Posts mit dem Label Höllische Nachbarn! werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Höllische Nachbarn! werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 13. Juni 2017

Unter Strom oder nicht? Leben am Limit - ein Tatsachenbericht

Eins schon mal vorneweg: Wir hier in Deutschland, in Mitteleuropa sind echt wie total verwöhnte Bälger, die so gut wie alles haben und immer noch dauernd am rumnörgeln sind!
Das wurde wieder einmal auf dramatische Weise klar, als es am vergangenen Wochenende zum Ausnahmezustand kam: TV, Internet, Kühlschrank oder -Truhe, Handy aufladen, Kaffee (oder überhaupt irgendwas) kochen ist in deinem Haus momentan leider nicht verfügbar.
Der Grund: Der Haupt-FI-Schalter flog uns im Minutentakt um die Ohren. Aus unerfindlichen Gründen.
Ok, heute bleibt also die Küche kalt und der Bildschirm dunkel. Zum Glück findet sich im Wolkenkuckucksheim das eine oder andere Dekoteil aus batteriebetriebenen Leuchtelementen, damit man abends im Bettchen wenigstens noch das in solchen Fällen obligatorische Zweitbuch lesen kann. ;-) Vorher saßen mein/e VermieterIn und meine Wenigkeit noch eine ganze Weile draußen, uns gut unterhaltend bei der Gelegenheit, als der Mieter der Wohneinheit Nr. 4 des Gebäudes über uns hereinbrach.
(Anmerkung: Unter der Rubrik "Höllische Nachbarn" zeigt sich leider allzu deutlich, dass in dieser an und für sich hübschen Wohnung mit nettem kleinen Garten immer mal wieder unfassbar drollige Mitmenschen einmieten. Manche Geschehnisse haben wir tatsächlich immer noch nicht ganz aufgearbeitet. Aber that's life, wat willze machen. Irgendwie liegt wohl so eine Art Voodoo-Fluch auf der schicken Wohnung.)
Nach ein wenig Gebrabbel mit zunehmend aggressiver werdenden Unterton inklusive Alkoholfahne dämmerte mir: Ich soll wohl schuld sein an diesem unsäglichen Zustand, dass er jetzt nicht das Formel-1-Rennen auf ER-TEH-ELL anschauen kann, und außerdem würde soeben die Kühlkette der halben Sau mit Sattel, die er in seiner Kühltruhe frisch eingelagert hat, zum nächsten Gammelfleischskandal mutieren. Und das alles nur, weil ich dämliche Kuh den ganzen Tag arbeiten war, ohne den Stecker meiner übrigens relativ neuen Kaffeemaschine vom in letzter Zeit eher fragilen Stromnetz zu entfernen. Also echt, wie kann man nur so doof sein!
Hm. Tatsache ist: Es kam in letzter Zeit immer mal wieder zu einem Ausfall des FI-Schalters, besonders gern wochenends,  und wir waren schon seit geraumer Zeit mit vereinten Kräften auf der Fehlersuche. Das heisst: Stecker rausziehen, Sicherung wieder einlegen, Geräte wieder einstöpseln und schauen, bei welchem Teil die Sicherung wieder fliegt. Leider relativ erfolglos. Sogar der Heizkessel mit der Therme war schon heruntergefahren worden, wodurch es zusätzlich auch nur noch sehr laulauwarmes Wasser gab.
Alles kein Problem, für einen überschaubaren Zeitraum, finde ich. Laulauwarm duschen ist gar nicht so schlimm. Im Sommer. Mit Haarewaschen. Andere haben gar kein warmes Wasser zur Verfügung.
Herr K. aus Wohneinheit 4 sah das mittags noch ganz genauso, mit steigendem Alkoholpegel empfand er es aber zunehmend als "unzumutbar" und "Grund für eine saftige Mietminderung" und außerdem gehe sein "ÜberTausendEuroteures Smart-3Dfähiges ultraHD-TV-Gerät mit eingebautem Receiver" kaputt, wenn der Strom dauernd ausfällt. Insgesamt könne ich mich auf was gefasst machen, wenn der Fehler tatsächlich im Wolkenkuckucksheim zu finden sei. Die halbe Sau mit Sattel, bereits im Verwesungszustand befindlich, nicht zu vergessen. Also, Frolleinschn, sssiehdischmaganzwaamandoooh.
Ich nahm einen Schluck aus meiner Getränkeflasche, die trotz nichtvorhandener Kühlschrankleistung nach mehr als 7 Stunden immer noch gut gekühlt war und wies ihn auf diese Tatsache hin. Ruhig Blut, so schnell gammelt da nix.
Auch der Hinweis des Vermieters, dass er wegen meiner Abwesenheit nach dem endgültigen Ausfall der Hauptsicherung zum Testen in meiner Küche war (genehmigterweise), um meine sämtlichen Sicherungen einmal rauszunehmen und dann noch mal den FI zu testen, was dieser mit einem beleidigten KLACK quittierte, ignorierte Herr K. geflissentlich. Natürlich sei der Fehler in meiner Wohnung zu finden. Wo auch ssonnzzne?
Ich gab es auf. Mit Personen zu diskutieren, deren Blutalkoholspiegel temporär mehr als 2,6 Promille aufweist, ist pure Verschwendung von Lebenszeit. Genausogut könnte man versuchen, einer Kuh das Klarinettespielen beizubringen.
Dann schob er beleidigt ab, nachdem noch ein paar Versuche (genauso erfolglos) gestartet wurden, den FI wieder zum Funktionieren zu bewegen. Und mal ganz ehrlich: Wer würde an einem fortgeschrittenen Sonntagabend einen Elektriker rufen, wenn man nach nur einmal schlafen diesen Service auch ohne Wochenend- und Nachtzuschlag genießen könnte?
Sah er auch nicht ein. Die halbe Sau mit Sattel, das F1 (nicht FI) -Rennen und überhaupt und sowieso gehen vor.
Was machen eigentlich solche Leute, wenn uns mal ein Atomkraftwerk um die Ohren fliegt? Den ganzen Tag lamentieren im Luftschutzbunker?
Die Frage stellte ich ihm genau so und dann schob er beleidigt ab, um wenig später mit Hündchen an der Leine wieder an uns Draußensitzenden vorbei zu rauschen. Wortlos.
Während ich das hier verfasse, drängt sich mir die Frage auf, wer eigentlich hier der größere Krisenherd ist: Der Nachbar oder doch die Tatsache, dass ich mir morgen früh vor der Fahrt zur Arbeit keinen frischen Kaffee aufbrühen könnte? Gute Frage!
Mein Handyakku piepste schon länger nach einem Ladevorgang. Ich schaltete es aus und dachte nicht länger drüber nach. Mit meiner LED-Dekoleuchte und 'ner frischen Batterie ging ich zu Bett und schmökerte im Zweitbuch, von denen ich mindestens 100 Stück besitze. ;-)
Der bezaubernden Jeannie machte es übrigens Nullkommanix aus, ob es Strom im Haushalt gibt oder nicht. Sie spielte munter noch ein Weilchen mit einer für sie aufgelesenen Vogelfeder, frass ein paar Bröckchen Futter und legte sich dann ebenfalls zum Schlafen nieder. Zufrieden schnurrend.
Wären wir doch alle ein bißchen mehr wie die bezaubernde Jeannie und etwas weniger wie der - sagen wir mal, etwas angeschickerte - Nachbar aus Wohneinheit Nr. 4!

