Mittwoch, 31. Dezember 2014

Die Schmitzens - das große Festtagsfinale!

Was bisher geschah:
Besinnliche Weihnachten feiern geht irgendwie anders. Der Sohnemann klebt wie Pattex an seiner PS3 und spielt mittlerweile mit seinem Kumpel Kevin (siehe auch Kevinismus -->http://www.stupidedia.org/stupi/Kevinismus ) ein völlig sinnbefreites Wargame (wie der 2. Weltkrieg ausging, ist ja kein Geheimnis), der Sonnenschein der Familie mutiert zur Nervensäge des Jahres, Onkel Udo bleibt weiterhin verschollen, dafür liegt Dackel Arno stellvertretend im Jägermeisterkoma, mitten im Krisengebiet Wohnzimmer. Das alles geht Familienoberhaupt Ralf ziemlich auf den Keks und wie immer ist Mutti Tina schuld an der Festtagskatastrophe, weil sie sich wieder einmal heulend unter ihrer Bettdecke verkrochen hat. Einzig Puppe Lisa, die imaginäre Freundin des Sonnenscheinchens, trägt noch eine unbewegte Mine zur Schau. Sie kann ja schließlich nicht anders.

So der Stand der Dinge. Tina hatte sich allerdings nach dem Schrei von Ralf, der die Worte "Dein Dackel und "Mein Jägermeister" beinhaltete, alarmiert im Bett aufgesetzt, ihr Weihnachtsgeschenk von Ralf, einen rotseidenen Morgenmantel der Marke "Flüsterndes Versprechen" von Isabella's Secret übergeworfen und hetzte nun die Treppe hinunter ins Wohnzimmer. Arno, bizarr verziert mit einigen Fetzen weihnachtlichen Geschenkpapieres, lag leblos neben dem Wohnzimmertisch und gab keinen Mucks mehr von sich.
Sogar die Playstation schwieg beinahe für einen Moment. Der Abwurf einer nur kleinen Bombe auf Dresden deutete auf das Einlenken der Alliierten hin.
Marco und Kevin kehrten um Arnos Willen in die kalte Realität zurück.
Sophie und Lisa hielten sich bei den Händen.
Ralf starrte Arno an wie das Wunder in der 8. Straße.
Onkel Udo war immer noch nicht da.
Tina platzte in dieses Szenario und unterbrach die Stille mit dem schrillen Klassiker der 2010er Jahre: 

OMG!!!
 
In diesem Ausruf lag das gesamte Entsetzen über den bisherigen Verlauf des 1. Weihnachtstages.
Dann geschah etwas sonderbares.
Weihnachten ist ja nicht umsonst die Zeit der Zeichen und Wunder, und auf ein solches hoffte Papa Ralf schon seit Jahren, zumindest auf ein finanzielles. Denn der Kauf von Doppelhaushälfte, des Superflatscreen-TVs und diverse Ausflüge mit Onkel Udo hatten den Mittvierziger an den Rand des Ruines gebracht.
Nein, solche Wunder geschehen zu Weihnachten nicht im wirklichen Leben. Es ist nur Hollywood, das uns das vorgauckelt.
Das Wunder bestand darin, dass auf dem Bildschirm des großen Fernsehers plötzlich eine Fehlermeldung erschien!
"Playstation 3 is not connected zu Server. Game over." meldete sie humorlos. Marco erbleichte, schließlich war er in der Rolle des General Schmitz kurz davor gewesen, Churchill in seine Schranken zu weisen. Nun war alles umsonst.
Hektisch klackerte er auf seiner Tastatur herum. Nichts, die Fehlermeldung blieb, wo sie war und langsam bildeten sich Schweissperlen auf Kevins Stirn.
Tina verstand nicht sofort, worum es ging, sie versuchte zumindest, dem Dackel wieder Leben in die kurzen Beinchen einzuhauchen, indem sie ihn auf dem Arm hielt und seine Schlappohren massierte. Bei Ralf half das auch des öfteren.
"Wir müssen ihn zum Tierarzt bringen!" flüsterte sie Ralf an. "Er atmet schwach."
Ralf knurrte: "Der wird schon wieder. Dackel sind zäh. Und der Tierarzt ist teuer, gerade an Feiertagen." Nicht auszudenken, dass Ralf seine Urlaubskasse für die Genesung eines komatösen Dackels ausgäbe, der auch noch SEINEN Jägermeister geext hatte.
"Aber sieh doch mal, seine Nase ist trocken und warm!" nörgelte Sophie, die Arno ganz gut leiden konnte und ihm ab und zu das Essen gab, was sie nicht mochte. Tina war auch in der Küche nicht unbedingt ein Highlight.
Ein Auto fuhr vor. Kevin und Marco stürmten zum Fenster. Vielleicht war es ja die GSG 9, die die beiden endlich zu einem Kampfeinsatz in Mazar-e-sharif- überreden wollte.
Enttäuscht winkten sie ab. Es war nur Onkel Udo, der Ralf zu einer Tournee durch die Dorfkneipen überreden wollte.
Und schon klingelte es an der Tür: Dingdongdengdong-dongdengdingdong. Greetz from Big Ben.
 Ralf ging zur Tür.
Und es geschah schon wieder etwas: Der Türklingelton war durch Arnos Dackelgehörgänge in sein benebeltes Gehirn durchgedrungen, um den einzig wahren Reflex seit der Pawlowschen Konditionierung auszulösen:


