grad erreicht. Die winterbepelzten Tiere im Wald und in den Stallungen sind mehr als verwirrt. Meine Tomatenernte endete heute mit 11 reifen gelben Früchten und noch etlichen grünen, und es waren immer noch Blüten dran. Unfassbare 137 Tomaten haben mir die beiden Pflanzen gebracht, fast soviele, wie es in 2018 ungewöhnlicherweise Sonnentage im Münsterland gab. Sogar die Ferien in NRW waren sonnig (ok, die 2. Woche Herbstferien nicht durchgängig).
Gestern sah ich einige Wiesen, die noch einmal gemäht worden sind, um der nahenden Futterknappheit etwas entgegenzuwirken. Die Wiesen und Felder sind momentan grüner als im Juli/August, wo die Dürre alles braun und furztrocken werden ließ. Der Duft von frisch gemähten Gras in der früh dunkel werdenden Nachmittagsluft, das habe ich so auch noch nicht erlebt.
 
Um nochmal zum Eingangssatz zurück zu kommen: Eine Rückkehr des Winterwonderlandes ist natürlich beinahe jederzeit möglich! Falls sich der Trend zum subtropischen Breitengrad aber in Mitteleuropa weiter fortsetzt, sollten Songs wie "White Christmas" allerdings wirklich mal ein Update bekommen...





Sonntag, 14. Oktober 2018

Somm(Oktob)er - endless summer mitten im Herbst!

Fragt ihr euch auch, was mit dem Wetter passiert ist?
Wir haben bereits Mitte Oktober und die Sonne scheint und scheint und in einigen Teilen des Landes ist immer noch Freibadsaison. Clever, denn wer von uns hat schon mal in Deutschland um diese Jahreszeit nochmal 'nen Köpper vom Dreimeterbrett gemacht? Ich für meinen Teil nicht (aber auch ansonsten eher nicht...)!
Die Tageshelligkeit hat zwar im Vergleich zu Mitte Juni schon ordentlich Federn gelassen, aber bis zum Einbruch der Dunkelheit kann man sich noch schön in die Sonne legen und die Sommerbräune erhalten. Blumen blühen noch ordentlich und meine beiden Tomatenpflanzen tragen immer noch ordentlich "California Sun", es hängen noch mehr als 35 Stück am Strauch. So eine Ernte hatte ich in meiner langen Tomatenzüchtertradition noch nie, normalerweise wären die Pflanzen längt "plattgemacht" und im Gartenabfall. Aber so kann ich täglich ungefähr 5-7 Tomaten ernten und habe längst angefangen, sie in einfrierbare Suppen und Saucen zu verwandeln, übrigens unschlagbar im Geschmack im Vergleich zu industriell hergestellten Produkten! So lässt sich dieser unfassbare Sommer noch bis weit ins neue Jahr konservieren.

Längst schon stehen auch etliche Weihnachtsartikel in den Geschäften, aber ist es nicht irgendwie seltsam, in Shorts und T-Shirt Schokonikoläuse, Lebkuchenherzen und Marzipankartoffeln zu futtern? Es fühlt sich wirklich nicht unbedingt gewöhnlich an und so entwickeln sich die Jahresendleckereien wohl vorläufig zu Ladenhütern. Und mal ehrlich, wer hat denn schon Winterreifen auf sein Auto gezogen? Bei 27° Celsius fühlen die sich auf dem aufgeheizten Asphalt  auch nicht besonders wohl. 

Goldener Oktober!


Während wir diesen "endless Summer" weiterhin genießen, leidet jedoch die Natur, denn: Es regnet kaum. Oder gar nicht, so wie hier im nördlichen Münsterland. Die Trockenheit der vergangenen Monate schlägt alle Rekorde! Mit der Heuernte war es nicht so weit her, nach dem 1. Schnitt Ende Mai/Anfang Juni sind die Futterpflanzen nur sehr zögerlich oder gar nicht nachgewachsen. Normal sind in dieser Region 2 oder sogar 3 Grasschnitte zur Heuernte. Für Pferde- und Nutzviehbesitzer wird das ein ganz kostspieliger Winter, denn der Preis für gutes Pferdeheu schießt genauso in die Höhe wie die Pilze.
Pilze? Oh, ein schlechter Vergleich! Denn während meiner sonntäglichen Walkingrunde durch den Wald sind mir - im Gegensatz zu den vergangenen Jahren - kaum Champignons, Fliegenpilze und Co. begegnet! Dafür jede Menge raschelndes, buntes Herbstlaub auf hartem, trockenen Boden. Restfeuchtigkeit in den Zonen, wo kaum die Sonne hinscheint? So gut wie Fehlanzeige. Das vermittelt schon ein mulmiges Gefühl. Was ist - so schön es auch sein mag - am Wetter kaputt gegangen? Werden sich Regenschirme, Gummistiefel u.ä. weiter so schlecht verkaufen lassen wie im Sommer dieses Jahres 2018?

Wie malt der Herbst ein leuchtendes Bild...


Abschied vom Sommer stimmt uns so mild..

Ist das der Klimawandel? Oder ist das einfach nur eine Dürreperiode? Werden hier demnächst Zitronenbäume wachsen, oder versteppt alles einfach nur? Wie geht das weiter?
Ich habe schon sehr viele Sommer erlebt, aber ich kann mich an keinen erinnern, in dem es so wenig Niederschlag gab wie in diesem. Als ob jemand den Haupthahn abgedreht hätte!
In der Wetter-App, die zu 95% richtig liegt, war für heute Abend Regen angekündigt. Seit ein paar Stunden ist dieser Niederschlag aber erst auf Dienstag und aktuell auf Donnerstag vertagt worden. Hmm.



Der Mais musste bereits Anfang September "notgeerntet" werden, statt wie sonst um diese Zeit...

Was hält der Wetterfrosch noch für Überraschungen für uns bereit? Weil wir es nicht beeinflussen können, bleibt nur abwarten. Und weiterhin Eis(tee) statt Glühwein trinken.
Der Weinjahrgang 2018 soll allerdings ein ganz hervorragender sein, ersten Prognosen zufolge... ;-)

Mittwoch, 1. August 2018

Neulich, am Wassertretbecken...

Im Sommer, gerade in einem wie diesem im Jahr 2018 mit hohen Temperaturen und das über einen längeren Zeitraum, sucht jeder, Mensch und Tier, nach Abkühlung. Besonders nach einer sportlichen Nordic-Walking-Runde tut das besonders gut! Deshalb schätze ich das hiesige Wassertretbecken im Kurpark sehr, das Wasser ist herrlich kühl und der obligatorische Schweissausbruch wird rasch eingedämmt. Danach kann's weitergehen!