Liebe Grüße (und an diesem Blogpost seht ihr ja, dass alles wieder einwandfrei funktioniert! Hurra!)
Euer Copinchen!

PS.: Und nun ratet mal, wo der am Montagmorgen eiligst herbeitelefonierte Elektriker den Fehler fand? Soviel verrate ich: Nicht im Wolkenkuckucksheim! :-)

Freitag, 6. März 2015

Höllische Nachbarn - Epilog

Oh, ich glaube, ich schulde euch noch einen Epilog zu den höllischen Nachbarn:
Tja, der Showdown war anscheinend tatsächlich das Ende der Story. Bleibt nur noch zu erzählen, was noch so vorgefallen ist. Stellt es euch vor wie der Nachspann eines Filmes nach einer wahren Geschichte, wo noch in Schriftform aufgeführt wird, wie es mit den Protagonisten weiterging:

JACKI kam mit der Trennung von Micha und Moyo nicht zurecht. Sie suchte Micha in der Wohnung seiner neuen Freundin Olga auf, machte dort ein Riesenfass auf und landete wenig später in einer psychiatrischen Klinik. Diese hat sie inzwischen aber schon wieder verlassen und wohnt irgendwo in einem Nachbarort. Auf das obligatorische Ummelden hat sie bisher verzichtet und um die Wohnung hat sie sich auch nicht weiter gekümmert. So what. Das nächste Chaos ist hier vorprogrammiert. Ich bin aber froh, wenn ich sie nie wiedersehen muss.

MICHA tauchte noch ein paarmal hier auf, um die Wohnung nahezu komplett (bis auf ein paar Kartons und Müllsäcke halt, nach mir die Sintflut) zu räumen und den Sperrmüll zu bestellen für das, was sich partout nicht mehr zu Geld machen liess - ein vollgepinkeltes Sofa und fleckige Matratzen sind halt nicht jedermanns Geschmack. Allerdings zeigte er nebst neuer Lebensgefährtin Olga große Defizite im Umgang mit einem Kleinkind, das still in der stinkenden Bude sitzend warten sollte, bis das Gröbste beseitigt ist. Unfassbare Szene. Dem Typen soll der Arsch abfaulen, echt. Auch hier feiere ich keine Wiedersehensparty.


MOYO ist hier die Matchwinnerin: Nach nur 2 Wochen war ihre Vermittlungsanzeige von der Tierheim-Homepage schon verschwunden. :-) Ich hoffe, sie hat nun Herrchen und/oder Frauchen, die mit ihr umgehen können und ihr ein tolles Hundeleben ermöglichen. Moyo würde ich sehr gerne einmal wiedertreffen.

Von dem Rüden Josh haben wir nichts mehr gesehen und gehört. Ich hoffe, er hat es auch in eine bessere Umgebung geschafft.

Die verzweifelte Vermieterin ist derweil damit beschäftigt, die Wohnung wieder bewohnbar zu machen. Da keine Miete mehr eingeht, ist die Kündigungsfrist hinfällig. Fluch oder Segen? Eher ein Segen, würde ich sagen.
Damit endet diese unfassbare, aber wahre Geschichte und ich hoffe inständig, dass ich sie nicht wieder aktualisieren muss. Und für neue Mieter machen wir ein Casting, denn niemand von uns hier im Haus und in der Nachbarschaft möchte so etwas noch einmal erleben.

Zum Vertreiben von negativen Gedanken gibt es hier noch einmal was Niedliches zum Freuen:





Habt ein tolles Wochenende und geniesst den Frühlingsanfang! :-)
Euer nun etwas entspannteres
Copinchen




Sonntag, 8. Februar 2015

Höllische Nachbarn - Showdown nach Mitternacht!

Was ich jetzt zu berichten habe, ist nur etwas für starke Nerven. Wer nicht über eben solche verfügt, sollte jetzt bitte diese Seite schließen und lieber etwas anderes lesen gehen. Vielleicht ein gutes Buch, oder einen schönen Film anschauen. Denn dies hier ist der grauenvolle Höhepunkt dieser Nachbarschafts-Saga, ich hoffe es zumindest sehr.

Nichts Böses ahnend, schaute ich vorigen Dienstag morgen um zwanzig vor sechs aus dem Fenster, um das Wetter und die Straßenverhältnisse für die unausweichliche Fahrt zur Arbeit zu checken. Es herrschte Winterwetter mit Schnee, Eis und kalten Temperaturen. Wie ich also so aus dem Fenster gucke und halb Tackenburg noch dunkel und still ist, geht unten das Licht an. Das kommt nicht so oft vor. Und schon steht im Spotlicht: Jacki.