WENN DIE TÜRKLINGEL LÄUTET, MUSS OHRENBETÄUBEND GEBELLT WERDEN!



So steht es zu lesen in der Gebrauchsanweisung für die liebenswerten Krummbeiner und da gibt es kein Vertun.
Das Nervenzentrum in Arnos kleinem Gehirnchen leistete gerade übermenschliches überhundisches. Langsam begannen die Synapsen, wieder zu funktionieren und es begann mit einem leisen, kaum wahrnehmbarem "Weff" aus Arnos Schnäuzchen, um sich dann wie ein Furor weiter zu steigern. Erschrocken darüber ließ Tina den Hund aus geringer Höhe fallen und das genügte anscheinend schon, um die Alkoholstarre in Arnos Beinchen zu lösen. Etwas unsicher tappste er zur Tür, das Ganze laut kläffend untermalt, denn die Stimmbänder hatten ihre Funktion wieder aufgenommen.
Arno war wieder online.
Nicht so die Playstation.
Wie Kevin per Handyabfrage herausbekommen hatte (www.justformedown.com), war der Hauptserver von der Playstation gehackt worden, so dass nun weltweit alle PS3-Zocker mit langen Gesichtern vor einer Fehlermeldung hockten und nicht mehr so ganz genau wussten, was sie nun mit der vielen Freizeit zwischen den Jahren anfangen sollten.
Ein verspätetes Weihnachtswunder, meinte Ralf später. Und auch irgendwie wieder besinnlich. :-)
Onkel Udo kam wie erwartet umhopst von Arno ins Wohnzimmer. "Oh, hallo Tina, ist dir kalt? Niedlich!" war seine Begrüßungsformel für die Hausfrau. Diese errötete und verschwand im Schlafzimmer, um sich endlich was Anständiges anzuziehen. Zwischen ihr und Onkel Udo herrschte so etwas wie die Magie des unerfüllten Verlangens und das war ihr beinahe schon peinlich.
Nachdem nun quasi zufällig Frieden auf Erden bei den Schmitzens eingekehrt war,  der Fernseher schwieg, der Dackel wieder ok war, Sophie mit leuchtenden Augen ihrer Lisa einen neuen Hello-Kitty-Fummel anzog, Onkel Udo endlich mit der versprochenen Flasche Bommerlunder & der CD "Wir warten aufs Christkind - Die Roten Rosen" aufgekreuzt war und Kevin sich enttäuscht nach nebenan verkrümelt hatte, wollen wir die Party bei den Schmitzens nun nicht länger stören und ihnen einen schöne Zeit wünschen. :-)
Macht es gut bis Silvester! xD






Samstag, 27. Dezember 2014

Die "Geburt" der Schmitzens - ohne Ochs und Esel, aber mit Heidschnucken!