Nun, beim letzten Besuch war ich nicht alleine mit dem Gedanken nach Kneippschen Anwendungen. Ich hatte den Verdacht, dass alle, die nicht mehr ins Freibad gepasst hatten, sich jetzt hier versammelten, na klar, Hauptsache Wasser und Kühle! So wohl auch das radelnde Päärchen, dass sich dort anfand: Er, begeistert mit seinem Smartphone im Becken, sie, eher reserviert auf einer der Bänke darauf wartend, dass er endlich genug geplanscht hatte. Ich, die Szene beobachtend und auch schon mitten drin im Wassertretvergnügen.
Langsam leerte sich das Becken, nur das Päärchen blieb noch. Er bestand darauf, dass sie ihr Sommerkleidchen raffte und ebenfalls ins Wasser käme. Allein sie hatte dazu scheinbar wenig Lust.

"Schaaatz, komm doch rein, ich will ein Video machen!" rief er vergnügt.

"Ochnee, das Wasser ist doch so KALT!" zierte sie sich.

"Es ist einfach nur herrlich!" merkte ich ungefragt an.

"Och bitte, jetzt hab dich nicht so. Komm rein!" Langsam wurde er ungeduldig.
Sie fuhr sich durchs gestylte blonde Haar. "Das ist KALT!"

"Herrlich kühl!" warf ich wiederum ein. Er nickte. "Herrlich kühl!" wiederholte er mit gewinnendem Grinsen. Langsam begann ich die Szene zu genießen.
"Ach, was kann ich denn dafür, wenn IHR NIX MEHR MERKT!" zickte sie, raffte ihr kleines schwarzes Sommerkleidchen zusammen und stieg in die Untiefen des Wassertretbeckens. "Und .... action!" dachte ich bei mir, die Handykamera war startbereit.
"Aber ich SICHTE DAS VIDEO ERST; BEVOR DU ES ONLINE STELLST, JA?" Fehlte nur noch, dass sie mit einem Fuss aufstampfte wie ein Kleinkind an der Supermarktkasse. "UND DANACH FAHREN WIR ESSEN! ICH BESTIMME WO!"
Woohoo. So ein Entertainment hatte man nicht jeden Tag im Kurpark. Trotz aller Bemühungen des Touristikzentrums. Was ist dagegen ein Kurkonzert?
Mit gequälter Mine stürzte sich derweil die hübsche Dame in die Wassertretanlagen-Fluten (kniehoch), wich änglich jedem Blatt und erst recht jedem Käferchen aus, als wären es wilde Tiere, die ihr nach dem Leben trachteten. Er filmte amüsiert, ich grinste ebenso und beschloss, die beiden ihrem Schicksal zu überlassen. Und hatte schon meine Schuhe wieder an und wünschte noch einen schönen Sonntag.
Der Mine der Dame zu urteilen, war das auch dringend nötig! :-)

Sonntag, 29. April 2018

Wartezimmer from Hell: Schöne neue Welt!

Tja, wenn man so ausgeliefert in einem Wartezimmer beim Zahnarzt sitzt, schießen einem ziemlich viele Gedanken durch den Kopf, aber einer überlagert sie alle mühelos. Und der brüllte mittlerweile durch meine Hirnwindungen: "WANN BIN ICH ENDLICH DRAN UND WERDE MEINE SCHMERZEN LOS?" Und direkt dahinter her: "SOS! MAYDAY! HOLT MICH HIER RAUS!" denn der kleine Max bekam nun langsam, aber sicher seine 5 Minuten des Rabaukentums. Längst gab er sich nicht mehr damit zufrieden, mit der flachen Hand an die Wände zu klatzen oder den Matchboxautos eine neue Funktion als Flugobjekte zu verleihen. Nein, nun bekam er auch noch Hunger und die draußen brausende Kirmes bot ja so einiges an Leckereien, gerade für die Kleinen.
"ICH WILL EIN EIS, MAMA!" tat er plötzlich mit kräftiger Stimme kund, dringend an seine Erziehungsberechtigte gewandt.
"Gleich, Schatz. Der Papa muss erst noch..."
"NICHT GLEICH! JETZT! SCHOKO UND VANILLE!" Mäxchen machte gleich Nägel mit Köpfen und gab seine Bestellung auf.
Die Mutter, immer noch in eine Ausgabe der "Landlust" vertieft, schien derlei schon gewöhnt, denn sie blickte nicht mal auf. Stoisch wiederholte sie ihr "Gleich, Schatz, der Papa muss erst.." um an gewohnter Stelle von den Forderungen des Youngsters unterbrochen zu werden. Respekt an die Geduld der Mittzwanzigerin, die hatte anscheinend Nerven wie Drahtseile.
So ging es noch ein wenig hin und her und Loriot hätte an der Szene seine helle Freude gehabt. Ich auch, wären da nicht diese pochenden Schmerzen mit Klopfen und Kieferklemme..
Die magische Tür öffnete sich jetzt wieder und ich hob so hoffnungsvoll den Kopf, als wäre ich eine Verdurstende und jemand reichte mir die letzte Cola vor der Wüste. Aber nein, ein weiteres Frau-Kind-Gespann betrat das Wartezimmer und nahm Plätze ein. Hier handelte es sich aber offenbar bei dem blondschopfigen Jungen um den Patienten, denn er hielt sich die Wange. Die Dame war wohl auch nicht die Mutter des Jungen - ich nenne ihn jetzt mal Moritz - denn sie telefonierte hektisch und gestresst mit wohl eben dieser. "Die Gesundheitskarte hast du.. ja... wann geboren? Ach ja stimmt.... ach, das wird schon nicht so schlimm sein... was? Nee, der sitzt hier neben mir...sind noch 3 vor uns, ja... ja.... das kann noch ein bißchen dauern..... Ok, wir sehen uns. Tschau!"
Hm, dieser Moritz schien das genaue Gegenteil vom Max zu sein. Leise und bleich saß er still auf dem Kinderstühlchen, schüchtern wagte er gar nicht, irgend etwas anzufassen. Während Mäxi immer noch lauthals sein SchoVani-Eis forderte.
Kam ich aus diesem Vorhof der Erziehungshölle jemals wieder heraus? Oder irgendeiner von diesen Personen? Mir kam der Song von den Eagles in den Sinn, Hotel California, und besonders die Textzeile "You can check in every time you want, but you'll never leave..." Ja, willkommen beim Zahnarzt California, mitten in einer bekirmesten Kleinstadt im nördlichen Münsterland. Loriot würde mittlerweile wohl ausrasten vor Begeisterung, würde er noch unter uns weilen.
Das Muttertier schien nun endlich mit der April-Ausgabe der "Landlust" durch zu sein und plötzlich funktionierten ihre kognitiven Fähigkeiten wieder. Sie sprang auf, reichte dem Sprößling seine Jacke und verließ eilig das Wartezimmer. Mit ihm, was ich als sehr wohltuend empfand! Hach! Endlich Ruhe im Saal!
Tja, das dachte ich jedenfalls, denn auf einmal schien sich Moritz an seine Sprache zu erinnern und nörgelte los: "Dauert das noch lange? Mir ist laaaangweiliiig!"
Oh nein, nicht der jetzt auch noch.
Die Dame schob ihm ein Bilderbuch hin. Das gute alte Bilderbuch würde augenblicklich wieder für Ruhe sorgen. Ein Hoch auf..
"Ach maaa. Das kenn ich schon", begehrte der Blondschopf auf und das wiederholte sich bei allen 4 vorhandenen Bilderbüchern. Offenbar saß Moritz öfter in Wartezimmern herum.
Auf einmal hatte die Dame eine ganz grandiose Idee: Sie tippte was auf ihrem Smartphone ein und plötzlich brachen Bagger, Maschinengewehre, Silvesterraketen und Hubschrauber über das kleine Wartezimmer herein. Meine unbegeisterte Mine dazu wurde konsequent ignoriert. Was zum Teufel...?
"WILLKOMMEN ZU EINER NEUEN EPISODE VON 'LEGOLAND IST ABGEBRANNT' auf YOUTUBE. GLEICH GEHTS WEITER NACH EINER KURZEN WERBEUNTERBRECHUNG!"
Das träume ich doch jetzt nur, oder? So wie diese gesamte Zahnschmerzsache doch eigentlich nur ein Alptraum sein kann. Oder? ODER?
Nein. Es ging nach der kurzen Werbeunterbrechung weiter mit dem abgefackelten Legoland, und zwar in voller Lautstärke. Hatte die Dame noch nichts von der segensreichen Erfindung der Ohrstöpsel gehört, die man in einem solchen Fall gerne verwendet? Zur Schonung der noch nicht abgeburnten Umwelt?
Anscheinend nicht, denn sie widmete sich nun in aller Gemütsruhe der Lektüre einer Ausgabe von .. na ratet mal... richtig: Der Landlust.
Nach weiteren 3 Folgen von "LEGOLAND IN GEFAHR" fand sich auch Mäxchen mitsamt Mutter und einem Rieseneis Schoko-Vanille wieder im Wartezimmer ein.
"OH GEIL, JUTJUP-LEGOLAND! MAMA, MACH MA MEIN TABLET AN!"
Und so kam es, dass ich simultan in den Genuss von 2 verschiedenen Episoden von "LEGOLAND IST ABGEBRANNT" kam und ich weiss gar nicht, welche mehr in meinem Schädel dröhnte. Immerhin hielten Max & Moritz derweil die Klappe und als ich ENDLICH ins Behandlungszimmer gerufen wurde, warf mir die Sprechstundenhilfe einen vielsagenden Blick zu.
"Schöne neue Welt, nich?"
Ich nickte bejahend, bevor ich mich in den gefürchteten Stuhl des Zahnarztes begab. Heute aber kam er mir vor wie der Himmel auf Erden.