Verwundert reibe ich mir die Augen, denn das ist ja so gar nicht ihre Uhrzeit, um mit Moyo spazierenzugehen. Das war sie auch nicht. Von Moyo war nichts zu sehen und zu hören. Nicht mehr, muss man dazu sagen, denn:
"Hast du was von Moyo gehört letzte Nacht? Gigi hat angerufen und gesagt, die jault so!" spricht 's Jacki mich an.
"Oh, ich hab geschlafen und nichts gehört", entgegne ich, noch müde. Und da habe ich wohl richtig was verpasst. denn eine Stunde später, wie ich mich so zu meinem Arbeitsplatz aufmache, ruft Vermieterin Gigi mich im Flur zurück. Neben ihr steht - ich traue meinen Augen kaum - Moyo und hechelt und wuselt und fiept.
"Wir haben sie heute nach aus der Wohnung geholt. Die Polizei war auch da. Mila und ein Beamter waren unten drin und da sieht es aus wie in einer Messiwohnung, Überall Hundescheisse, Pipi, Scherben und Müll. Moyo hat die ganze Nacht alleine darin gejault und gebellt."
Wenn es einen Gesichtsausdruck des totalen Entsetzens gibt, bitte hier einsetzen. Das ist dann meiner.
Ich dachte, ich träume noch, und zwar einen bösen Alptraum mit Moyo und Jacki in den Hauptrollen.
"Kann ja wohl nicht wahr sein", stammle ich immer wieder, während mir Gigi erzählt, wie heftig dieser nächtliche Einsatz gewesen ist und wie unfassbar verstört die arme Moyo ist. Ein Blick auf diesen jungen Hund bestätigt dies.
Weinend und mit zitternden Händen vor Wut breche ich auf zur Arbeit. Das hat dieser arme Hund nicht verdient.
Und fürchte mich insgeheim schon vor der Rückkehr. Denn das ganze zehrt sehr an meinen Nerven. Wer weiss, was dann noch alles passiert.
Und es passierte noch so einiges.
Mila hatte nun endgültig die Nase voll von der Situation mit Moyo und den Tierschutzverein informiert. Kurze Zeit später standen 2 Mitarbeiter des örtlichen Tierheims vor dem Haus, um die arme Hünding abzuholen. Nun, Jacki zierte sich zunächst noch, die fällige Unterschrift für die Übergabe zu leisten und fürchtete sich ernsthaft davor, dass Micha auftauchen und die Übergabe verhindern würde. Sein Plan sei es wohl, Moyo selber noch "zu Geld zu machen", wie Jacki es ausdrückte. Diese Befürchtung hielten wir wirklich für realistisch und wiesen die Tierheimleute darauf hin, dass sie Moyo auf gar keinen Fall an Herrn Micha B. auszuhändigen, was auch immer er für Argumente anbrächte.
"Neinnein, das wird nicht passieren", sagte der Tierheimmitarbeiter. "Moyo kostet jetzt mindestens 300 € Vermittlungsgebühr. Sie gehört jetzt dem Tierschutzverein."
Das beruhigte uns sehr und dann war es auch schon Zeit, Abschied zu nehmen. Jacki weinte bitterlich, aber Moyo beschnüffelte uns noch einmal ganz freudig aufgeregt und wuselte dann an der Leine des Tierschutzmitarbeiters um die Ecke. Und zwar, ohne sich noch einmal nach ihrem "Frauchen" umzuschauen.
Mir tränten die Augen auch, und zwar aus 2 Gründen:
a) bin ich verdammt schlecht im Abschied nehmen und
b) der Geruch, der unten aus der offenen Tür zur Hundeübergabe ausströmte, brachte mich an den Rand einer Ohnmacht. Unfassbar, wie man darin den ganzen Tag verbringen konnte und das auch noch schwanger mit einem jungen Hund. Ok, jetzt halt ohne den jungen Hund.
Zum Runterkommen schnappten Mila und ich uns Milas Jimmi und gingen mit ihm eine Runde spazieren. Dieser Tag würde uns noch eine Weile beschäftigten, soviel stand fest.
Ein paar Tage gingen ins Land und dann gab es gute Nachrichten von Hündin Moyo: Sie hatte sich schon toll eingelebt, hatte viele andere Hunde zum Spielen um sich, war desinfiziert und entwurmt und hatte Spaß in den Trainingsstunden. Auch einige potenzielle neue Besitzer hatten schon Interesse an der Hündin signalisiert. Ich bin mir sicher, dass Moyo nicht allzu lange im Tierheim verweilen wird (auch wenn sie es da wirklich gut hat!) und schon bald neue Leute finden wird, die sie so behandeln, wie sie es verdient hat. Mach es gut, Moyo, und ich hoffe für dich auf ein schöneres Hundeleben als das bisherige.

So, schnell noch was Niedliches hier einstellen, bevor mir wieder die Tränen kommen:

                                                  Ein Kästchen voller Kuschelglück!

Greetz,
euer wirklich erschöpftes
Copinchen


Dienstag, 3. Februar 2015

OuhEmDschiih!

Zu Anfang muss ich noch einmal darauf hinweisen, dass diese tragische Geschichte keinesfalls meiner Phantasie entsprungen ist, sondern sich tatsächlich so zugetragen hat und immer noch zuträgt. Zu den heutigen dramatischen Ereignissen kann ich erst später etwas schreiben, weil ich es erst einmal verdauen muss. Aber ich schreibe es noch auf, ohne Gnade...

Aber weiter im Text, damit ich langsam, aber sicher mal zu den aktuellen Ereignissen vorstoßen kann. Bis dahin ist aber noch viel anderes geschehen, so leid es mir tut, das muss nun erstmal sein.

Man sagt ja viel über Leute, die auf  Unterstützung vom Amt angewiesen sind: Dass sie den ganzen Tag rumhängen und in den Tag hineinleben, ihnen alles wurscht ist und so weiter. In vielen Fällen, den meisten sogar, tut man den Menschen damit absolutes Unrecht! Nicht jeder hat das Glück, einen tollen Job zu haben und ein gutgefülltes Bankkonto, relativ sorgenarm zu leben und absolut zufrieden zu sein.
Jacki auch nicht. Aber sie scheint damit zufrieden zu sein, in den Tag hineinzuleben, einen netten Flat-TV und ein Sofa zur Verfügung  und ansonsten nicht viel zu tun zu haben.
Weil sie am Tage also viel Ruhe und Freizeit hat, aber relativ wenig Action, wird der tägliche Streit mit Micha eben in die Nacht verlegt. Zwischen Null und zwei Uhr morgens ist ja die beste Zeit, sich mit Vorwürfen zu überladen, den Hunden Bällchen zu werfen und auch mal den einen oder anderen Teller zu zerschmettern.
Die über ihr wohnende Nachbarin Mila kann ein Lied davon singen und sie, die einem sehr stressigen Job nachgeht mit verschiedenen Schichten, war damit die Unglücklichste von uns allen, denn sie bekam alles relativ ungefiltert mit.
Eines Nachmittags stellte Mila Jacki zur Rede, was die nächtliche Unruhe soll und dass sie auch mal durchschlafen wollte. Mila brach daraufhin in Tränen aus, erklärte wortreich, was für ein A*schloch Micha sei und wie er sie traktieren würde, dass er fremdginge und ausserdem - vielleicht ahnt es der eine oder andere schon - habe sie 2 positive Schwangerschaftstest da liegen.
Da Jacki, wie schon erwähnt, stets sehr lautstark spricht, entging mir das Gespräch nicht und bei der Erwähnung des Schwangerschaftstests wurde mir beinahe schwarz vor Augen.
Nächste Woche sei der Termin beim Gynäkologen und dann hätte sie Gewissheit.
Vor meinem geistigen Auge flammte unverzüglich das hier auf:

und eine Welle von Solidarität und  Mitgefühl für Jacki brach sich an meinen rotierenden Synapsen auf. Ich weiss nicht, ist das irgendwie hormonell veranlagt? Mir machte es beinahe etwas Angst, aber in dem Moment war ich der Meinung, Jacki müsse geholfen werden. Mila war anscheinend auch dieser Meinung, denn kurz drauf verabredeten wir uns zu einem Spaziergang mit drei Hunden, der wirklich bemerkenswert werden sollte.

