Donnerstag, 17. September 2020

Mäxchen bloggt: (K)U(h)rlaub!

Guten Morgen, liebe Freunde des gepflegten Ku(h)rztrips!

Schon mal eins vorweg: Es ist gerade wie im Paradies. So ruhig, so chillig, so entspannt. 

Nur der Große Tollpatsch und ich. Wir, das Dreamteam in der Mischvieh-WG. Alles, alles für uns beide ganz alleine. Herrlich!

Die Sonne scheint uns auf den langsam wieder dichter werdenden Pelz und wir haben noch Weidegras satt und können auch noch einen Birnbaum (Yummiiii!) abernten. Wer braucht da noch Heu, dieses trockene Zeug für schlechte Weidezeiten im Winter? Selbst daran könnten wir uns gerade völlig ungestört den Magen vollschlagen. Für den in letzter Zeit wieder etwas fülligeren Romi ist das wirklich gut, der war ja eine Zeitlang so dünn, dass ich schon Angst hatte, er würde sich eine Essstörung zulegen. Aber mittlerweile ist er für seine Verhältnisse schon wieder richtig mopsig geworden, ist gut gelaunt, hat sein übliches Temperament und auch das Tollpatsch-Training macht er motiviert und voller Elan mit. 

 Aber Freunde... diese RUHE! Einfach herrlich.

Kein Muhen im Morgengrauen, kein Blöken zur Mittagszeit, keine Bitchfights am Nachmittag und kein sonores Schnarchen in der Nacht. Und vor allem keine matschigen Flatschen mehr auf der Wiese, die können ja noch nicht mal vernünftig verdauen!

Die gehörnten Damen sind zur Zeit nämlich aushäusig! Sie wurden in eine Herde geschubst, um mal wieder ordentliches Kuh-Sozialverhalten zu lernen, diese verwöhnten Biester. Nur am Meckern waren sie in letzter Zeit, wollten Heu, obwohl eine große Wiese voller grünem Gras zur Verfügung steht, wollten dies, wollten das. Nervig, wirklich. Und frech waren sie, aber ich hab ihnen ja kürzlich gezeigt, was 'ne Harke ist. Trotzdem. 

Und vielleicht bleiben sie ja länger in ihrer neuen Familie. Ach, das wäre schön! Es geht doch nichts über einen KUH-rlaub im Frühherbst. Das ist fast wie selber mal verreisen! 

Aber das lassen wir lieber noch bleiben. Schließlich ist noch Coronazeit. Vielleicht ja nächstes Jahr. Ich für meinen Teil fühle mich hier zuhause gerade kuh- äh, sauwohl. Schön, wenn 50% der Herde mal durch Abwesenheit glänzen, richtig erholsam!


Habt eine gute Zeit und haltet Abstand und vor allen Dingen: Bleibt gesund!

Euer Mäxchen (zur Zeit Tollpatschtherapeut in Kurzarbeit)... ;-)

Dienstag, 4. August 2020

Der Applaus ist verstummt...

Wir haben jetzt August und der Corona-Ausbruch nebst Lockdown Light  ist nun schon gut ein halbes Jahr her. Ein richtiger strenger Lockdown sieht natürlich nochmal ganz anders aus, ist schon klar. Aber ein halbes Jahr ist schon eine ziemlich lange Zeit, es gab natürlich die eine oder andere Lockerung und man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, dass einige Personen diese potenziell tödliche Covid-19-Erkrankung nicht so bierernst nehmen und das Symbol der weltweiten Pandemie, den Mund-Nasenschutz, in eine dunkle Ecke des Kleiderschrankes verbannt haben. Wiederum andere bestärken in mir den Eindruck, dass man ohne jährliche Urlaubsreise auf keinen Fall weiterexistieren kann - eine Tatsache, die ich nicht bestätige. Meine letzte "richtige" Urlaubsreise ist bereits mehr als ein Jahrzehnt her.

Aber ich habe andere Prioritäten, wie ich mein Geld ausgebe, und bin trotz mangelhafter Auslandserfahrungen soweit zufrieden mit meinem jetzigen Leben - natürlich abgesehen von der Coronakrise. Die muss nicht sein.

Was ich weitaus mehr vermisse, als einen Trip zum Ballermann oder eine Mückenjagd am Amazonas ist:
Livemusik.

Gibt es etwas Tolleres als Gast bei einem Konzert mit deiner Lieblingsmusik zu sein, das Vibrieren des Basses, die Beats der Drums, das elektrisierende Solo einer ebensolchen Gitarre zu hören und zu fühlen? Die Emotionen des Songs tief im Innersten zu spüren? Um sich herum Einigkeit und Zustimmung für die dargebotene musikalische Energie zu erleben?

All das findet leider gerade nicht statt und das ist wirklich traurig. Die technisch versierten Ersatzveranstalungen via Stream oder in einem Autokino bieten nicht wirklich dasselbe: Es fehlt einen wichtige Komponente, nämlich das mitgerissene Publikum, das jeden einzelnen Song frenetisch feiert und mitwogt auf der Welle der Begeisterung, die die Menschen auf der Bühne mit ihrer Stimme oder/und ihrem Instrument Ausdruck verleihen.

Der Applaus, der Jubel, das Mitsingen der geliebten Lyrics. Das hat das Coronavirus uns genommen und wird es uns auch weiterhin nehmen, wenn so viele Menschen so unvernünftig agieren, weil sie "coronamüde" sind, wie sie es nennen.

Ich hingegen werde noch müder angesichts dieser kollektiven Dummheitsleistung, ohne den gebotenen Abstand und natürlich ohne das Symbol dieser schwierigen Zeiten, dem Mund-Nasenschutz - nein, nicht Kinnschutz oder NUR-Mundschutz oder Einohrschutz, wie man es auch immer wieder beobachten kann - wochenends gegen die Tatsache zu demonstrieren, dass CoViD-19 eine Erfindung der Regierung sei, um die Menschen stärker kontrollieren und womöglich per Zwangsimpfung  mit einem Minichip bestücken zu können.

Leute, kommt mal wieder klar. Bleibt besonnen und vernünftig. Wir können das. Wir haben die exponentiellen Zahlen schon einmal in den Keller gedrückt und könnten es wieder schaffen, wenn ihr alle mithelft. Und dann gibt es auch in nicht allzu ferner Zukunft wieder unbekümmerten Urlaub und Livemusik für alle - und darüber hinaus noch Fussballstadien mit Fans auf den Tribünen statt Pappaufstellern. Und Oktoberfest/immer wieder auf 2 & 4 mitklatschende Zuschauer in TV-Sendungen/Kreuzfahrten auf überfüllten Luxusdampfern, regelmäßigen Präsenzunterricht an unseren Schulen und noch sooooo vieles mehr! Es wäre wieder ein Leben, dass sich mit Highlights und Gemeinschaftserlebnissen füllen lässt.  Und so viel wert ist.