Mittwoch, 18. April 2018

Das Wartezimmer from Hell - Kirmes innen und außen!

Wenn man von doch recht starken Schmerzen geplagt wird und auch nicht gerade eine ruhige Nacht damit verbracht hat, wenn man sein Gesicht immer stärker anschwellen sieht, feste Nahrung zum Schreckgespenst wird und nicht nur deshalb irgendwie schlechte Laune hat, dann sehnt man sich nur noch danach, dass es endlich aufhört. Aufhört zu puckern und zu pochen, zu schmerzen und zu nerven und dass es einfach wieder so wird wie vorher.
Mit einem Gewissen, das noch schlechter ist als ein Liter Milch, der tagelang in der prallen Sonne stand, erinnere ich mich daran, dass ich im letzten Jahr einen Termin zur Entnahme des nun stark marodierenden Weisheitszahnes aus - ja, aus Feigheit, aus Angst eben - platzen ließ, mit einer eher fadenscheinigen Begründung. Damals war es auch nicht so schlimm gewesen und ich dachte, noch ein paar ruhige Jahre mit ihm gemeinsam verbringen zu können. Dass das blöde Ding so undankbar ist und mir heute die Hölle so heiss macht - wer konnte das denn ahnen? Ok, mein Zahnarzt vielleicht..
Egal. Ich bin im Hier und Jetzt und nachdem ich einen Parkplatz fand, den ich auch nach einer Tortur bestimmt wiederfinden würde, begab ich mich in die Notfallpraxis. Freundlich wurde ich begrüßt, eventuell ein wenig bedauert und zum Warten ins gleichnamige Zimmer geschickt. Drei Patienten, teils mit, teils ohne Begleitung harrten hier schon der Dinge und ich setzte mich brav auf ein Stühlchen, hoffend, dass das hier jetzt ratz-fatz ginge mit der ruhebringenden Erlösung. Denn Ruhe war das zweite, nach dem ich mich sehnte - einfach nur Ruhe haben und einigermaßen schmerzfrei sein. War das denn zuviel verlangt?