Vielleicht kennt ihr sowas ja: Eine Idee rauscht euch Tag und Nacht durch den Kopf und brennt darauf, niedergeschrieben zu werden. Abends vorm Einschlafen, beim Walken, bei der Arbeit und beim Warten an der Roten Ampel in einer überfüllten vorweihnachtlichen Innenstadt irgendwo im Münsterland.
Während einer ausgedehnten Rotphase wurden die Schmitzens in einer meiner verknurzelten Hirnwindungen quasi "geboren", auch oder weil ich fest davon überzeugt bin, dass es die auch "in echt" gibt. Am Rande der Sauerlandlinie A 45, da, wo die Ostfriesen nie hinkommen, weil sie an der Abfahrt "Wenden" wieder drehen und zurück in den hohen Norden fahren *hihi* Kennt ihr eigentlich die Sauerlandhymne? "Wo die Misthaufen qualmen, ja da wachsen keine Palmen - im Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland.." Googelt das mal!
Naja, Spaß beiseite. Vor Weihnachten ist man vor lauter Glöckchengebimmel, Kunstschnee in Schaufenstern, Santa Clauses und Christkinder für jede Abwechslung dankbar, und wenn man schon nicht viel mit der eigenen buckligen Verwandtschaft zu tun hat, dann erfindet man halt welche. Und weil Weihnachten an sich ja auch viel mit dem Phänomen "Geburt" zu tun hat, ist das schon bald eine Steilvorlage. Aber muss es denn gleich eine ganze Familie sein?
Ja. Mit allem drum und dran. Mit Dackel und Doppelhaushälfte und Dacia Logan, und natürlich Onkel Udo. Es macht ja einen Heidenspaß, das ganze zu konstruieren und auszuschmücken!
Aber nun wird es ernst. Die Probanden sollen nun mal ein anständiges Profil bekommen, das entzerrt die Texte und Geschichten und man kann es flüssiger lesen. Und weil wir grad bei "Flüssig" sind: Fange ich mal mit Onkel Udo an.

Onkel Udo: Jeder von euch kennt so einen Onkel Udo. Er ist Junggeselle (oder neudeutsch Single) aus Überzeugung. Vom Beruf ist Onkel Udo übrigens KFZ-Mechaniker und außerdem ein Partylöwe vor dem Herrn, lebt nach dem Motto "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben", trägt gerne bunte Hemden aus dem 70er Jahren, fährt einmal im Jahr mit seinen Kumpels aus dem Dartclub "Die Dicken Sauerländer" nach Mallorca, um da die Kuh fliegen zu lassen. Onkel Udo ist 46 Jahre alt, 1,82m groß, untersetzt, blaue Augen, dunkle, weniger werdende Haare und sein großes Vorbild ist Guildo Horn, weshalb er auch mehr und mehr dessen Gestalt annimmt. Weil er auch dessen Lieder "saugeil" findet, nennt man ihn auch 'den Karaokepapst', und in seinem Audi A4 Avant ertönen daneben auch Schlager aus der Epoche der 80er Jahre bis heute. Allerdings war er noch niemals in New York und auch nicht auf Hawaii, auch wenn er gerne mal heimlich eine Tüte durchzieht. Seine aktuelle große Liebe ist neben diversen Affairen aus den örtlichen Discotempeln übrigens Helene Fischer, was nicht wirklich Erstaunen hervorruft. Onkel Udo ist der Bruder von

Christina:  Wie aus den ersten beiden Teilen der Geschichte schon hervorging, ist (Chris)Tina die Mutter von Sophie-Chantal und Marco-Marcel. Tina ist 44 Jahre alt und gelernte Friseurin, hat aber nach der Lehre festgestellt, dass die verwendeten Chemikalien ihr nicht guttun und kämpft sich seitdem als Supermarktkassiererin durch, halbtags natürlich. Seit den Schwangerschaften, welche auch die Heirat von Ralf-Thorben nach sich zog,  hat Tina einen leicht depressiven Touch und hadert ständig mit ihrer Figur und der sog. "Mischhaut" im eigentlich recht ansehnlichen Gesicht. Tinas Lieblingsbücher sind "Die Dornenvögel" (was hat sie sich nach Pater Ralf verzehrt!), alle von Hera Lind und neuerdings auch zur absoluten Überraschung ihres Gatten Fachliteratur zum Thema "Aufstieg und Untergang südamerikanischer Hochkulturen". Das nenne ich mal einen gepflegten Stilbruch. Weinen kann sie natürlich zu den üblichen Rosamunde-Pilcher&Co.-Zweiteilern vorm TV, da soll mal einer wagen, die Fernbedienung des Groß-Flat-TVs zu ergattern. Dann kann Tina aber mal so richtig zur Furie werden.