Und allen, denen  das und auch das Leben vieler Mitmenschen nicht den Umstand wert ist, eine Zeitlang mit einem kleinen Stück Stoff im Gesicht herumzulaufen, möchte ich eine schallende Ohrfeige verpassen. Das klingt dann auch wieder ein kleines bisschen wie Applaus.

Lasst es euch gut gehen und bleibt gesund...

Euer Copinchen


Mittwoch, 15. Juli 2020

Maskenball

Nein, sie ist noch nicht vorbei, diese CoViD-19-Pandemie. Auch wenn man manchmal den Eindruck gewinnen könnte, sobald man die eigenen 4 Wände verlässt und Nachrichtenquellen wie TV, Radio und Internet ausgeschaltet hat.
Längst hat man sich an die Zahlen gewöhnt. Zahlen? Ja, die in der gewohnten Reihenfolge

Neuinfektionen
Gesamtzahl der Infizierten
Genesene Patienten
Verstorbene Patienten
Reproduktionsfaktor

in aller Formalität abgespult werden. Senderübergreifend. Manchmal schaut man noch mal genauer, wie es im eigenen Landkreis ausschaut. Der eine oder die andere mag dann denken "alles halb so wild" und lässt den Mund-Nasenschutz einfach mal zuhause auf dem Küchentisch liegen. Was kann denn schon passieren, bei aktuell 12 Infizierten (fiktive Zahl als Beispiel) im eigenen Städtchen? Es wäre ja wie ein Sechser im Lotto, oder so wahrscheinlich wie vom Blitz getroffen zu werden, sich mit SARS-CoV-2 anzustecken, wenn man nur mal schnell in den AldiLidlPenny flitzt.

Der Mund-Nasenschutz, allgemein als "Maske" bezeichnet, hat wohl in der Kombination mit der Abstandsregel nicht unerheblich dazu beigetragen, dass wir bisher keine Massengräber ausheben und/oder im Krankenhaus Triagen vorgenommen werden mussten. Und trotzdem tut  manch einer so, als wäre es das Schlimmste oder wenigstens Lästigste auf der Welt, sein Gesicht in öffentlichen Räumen nur zur oberen Hälfte präsentieren zu können. Ach, die Maske ist soooo nervig, immer verrutscht sie, immer schwitzt man so darunter und sowieso und überhaupt: Wir sind FREIE BÜRGER und lassen uns nicht vom Gesundheitsspahn bevormunden. Geht ja mal so gar nicht! Und überhaupt, was ist mit Urlaubsreisen in diesem Sommer? Man braucht schließlich beeindruckende Instagramstorys, da kommt man mit einer Woche Ostsee kaum an neue Follower. Da ist ja nix los!
Das Unangenehme an einer weltweiten Pandemie ist leider, dass sie weltweit stattfindet. Ja, auch am Ballermann und in Dubai und in Kroatien. Also begleitet uns das Stück Stoff im Gesicht auch an unseren möglichst exotisch und kostspielig anmutenden Urlaubsort - Malle mal ausgenommen, aber da gelten anscheinend überwiegend andere Prioritäten. Wie uns die Bilder des letzten Wochenendes gezeigt haben, brauchte man da dringend mal ein wenig Urlaub von der Pandemie und hat lustig drauflosgefeiert. Scheiss drauf, Malle ist nur einmal im Jahr! Und das ha'm wa uns verdient, nach diesem lästigen Lockdown! Was gehen mich die anderen an? Man lebt nur einmal!

Genau das ist der Punkt. Man lebt nur einmal. Und wenn's dumm läuft, dann auch noch nicht mal sehr lange. Oder man beendet das Leben einer Person aus der sog. "Risikogruppe" durch die eigene Rücksichtslosigkeit, weil die "doofe Maske immer so im Gesicht klebt, wenn es heiss ist". Das ist natürlich ein Problem. Ich glaube aber, das richtige Problem kommt dann erst auf, wenn man sich dann doch durch seine eigene Einfältigkeit irgendwann auf einer Intensivstation wiederfindet, mit einer CoViD-19-Infektion und für die künstliche Beatmung vorbereitet wird. Dann kann es allerdings zu spät sein. Corona ist leider etwas hartnäckiger als ein ordentlicher Kater nach einer Ballermannparty.

Daher mein Appell an alle, wirklich alle: TRAGT BITTE EURE VERDAMMTEN MASKEN UND SCHÜTZT DAMIT EUCH UND ANDERE! Ja, bei jedem Einkauf. Ja, auch beim Tanken. Ja, auch im Taxi, bei der Arbeit, wenn es nötig ist, beim Arzt im Wartezimmer, im Bus, Zug, Bahnhof. Überall, wo man den leider nötigen Abstand zu anderen in geschlossenen Räumen nicht einhalten kann. Und: Einen 2. Lockdown möchte nun wirklich keiner. Nicht einmal die bezaubernde Jeannie. Niemand. Dann ist nämlich wirklich Schluss mit Lustig.

Aber es gibt einen klitzekleinen Lichtblick:  Wenn alles irgendwann mal überstanden ist, spenden wir die Masken an die Zoologischen Gärten als Hängematten für die Erdmännchenbabies. Wenn das kein Ansporn ist!  ;-)




Donnerstag, 25. Juni 2020

Mäxchen bloggt: Ruhe in Frieden, alter Freund...

Hallo, meine lieben Freunde... es ist wirklich ein trauriger Anlass für ein neues Posting und mein kleines schwarzes Shettyherz blutet. Wenn Ponys weinen können, tue ich es gerade. Und ich schäme mich kein bißchen dafür...

Wir hier in der Mischvieh-WG sind alle tief erschüttert. Ein guter, ein sehr guter Freund von uns ist kürzlich über die Regenbogenbrücke gegangen.

Ich möchte hier einen Nachruf auf Charly, seines Zeichens Golden Retriever und bester Freund des Menschen, aber auch von uns Huftieren, verfassen. Sein immer freundlicher Blick aus braunen Hundeaugen wird uns ebenso fehlen wie die Tatsache, dass er so gerne unser Pferdebrot geklaut und gefressen hat. Jeder Krümel davon war dir vergönnt, Kumpel!