Also: Jacki (die mutmaßlich schwangere Auster) übernahm Moyo, die Welpin, die mittlerweile auch schon ein mittelgroßer Hund war, nur halt noch sehr, sehr jung und unerzogen.
Mila nahm den rüpeligen Josh, weil sie die meiste Erfahrung mit solchen Hunden aufweisen konnte und
ich nahm Jimmi, den Hund von Mila, weil wir uns schon sehr gut kannten und auch schon öfter miteinander spazieren gegangen sind.
Dieses Trio infernale machte nun den Wald rund um Tackenburg unsicher. Ziel war, Josh ein wenig Leinenführigkeit zu vermitteln mit Leckerlie und Konsequenz, und mal einen Müdemach-Spaziergang natürlich, denn beide Hunde waren chronisch unterbeschäftigt. Und mal Jacki auf den Zahn fühlen, ihr Möglichkeiten aufzeigen und solche Dinge halt, auch das war ein Grund für diesen Spaziergang.
Josh zankte also mit Mila um die Alpharolle im Rudel, Moyo ahmte sein Verhalten schon nach und Jimmi fing schließlich auch an zu blödeln, um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Natürlich war Josh und sein unermüdliches Fiepen, Ziehen und anderen-Hunden-Angstmachen-wollen der Mittelpunkt.
Es fiel auf, dass Jacki ihr Handy dabei hatte, das auch unermüdlich klingelte, im 15-Minuten-Takt. Der Anrufer war: Micha! Und zwar ausschließlich. Schließlich musste er ja genau wissen, was wir so zu besprechen hatten.  Es war wirklich übel, denn es passte ihm anscheinend nicht, dass Jacki so lange mit uns unterwegs war und er das ganze nicht unter Kontrolle hatte! Jacki erzählte uns auch, wie gemein er zu ihr sei und seine neue Freundin auch, wie oft er sie alleine ließe, ohne Geld und was zu essen und trinken. Und auch ohne Hundefutter.
So kam es, dass wir nach einem 2einhalb-Stunden-Marsch mit einer Möglichkeit, die Hunde spielen und flitzen zu lassen, noch einen Abstecher zum Supermarkt machten. Mila kam mit einer großen Tüte Lebensmittel und Hundefutter wieder heraus. Josh machte allerdings keine Anstalten, einen müden Eindruck zu machen, sondern war noch genauso agil und nervös wie anfangs. Jimmi war genervt von Josh und die Kleine war einfach nur noch platt und müde.
So kamen wir wieder daheim an. Mittlerweile hatte sich die Solidarität gefestigt und wir waren fest davon überzeugt, dass Micha die Wurzel des Übels und Jacki das Opfer sei.
Aber wie schrieb ich neulich schon: Nichts ist so, wie es scheint!
Mehr dazu in der nächsten Episode (wir nähern uns also dem Hier und Jetzt) und jetzt muss schnell noch was Niedliches herbei:






Liebe Grüße, euer erschöpftes Copinchen! ;-)






Montag, 2. Februar 2015

Höllische Nachbarn - Bis(s) zum Jahresende!

Oho. Micha nun allein zuhaus. Bzw. Josh. Nunja. Der arme Hund! Lt. Micha war ja Jacki schuld an seinem ungezogenen Verhalten beim Gassigehen, denn sie hätte ihn soo nervös gemacht. Hundeexperten mögen mir aber Recht geben, dass unregelmäßiges Spazierengehen ohne Freilauf (also nur bis zur nächsten Buche zum Lösen und wieder zurück) einen Hund genauso aus der Contenance bringen wird wie eine nervige Person. Zusammen potenziert sich das natürlich zu einer Bombe mit extrem kurzer Zündschnur, wie wir im weiteren Verlauf der Geschichte noch erfahren werden.
Kaum war Madame aus dem Haus, stand übrigens schon die nächste Anwärterin auf der Matte. Holla, die Waldfee, der lässt aber gar nichts aus. Ich grüßte knapp beim Vorbeigehen, bekam aber keine Antwort. Nun, das war ich ja schon gewohnt. Vielleicht würde die ja mal da unten für Ordnung sorgen.

Wer nun glaubt, das Thema Jacki wäre durch, der täuscht sich, denn ein paar Tage später war sie  samt Welpen Mojo wieder da. Micha erzählte, dass sie tränenreich um Wiedereinzug gebettelt, sich in den Zug gesetzt und am Bahnhof auf Abholung gewartet hätte. Gentleman, der Micha nun mal ist, hätte er sie bei 2 Grad plus nicht allzu lange warten lassen und sie abgeholt. Oh, wie heldenhaft, edel und gut!
In Wahrheit brauchte er das Teilsponsoring der Wohnung durch das Amt, weil Jacki ja auch Hartz IV bezog, zwar durch absolute Dämlichkeit eine Sperre bekam (Nichtteilnahme an einer beruflich bildenden Maßnahme ohne Krankmeldung, genaugenommen ohne irgendeine Meldung übrigens!), aber immer noch wohngeldberechtigt war. So nahm er sie freudig wieder auf. Nur die Streitereien häuften sich nun wieder, nachdem echt mal ein paar Tage Ruhe gewesen ist. 
Es ging um die neue Freundin, bei der er nun regelmäßig übernachtete und die arme Jacki wieder den ganzen Tag und neuerdings auch noch die Nächte alleine ließ. Mit beiden Hunden. Ohne Knete. Life is a bitch.
Mittlerweile hatte er wohl irgendwie einen Job als Fahrer bei einem Paketdienst mit 3 Buchstaben ergattert und trug seitdem stolz die Jacke mit dem Firmenlabel. Leider schien es aber nach wie vor Probleme mit Geld zu geben, denn Micha verkaufte nach und nach große Teile der Wohneinrichtung, Krimskrams und sogar die Frontschürze von dem traurigen Ford mit dem Klebebandtuning am Heck. Dieser stand nun wie ein Zeuge der Unfähigkeit seines Besitzers wochenlang am Straßenrand, bis die Russenmafia endlich Mitleid bewies und die Bewohner unserer Straße von diesem bedauernswerten Anblick erlöste. Oder bevor das Ordnungsamt Micha ein weiteres Ticket zustellte. Davon kamen ja im Laufe der Zeit genug bei ihm an (natürlich alles ohne Grund und bei totaler Unschuld des armen Micha, der sich als Opfer der Behörden sieht).
Die Realität sieht aber wohl anders aus, wie der geneigte Leser sich sicherlich schon denken kann.
Nun schlich Jacki abwechselnd mit Josh und Mojo bis zur Buche und zurück, denn beide Hunde konnte sie gleichzeitig nicht mehr unter Kontrolle behalten. An einem der seltenen Abende, wo Micha sich nochmal die Ehre gab, geschah dann etwas Furchtbares:
Es war kurz nach Weihnachten, als wir hier im Wolkenkuckucksheim gerade schlafen gegangen waren und lautes Hundegejaul, unterbrochen von Männergebrüll, uns schlagartig wieder hochschrecken ließ. Ok, Josh bellte öfter mal, wenn er mal gassi geführt wurde und Moyo begann schon, das zu kopieren, aber diesmal klang es anders. Kleiner irgendwie. Die Aufregung in der Nachbarschaft liess Schlimmes vermuten.
Erschrocken schauten wir aus dem Fenster und es wurde klar, dass Josh einen kleinen Cairne-Terrier aus der Nachbarschaft zu fassen bekommen hatte und als sei das noch nicht genug, den Besitzer gleich mit attackierte. Nun mag es bei einem Pudelwelpen noch harmlos klingen, wenn so etwas geschieht, aber bei einem dreijährigen Staff-Rüden ist das schon gleich eine ganz andere Nummer. Ach, moment. Josh ist ja ein Boxermix, wegen den Streifen.
Oh oh. Die Polizei wurde noch gerufen, Micha machte, dass er Land gewinnt und verzog sich mit Madame und Hunden heim ins Reich. Natürlich kann jeder Hund mal zubeissen (was er natürlich nicht sollte) aber lt. Zeugen war dieser Vorfall nur passiert, weil Josh ohne Leine lief und das Terrierchen nicht. Und einen Menschen sollte kein Hund beißen, ob klein oder groß.
Anyway, der Cairne-Besitzer stellte Strafanzeige, seine kleine Hündin war schwer verletzt und musste sogar in der Tierklinik zusammengeflickt werden. Die arme kleine freundliche Hündin! Der Besitzer war nicht ganz so arg in die Fänge des Josh geraten, aber allein schon wegen dem Streit, den Micha daraufhin vom Zaun brach, war er stinkesauer - und natürlich wegen seiner kleinen Hündin und der saftigen Tierarztrechnung.