Ralf-Thorben: Der Familienvater. Das "stolz" kann man hier getrost mal weglassen, denn Ralf (den Thorben hat er ja abgelegt) hadert momentan mit einer gewaltigen Midlife-Crisis. Was hat er alles erreicht im Leben? Er hat einen ordentlichen Beruf erlernt (LKW-Fahrer bzw. Berufskraftfahrer im Fernverkehr), er kann eine Doppelhaushälfte  sein Eigen nennen, er hat zwei wunderbare, gesunde Kinder und eine liebenswürdige Ehefrau. Und den Dackel "Arno" natürlich (siehe Marco-Marcel). Ralf ist 1,75m groß, hat dunkelblonde, von Tina immer akkurat zurechtgeschnippelte Haare (gelernt ist gelernt!) und neigt in letzter Zeit ein wenig zum Bierbauch, obwohl er, wie er oft betont, früher immer ein Sixpack hatte. Nun hat er das Sixpack allerdings unterm Fahrersitz gegen die einsamen, kalten Truckernächte. 
Ein Auto hat Ralf auch, er tauschte allerdings seinen VW Passat vor einem Jahr bei einem Händler gegen eine Familienkutsche namens Dacia Logan ein, dabei wollte er eigentlich einen Audi A4 Avant, aber die Finanzen, die Finanzen.
Hobbys hat Ralf eigentlich nicht, ausser mal mit Onkel Udo um die Häuser zu ziehen. Ralf ist ja sehr viel unterwegs und kommt manchmal erst nach drei-vier Tagen von einer Tour wieder nach Hause. Und dort erwartet ihn dann die geballte Ladung Familienzoff, streitende Kinder, Genörgel von Tina und das Kläffen des Dackels. Manchmal wünscht Ralf sich eine Tour nach Australien oder noch weiter weg. Macht einmal im Jahr mit Onkel Udo und den Jungs vom Dartclub Urlaub am Ballermann, was wiederum Tina nicht so dolle findet. Doch, für eins kann sich Ralf doch noch erwärmen, und das ist sein

Ultraflacher 4K Ultra HD-LED-TV powered by Android

mit 4-seitigem Ambilight:
Sophie-Chantal:  Die fast fünfjährige Tochter der Familie wäre so gerne eine waschechte Prinzessin. Deshalb züchtet sie ihre langen blonden Haare bis zum Po und nicht mal Mutti darf da zuviel von abschneiden! Was ist schon eine Prinzessin mit einer Kurzhaarfrisur? Ihre blauen Augen blitzen deshalb schon gefährlich auf, wenn sich Tina mit der Effilierschere ihren Haaren nähert. Immerzu wünscht sie sich Dinge, die pink sind, sie ist ein absoluter Hello-Kitty-Fan und hat eine etwas bedenklich lebhafte Phantasie. Als bestes Beispiel dafür dient ihre Puppe Lisa, die irgendwann einmal zur besten Freundin avanciert ist, eine eigene Meinung hat und diese auch mal ungefiltert raushaut. Der Kinderpsychologe hofft bis heute, dass sich das irgendwann mal gibt. Neben Lisa und Hello-Kitty-Artikeln mag Lisa auch gerne Tiere und wünscht sich nichts sehnlicher als ein eigenes Pony. Da würden die Klassenkameradinnen aber Augen machen. Und Lisa dürfte auch mal darauf reiten. Ihr Bruder aber nicht. Ätsch. 

Marco-Marcel: Der siebenjährige Sohn war bis vor drei Jahren ein ganz süßer Bursche, ging brav in den Kindergarten, spielte dort lieb mit den Gleichaltrigen Verstecken und baute mit Ledo Duglo Weltraumstationen, bis er nach seiner Einschulung seine Leidenschaft fürs Militär entdeckte. Und von da an gab es für ihn kein Halten mehr, wie der erste Teil der Schmitzens schon hinlänglich beschreibt. Ja, so isser halt, der Marco. Übrigens hasst er wie sein Vater seinen 2. Vornamen und läuft puterrot vor Zorn an, wenn jemand wagt, ihn so zu rufen. Dann wünscht er sich die Kalashnikov zu der gefälschten Waffenbesitzkarte herbei, um denjenigen umzunieten, wie er es ausdrückt. Was genau da bei der Einschulung mit Marco passiert ist, kann im Nachhinein niemand mehr so genau nachvollziehen, aber: Sein Berufswunsch ist General bei den Blauhelmen am Hindukusch in Afghanistan und er hofft so sehr, dass sich der Konflikt noch ein paar Jahre hinstreckt. 
 