Ja, war es. Denn mit der Ruhe war es nicht weit her! Das wurde schlagartig klar, als ein Patient, der seine Kleinfamilie zur moralischen Unterstützung dabei hatte, das Zimmer Richtung Behandlungsraum verließ. Ein kleiner Junge mit Undercut-Frisur nebst seiner jugendlichen Mutter waren wohl Garanten dafür, dass jetzt gleich das Entertainment-Programm losgehen würde. Allerdings nicht das für die leidgeprüften Patienten, sondern eher das für den kleinen Jungen.. ach, ich nenne ihn jetzt einfach mal Max, der Einfachheit halber.
Während man selber als Kind in Wartezimmern immer dazu angehalten wurde, ruhig zu bleiben und anderen Menschen nicht auf den Keks zu gehen, und sich auch weitestgehend daran hielt! - scheint diese goldene Regel stark an Gültigkeit eingebüßt zu haben. Denn - ich ahnte es bereits im Vorfeld - Max hatte jetzt schon keinen Bock mehr, brav mit seinem mitgebrachten Tablet Counter Strike oder ähnlich Wertvolles für Kiddies um die vier Jahre zu zocken. Wenn ich nochmal zurückdenke, waren für Jungs in dem Alter immer Spielzeugautos, Bauklötze und Bilderbücher interessant, aber bloß keine Unordnung in die Spielecke bringen! Für uns Mädels gab es Teddys und Püppchen zum Spielen oder auch mal ein einfaches Puzzle und rosafarbene Bilderbücher ohne Actionhelden. Selten wurden diese Dinge allerdings exzessiv benutzt, denn sie sahen immer aus wie ladenneu und weilten geordnet in einer bunten Kiste, die auch als Notsitz diente, auf ihre Einsätze. Meist saßen wir Kinder doch still und fromm neben unseren Erziehungsberechtigten, denn wir sollten ja niemandem auf den Keks gehen...
Aber die Zeiten haben sich geändert. Das musste ich heute einmal mehr feststellen, als Klein-Max so langsam, aber sicher zu Hochform auflief. Jetzt schubste er die Spielzeugautos carambolageartig vom Kindertischchen und verlangte nach einem Eis. Draußen sei ja schließlich Kirmes, und er müsse hier drinnen darben und auf seinen mutmaßlicheen Erzeuger warten.
Kurzum: Mäxchen quengelte und fing derweil an, mit den Händen lautstark gegen die Regipswände zu klatschen, um seinen Bedürfnissen mehr Nachdruck zu verleihen.
Für eine weitere wartende, wahrscheinlich zahngepeinigte Dame und für mich, die gerade ihre eigene Kirmes im linken hinteren Unterkiefer beherbergte, ein Grund, genervte Blicke gen Himmel zu senden.
Die zahlreich ausgelegten Zeitschriften interessierten mich schon nicht mehr, denn ich konnte mich auf kein geschriebenes Wort mehr konzentrieren, Ein Wunder, dass ich die Autofahrt hierher schon schadlos überstanden hatte, denn meine Fahrkünste waren bereits nach 3 Minuten auf ein Mimimum beschränkt! Die Schmerztabletten, dich ich mir in der Nacht schon eingepfiffen hatte, taten ihr übriges, nur eins nicht mehr: Schmerzen lindern.
Die Mutter des Mäxchens, der mittlerweile dazu übergegangen war, selbige mit den heruntergefallenen Matchboxautos zu traktieren, machte indes einen eher ruhigen Eindruck. Sie schien derlei gewohnt zu sein und hatte bereits resigniert, denn sie studierte dabei scheinbar gelassen eine Ausgabe der "Landlust - das Magazin für Stil und Wohnkultur" aus dem ausliegenden Stapel. Stil und Wohnkultur ging diesem Wartezimmer derweil völlig ab.
Plötzlich öffnete sich die Türe der Hoffnung und die andere Dame wurde gerufen. Wie der geölte Blitz schoss sie der Sprechstundenhilfe hinterher, mich mit meinem Schicksal allein zurücklassend. Mäxchen konnte hingegen nicht anders, in die sich schließende Tür noch einen kleinen VW-Käfer zu werfen, traf allerdings nur die Glasscheibe. Nicht mal dieser Beinahe-Schaden brachte die Mutter zum Aufblicken und belustigt grinste ich in mich hinein und stellte mir vor, wie sehr sie sich wohl nach einem idyllischen Bauernhaus mit weißen Tischdecken, stilvoller Silberdeko und lindgrünen Vorhängen sehnen mochte. Ohne den zerstörerischen Sohnemann, womöglich.
Zwei Dinge würden mir das Leben nun spontan erleichtern: 1. Die Tür ginge auf und ich würde Mutter und Max nun meinerseits innerlich Adieu sagen dürfen oder 2. der Vater kehrte endlich aus der Kammer des Schreckens zurück, nahm Frau und Kind und alle zusammen stürzten sich ins bunte Treiben der Fahrgeschäfte und Losbuden und zu allererst zum Eismann, um Mäxens Hunger auf leere Kohlenhydrate zu stillen.
Eine Uhr hatte ich gar nicht dabei, aber es muss nun schon eine Stunde vergangen sein, seit ich mich still und introvertiert auf mein Stühlchen gesetzt hatte. Aus Gründen gab es auch keine Zeitanzeige im Warteraum. Hm.
Da! Die Tür öffnete sich. Möglichkeit 1. oder 2.?
Irrtum. Aber wenn ihr wissen wollt, welche Option sich nun auftat, dann lest euch auf jeden Fall die nächste Episode des Wartezimmers from Hell durch! ;-)

Sonntag, 15. April 2018

Das Wartezimmer from Hell - Wie alles begann!

Wir alle kennen das wohl leider: Man hat abends schon so ein seltsames Kribbeln in der unteren Gesichtshälfte und am Morgen dann die Bescherung. In diesem Fall leider kein Lottogewinn, sondern eine ziemlich deutlich angeschwollene Gesichtshälfte nebst ebensolchem Übeltäter, einem marodierenden Weisheitszahn. Natürlich nicht ohne epischen Schmerzhintergrund. Das zwiebelt und klopft und puckert!
Ein Blick auf den Kalender verrät mir: Mist. Es ist Samstag morgen and the weekend is just beginning. Na, das wird ja ein Spaß, denn der ganze Zirkus macht nicht den Eindruck, als würde mit einer Kompresse aus Kamille und Salbei direkt alles wieder gut. Selbst die zuverlässigen Schmerztabletten scheinen ohne Wirkung zu bleiben. Und der Montagmorgen ist noch weit! Zu HÜLFE!
Was also tun: Den zahnärztlichen Notdienst in Anspruch nehmen, natürlich. Und das so schnell wie möglich.
Es ist gerade einmal 7:42 Sternenzeit (weil ich vor Schmerzen Sternchen sehe, die um meinen Zahn der Weisheit zu kreisen scheinen). Also Internet an und recherchieren. Wer würde wohl als dienstbarer Geist zur Verfügung stehen, um mich von der Pein zu befreien? Vielleicht sogar mein neuer Lieblings-Zahndoc?
Das Internet preist auf den entsprechenden Seiten nur eine Service-Hotline für den Landkreis an. Mit einer Bandansage. Willkommen im Jahr 2018.
Die Dame teilt mir hiermit mit, dass ich mich auch für einen anderen Notdienst in einer anderen Stadt entscheiden könne, da in meiner Stadt sowieso kein Notdienst zur Verfügung stünde. Ich überlege genervt, wie weit mich meine Autofahr-Skills wohl noch bringen, wenn ich noch eine ganz kleine Schmerztablette einwerfe. Zunehmend genervt vernehme ich die Bandansagen-Dame, die mir eine Notfallpraxis im Nachbarort anpreist. Alternativlos, wohlgemerkt, obwohl es hier in der Gegend eigentlich eine wahre Zahnärzte-Schwemme gibt. Aber nur diese eine Nummer wird genannt. Ich wähle sie mit zitternden Fingern. Erwähnte ich eigentlich irgendwann schon einmal, dass ich eine Riesenangst vorm Zahnarzt habe? Und dann noch als Notfall!
Aber anders lässt sich der Zustand meines Unterkiefers leider nicht mehr beschönigend beschreiben. Es schmerzt wie Sau, klopft, schwillt immer noch mehr an und ich bekomme den Mund gar nicht mehr auf. Es fühlt sich ein bißchen an wie ein CD-Player-Schlitz am Autoradio, nur mit weniger Spielraum.
"Der gewünschte Gesprächspartner ist zur Zeit nicht erreichbar" , teilt mir eine andere, wesentlich strengere Computerdame mit. Ouha.
"Bitte versuchen Sie es später noch einmal!" raunzt sie weiter. Wäre ich ein Cocker-Spaniel, würde ich die Ohren hängen lassen bis auf den Fußboden. Da ringt man sich einmal durch, der Stimme der Vernunft zu folgen und eine Zahnarztpraxis aufzusuchen, bevor man vor Schmerzen explodiert, und dann sowas. Enttäuschend.
Ich beherzige den Tipp und versuche es später noch einmal. Und noch später und noch später und noch später auch noch mal. Und jedesmal verzweifle ich ein bißchen mehr. Komm, einmal noch und... da geht tatsächlich ein MENSCH ans andere Ende der Leitung! Juhu!
Vor lauter Überraschung lasse ich fast das Telefon fallen. Dann melde ich mich aber korrekt und trage mein Anliegen vor.
"Dann sollten Sie aber so schnell wie möglich hier vorbeikommen", schlägt die Nichtcomputerstimme heiter vor. Ja klar, deshalb ruf ich ja an. Bis nächste Woche Donnerstag halte ich das nämlich nicht mehr aus...
"Ich bin in einer Viertelstunde da.." verkünde ich optimistisch. Wo war nochmal die Bahnhofstraße im Nachbarort?
"Hier ist grad Kirmes, da sind die Parkplätze knapp!" Oh nein, auch das noch. Eine komplette Kirmes hab ich gerade im Kopf, da brauche ich nicht noch eine reale. Trotzdem steige ich ins Auto, starte den Motor und begebe mich auf eine Fahrt ins Ungewisse...
Dass meine bösesten Vorahnungen beinahe noch übertroffen werden und wie es weitergeht, erzähle ich im nächsten Teil von "Wartezimmer from hell". Fly on! :-)