Keiner hier am Hof hatte dauerhaft so supergute Laune wie Charly, niemand war weniger von Neid und Argwohn besessen. Charly hat seine positive Lebenseinstellung oft auf uns übertragen. Wir haben ihn oft als ... hm... etwas einfach gestrickt, aber von Grund auf gutmütig wahrgenommen, aber ihn auch respektiert, so wie jedes Lebewesen hier am Hof und auch außerhalb. Ok, Miss Lucy, die freche Stallkatze, vielleicht eher nicht. Sie hat ihn oft geradezu attackiert, um ihren Status als Stallbiest zu manifestieren. Und Charly hat sie gewähren lassen, wenn sie sich an seinem Hinterteil festgekrallt hat, statt sie wegzubeißen. Bei mir hat sie das genau einmal versucht und ist danach 2 Meter weit geflogen. Aber Charly war zu nett für diese Welt...  und diese hat er jetzt verlassen, um jenseits der Regenbogenbrücke neue und alte Freunde zu treffen.

Er fehlt uns wirklich sehr, immerhin hat er ja auch Haus und Hof beschützt, jedenfalls hat er gebellt, wenn jemand Fremdes vorbeikam, um ihn gleich freudestrahlend zu begrüßen und nach einer kleinen Leckerei zu fragen. Für das Pferdebrot von Romis Reiterin hatte er geradezu einen siebten (oder achten) Sinn entwickelt: Hatte sie eine Papiertüte dabei, wurde sie schon an der Hofeinfahrt abgefangen, ein Umstand, den Charly für ein paar schnöde Möhren nicht unbedingt betrieben hat. Und natürlich hat er etwas bekommen, der feine Kerl. Wer konnte diesem Charmeur (und oh ja, das war er wirklich!) schon widerstehen?

Gerne begleitete er in jüngeren Jahren auch die Ausritte vom Großen Tollpatsch ein Stück weit mit oder machte sich auch mal ganz alleine auf einen kleinen Spaziergang in die nähere Umgebung auf. Jeder hier kannte ihn und freute sich, ihn zu treffen und genauso sind jetzt auch all diese Menschen und Tiere traurig über die Nachricht seines Ablebens.

Charly, du warst wirklich ein toller Hund, ein noch besserer Freund und eine Bereicherung für jeden, der dich kennenlernen durfte. Nun ruhe in Frieden oder hab Spaß auf der Regenbogenhundewiese.

Wir sehen uns wieder!

In tiefer Trauer: Meine Wenigkeit, der Große Tollpatsch, die Gehörnten, natürlich unsere Zweibeiner und sogar Miss Lucy hat ein wenig rote Augen gehabt und das lag sicherlich nicht an ihrem aktiven Nachtleben...

Liebe Grüße, euer Mäxchen (ich trag ja immer Schwarz, aber in diesen Tagen aus Respekt...) !

PS.: Man weiss immer erst jemanden zu schätzen, wenn er nicht mehr um uns ist. Also liebt gefälligst eure Haustiere, eure Mitmenschen und natürlich uns Shettys bis zum Mond und zurück!

Samstag, 6. Juni 2020

Einkauf am Limit?! Ein Erfahrungsbericht...

Ja, mir ist schon klar, dass wir in einer Ausnahmezeit leben. Und diese Ausnahmezeit bringt mit sich, dass man sich an gewisse Regeln halten muss. Und das tue ich auch, konsequent mit Mund-Nasenschutz unterwegs, Abstand halten ist für mich auch nicht das große Problem. Bis jetzt bin ich ganz gut durch die Coronazeit gekommen.

Es kann aber vorkommen, dass nicht immer alles nach Plan läuft. So wie neulich. Ich wollte auf dem Heimweg von der Arbeit noch einen Einkauf erledigen. Aber... hm. Der Chip für den Einkaufswagen war einfach nicht auffindbar und eine Ein-Euro-Münze ebenfalls nicht.
Normalerweise meide ich Einkaufswagen sowieso und renne immer mit meinem blauen Einkaufskörbchen durch den Supermarkt. Den hatte ich schon in der Hand. Leider war aber gerade keine Möglichkeit, einen pflichtgemäßen Einkaufswagen zu ergattern. Die 50-Cent-Münze, die ich noch irgendwo in der Ablage meines Autos gefunden hatte, wollte nicht in diesen Schlitz passen, der den Wagen freigibt.

Aaargh. Ein großes Schild vor dem Discounter wies auf die Pflicht hin, einen Einkaufswagen zu benutzen. Das vorsorglich mit einem Bindfaden angebrachte Flasche Desinfektionsmittel war allerdings leer und die Küchenrolle ebenso. Aber egal. Ich bin nicht unbedingt ein Fan von Alltagsanarchie, aber der Zweck heiligt die Mittel. Also ohne Wagen rein ins Vergnügen, den Tragegriff vom Körbchen fest umklammert. Entschlossen. Es geht jetzt nun mal nicht anders.

In der Filiale war es nicht sonderlich voll und im Abstand halten bin ich ziemlich gut. Mittlerweile macht es mich sogar schon nervös, wenn im TV Situationen mit vielen Menschen gezeigt werden, die einander sogar in den Arm nehmen und knuddeln. Sollte machbar sein.

Allerdings: Ich kam mir bereits am Brötchenregal im vorderen Bereich des Ladens vor wie ein Schwerverbrecher, zumindest wie jemand, der schweres Unrecht zu tun im Begriffe ist. Wahrscheinlich bin ich verborgen unter meiner Maske auch puterrot geworden. Ich huschte von Regal zu Regal, als wenn ich einen Überfall auf den Kassenbereich vorhätte. Dabei tat ich nur, was vor einem halben Jahr pupsnormal war und keinen Anlass für missbilligende Blicke gewesen war: Ich ging durch einen Supermarkt mit meinem kleinen blauen Einkaufskorb.

Dass die meisten Kunden ihre Wagen irgendwo abgestellt und auch "ohne" durch die Regalreihen gingen. geschenkt.