All dies Unheil trug sich zum Jahresabschluss zu - und wer nun denkt, das neue Jahr 2015 würde etwas ruhiger beginnen, der sollte unbedingt den nächsten Teil dieser  Saga  lesen!

Bis dahin und bleibt cool, ich versuche es auch...
Euer Copinchen! ;-)

P.S.: Zur besseren moralischen Unterstützung werde ich nun unter jede Episode etwas posten, was ich witzig oder niedlich finde. Macht gleich bessere Laune, Harmonie und besseres Karma. 


Samstag, 31. Januar 2015

Höllische Nachbarn - das Grauen nimmt (k)ein Ende!

Nun habe ich zwischendurch mal ein paar andere Beiträge geschrieben, weil ich mich nervlich von diesen beiden Chaoten distanzieren muss. Aber ich nehme tapfer die Chance weiter wahr, mir dieses ganze Dilemma von der Seele zu schreiben, eine Seele, die aufgrund der Ereignisse in der unmittelbaren Umgebung  immer lauter um Hilfe ruft.
Denn das war ja noch lange nicht alles.

Leider war die Slapstick-Einlage mit dem Ceranfeld eine der wenigen Gelegenheiten, die beiden lustig zu finden. Danach allerdings fingen die Ereignisse an, sich zu überschlagen.
Noch immer wartete ich geduldig auf den Umzugswagen. Aber mal ehrlich - wer schleppt eine neue gebrauchte Küche an, um sie gleich nach dem Einbau direkt wieder in den Umzugswagen zu schleppen? Richtig, niemand. Auch nicht Micha und Jacki. Die lebten bunt in den Tag hinein und dachten wohl gar nicht daran, uns zu verlassen. Zumindest nicht beide zusammen.
Denn: Es begann im Paradies zu kriseln!
Dies aber nicht unbedingt im Verborgenen, in den vier Wänden oder bei den nächtlichen Autofahrten, um die beiden Hunde mal Gassi zu führen (seit das mit Emmi hier in der Nachbarschaft die Runde machte, war man den beiden nicht mehr besonders wohlgesonnen), nein, sondern lautstark vorm Haus und mit einer Lautstärke ... ich erwähnte es bereits. Bei geschlossenem Fenster, bei laufendem Fernseher 2 Etagen höher übertönten die zwei Streithähne locker meinen schon lautgestellten Fernseher. Und das, wo ich gerade eine der selten gewordenen TV-Übertragungen eines Springturniers anschauen wollte. Das machte mich noch doppelt sauer, denn die beiden legten unten eine hollywoodreife Eskalation hin. Es ging (natürlich) um Geld, um Essen, was nicht im Haus war, um einen Tank, der nicht mehr genug Sprit drin hatte bis hin zu Vorhaltungen an Jacki, sich endlich um einen Job zu kümmern, eine Therapie zu machen. Garniert mit Wutgeschrei bis hin zur Lautstärke von Fluglärm, wenn man direkt neben dem Rollfeld steht. Mittendrin: Die beiden Hunde, die ja völlig verstört sein müssten, so, wie die Bezugspersonen sich aufführten. Es war ein Samstag am späten Nachmittag, kurz vor dem 2. Advent und ansonsten dunkel, still und besinnlich, so wie Adventswochenenden eigentlich sind. Bis unsere beiden hier es vorzogen, der ganzen Stadt ihre Probleme mit sich und der Realität mitzuteilen. Ich bin mir sicher, dass man sie auch in den Ortsteilen noch hören konnte.
Und das war nur der Anfang.
Wie mir meine Nachbarin, die drüber wohnt, mitteilte, flogen in den darauffolgenden Nächten (!) regelmäßig die Fetzen und es kamen die immer gleichen Vorwürfe auf den Tisch. Sie warf ihm vor, sie ständig allein zu lassen (ob er jetzt wirklich jobben ging oder nicht, mal außenvor..) und dass er ständig im Internet auf Frauensuche sei und er ihr den üblichen Text mit Geld, Job und Therapie.
Dies ging wohl gut zwei Wochen so, dann hatte Jacki wohl die Nase voll und war mit Welpen und Koffer abmarschiert. Oh, niemand war nun wirklich traurig deswegen. Die Vermieter wirkten erleichtert, wir alle irgendwie auch, denn solche Streitereien auch auf offenem Feld wirken hin und wieder verstörend. Und Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen, das ist für manche wirklich ein absolutes Fremdwort.
Oh, wo ich gerade die Autofahrten mit den Hunden erwähnte: Wenn man im Ort beliebt wie Fusspilz ist und auch schon mit anderen Nachbarn herumgezankt hat und dann auch noch einen Hund wie Josh besitzt, sollte man vielleicht wirklich auswärts spazieren gehen. Nur muss man sich den Sprit für solche Touren auch leisten können. Der BMW, mit dem die beiden angereist waren, wurde irgendwann mal wortreich verkauft und fortan stand ein ziemlicher Schrotthaufen in der Straße, dessen Heck mit Panzerband verklebt wurde und der auch sonst einen ziemlich abgerittenen Eindruck machte. Zugelassen auf Micha, sogar mit Wunschkennzeichen.
Nun, jetzt, wo Jacki weg war, tauchte eines Abends Micha vor meiner Türe auf und fragte mich allen Ernstens, ob ich mit Josh mal eine Runde gassigehen würde, weil er ja soooo viel zu tun hätte und der arme Hund solange alleine bleiben müsste (und evtl. undicht würde^^) , dieses Ansinnen verwarf ich sofort wieder, denn Josh zieht an der Leine wie ein Ackergaul auf dem Feld und das permanent. Für solche Hunde bin ich mittlerweile zu alt.
"Ja, jetzt, wo Jacki weg ist, ist Josh vieeeel ruhiger geworden", versuchte Micha, mich umzustimmen. Haha, ein Hund, der so lange alleine bleiben soll, ist also ruhiger geworden. Nicht mit mir, Freundchen.
"Ich glaube, ich möchte das nicht machen", blieb ich also stur.
Dann erzählte er noch wortreich, wieso ich ruhig mit ihm gehen könne, es sei doch nur ein Boxermischling, aber ich hörte schon nicht mehr zu. Schließlich fand er, er hätte mich genug zugetextet und zog ab.