Freitag, 2. März 2018

Es ist kalt in Deutschland...

und zwar mal so richtig kalt! Jeder Winterfan dürfte in dieser Woche voll auf seine Kosten gekommen sein. Leider zähle ich nicht zu den Anhängern der Temperaturen jenseits der 0° Celsiusmarke und der sog. "Weißen Pracht", also brauchte ich ein paar witzige Bilder und Sprüche, um durch die hoffentlich letzte Winterwoche der Saison zu kommen! Die besten hab ich mal hier für euch zusammengesammelt:

Das würde ich genau so unterschreiben. :-)


WICHTIGER HINWEIS!


Jaa jaa, ist ja schon gut. Angeber!


Romi ist definitiv KEIN Quarter Horse. Und auch kein Fjordpferd.


Hier noch ein kleiner Hinweis:


LOL!

Wartet! Ich will mit!! ;-)

Ein echtes Kunstwerk ist dies:





Und mit diesem meinem derzeitigen dezenten Abendgruss an den Himmel

wünsche ich euch ein warmes und schönes Wochenende! :-)

Comin' soon....!

Dienstag, 13. Februar 2018

Pferde bei Festumzügen radikal verbieten?!

Zum Thema "Pferde bei Festumzügen" ein paar meiner Gedanken dazu:
 Ich hab 2x an so etwas ähnlichem teilgenommen, jeweils mit einem anderen Pferd. Beim ersten Mal wurde ich vom Veranstalter nach ein paar Minuten peinlicherweise nach Hause geschickt, weil die Stute, die ich ritt, dermaßen unruhig von der Pauke hinter sich wurde, dass sie beim ständigen Stop and Go jedesmal auf den Hinterbeinen stand, wenn es weiterging. Dieser Aufforderung hätte es gar nicht bedurft und ich bin bei der allernächsten Gelegenheit unauffällig rechts abgebogen und wieder zum Stall getrabselt. Die Zuschauer fanden das übrigens eher lustig als gefährlich, bei mir war das allerdings umgekehrt. Es handelte sich übrigens um eine unsedierte, eigentlich todbrave, aber halt Trakehnerstute. Sie wurde nie wieder bei ähnlichen Veranstaltungen eingesetzt, weil sie zu lärmempfindlich war.

Den 2. Umzug bestritt ich mit einer jungen, aber unfassbar gelassenen Stute mit polnischer Geburtsbescheinigung, ebenfalls höher im Blut stehend, die in der Halle gern mal ein wenig die Sau rausgelassen hat. Dieser Umzug mit Kapelle und Kutschen und Riesentamtam schien aber genau ihr Ding zu sein. Sie präsentierte sich regelrecht und genoß die Aufmerksamkeit und ich konnte schön auf ihr am halblangen Zügel im historischen Kostüm einherflanieren und sogar noch Blümchen verteilen. Auch sie war komplett unsediert, während ich wegen der schlechten Erfahrung beim 1. Umzug gerne ein Beruhigungsmittel gehabt hätte. Aber wie gesagt, das war wirklich chillig und hat sogar Spaß gemacht, auch wenn es ein Pflichttermin war. 

Man kann also nicht alles über einen Kamm scheren, aber Pferde, die das eben nervlich nicht drin haben, haben in einem solchen Umzug nichts, aber auch gar nichts, verloren, auch nicht mit einem gewissen Pülverchen intus. Bei den Wallachen und Hengsten kann man es ja gut erkennen, ob sie "was im Tee" hatten oder nicht. Ansonsten erkennt man es am Blick bzw. der Mimik des Pferdes.
Auf einem Kutschbock ist man sowieso mehr oder weniger in Gottes Hand, denn ein durchgehendes Gespann hält man nicht mal so einfach auf. Die Pferde, eindeutig Kaltblüter - manche Scherzkekse in den Weiten des Internets witzelten übrigens "Das waren bestimmt Araber" - aber mit geworfenen Gegenständen zu traktieren ist eine Handlung, die ich auf das Schärfste verurteile. Sowas ist absolut verachtungswürdig und durch nichts zu rechtfertigen.  Damit hat der mutmaßliche Werfer das Leben von Mensch und Tier gefährdet und billigend in Kauf genommen, dass sowas auch sehr tragisch enden kann.Imho ist das ähnlich zu bewerten wie Gegenstände von Autobahnbrücken werfen: Es kann zu einem Unfall mit schlimmen Folgen kommen, muss aber nicht.
Was aber geht in den Köpfen von Personen vor, die so etwas tun?
Liegt das Problem wirklich bei den Pferden? Als von Mutter Natur auf Fluchttier programmiert,  würden sie von sich aus wahrscheinlich nicht an einem Rosenmontagszug teilnehmen, aber uns Menschen zuliebe haben sie es durchaus schon unfallfrei getan. Und ich denke mal, viele viel bejubelte wiehernde "Stars" auf vier Hufen würden auch vor hohen Hindernissen und/oder blumengeschmückten Dressurvierecken schleunigst reißaus nehmen, wenn sie die Wahl hätten, viele sogar bereits vor dem weit geöffneten Pferdetransporter oder Anhänger. Oder gar vor einem Reiter, der sich mit einem Sattel und einer Trense in eindeutiger Absicht nähert. Die meisten tun es aber nicht, sondern machen im Rahmen ihrer Möglichkeiten uns zuliebe das alles mit! 
Würden wir ohne die Reiterei aber unsere Freunde, die Pferde, nur noch im Zoo bestaunen können? Was wäre, wenn?
Es kommt immer auf den Einzelfall an, denke ich. Nehme ich noch einmal meine beiden Stuten als Beispiel her, die ich anfangs beschrieb, habe ich eine Antwort für mich: Die eine hasste es, die andere liebte es. Beide waren nicht sediert, wurden allerdings auch nicht mit Gegenständen beworfen. Das macht zumindest bei der gelassenen Stute einen Riesenunterschied aus.

Dienstag, 30. Januar 2018

"Geh mal an die frische Luft...!"