Im Kassenbereich mit sorgfältig und wohl auch millimetergenau abgeklebten grellorangenen Streifen, die den exakten Abstand zwischen zwei Kunden demonstrierten, kam ich mir ohne Wagen tatsächlich komplett verloren vor. Es war, als ob alle anwesenden Personen darüber die Nase rümpften. Ich wollte nur noch raus aus dem Laden, egal ob mit oder ohne Ware.
Dennoch schaffte ich es, meine Sachen mit Abstand auf das Kassenband zu legen und  möglichst unauffällig zu wirken (hoffe ich jedenfalls).
Dennoch brachte die hochgezogene Augenbraue der Kassiererin angesichts des fehlenden Wagens meine vorgetäuschte Coolness stark ins Wanken.
"Ich hab keine Münze für den Wagen dab..."
"SIE WISSEN ABER, DASS EIN WAGEN HIER PFLICHT IST!!" wies sie mich zurecht. Am liebsten hätte sie das sicher noch über ihr Mikrofon gebrüllt, das neben der Kasse angebracht war. Ich wurde noch kleiner.
"Ja, natürlich, Normalerweise hab ich auch..."
Die Hände der Kassiererin scannten meinen Einkauf, der eiskalte Blick scannte mich von oben bis unten. VERRAT! REGELBRUCH! schien ihr anklagendes "21,79 Euro" zu brüllen. Ja, hab ich denn wirklich gegen alle Gebote der Gesellschaft verstoßen? Bin ich ohne Einkaufswagen ein Mensch zweiter Klasse?
Ich zahlte mit der EC-Karte, meine Hand zitterte. Es schien gerade besonders lange zu dauern, bis auf dem Display das erlösende "Zahlung erfolgt" erschien.
Trotzdem wünschte ich noch einen schönen Tag. Die Verbrecher in TV-Filmen machen das ja auch immer so.

Freitag, 8. Mai 2020

Mäxchen bloggt: Super-Mäxi schafft sie alle!



YES! JUHUU! JIPPPIIEHAYJEH!

Das Shetty-Imperium schlägt zurück! Euer Supermäxchen hat einen triumphalen Erfolg errungen! Roaaaarrr!

Aber von vorne: Es war ein sonniger Aprilmorgen, das Frühstück in Form von Heu und der Spezialmampf für den wieder mal etwas zu schlanken Großen Tollpatsch wurde pünktlich serviert. Und genauso pünktlich standen unsere gehörnten Mitbewohnerinnen schon parat, um mir meine Portion streitig zu machen. Die haben überhaupt keinen Anstand und noch weniger Tischmanieren, wenn es ums Futtern geht.
Und schon wollten sie euer armes Mäxchen einmal mehr mit ihrer Kopfzierde aufspießen, einmal mehr sollte euer armes Mäxchen beim Heufassen leer ausgehen  - von der Portion Rübenschnitzel mit Müsli und Reformhafer von Romi einmal abgesehen. Das schafft der ja gar nicht alleine, das alles aufzufuttern. Und Umkommen lassen ist ja keine Option, oder? Das leckere Aufbaufutter, was wäre das für eine Schande!
Aber das ist ja eher das Dessert. Auch ein Shetty wie ich braucht Raufutter, wo doch die Weiden dieses Jahr etwas spät dran sind. Nur ein kleines Bisschen, nur ein paar Halme... ich bin ja bescheiden. Doch nicht mal diese Grundration wollen die blöden Rindviecher mir nicht vergönnen. Und schon senken sie ihre Köpfe und wollen mich wieder in die Hungerecke treiben..
ABER NICHT HEUTE, MEINE DAMEN. NICHT HEUTE UND NICHT MIT MIR!
Man muss ja zugeben, dass sie zwar groß und kräftig sind, aber nicht besonders helle im Oberstübcken. Und auch nicht die flottesten. Moment mal, da bin ich als Vertreter einer der intelligentesten Spezies dieses Planeten doch eigentlich klar im Vorteil! Große Zellansammlungen haben sich in der Geschichte des Universums nie wirklich durchgesetzt, denkt mal an das vollständige Aussterben der Dinosaurier! Und auch mein Chef und Mitbewohner, der Arabowestfale ist .. hmmm, wie sag ich das jetzt... manchmal ein wenig .. äh, limitiert. Und abschließend... wer bloggt denn hier regelmäßig und hat einen Internetzugang? Doch nicht etwa Rosi oder Lotti, oder?
Es ist an der Zeit, ihnen mitzuteilen, dass ich das Futtermobbing in dieser Form nicht weiter hinnehmen werde!
Und das genau JETZT.
Also, die kleinen Shettyzähnchen gefletscht und die freche Rosi einmal kräftig dahin gebissen, wo keine Hörner sind. Richtig, in der Gesichtsmitte. Präziser ausgedrückt: Die fleischige, feuchte Rindviechernase, wo viele Nervenbahnen verlaufen und es also auch ordentlich wehtut.
Drei.. zwei.. eins ... genau zielen und BÄM!
Huch. Damit hat sie nicht gerechnet. Schnell noch umdrehen und ihr mit dem Shettyverteidigungssystem "flinke Hinterhufe" noch schnell einen vor den Latz geballert. Ok, auch zwei. Zur Sicherheit. Mit Abdruck.
Wenn Kühe aufjaulen können, hat Rosi das gerade getan. So schnell war sie noch nie. Und dieser Blick aus den großen Kuhaugen. Überrascht und schmerzvoll zugleich. Lotti hat sich gleich mit zurückgezogen, die ist ja eh die Pimpernelle von den beiden und hat jetzt auch Klarheit. Legt euch nicht mit Supermäxi an!
Ok, das hätte mir auch ein paar Jahre vorher einfallen können. Aber lieber spät als nie, oder? Jedenfalls hatte ich an jenem denkwürdigen Morgen ein Luxusfrühstück und einen anerkennenden Blick vom Großen Tollpatsch. Könnte er mir auf die Schulter klopfen, er hätte es getan.
"Respekt, mein Kleiner. Gutes Timing, präzise Anwendung. Du hast wirklich schon viel von mir gelernt!" brummelte er mir zu. Naja, er ist wirklich ein Narziss, man kann es nicht anders nennen....

Bleibt gesund, liebe Freunde des gepflegten Shettyfrühstücks. Fanpost bitte hier in die Kommentare schreiben und hütet euch davor, ein Shetty zu ärgern. Die Rache kommt vielleicht spät, aber sie kommt, wenn ihr nicht mehr damit rechnet...

Bis bald, euer Supermäxchen (braucht sicherlich bald eine FDH-Diät *g*)!


Sonntag, 26. April 2020

Eine kleine Kurzgeschichte zum Zeitvertreib...