Ach, da fällt mir ein gutes Beispiel ein. Kennt ihr die Serie "Breaking Bad", wo ein harmlos wirkender Chemielehrer mit Lungenkrebs vom braven Familienvater zum knallharten Drogenboss mutiert? Dieses Schwanken zwischen Mitleid, Entsetzen, Abscheu und Enttäuschung, womit die vielen Charaktere dieser Serie kokettieren, ist genau das, was ich bei diesen beiden hier empfinde. Nur dass es hier traurige Realität ist. Ich habe bestimmt noch das eine oder andere haarsträubende Detail vergessen, weil es einfach beinahe täglich Updates gibt. Aber ich tue, was ich kann. ;-)

Ob Jacki sich wieder die Ehre gibt, ob Josh doch noch "Haustier des Monats" wird und wie es weitergeht, demnächst hier, selbe Stelle, selbe Welle.

Es grüßt euch
euer Copinchen! :-)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Die lieben Nachbarn - mit Verstärkung!

Wer bis hierher durchgehalten hat, wird sich vermutlich die Augen reiben - oder hat schon selbst solche Erfahrungen gemacht. Für letztere empfinde ich tiefstes Mitgefühl. Man könnte wohl eine Selbsthilfegruppe gründen, gerne auch mit Online-Sitzungen. "Hallo, mein Name ist Copine und ich habe Nachbarn aus der Hölle".
Ich fasse mal zusammen: Wir haben hier ein Chaos-Paar, das weder mit Mitmenschen, noch mit Hunden, noch mit Geld vernünftig umgehen kann. Micha versteigt sich gern in lange Diskussionen, die alle mit demselben Ergebnis enden: Man kann ihm nicht ein Wort glauben. Nehmen wir mal die Nummer mit der Umschulung, die er uns allen weismachen wollte, nachdem er im letzten Job grandios gescheitert war. In Wirklichkeit leistete er Sozialstunden ab, die wohl schon länger fällig waren.
Jacki ist ein eher scheues Mädel, die wie Pattex am lieben Micha klebt und so dermaßen unselbstständig ist, dass sie mir schon wieder leid tut. Manchmal weiss man nicht so genau, ob sie noch nicht kapiert hat, worauf es im Leben ankommt. Das Schreckliche ist, dass Micha ihr hier nicht unbedingt eine Stütze ist, sondern ihre Rückzugstendenzen sogar noch forciert. Was noch schrecklicher ist: Dass er dabei herumläuft und überall verkündet, was er mit ihr für ein furchtbares Schicksal hat, traut sie sich doch nicht einmal, die Türe zu öffnen, wenn es klingelt. Andererseits haben beide eine wirklich lautstarke Streitkultur, wie man besonders an ruhigen Sonntagen oder mitten in der Nacht erleben darf. Auch bei geschlossenem Fenster ist es unmöglich, die beiden zu überhören.
Jacki ist überfordert mit ihrem Alltag und igelt sich ein, hat aber noch keine Möglichkeit entdeckt, eine für sie vorteilhaftere Zukunft anzugehen.
Aber weiter in der Geschichte:
Josh war also nun ein Einzelhund. Aber er war scheinbar auch traurig über Emmis Ableben (ich hoffe immer noch, dass er wenigstens DIESMAL die Wahrheit erzählt hat und die schöne Hündin erlöst wurde!) und dann geschah etwas, was mich wirklich umgehauen hat.
Nicht nur, dass man bereits etliche Einrichtungsgegenstände vertickt hatte, um etwas Bargeld zur Verfügung zu haben. Madame hatte sich geweigert, eine Massnahme von der ARGE anzutreten bzw. hat sich gar nicht da gemeldet und das wurde mit einer Geldsperre sanktioniert. Nur die Wohnkosten (anteilig) wurden noch vom Amt übernommen.
Micha - wir erinnern uns - war arbeitslos und von daher auch aufs Amt angewiesen. Wenigstens wurde nun die Miete regelmäßig gezahlt und die Vermieterin war nicht mehr ganz so verzweifelt.
Es näherte sich der Termin zum Auszug (außergerichtliche Vereinbarung) und ich hatte schon so meine Zweifel, ob das auch wirklich passiert. Aber ich dachte (noch) positiv.
28. 29. 30. Oktober. Nichts geschah ausser der Verbreitung des Märchens, Micha hätte eine doppelt so große Luxuswohnung zum halben Preis aufgetan und man freue sich schon auf den Umzug.
Und dann...
Ihr glaubt es nicht.
Aber es ist wirklich wahr.
Am 15. November kamen die beiden um die Ecke und hatten einen Hundewelpen im Arm (!!!)!
Ich dachte wirklich, mich tritt ein Pferd. Das letzte, was man in einer solchen Situation braucht, ist ein Hundewelpe (hier möge man sich bitte vorstellen, wie ich ohnmächtig darniedersinke).
Klar war die kleine süß und niedlich, aber - hey, womit wollten sie das Futter für 2 Hunde bezahlen?
Die Vermieterin war leichenblass.
Verbieten konnte sie es ihnen nicht. Nur auf den ultimativen Auszug hoffen.
Nun hockte Jacki also tagsüber mit 2 Hunden in der Wohnung, ab und zu ging sie mit ihnen zur nächsten Eiche, weiter nicht, weil sie Josh nicht wirklich halten konnte. Schon gar nicht, wenn jemand mit einem anderen Hund entgegenkam. Und nun auch noch den kleinen schwarzen Wuschelpuschel dazwischen. Grundgütiger, soviel D**fheit hatte ich den beiden wirklich nicht zugetraut!
Mittlerweile mieden wir Bewohner so ziemlich die Uhrzeiten, in denen Micha auftauchen könnte, denn er erzählte uns das Blaue vom Himmel. Er hätte ja auch eine Traumwohnung in  Aussicht, wo man sich nicht so anstellen würde, wenn man mal das Grundstück umgräbt und vollscheissen lässt. Ja ne, is klar.
Seinen Wagen hatte er übrigens auch verkauft und kam eines Tages mit einem anderen Wagen um die Ecke, deren "Gebrauchsspuren" deutlich sichtbar mit Panzerband repariert worden waren. Nun ja, man brauchte halt ein größeres Auto, ne? Der Welpe versprach schließlich, nicht unbedingt eine Fusshupe zu werden.
Und er schleppte eine neue alte Küche an. Umzug? Hallo?
Noch heute breche ich in schallendes Gelächter aus, wenn ich an folgende Szene denke:

Micha: "Pack mal mit an, Jacki. Beweg mal deinen Hintern."
Er hatte einen neuen alten E-Herd mit Ceranfeld günstig geschossen. Schließlich müssen die Dosen ja aufgewärmt werden, die man so verzehrt (Hausmüll-Detektivin *g*).
Jacki: "Mach mal langsam, ich kann nicht mehr!"
Micha: "Nur das Ceranfeld. Das kann ich nicht alleine .halt doch fest HALT FEEEST!!.." ...... KLIRR !!!
Das traf in diesem Moment voll mein Komikzentrum. So hab ich selten gelacht!
Das Ceranfeld war in 1000 Stücke über die Treppe verteilt. Und beide hatten gut zu tun, das wieder aufzufegen.
Normalerweise bin ich nicht so schadenfroh, nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht. Aber dieser Moment entschädigte mich beinahe für diese ganzen unguten Gefühle, die ich beim Tun und Wirken dieser beiden (inklusive Heulschulter anbieten für die Vermieterin, die wirklich am Verzweifeln war!) hatte. Ich bin ein sehr empathischer Mensch, dem sowas total nahe geht. Aber dieser Klassiker unter den Möbelträgergags war einfach zu köstlich!
Nun ja. Das Lachen ist mir allerdings bald wieder vergangen. Ihr erfahrt in der nächsten Folge, wieso. ;-)

Liebe Grüße
Copinchen und Jeannie, die das alles von ihrem kleinen Balkon aus beobachtet!