Diesen Satz kennen viele heute Erwachsene aus ihrer Kinder- und Jugendzeit und unsere heutigen Kinder sicherlich auch zur Genüge. "Geht mal an die frische Luft" suggeriert Spiel, Spaß und Sport bis zum Anbruch der Dunkelheit, Freunde treffen, Aktivität halt. In der heutigen Zeit, in der viel gesessen wird, ob in Schule, Beruf oder in der Freizeit vor Computern und Playstation, ist das ein wertvoller Ausgleich. Denn wer sitzt (bis auf wenige Ausnahmen)  an dieser ominösen "frischen Luft" draußen auf einer Bank und zockt irgendwas auf dem Smartphone?
Nein, nein, "Geh mal an die frische Luft" ist mit Bewegung verbunden. Ob Joggen oder Nordic Walking, Parcours oder Wakeboard, mit dem Fahrrad unterwegs oder sogar zu Pferd, Bewegung tut immer gut, vertreibt miese Gedanken und hält den Körper in Form - sorry, in Shape, wie es heutzutage heisst. Frische Luft ist also positiv für Leib und Seele, für Mensch und Tier gleichermaßen. Jetzt, wo der Winter sich so gaaaanz langsam verabschiedet, die Tage allmählich länger werden und auch die Temperaturen etwas ansteigen, ist man gleich viel motivierter, die zwar warme, aber auch etwas wintermuffige Bude zu verlassen und dem Sofa die Möglichkeit zu geben, sich etwas von den Strapazen der langen dunklen Abende auf selbiger vor der Glotze mit Serien-Dauergucken zu erholen!
"Geh mal an die frische Luft", meistens im Nachsatz mit "Das tut dir mal ganz gut" ergänzt von wohlmeinenden Menschen zeugt von Sorge, nicht unbedingt von Vorwurf. Jemand möchte, dass es uns besser, um nicht zu sagen gut geht. Auch nach einer Krankheit, verbunden mit Fieber, Schmerzen, Unwohlsein ist der erste Spaziergang zwar meistens anstrengend, wird aber überaus häufig mit "Das hat mal richtig gut getan" kommentiert.
Draußen ist die Aussicht einfach besser, man kann den Blick auf "Weit" stellen und die klaren Farben und die Gerüche der Außenwelt wahrnehmen. Wenn man ein wenig achtsam durch die Natur streift, das Ipod zuhause läßt und auch die Ohren nicht verstöpselt, schärft man die Sinne für das, was normalerweise mit "ist halt da" bezeichnet wird. Und man staunt einmal mehr, wieviel man eigentlich verpasst hat seit damals, als unsere Eltern uns zum Spielen mit den Kumpels rausgeschickt haben. Wohlmeinend und mit dem Wissen, dass es uns danach nicht nur besser geht, sondern richtig gut!

Noch ein kritischer Nachsatz, den ich mir nicht verkneifen kann: Wenn diese "frische Luft" und dieses "Draußen" so super ist und uns so gut tut, warum machen wir Menschen das dann mit der uns eigenen Hartnäckigkeit einfach kaputt???

Sonntag, 31. Dezember 2017

Jahresendgedanken....

Das Jahr 2017 wird in nur noch wenigen Stunden Geschichte sein.
Es war ein Jahr mit Höhen, Tiefen und auch duldsamem Dahinplätschern.
Alles, was die Öffentlichkeit betrifft, ist schon in den zahlreichen Jahresrückblicken berichtet und parodiert worden. Privat kann ich nur sagen: Es gab schon wesentlich schlechtere für mich!
Vor einigen Monaten feierte ich mit Romero unser Sechsjähriges und mit der bezaubernden Jeannie kürzlich erst unser fünfjähriges Beisammensein und beide, das manchmal ziemlich eigenartige Pferd und die ebensolche Katze, passen prima zu mir und ergänzen mein Leben hervorragend. Beide möchte ich nicht mehr missen! Der bezaubernden Jeannie möchte ich noch ein Prädikat "Besonders wertvoll" aufdrücken, denn sie ist nicht nur meine Katze, sondern auch meine Gefährtin. Auch Romi, dem etwas exzentrischen Arabo-Westfalen gebührt dieses Label, denn er bewies mir in diesem Jahr ein paarmal sein hart erarbeitetes Vertrauen, ebenso sein kleiner Kumpel, der hier unter dem Namen "Mäxchen" hin und wieder etwas bloggt! Das hat mir so viel Freude bereitet, ihr glaubt es kaum! :-)
 Unvergesslich bleibt mir wohl der Moment vor ein paar Stunden, als ich tief versunken einer meiner Lieblingsbands mit einem meiner forever favourite Songs lauschte (Danke an dieser Stelle an 3Sat und "Pop around the Clock") und meine schwarze Gefährtin zu mir aufs Sofa hopste, ebenfalls eine völlig entspannte Haltung einnahm und mit mir zusammen den Song genoss. Dabei schnurrte sie, aber es war nicht dieses laute, manchmal etwas übermotivierte Schnurren, sondern ein ganz leises, kaum hörbares, deutlicher über die dabei entstehende Vibration in ihrem kleinen pelzigen Körper spürbar und deshalb umso wunderbarer. Sie schien sogar leicht mit ihrem entzückenden kleinen Köpfchen mitzugrooven! Ich tauchte völlig in die Situation ein und kann gar nicht so genau sagen, wann er vorbei war....
 Ein magischer Moment zu Silvester, kann ein Jahr noch harmonischer enden?

Ich jedenfalls wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr 2018 und dazu Gesundheit, Glück und Frieden! :-)

Euer Copinchen!

Mittwoch, 15. November 2017

#imWagenvormir: Hello Darkness...

"Hello darkness, my old friend......"

Wer kennt ihn nicht, den Autofahrer-Herbstblues. Willkommen im November mit all den fiesen Tücken auf den Landstraßen und in der Stadt!  Denn die dunkle Jahreszeit birgt gleich mehrere Nachteile:
1. Es ist dauernd dunkel.
2. Es regnet dauernd und/oder es ist sehr oft neblig.
3. Winterreifen (der Name allein schon!) müssen montiert werden.
4. Morgens muss der Eiskratzer parat liegen.
5. Diverse Autofahrer können nicht mit ihrem Fernlicht umgehen.

Mit dem Fernlicht ist das auch schon so 'ne Sache. In der Fahrschule, bei den sogenannten "Beleuchtungsfahrten" lernt man den richtigen Umgang mit den Hilfsscheinwerfern bei Dunkelheit. Oberstes Gebot: Bei Gegenverkehr Fernlicht ausschalten! Und wenn es neblig ist, sieht man mit Fernlicht noch weniger als ohne, weil man sich auf den feinen reflektierenden Tröpfchen selber blendet.
Das hindert einige der lieben Mit-Verkehrsteilnehmer allerdings nicht, jene goldenen Regeln zu ignorieren. Was hat man auch auf der Gegenfahrbahn zu suchen, wenn ER gerade Auto fährt! Mit "Auto" meine ich ein Schlachtschiff an neuester Technik, höchster PS-Anzahl und die Winterreifen sind auch auf tollen Alufelgen montiert. Von vorne im Beleuchtungsmodus sieht das Schlachtschiff  aus wie eine Flugzeuglandebahn bei Nacht, schon bei eingeschaltetem Abblendlicht nebst Nebelscheinwerfern. Leider wurden bei dieser Art Auto meist vergessen, die Blinker rechts und links zu montieren. Wozu auch.