Panjo

Der kleine rot getigerte Kater streckte sich im Sonnenlicht, gähnte noch einmal herzhaft und machte sich dann auf den Weg, um seine Umgebung zu erkunden. Seit ein paar Tagen konnte er seine kleinen blauen Äuglein öffnen und blickte seitdem sehr neugierig in die Welt. Da waren noch so viele andere Tiere, und diese galt es jetzt kennenzulernen.
Nur noch schnell einen Schluck Milch bei seiner Mutter genascht und dann konnte es auch schon losgehen!
Tapsig kletterte er aus dem Heu, in dem seine Mama ein gemütliches Nest für ihren Nachwuchs eingerichtet hatte. Noch unsicher watschelte Panjo über den harten Stallboden hinaus ins Freie.
Ah, da vorne trippelte glucksend ein seltsames Tier vorbei. Es pickte im Boden nach Essbarem und besaß kein Fell, sondern Federn und seltsam geformte, gelbe Füße. Und davon auch nur 2. Die Mitte des Gesichts ohne Schnurrhaare zierte ein großer ebenso gelber Schnabel, in dem emsig Futterkörner verschwanden.
„Hallo du. Ich bin Panjo und wie heisst du? Was bist du? Was machst du?“
Man sagt jungen Katzen ja eine gewisse Neugier nach, und Panjo war noch ein ganzes Stück neugieriger als seine 4 Geschwister, die noch bei Mama im Heunest herumkrabbelten.
„Ich bin Berta, und ich bin ein Huhn. Ich picke den lieben langen Tag mein Futter auf und lege dann Eier im Stall.“
„Aha. Und warum?“
Panjo war wirklich besonders neugierig.
„Die Menschen sammeln sie ein und essen sie auf. Ich werde dafür von ihnen beschützt und muss keine Angst vor Füchsen haben.“ Oder vor kleinen, neugierigen Katzen, fügte Berta in Gedanken hinzu.
„Aha. Schön! Bis dann mal!“
Panjo hopste einer Hummel hinterher, die ihm um die Nase herumschwirrte. Er war nicht nur neugierig, sondern auch unheimlich verspielt!
„Hallo! Ich bin Panjo und du? Was bist du? Was machst du?“
„Ich bin Hotte, die Hummel! Und ich ssssssammle Pollen und ich kann fliegen. Juhuuu!“
Hotte sauste noch einmal eine Extrarunde um Panjos Köpfchen herum.
„Aha, und warum machst du das?“
„Damit die Pflanzenblüten bestäubt werden und später Früchte tragen. Bestäuben ist super, versuch es doch auch einmal! Ach, halt, du kannst ja gar nicht fliegen!“ Kichernd schwirrte Hotte ab. Panjo rieb sich das Näschen, nieste einmal kurz und tapste weiter. Vor einem sehr großen Tier blieb er stehen. Das Riesenvieh lag im Gras und machte seltsame Kaubewegungen, ohne wirklich etwas zu fressen.

