Sonntag, 13. Oktober 2019

Tollpatsch-Training: Gebisslos RuleZ - Vol. I

Hallo!
Heute muss ich meiner Begeisterung über Romi im Allgemeinen und im Besonderen über seine derzeitige Entwicklung mal richtig Luft machen.
Ich reite den eigenwilligen Arabo-Westfalen ja nun schon seit mehr als sechs Jahren und fühle mich momentan so wohl in seinem Sattel wie noch nie. Ok, wir sind beide natürlich älter geworden und auch ein bisschen weiser und die Diskussionen über das Grundtempo liegen größtenteils hinter uns. Wir haben wohl gerade den Status eines Ehepaares, das seine Silberhochzeit hinter sich hat: Man kennt sich und weiss um alle Ecken und Kanten, die ganz großen Überraschungen sind durchgespielt, man schätzt einander und ja, man vertraut sich. Und das ist schön. Wirklich schön. Manchmal muss man sich sein Traumpferd halt erarbeiten.
Ein sehr guter Helfer war und ist dabei das überwiegend benutzte gebisslose Sidepull, das mittlerweile aus unserem Reit-Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Kein Zungenspiel, viel mehr Ruhe in der Anlehnung, die sich übrigens direkt zu Anfang beim Aufwärmen schon herstellen lässt. Dadurch, dass ich auch wesentlich bessere Gewichtshilfen (DER Schlüssel zum Erfolg!) gebe, haben wir jetzt eine stabile Basis für etliche Lektionen und Trainingsübungen, die vorher einfach nicht möglich waren, weil ich mich vermutlich zu sehr mit eben jener konstanten Anlehnung mit Gebisszäumung abgemüht habe.
Romi tritt viel besser von hinten nach vorne durch, was bei den ersten Malen mit Sidepull direkt spürbar war und entwickelt momentan eine wirklich gute Hinterhand-, Rücken- und Oberhalsmuskulatur. Er hat ja im Frühsommer sehr viel an Substanz verloren, die er jetzt aber durch Futterumstellung (ich nenne es auch "Mastprogramm") stark wieder aufgeholt und noch dazugewonnen hat. Er sieht gerade einfach nur toll aus!
Zufrieden scheint er auch zu sein, er begrüßt mich schon von Weitem vom hintersten Winkel der Koppel und kommt gemeinsam mit Mäxchen angestürmt. Natürlich spielen meine stets mitgebrachten Möhren da auch eine nicht unwichtige Rolle, aber weil er die ja auch sonst bekommt, werte ich das mal als Kompliment. :-) Er ist auch beim Putzen und Satteln kaum noch zappelig - die ständigen Attacken von Fliegen mal ausgeklammert - und genießt das Geputzt-Werden. Ein bisschen eitel ist er ja von Haus aus schon. Allerdings ist er immer noch ein wenig erstaunt, dass er beim Sidepull-Anlegen nichts ins Maul nehmen muss und schnappt sich als Substitut dann mal den Zügel und knautscht den durch. Allerdings ist ihm auch aufgefallen, dass man gebisslos viel besser unterwegs was Grünes schnappen und futtern kann. Clever ist er ja!
Durch die sicherere Anlehnung und meine wesentlich verbesserten Einwirkungsmöglichkeiten auch am langen Zügel über Gewichtshilfen bin ich momentan auf dem Weg zu einem gut versammelten Romeo, der sich insbesondere in der Galopparbeit ausbalanciert und sicher anfühlt. Aber auch unser größtes Streitthema, der Trab über den Rücken und mit leicht federnder Anlehnung, wird gerade Realität bis hin zu den Seitengängen, die ihm sehr guttun. Ok, es ist nicht gerade sein Lieblingshobby, aber er bemüht sich sehr, alles richtig zu machen. Auch wenn es nach links rüber noch die eine oder andere kleine Blockade gibt. Aber er haut mir nicht mehr unter dem Hintern ab. Und das fühlt sich einfach nur super an.
Als Nächstes plane ich den Einsatz eines wirklich sehr schönen Bosals und werde darüber berichten, wie es läuft. Ich bin gespannt, vielleicht eröffnet uns das noch mehr tolle Aha-Momente. Ich bin gespannt!
Bis dahin, habt einen schönen Herbst auf und neben eurem Pferd! :-)

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