Gnädig wird vielleicht abgeblendet, wenn man ihnen entgegenkommt, aber seit neuestem liegt es wohl im Trend, mit dem Aufblenden nicht mehr abzuwarten, bis der Entgegenkommende vorbeigefahren ist. So bekommt man die gesamte Bandbreite der High-End-LED-Leuchtmittel direkt beim Passieren in die Netzhaut gebrannt! Man will ja schließlich Eindruck hinterlassen, ne? Wenn man das teure Schlachtschiff im Dunkeln schon nicht erkennen kann.
Warum man mit eingeschaltetem Fernlicht plus Nebelscheinwerfer durch eine immerhin noch beleuchtete Innenstadt fahren muss, wird auch auf ewig deren Geheimnis bleiben.

Ähnlich verhält es sich mit der sagen- und manchmal auch spinnwebenumwobenen Nebelschlussleuchte. Manche FahrerInnen wissen recht wenig um diese Sicherheitsleuchte, die im Einzelfall bei diesigem Niederschlag der Marke "The Fog-Der Nebel des Grauens" herniederrieselt eine große Hilfe sein kann. Andere gehen geradezu inflationär mit dem Schalter des Grauens um, wenn sie ihn erst einmal entdeckt haben. Blöd nur, dass der Hinterherfahrer für den Rest des Tages eine rotes Quadrat vor der Nase halluziniert. Auch hier gilt: Rücklicht- ähm, Rücksicht ist im Straßenverkehr oberstes Gebot! Und auch die Nebelschlussleuchte hat in der Innenstadt mal so gar nichts verloren, da dort die Sichtweite nur in den allerseltensten Fällen unter die magische 50-Meter-Marke fällt. Und als Deko ist sie mal so rein gar nicht zu gebrauchen. Dass die Geschwindigkeit bei eingeschalteter NSL der Sichtweite angepasst werden sollte, hat sich auch noch nicht so wirklich herumgesprochen.

Da fällt mir gerade etwas ein: Gebe der Allmächtige, dass es niemals, aber auch wirklich NIEMALS erlaubt wird, andersfarbige Nebelschlussleuchten zuzulassen. Gegen ein mildes Lindgrün hätte ich nichts einzuwenden, aber Lindgrün ist - im Gegensatz zu Pussywagon-Pink! - leider so gar keine Trendfarbe....

Light on und kommt gut durch die dunkle Jahreszeit!



Freitag, 1. September 2017

#imWagenvormir: Da hat der A*sch aber gleich Kirmes!

Heute morgen wäre es beinahe passiert. Ich hätte um ein Haar einen Autofahrer mit seiner eigenen Krawatte erwürgt. Oder wenigstens kräftig geohrfeigt. Ich hatte eine geradezu unbändige Lust dazu!

Grund: In der Innenstadt wird gerade die Kirmes aufgebaut und die Zufahrtsstraße zu dem Wohnheim für behinderte Menschen, wo ich 3 Personen abholen und befördern sollte, war schon gut zugestellt von einem Fahrgeschäft, einer Absperrung von der Stadt mit der Aufschrift "Anlieger frei" und der städtischen Müllabfuhr, die just in diesem Moment ihren Dienst verrichtete. Weil auch noch der Parkplatz eines Ärztehaus in diese enge Straße mündet, war das wirklich ein Geduldsspielchen.
Ich quetsch also meinen Dienst-Crafter an der Absperrung vorbei und warte darauf, dass die Müllabfuhr die 8 Mülleimer geleert hat, dann hätte ich genügend Platz gehabt, um an dem fast fertig aufgebauten Kirmesstand, aus dem noch eine Stange in die Zufahrt ragte, vorbeizukommen.
Denkste. Das wäre wohl auch zu einfach gewesen. Denn:
Der Herr im vornehmen BMW, der gerade aus dem Parkplatz kam, hatte nicht vor, mich vorbeizulassen und stellte seine Karre eineinhalb Meter aus der Parkplatzausfahrt ragend mitten auf die Straße. Ob er sich wohl im Klaren war über die Ausmaße seines Luxusgefährts: Anyway. Das hieß für mich und dem Crafter: Warten, ob er merkt, dass er gerade ausnahmsweise keine Vorfahrt hat und wieder zurücksetzt. Die Stange der Kirmesbude näherte sich bereits bedenklich meiner Windschutzscheibe! Hinter mir versuchte ein weiteres Fahrzeug, aus der davor liegenden Kreuzung einzubiegen. Ich konnte also nicht mehr zurück und nach vorne auch nicht mehr. Ruhig ein- und ausatmen also, damit die bereits vorhandenen Fahrgäste nicht mitbekommen, dass ich bereits innerlich vor Wut und auch ein wenig Panik schäumte!
Und was macht der Heini im BMW: Fährt zentimeterweise weiter vorwärts, obwohl er keine Chance hat, an mir und der Kirmesbude vorbeizukommen.
Ich dachte, mich tritt ein Pferd und mach dem Typen mit Handzeichen klar, dass ich nicht mehr vor und zurück kann, wenn er sein Fahrzeug nicht mindestens einen halben Meter zurücksetzt.
Machte er aber nicht. Er fixierte mich mit eisernem Blick und rollte noch ein Stückchen vor.
Hinter mir war nun schon die gesamte Kreuzung blockiert. Ampeln wurden rot und grün, aber keiner kam mehr vom Fleck. Die eine oder andere Hupe ertönte bereits, aber was sollte ich machen? Ich steckte mit dem Bulli fest wie der Korken in einer Flasche. Hoffentlich bekommt keiner der Insassen eine Panikattacke, mich eingeschlossen!
Der mir gegenüberstehende Fahrer dachte tatsächlich, er hätte das Rechts-vor-Links-Vorfahrtsrecht. Aber er kam von einem Parkplatz mit abgesenktem Bordstein, der Schwachmat.
Nach einer gefühlten Ewigkeit (wahrscheinlich hat er schnell gegoogelt, wer nun wohin fahren darf) setzte er sein Auto gaaanz langsam wieder zurück in den übrigens völlig freien Raum hinter ihm. Am liebsten hätte ich den Schlüssel abgezogen, den Crafter dort stehen gelassen, wo er stand und dem Typen die Meinung gegeigt. Oder einmal mit Vollgas den BMW gerammt. Aber dann wäre ich wahrscheinlich ab morgen sehr viel mehr im Internet unterwegs statt auf den Straßen, weil mein Job dann Geschichte gewesen wäre.
Besser ist, ich verprügel ihn virtuell. Also: So ein a*schgesichtiger Vollpfosten!!!