„Hallo, du Riese! Ich bin Panjo und du? Was bist du und was machst du?“
Das riesige braunweisse Tier senkte bedächtig den Kopf und betrachtete den kleinen roten Kater. Dann senkte es sein linkes Horn und zwinkerte Panjo freundlich zu. Seine großen, wunderschönen Augen schienen ihm zuzuzwinkern.
„Hallo, Panjo! Ich bin Lotti und ich bin eine Kuh. Und ich fresse Gras und wandere von Lieblingsstelle zu Lieblingsstelle auf der Weide und mache ab und zu ein kleines Nickerchen. Dann kann ich mein Futter nochmal fressen, das nennt sich „Widerkäuen“ und ist ziemlich cool. Ich hab nämlich immer was zu Knabbern dabei.“
Panjo konnte mit „Knabbern“ noch nicht so recht etwas anfangen, denn schließlich trank er noch Milch an Mamas Bauch. Er hatte aber schon versucht, ein paar Brocken von dem Katzenfutter aus dem Napf zu fressen, was aber in einem Hustenanfall und Schimpfe von der Mutter endete. Wie gesagt, Panjo war wirklich ein seeehr neugieriger kleiner roter Kater.
„Aha! Und dann, was machst du dann?“
Freundlich nickte Lotti ihrem sehr jungen Gesprächspartner zu.
„Jaa, dann gehe ich abends in den Stall an die Melkmaschine. Und gebe Milch, die Menschen trinken sie.“
„MILCH! Das kenne ich, das macht meine Mutter auch!“ Panjo war begeistert, einen gemeinsamen Nenner mit Lotti gefunden zu haben.
„Oh, na klar tut sie das. Aber auch einen ganzen großen Eimer voll?“
Staunend legte Panjo seine kleine getigerte Katzenstirn in nachdenkliche Falten.
„Oh, nein, soviel nicht. Leider! Aber trotzdem ist sie sehr, sehr lecker. Meine Geschwister und ich streiten immer um die beste Zitze!“
Lotti lächelte bei der Vorstellung dieser Szene, sie hatte schon viele Katzenmütter gesehen und sich stets gut mit ihnen gestellt. Und kleine Kätzchen sind ja wirklich auch zu niedlich!
„Grüß deine Frau Mama mal lieb von mir. Sie hat ja gerade viel zu tun, euch kleine Racker aufs Leben vorzubereiten.“
„Danke, Lotti. Ich werds ausrichten!“ Panjo blinzelte Lotti noch einmal zu und zog dann weiter.
Etwas weiter hinten auf der grünen Wiese tänzelte ein noch größeres, blendend weisses Tier mit großen Augen und roten Nüstern am Zaun entlang. Sein seidiger Schweif wehte hoch aufgestellt im Wind und sein gellendes Wiehern ließ Panjo kurz zusammenzucken. Dann fasste er sich ein Herz und tippelte auf dem Schimmel zu. Er musste sich aber auf die Hinterbeine stellen und sich ganz groß machen, um von dem immer noch tänzelnden Tier überhaupt wahrgenommen zu werden. Zum Glück hatte es gute Ohren, die es so sehr gespitzt hatte, dass sie zitterten.
„Hallo! Ich bin Panjo und du? Wie heisst du und was machst du?“ rief der kleine Kater so laut er konnte. Mit sicherem Abstand wartete er, bis der Schimmel endlich mal zum Stehen kam. Warm blies er Luft aus seinen Nüstern auf Panjo.
„Hey, du kleines Ding, du passt ja genau in meine Hufe!“ trompetete das Pferd. „Aber keine Angst, ich fresse dich nicht, ich bin Vegetarier. Mein Name ist Hakeem und ich bin ein Araber. Quasi ein Pferd mit Migrationshintergrund!“
„Aha“, sagte Panjo. „Und was machen Pferde so den ganzen Tag? Was ist dein Job?“ Panjo hatte ja nun schon gelernt, dass manche Tiere Nahrung produzierten oder dafür sorgten, dass Pflanzen sich vermehrten. Aber so ein Pferd, was konnte das wohl zum Hofleben beitragen?
„Ich bin ein Reittier, ich trage oft einen Sattel und ein Zaumzeug und dann reiten die Menschen mit mir aus. Dafür begeistere ich sie mit meiner Schönheit und meiner Intelligenz und zusammen sind wir eins mit der Natur. Und ein bisschen Sport ist es auch, manchmal springen wir über Hindernisse und gehen auf Turniere!“
„Oh, das ist ja eine interessante Aufgabe. Richtig vielseitig!“ staunte Panjo. „Darf ich auch mal auf deinem Rücken sitzen?“
„Klar, steig einfach auf!“
Panjo reckte und streckte sich, aber es wollte einfach nicht gelingen. NOCH nicht.
„Du wächst ja noch“, tröstete Hakeem. „Ich hab Zeit, ich bin ein Freizeitpferd!“ Friedlich schnaubend trabte der Schimmel weiter. Panjo spitzte die Ohren, wie er es bei dem Schimmel beobachtet hatte, denn ein anderes, großes schwarzes Tier hatte sein Interesse geweckt. Sein Schwanz wedelte hin und her, es schien sehr aufgeregt zu sein. Vorsichtig schlich Panjo sich an und baute sich vor dem hechelnden Tier auf. Seine langen Schlappohren reizten ihn, damit zu spielen, aber das wagte er nicht. Das Tier hatte sehr große, schneeweisse Fangzähne.
„Hallo! Ich bin Panj..“
„WUFF! WUFF! WUFF!“ Der Schwarze knurrte ärgerlich und fletschte die Zähne
Erschrocken hopste Panjo ein paar Schritte zurück. Sein rotgestreiftes Fell sträubte sich, er sah nun völlig verändert aus: Doppelt so groß, doppelt so dick und doppelt so gefährlich. Sein Gegenüber knurrte nun bedrohlich.
„Oh warte. Das kann ich auch!“ maunzte Panjo und es entfuhr ihm ein knurrender Laut, der aber mehr wie ein nettes Schnurren klang.
„Das üben wir aber noch“, kicherte der Schwarze und legte sich flach auf den Boden, um den kleinen Panjo besser in die Augen schauen zu können, der im Seitwärtsgang vor ihm auf und ab hopste.
„Beruhige dich, ich wollte dich nur ein bisschen erschrecken! Du bist ja ein mutiger kleiner Kerl, normalerweise hauen die Katzen immer vor mir ab. Ganz schön tapfer! WUFF!“ grinste der Hund.
Panjo spitzte die Ohren. „Abhauen“ hatte er noch nicht gelernt, schließlich war es sein erster Trip raus aus dem Heunest. Dann erstarrte er, denn im Augenwinkel sah er Lucie, seine Mutter, näherkommen. Schon packte sie ihren Nachwuchs im Nacken, streifte Barko mit einem vernichtenden Blick und wollte gerade zu ihrer kleinen Familie zurückgehen.
„Lucie, warte mal. Du hast da ein besonderes Prachtexemplar zum Sohn, aus dem könnte ein toller Stallkater werden! Der Bursche hat Mut!“
„Der Bursche kriegt jetzt erstmal Unterricht im Mäusefangen“ zischte Lucie zwischen den Zähnen hervor, die Panjo im Nackenfell hielten. „Er ist wirklich SEHR neugierig!“ Hocherhobenen Hauptes trug sie ihren Prachtsohn zurück ins Nest, wo sie ihn erst einmal ausgiebig putzte. Sein rotes Fell leuchtete in der Morgensonne. Lucie beschloss, ein besonderes Auge auf ihren kleinen Panjo zu haben, das erschien ihr mehr als notwendig.
Panjo hatte bei seinem ersten Ausflug viele Erfahrungen gemacht, und er hatte gelernt, dass jedes Wesen auf dem Hof seine Aufgabe hatte. Egal wie es ausschaute oder was es tat und konnte. Jeder war auf seine ganz eigene Art und Weise etwas ganz besonderes, und er selber auch! Diese Erkenntnis machte Panjo fröhlich und so schlief er zufrieden am flauschigen Bauch seiner Mutter ein.
Natürlich würde er morgen wieder losziehen, es gab ja schließlich noch sooooo viel zu entdecken!

Dienstag, 7. April 2020

Mäxchen bloggt: Beauty Day für Shettys!

Hallo, liebe Freunde der warmen Aprilsonne. Ich bin's mal wieder, euer Mäxchen!

Ja, der Frühling trifft uns mit voller Wucht! Überall grünt und blüht es, die Luft fängt wieder an, nach frisch gewachsenen - oder sollte man "geschossenem"? - Gras zu duften, Vöglein zwitschern einen morgens um sechs Uhr wach, das Rehwild balzt um die Wette, dass es nur so kracht... kurzum, die Welt um uns herum erwacht zu neuem Leben. Nach diesem merkwürdigen, fast schneelosen Winter eine Wohltat, zumal der Schnee eher in flüssiger Form als Regen auf uns herniedergeprasselt ist, fast 2 Monate lang. Wie schön und wohltuend ist jetzt der warme Sonnenschein!

A propos "warm". Fakt ist: Der Winterpelz muss runter, beim Großen Tollpatsch und auch bei mir. Klar, Romi wird regelmäßig geputzt, bevor er sein Tollpatsch-Training absolviert und da geht schon eine Menge herunter. Ich hingegen bin ja eh die unabhängige Wildform eines Shettys. Anbinden, Hufe geben und putzen? Hah, da musst du aber früh aufstehen. NICHT MIT MIR, FREUNDE!

Ähm.. oder besser gesagt, FAST nicht mit mir. Denn Romis Reiterin scheint mir eine ganz Ausgeschlafene zu sein. Ohne dass ich es gemerkt hätte, hat sie knapp 4 Pfund Wintershettywolle von mir runtergepult! Einfach so!
Und jetzt seh ich aus wie selbstgehäkelt, oder besser ausgedrückt, wie ein Mustershetty. Akkurat gekämmt, ohne Heu im Schopf und mit einem etwas kürzer gehaltenen Schweif (ok, da hab ich ein wenig gezappelt). Anyway, ich seh aus wie neu. Gar nicht sooo schlecht!