Dienstag, 20. Januar 2015

Höllische Nachbarn - was weiter geschah!

Im 1. Teil habt ihr einen kleinen Eindruck davon bekommen, was in unserem Haus gerade los ist. Aber das ist noch nicht alles, noch lange nicht...
Ja, der Garten war verwüstet, die kleine Werkzeuglaube plattgemacht und um das Bild noch zu vervollständigen, wurden auch noch die Gehwegplatten aus Waschbeton mit einem Vorschlaghammer zerdeppert. Wir fragten uns warum, fragten Micha warum, er meinte nur "war zu feucht". Was für eine Begründung für die totale Zerstörung!
Zu allem Überfluss kamen die beiden dann noch mit einem 2. Hund um die Ecke. Micha versuchte, uns Unwissenden den Rüden als "Boxer-Labrador-Mix" zu verkaufen, aber da wir weder gerade erst vom Baum gefallen sind noch jeder hier im Haus schon mal mindestens einen Hund besessen hat, glaubten wir ihm kein Wort. Hier handelte es sich um einen original American Staffordshire-Rüden, der vielleicht 1/8 vom Labrador in sich trug. Klar war der Rüde "Josh" superbrav und wohlerzogen. Doch wieso zeigte er es nicht?
Er bedrängte die arme Emmi mit seinem jugendlichen Übermut. Das hat die ältere Dame ja nun so gar nicht verdient, konnte sie doch kaum wegen ihrer wirklich üblen HD auf allen Vieren stehen, geschweige denn laufen.
Josh wird jedenfalls noch ordentlich für Furore sorgen, soviel sei vorweg verraten.
Oh man, ich kann gar nicht alles hier ordnen und wahrscheinlich fehlt auch die Hälfte, aber ich glaube, das ist nicht schlimm. Einen Eindruck hat man ja schon mal und das ist ja des Pudels - oder des Staff's - Kern.
Leider verlor Micha nach ca. 8 Wochen seinen Job. Warum, weiss ich nicht, kann es mir aber denken: Der Typ nimmt es mit der Wahrheit nicht allzu genau. Und mit den Mietzahlungen auch nicht.
So beklagte sich die Vermieterin Ende Juli, dass die beiden noch nicht einen Cent Miete überwiesen hätten und sie immer nur vertröstet würde.
OUHA!
Die Miete ist das erste, was bezahlt werden muss!!!  Man kann mal ein paar Tage ohne Wurst und Käse auskommen, aber nicht ohne ein Dach über dem Kopf, ausser man macht Camping.
Micha tat, als wäre alles bestens, wurschelte weiter im Mondkrater Garten herum und mittlerweile nutzten ihn beide Hunde als Klo, was die Vermieter zur Weissglut trieb.
Nach weiteren vier Wochen waren die beiden so pleite, dass Madame es tatsächlich für nötig hielt, mal zum Amt zu gehen und ALG II zu beantragen. Bisher hatte sie sich deshalb etwas geziert, aber dann würde wenigstens das Amt die Miete zahlen. Nur die ausstehende nicht!
Micha fing derweil mit dem Ausverkauf seiner und ihrer Sachen an. Ob mein Gartenstühlchen, was ich ihnen mal gutgläubig ausgeliehen hatte, mit in dieser "Konkursmasse" war, weiss ich nicht, aber ich habe es nie wiedergesehen, bis heute.
EINS muss man den beiden aber zugute halten: Sie machen keinen Lärm. Äh, das heisst, ausser wenn sie sich lautstark in die Haare kriegen. Da kann man getrost das Fenster schließen und Fernseher oder Radio lauter drehen, man versteht trotzdem jedes Wort...
Aber weiter im Text.
Bis heute habe ich nicht verstanden, warum der 2. Hund angeschafft werden musste. Michas Version war: Er gehöre einem Kumpel und sie hätten ihn "in Pflege" genommen. Seit gestern weiss ich: er ist vom Tierschutz und wurde gegen Schutzvertrag und -Gebühr an die beiden abgegeben.
Nun, Emmi ging es immer schlechter, aber der Tierarzt kostet Geld, was sie nicht hatten! Was tun? Wir überlegten, etwas zu spenden, damit die arme Maus zum Tierarzt könnte, aber was, wenn er das in Zukunft ausnutzen würde? Und Emmi dazu nutzen, uns aus Mitleid die Kohle aus der Tasche zu ziehen, die keiner von uns im Überfluss in selbiger hat?
Er behauptete nach wie vor, Emmi hätte keine Schmerzen. Ein Blick in ihre Augen und Mimik genügte, um seine Worte Lügen zu strafen. Wahrscheinlich fiepte sie auch die ganze Zeit aus Langeweile, wer weiss.
Ich bitte meinen sarkastisch angehauchten Ton übrigens zu entschuldigen, aber bei solchen Dingen geht mir der Hut hoch!
Wir, die restlichen Bewohner unseres Vierparteienhauses, einigten uns darauf, mit Emmi und Micha zusammen zum Tierarzt zu gehen, damit da Klarheit aufkommt.
Dazu kam es nicht. Flugs waren die beiden samt Hunden über Nacht "verreist", erschienen nach 2 Wochen wieder und das ohne die arme Emmi. Sie sei bei "Oma und Opa eingeschläfert worden".
Ruhe in Frieden, Emmi, und verzeih uns, dass wir nicht viel früher eingegriffen haben. :-(
Nach diesen ganzen Vorfällen ging unsere normalerweise wirklich sehr freundliche und hilfsbereite Vermieterin nervlich am Stock. Traurig schaute sie immer wieder auf das ruinierte Gärtchen. Eines Tages fragte sie mich, die ich ja Computerschreib-affin bin, ob ich ein Schreiben an die Beiden aufsetzen würde. Sie wollte eine aussergerichtliche Einigung, da eine Räumungsklage wenig Aussicht auf Erfolg haben würde und ausserdem lange dauern und möglicherweise sehr, sehr teuer werden könnte.
So setzte ich einen Vertrag auf, mit Auszugstermin zum 30. November 2014 und beide setzten zwar lamentierend, aber letztendlich doch artig ihre Unterschrift darunter.