Puh, jetzt geht's mir besser. In diesem Sinne: Keep calm and ride a horse! ;-)

Nicht mehr ganz so wutschnaubend,
euer
Copinchen! ;-)

Dienstag, 29. August 2017

#Shithappens Vol. III: Der Ritter der (Kokos)Nuss!

Hiermit schwöre ich noch einmal hochfeierlich meiner ortsansässigen Lieblingsautowerkstatt die Treue, denn das, was nun geschah, wäre meinem Schrauber niemals passiert.

Kapitel III: Unbezahlbar!

Es war sommerlich warm an diesem Dienstagmittag im August. Die Vöglein besangen den sich allmählich ankündigenden Jahreszeitenswechsel, kurzbehoste bzw. -berockte, bestens gelaunte Menschen flanierten zum schräg gegenüber liegenden Mäckes, um sich ein leckeres Eis zu gönnen und Cabriobesitzer fuhren oben offen durch den Kreisverkehr Richtung A 30, um sich einmal richtig den Fahrtwind um die Nase kitzeln zu lassen - oder wie so oft im Stau zu stehen. Dann aber mit Stil und Strohhut und Sonnenbrille.

Ob Fury, mein geliebtes blitzeblaues Auto, und ich jedoch vor Wintereinbruch wieder eine Straße befahren würden, bezweifelte ich langsam. ES IST DOCH NUR EINE VERDAMMTE BATTERIE ZU WECHSELN! Mittlerweile war auch der Auftrag (oh, geliebtes Bürokratenland) dem Drucker entschlüpft, allein es fehlte der zuständige Mechaniker, der wahrscheinlich bei der Mäckesfiliale noch ein zweites Dessert zu sich nahm.
Mein Herr Ritter, der ritterliche, suchte derweil verweifelt in Furys Innerstem nach seiner verlorenen Nuss, es musste ihm ähnlich zumute sein wie dem verzweifelten Gollum, der dem Hobbit Frodo den Ring, seinen Schatz, entlocken oder stehlen will. Ähnlich wie bei Tolkien schien ihm aber Sauron in Gestalt des Geschäftsführers im Nacken zu sitzen! Mordor, äh, mein blauer Fury, wollte aber die einmal eingeheimste Nuss offenbar nicht wieder rausrücken, denn sie blieb dem suchenden Auge nebst Halogentaschenlampe ebenso verschollen wie die versunkene Stadt Atlantis.

Hui! Fröhlich pfeifend betrat der Mechaniker 1, zuständig für Bühne 4, wieder den Ort des Geschehens! Rettung naht, so sehr der Ritterliche sich auch bemühte, helfend zur Hand zu sein, die Anwesenheit des Fachmanns für 3-Schrauben-Batteriesicherung ließ sowas wie einen Funken Hoffnung aufkeimen. Mit einer nicht gelösten Schraube gehen wir schließlich noch lange nicht nach Hause!
Schon schnappte er sich das geduldige Papier mit dem Auftrag, ließ sich grinsend den Schlüssel vom Nussversteck aushändigen und schwupps, stand Fury in den heiligen Hallen des 3buchstabigen Schraubermekkas.
Übrigens hasse ich es, wenn man in meinem Auto den Sitz verstellt. Ich bin nicht so riesengroß und irgendwann habe ich mal die ideale Position des Fahrersitzes gefunden, in der ich schalten, bremsen und gefühlvoll Gas geben kann, ohne mit der Nase auf dem Lenkrad zu hängen. Deshalb fahre ich meinen Fury auch mit Bravour auf jede Hebebühne oder Waschanlage. Diesmal: keine Chance. Dienst nach Vorschrift. Hmpf.

Nach ca. einer Minute saß die Batterie an ihrem Platz und Fury sprang auch freudig wieder an. Sogar besonders melodisch, wie ich mir einbildete. Kein Wunder, bei so einer feinen Batterie mit extra Kaltstartpower und sogar den Polen an den richtigen Positionen. Da gibt es nix mehr zu mucksen!

Mein strahlendes Lächeln ehrlicher Freude über den durchaus positiven, wenn auch teuren Einsatz wurde jedoch jäh unterbrochen vom Mechaniker 2, der sich auf Bühne 3 mit einem zickigen Toyota herumschlagen durfte: "Alles Werkzeug wieder am Platz, Ritter?" Dabei bedachte er das Verkaufstalent mit einem derart grimmigen Blick, dass mir das Blut und Fury die Kühlerflüssigkeit in den Adern gefror. Die NUSS, die dämliche!

Mechaniker 1 nahm dem Ritterlein auch flugs die Halogenleuchte aus der Hand, verrenkte sich akrobatisch in Furys Innerstem, schüttelte den Kopf und schwuppdiwupp war der Blaue auch schon eineinhalb Meter in der Luft. Fachmännisch wurde nun der Unterboden abgeklopft.
Allein ich in meiner Weisheit hielt die Klappe. Dies hier war Männersache und es ging hier auch um mehr als nur eine Schraubennuss. Es ging hier mindestens um einen Kasten Bier, wenn nicht sogar ein Fässchen. Männer unter sich halt.

Klopf klopf-dengeldengel und plötzlich: Da klingt es komisch, da muss sie sein! Unter der Verkleidung ganz vorne am Kühlergrill eine rundliche Verhärtung. Das muss sie sein, die herrliche Nuss!
Etwas lieblos riss Mechaniker 1 nun die Verkleidung herunter, immer gemäß Herstellerangaben, nehme ich an, pflückte die Nuss heraus und übergab sie dem Ritterlein wie ein Kleinod. Dieser wurde tiefrot, übergab das wertvolle Kleinod dem 2. Mechaniker, der es unter gemurmelten Formeln (Wow, Gandalf!) in seinen heiligen Gral bzw. Werkzeugschrank gleiten ließ. Nicht ohne vorher noch ein wenig Schmierfett von der Schale zu putzen. Fury hatte schließlich nicht so richtig saubergemacht.
Der vorwurfsvolle Blick ging an mir vorbei. Ich hatte nun schon meine Kreditkarte in der Hand und wollte diesem Tun und Treiben nun endlich ein Ende bereiten. Zeit ist Geld, Herrschaften!
Nach ein paarmaligem Hin-und Herbuchen wegen der zunächst falschen, dem ortsüblichen Satz zum Entsorgen einer Autobatterie (7,50 €), dem Einbau (17,- €) immerhin inklusive Märchensteuer, der Rückerstattung der Entsorgungsgebühr (7,50€) bei Erwerb einer neuen Batterie und noch ein wenig was für die Kaffeekasse war ich nun um einen Haufen Papier reicher und um einige Euros ärmer. Aber: Hauptsache, Fury springt wieder problemlos an, dann wohl auch im kommenden Winter (Kaltstartpower) und ich habe mal wieder eine Story aus dem echten Leben für meinen Blog, also für euch. Und das ist quasi unbezahlbar! :-)

Es grüßt euch
euer Copinchen (lässt nie wieder fremdschrauben)!

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