Wie sie das hingekriegt hat? Mit einem perfiden Trick. Und ob ich DARAUF nochmal reinfalle, wer weiss das schon.
Romi hatte Training und kam schwitzend zurück in den Stall. Sein schon dünner werdendes Fell dampfte nach dem Absatteln. Also ab in die Sonne mit ihm, und dabei schon mal ein bisschen Gras naschen!
Ein bißchen neidisch war ich schon. Doch dann zauberte die Reiterin mein kleines rotes Minishettyhalfter hervor und einen langen Strick. Und lockte mich mit einem Leckerlie in das Halfter hinein. Juhu, endlich raus ins Grüne! :-)
Was mir entging, war, dass die Reiterin ein kleines Teil in der Tasche stecken hatte, so eine Art Kamm für oder besser gegen das Winterfell. Hatte sie neu und dem Großen schon damit ordentlich Fellhaare entlockt. Dass sie MIR damit aber zu Leibe rückt, hätte ich jetzt nicht gedacht!
Aber sie hat. Während ich begeistert Gras mampfte, bemerkte ich kaum, dass ich immer ... hihi.. nackiger wurde. MEIN Pelz ist natürlich so ein bisschen umfangreicher als dieser Witz von einem Winterfell des Großen und fühlt sich dagegen an wie Stahlwolle. Hält aber warm. ICH brauche KEINE Winterdecke und friere trotzdem nie. Ätsch.
Ach, ihr wisst ja. Wenn man einem Zweibeiner den kleinen Hinterhuf gibt, nehmen sie einem gleich die ganze Hinterhand ab. Ich meine, so ein bisschen Fell abkämmen ist ja schön und gut, aber im nächsten Schritt begann sie, meine Monstermähne zu entwirren, meine Hufe zu finden (leicht behaarte Shettybeine, you know) und einzuölen und schlussendlich dann der waagerechte Pflegeschnitt am Schweif. HALLO? Wenn ich Model werden will, dann sag ich das. Aber naja. Ab ist ab. Meine Mähnendreadlocks, auf die sie fast ein bisschen neidisch war, wellen sich jetzt seidenweich im warmen Frühlingswind und außerdem trage ich jetzt 2 Konfektionsgrößen weniger. Winterfell trägt nämlich auf! Nur dass ihr's wisst. Das sind die .. äh, Enzyme! ;-)

Romi hat sich jedenfalls köstlich amüsiert und mich mit meinem neuen Frühlingslook aufgezogen. War ja klar. Gut, dass der Bursche selber überhaupt nicht eitel ist. DOCH, isser. Und eine Memme vor dem Herrn. Wenn ich schon wieder höre "Menno, mein Fell im Gesicht fällt aus und das geht mir immer in die Augen und die Nüstern! Das JUCKT so, ich werd noch verrückt!" Und dann reibt er sich die Stirn am Zaun und die kleinen fiesen Arabowestfalengesichtshaare - besonders die weissen von seinem entzückenden Stirnflecken - landen wo? Richtig, in den Augen und den Nüstern. Und das juckt dann so, du Simpel!
Nun, wir beiden könnten heute abend - so toll wie wir ausschauen - mal nebenan bei den Mädels vom Nachbarhof vorbeischauen. Wäre da nicht diese Coronakrise mit den Kontaktbeschränkungen.. schade!
Liebe Zwei- und Vierbeiner, bleibt mir alle gesund und munter und haltet die Ohren gespitzt. Macht jünger! ;-)
Liebe Grüße von
eurem topgepflegten
Mäxi!
P.S.: Unsere beiden Rindviecherladys sind ein wenig neidisch. Sie wünschen sich so sehr rosa lackierte Hörner und Paarhufe mit reichlich Glitzer drauf, aber das wird wohl nix. ;-)

Donnerstag, 26. März 2020

Jeannie bloggt: Was stimmt denn mit den Zweibeinern nicht???

Hallo, liebe Mitkatzen und deren Versorgungsbeauftragte!

Kann mich mal einer aufklären? Was ist denn eigentlich los? Haben die Zweibeiner irgendein Problem?

Ich hab den Verdacht, da stimmt was nicht. Meine Menschin hockt neuerdings dauernd zuhause rum!
Und guckt viel in den Laptop, in die Glotze, oder liest sogar mal ein Buch. Und putzt wie besessen hinter mir her, weil ich ja zur Zeit mein Sommerfell stricke und die alten Winterpelzhaare müssen raus. ;-)
So geht das aber nicht. Meine ganzen Routinen kommen durcheinander. Normalerweise lasse ich ja vormittags richtig die Sau raus, wenn die Menschin auf der Arbeit ist. Da hock ich auch mal verbotenerweise auf dem Wohnzimmertisch, was sonst mit einem "Runter Da! Tststs" und hochgezogenen Augenbrauen quittiert wird. Oder jage mein Spielzeug oder finde hier und da noch ein Leckerlie, was ich dann genüsslich auffuttere. Oder gehe ein bißchen nach draußen und lache die Kohlmeisen aus. Wenn die Menschin dann wieder auftaucht, freue ich mich auf eine Runde Couching und Krauling auf dem Sofa. Bevor sie wieder abrauscht, um ihrem Hobby mit diesen seltsamen Wesen nachzugehen, auf denen man sitzen und sich tragen lassen kann.

Ehrlich gesagt, würde ich das auch gerne mal ausprobieren. Ich las im Internet (jaaa, morgens allein zuhaus!), dass das sehr soziale Wesen seien, die Katzen gerne mögen und auch auf ihrem Rücken dulden. Und sie pusten einen so warm an und das riecht nicht nach toten Mäusen, sondern angenehm nach zermahlenem Heu, denn sie sind Vegetarier. Das ist super, denn so bleiben mehr leckere Futterbeutelchen für uns Katzen. Nicht auszudenken, wenn Pferde auch Whiskas, Sheba, Felix oder was auch immer fressen würden, die sind ja schließlich riesengroß!


Aber dieses "Draußen", nee, lass mal. Mir reicht es ja, wie ihr wisst, am Haus zu bleiben und unsere tolle Terrasse zu bewachen, nicht, dass da mal andere Miezen vorbeischauen und mit MEINEN Sachen spielen. Oder gar meine Treppe zum oberen Fenster benutzen. Nix da. Alles meinsssss!

Zurück zum Kernproblem: Wie schaffe ich es, die Menschin wieder mehr zu beschäftigen, nicht dass sie sich langweilen muss. In diesem Internet las ich, dass da ein Virus grassiert, der uns Katzen zum Glück nix anhaben kann. Aber wohl den Menschen. Autsch, von denen gibt es verdammt viele! Und deshalb hüten jetzt so viele wie möglich das Haus und gehen ihren Haustieren auf den Keks. #StayAtHome heisst der Hashtag oder auch #StayTheFuckAtHome. Weil es wieder mal einige gibt, die so stur sein können wie wir Miezen und es absolut nicht einsehen, dass gerade nicht die Zeit zum Draußen-Party-Machen in größeren Gruppen ist. Manmanman. So typisch.