Ob es tatsächlich zum ersehnten Auszug kommt, erfahrt ihr in der nächsten Folge von "Höllische Nachbarn"!
Mir tat bei diesem Kapitel die arme Emmi von Herzen leid, die wirklich gutmütig und freundlich war trotz der Schmerzen, die sie leiden musste. Und mehr und mehr kam uns die Erkenntnis, dass wir es hier mit sehr seltsamen Leuten zu tun haben.
Genug für heute, sonst kriege ich wieder Magenschmerzen vor Wut!

Trotzdem liebe Grüße vom
Copinchen ;-)

Freitag, 16. Januar 2015

Meine Nachbarn - jenseits von Gut und Böse!

Ich wollte es eigentlich nicht tun, weil diese Geschichten so krass sind, dass man sie eigentlich niemandem zumuten kann.
Aber es geht nicht anders.
Ich muss es mir von der Seele schreiben.
Es macht mich fertig.
Ihr kennt doch sicherlich auch Nachbarn, die euch ein wenig seltsam vorkommen. Und hier und da sorgt ein Skandälchen mal für ein wenig Stimmung im Viertel oder der Straße, egal ob positiv oder negativ.
Meistens handelt es sich hier immer mal wieder um verschiedene Personen oder Familien.
Meine Nachbarn schaffen das alles in Personalunion ganz alleine.
Ich schwanke regelmäßig zwischen Entsetzen und Mitleid. Mal überwiegt das eine, mal das andere.
Kennt ihr so eine ambivalente Stimmung? Es macht einen schlichtweg verrückt...

Aber mal ganz von vorne.
Alles begann damit, dass die Vormieter die Wohnung kündigten, weil sie mit der Treppe nicht mehr so gut zurechtkamen. Man muss dazu sagen, dass diese Wohnung eine Souterrainwohnung ist, die man durch eine etwas steile Steintreppe nach unten erreicht.  Dafür hatten sie sich da unten eine schöne Oase eingerichtet mit einem kleinen Handwerkerschuppen, einem tollen kleinen Garten mit Kräutern, Tomaten und vielen bunten Blumen, der wirklich top gepflegt wurde und mir beim Anschauen schon viel Freude bereitete, beinahe etwas Neid aufkommen liess. Meine Terrasse ist zwar auch schick, bietet aber Grenzen auf bei der Bepflanzung ausschließlich in Töpfen und Blumenkästen.
Die Wohnung selbst ist nicht allzu groß, aber sehr schön geschnitten und war ebenfalls auf Hochglanz poliert!
Alles in allem ein tolles Angebot, was meine Vermieterin in der Zeitung inserierte.
Es kamen Leute zum Anschauen, immer mal wieder.
Dann tauchten die beiden auf. Ich nenne sie hier mal Michael (Micha) und Jaqueline (Jacki). Natürlich heissen sie im wirklichen Leben anders. Aber man muss ja die Anonymität wahren, ne?
Das war vor ca. einem dreiviertel Jahr. Was in dieser relativ knapp bemessenen Zeitspanne alles geschah, will ich hier mal niederschreiben, es sei eine Warnung für alle, die Wohnungen zu vermieten haben und vielleicht unter Umständen etwas naiv gutgläubig sind.
Nun, die beiden wurden herumgeführt, unter anderem auch auf meine frisch renovierte und aufgemöbelte Terrasse (nur zum Gucken!) und Micha fragte als erstes, wie er von unten auf die Terrasse zum Sonnen kommen könnte, ob er einen Schlüssel bekäme (ich wohne ja oben und die Terrasse ist auf einer Garage). Ich dachte erst, das ist ein Witz, später merkte ich aber, dass er es durchaus ernst meinte.

Der langen Rede kurzer Sinn: Die beiden unterschrieben sofort den Mietvertrag, merkten an, dass sie noch einen Hund besäßen und zogen nach kurzer Zeit unten ein.
Hier muss ich mal eben sowas wie eine Charakterbeschreibung einfügen:
Micha - Mitte 20, große Klappe, immer irgendwie in trouble und macht einen auf Macker. Leider nimmt er es mit der Wahrheit nicht so genau und wenn er "Guten Tag" sagt, sollte man nachgucken, ob es draußen hell ist. Er spricht sehr laut von Natur aus, keine Ahnung warum. Hat leider eine rege Phantasie, was Vergangenheit und Zukunft angeht. Aber davon später mehr.
Jacki - Anfang 20, leider etwas simpel gestrickt, leider etwas, nunja, schwer zu motivieren, leider ohne Beschäftigung, leider auch mit einem lauten Organ ausgestattet.
Meine erste Begegnung  mit den beiden lief unerwartet unharmonisch ab: Ich kam vom Sport und sie führten ihre Hündin Emmi spazieren, wir begegneten uns auf der Straße.
Ich lächelte und sagte "Hallo, guten Abend" - er versuchte etwas zu erwidern und wurde von Jacki mit einem energischen "KOMM JETZT ENDLICH" und einem Rupfer am Arm daran gehindert. Der Blick, den sie mir dabei zuwarf, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren, obwohl ich gerade beim Zumba ordentlich ins Schwitzen geraten war.

Etwas verwundert schaute ich den beiden hinterher. OUHA! Das kann ja heiter werden.
WIE heiter, das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wobei das "heiter" eher ironisch gemeint ist.

Es gingen ein paar Tage ins Land und mir fiel auf, dass Micha recht früh morgens das Haus verliess, so wie ich auch, und Frollein Jacki erst gegen Mittag den neuen Tag begrüßte. Häh, seltsam. Sie hatte also nicht wirklich irgendeinen Grund, das warme Heiabettchen vor 12 Uhr mittags zu verlassen. Nicht mal Hündin Emmi war Grund genug.
A propos: Emmi war eine wunderschöne Schäferhündin, leider mit einem üblen Hüftschaden ausgestattet, was man deutlich am Gangbild sehen konnte. Micha behauptete, sie hätte keine Schmerzen, was Emmi vehement dementierte, aber Micha und Jacki nicht interessierte. Die arme Emmi knickte regelmäßig mit beiden Hinterbeinen weg, und wir erinnern uns, da war ja diese Steintreppe nach unten! Du meine Güte. Die beiden grinsten Emmis Klagen einfach weg.
Das machte die beiden schon irgendwie unsympathisch.
Noch ein paar Tage später machte Micha sich daran, den coolen kleinen Schuppen abzureissen, während das Schmuckstückchen von Garten sich langsam in eine Mondlandschaft verwandelte. Die Blümchen welkten, es machten sich kleine Krater breit und es müffelte ziemlich nach Hundescheiße.
Zwei Wochen später war das Grundstück nicht wiederzuerkennen und erinnerte stark an Dresden '45.

Wie es weitergeht, erfahrt ihr demnächst auf diesem Kanal! ;-)
Liebe Grüße
euer Copinchen


Empfohlener Beitrag

Eine weihnachtliche Soap-Opera aus irgendeinem Mehrzweckstall im Münsterland! Die HauptdarstellerInnen: Mäxchen Romi aka "...