Oh, meine Menschin hat die Küche fertig gewischt (wie gesagt, die putzt wie eine Wilde..) und ... äh, ich melde mich wieder, wenn die diese Sache noch ein bißchen mehr beleuchtet habe. Für Infos von Mitkatzen wäre ich dankbar! :-)

"MAAUUU, man kann bei meinem Futternapf den Boden sehen! Also ist er leer! Nachschuuub!"

Man muss sie auf Trab halten, sonst werden sie träge! Geh ich halt so lange aufs Katzenklo.

Macht's gut, liebe Mitkatzen, und: Wir schaffen diese Krise!

Eure bezaubernde Jeannie!

Montag, 23. März 2020

STAY THE FUCK AT HOME! #Coronablog

Hallo!

Noch nie war Helfen und sich solidarisch zeigen einfacher und dennoch auch schwieriger als in der Coronakrise, die wir alle gerade durchmachen.
Zuhause bleiben! Auf dem Sofa sitzen oder die Hütte mal ordentlich auf den Kopf stellen. Kreativ oder faul sein. Aber halt in den eigenen oder gemieteten vier Wänden.
So simpel es klingt.
Werdet nicht zu sog. "Spreadern", die mit dem gefährlichen Virus nur so um sich schmeißen. Ein milder Verlauf ist nicht zu garantieren! Auch nicht für die jungen Leute, die gerade so überheblich und unangreifbar scheinen. Vor dem Virus sind wir alle ungefähr gleich.

Aber was rede ich. Profis können das viieel besser, zum Beispiel Torsten Sträter neulich bei "Nuhr im Ersten".

Guckt, lacht, aber denkt auch bitte drüber nach. Euer Copinchen - ist zuhause mit einer schon etwas von meinen Putzattacken genervten bezaubernden Jeannie. Darüber werd ich aber noch gesondert berichten. ;-)
Bleibt gesund und bitte BLEIBT ZUHAUSE, wenn möglich! Bitte!


Sonntag, 1. März 2020

Mäxchen bloggt: Von Hamstern und Hypochondern!

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Sonntagssturms. Es wird mal wieder Zeit für einen Blogpost von mir, eurem Mäxchen!
Und gleich mal einen kleinen Tritt vor das virtuelle Schienbein von euch Zweibeinern: Sagt mal, geht's noch???
Wie ihr vielleicht schon wisst, ist mein Wingman, der Große Tollpatsch, auch ein Großer Hypochonder und für eure Coronavirushysterie sowas von empfänglich!
Was das mit unserer Mischvieh-WG macht, könnt ihr euch nicht vorstellen. Der dreht völligst am Rad und das anhaltend miese Sturm-und Regenwetter macht es auch nicht unbedingt besser. Im nächsten Winter - das haben wir einstimmig beschlossen! - halten wir alle kollektiv einen Winterschlaf, auch wenn der für Ein- und Paarhufer nicht vorgesehen ist!
Aber es ist ja kaum auszuhalten. Mindestens einmal pro Stunde will Romi bei uns allen Fieber messen, online Hamster kaufen und sobald einer von uns mal ein wenig den Heustaub aus der Nase prustet, dreht er komplett durch. Besonders die Tatsache, dass es kaum noch Nüsternschutzhauben und Desinfektionsmittel gibt, lässt seine Angst vor einer möglichen Coronainfektion frei flottieren. Und dabei meiden wir doch schon Massenveranstaltungen, wo immer es geht!
"Mäxi, guck doch mal in deinem Zauberkasten, ob es bei der Amazone wieder Sagroton gibt! Wasch dir die Vorderhufe, gründlich, ja auch die Ritzen vom Strahl! Deine Augen glänzen so merkwürdig, sag mal, hast du Schüttelfrost? Fieber? Bist du appetitlos?"
So geht das in einer Tour. Witzig, ich und appetitlos. Langsam übertreibt er es aber wirklich mit seiner Paranoia. Und glänzende schwarze Knopfaugen gehören bei Shettys meiner Art zur Basisausstattung!
Nagut, bei der Hufwaschhygiene wäre bei mir noch Luft nach oben. Aber hey, ich habe doch seltenst Kontakt zu Geldautomaten und Einkaufswagengriffen, also, so what? Aber seit er neulich versucht hat, den Rindviecher-Mädels den ordnungsgemäßen Gebrauch von Sterilwatte (war noch in der Stallapotheke...) zwischen den beiden Vorderzehen zu erklären, bin ich mir sicher, dass er so langsam wirklich professionelle Hilfe benötigt. Also, noch professioneller als die von meiner Winzigkeit. Und wie selig er gestrahlt hat, als seine Reiterin ihm mit aller Gründlichkeit die Hufe ausgekratzt und die etwas matschig gewordenen Beine eingeseift hat. Das macht sie zwar auch außerhalb von Coronazeiten und normalerweise mag er dabei gar nicht stillhalten, aber diesesmal genoss er es mit einem seligen Lächeln. ;-)
Also, Leute, chillt mal eure Basis und zeigt dem Großen Hypochonder mal, dass man nicht in eine Massenpanik verfallen muss. Eure und unsere Influenza fordert wesentlich mehr Opfer, und dennoch sind unser beider Spezies noch nicht ausgerottet. Wäre aber mal an der Zeit, darüber nachzudenken, ob man nicht doch besser auf unsere gemeinsame Umwelt achten sollte, denn die Natur ist grandios!

Oha, Romi will schon wieder Hamster kaufen. Ich muss schnell mit dem Tablet hinter den Misthaufen, sonst haben wir nachher noch mehr von den Biestern, die ständig unser Müsli weghamstern! ;-)

Lasst euch nicht verrückt machen und bleibt mir gewogen!
Euer Mäxchen - das sich langsam ernsthaft fragt, ob ein gewisses "Simpel-gestrickt-Sein-" eventuell auch ansteckend ist... ;-)

P.S.: Einen schönen meteorologischen Frühlingsanfang wünsch ich euch! Jippiiieeh!

Empfohlener Beitrag

Eine weihnachtliche Soap-Opera aus irgendeinem Mehrzweckstall im Münsterland! Die HauptdarstellerInnen: Mäxchen Romi aka "...