Dackel "Arno von der Hohen Bracht":  Arno gehört eigentlich Marco, denn der hatte sich soo sehr einen Hund gewünscht und das ganze Jahr 2012 damit verbracht, seine Eltern mit seinem sehnlichsten Wunsch zu nerven foltern beeindrucken, dass man ihm diesen Wunsch zu Weihnachten erfüllte. Wie strahlten Hunde- und Kinderaugen um die Wette, als Arno da so süß im Körbchen sass, aber als Marco feststellte, dass Arno nicht viel größer werden würde, hat er den kleinen Dackel glatt am Supermarkt angebunden und wollte den daneben auf Frauchen wartenden Schäferhund entführen. Das fand Arno gar nicht mal so tofte und fing daraufhin an, Marcos Schuhe zu zernagen, kleine Protestpinkelspritzer an die Wohnzimmertür zu placieren oder seit neuestem einen Suchtcharakter zu entwickeln. Alles Süße muss man vor dem Hund verstecken, aber dank seiner feinen, jagdlich geprägten Nase findet er dann doch alles und man traut es ihm eigentlich nicht zu, dass er in den Küchenoberschrank klettert, um an Tinas Cognacbohnen zu gelangen, aber augenscheinlich schafft er es. Oder hat er vielleicht eine kleine Helferin? ;-) Wie schon angedeutet, ist Arno ein Hochglanzzuchtprodukt seiner Geburtsstätte und geradezu hochdekoriert an Auszeichnungen. Nützt ihm in der Doppelhaushälfte aber leider herzlich wenig, obwohl er sogar schon mal eine Kellerratte zur Strecke gebracht haben soll. 

So, das waren erst einmal alle Protagonisten bei den Schmitzens. Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Eindruck vom vorherrschenden Chaos bekommen!

Freitag, 26. Dezember 2014

Die Schmitzens - ein Weihnachtsdrama in der Doppelhaushälfte


Wir erinnern uns: Am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages gab es ein unsanftes Erwachen für die meisten Familienmitglieder der Schmitzens. Außer für Sohn Marco, der auch nach Stunden sein Weihnachtsgeschenk noch begeistert ausprobiert. Ein voller Erfolg!
Leider weigerte sich Marco nach wie vor, die Lautstärke seiner PS3 etwas nach unten zu regulieren, so dass im Wohnzimmer immer noch eine gewisse Kriegsgefahr herrschte. Die herumliegenden Weihnachtsutensilien ließen diesen Umstand sogar authentisch wirken, denn mittlerweile hatte sich der Familiendackel "Arno" (4) mit den übrig gebliebenen Leckereien und dem dazu gehörenden Müll beschäftigt. Das Ergebnis war ein vollgefressener Vierbeiner, zerfetztes und vollgesabbertes Geschenkpapier in Fragmenten rund um das große IKEO-Sofa "Stockholm", das normalerweise allen Schmitzens eine gemütliche Sitzgelegenheit vor dem Familienschrein, dem Riesen-Flat-TV mit 65"/ 4K-Ultra-HD und kabellosem Subwoofer bietet, was den totalen Krieg gerade auch sehr realistisch wirken lässt. Mit Marco in der Hauptrolle.
Vater Ralf hatte sich mit diesem Wunderwerk der Elektronik quasi einen Lebentraum erfüllt, wie er es ausdrückte, und das teure Gerät auf  72 Monate komfortfinanziert (0% eff.Jahreszins). Ob der Fernseher allerdings überhaupt so alt wird, blieb abzuwarten. Solange wurde der Heilige Familienschrein allerdings gehegt und gepflegt, so dass er immer wie ladenneu ausschaute. Man könnte ihn streng gesehen sogar als eine Art Familienmitglied betrachten.
Allerdings wurde er gerade zu einem Lebens-Alptraum, denn es klingelt an der Tür, was durch das ständige BUMBUMBUM und RATATATATATT beinahe überhört worden wäre. Marco der Militante hatte Verstärkung angeforder in Form von Kevin. Der pfiffige Nachbarsjunge & beste Kumpel von Marco, der Kevin (8), hatte sich vorsichtshalber schon per Whatsapp bei seinem Freund angekündigt. Sonst würde er wahrscheinlich noch den ganzen Tag vor der Haustür der Schmitzens verbringen.
Dackel Arno hatte den altmodischen Big-Ben-Gong aber gehört und stürzte laut kläffend in den Hausflur, um den Neuankömmling zu begrüßen.
Oben im Schlafzimmer hatte Töchterchen Sophie gerade mit dem Dauerkreischton pausiert, um einmal kurz Luft zu holen. Ralf (ehemals Ralf-Thorben) und Christina - kurz und praktisch Tina - horchten auf.
"Udo wollte doch erst nachmittags vorbeikommen. Nie hat man seine Ruhe in diesem Haus", knurrte Ralf. Tina konterte entsetzt "Ich hab noch gar nix AN!" was Ralf zu der Äußerung hinriss, dass Tinas wie auch immer gearteten Klamotten da auch nichts mehr rausreissen könnten. Es sei denn, sie hätte eine Anti-Cellulite-Bauch-Weg-Ganzkörper-Modellierhose zu Weihnachten bekommen. Ab 40 ist "Figur halten" kein Ponyhof.
Aufschluchzend legte Tina sich wieder ins Bett und wickelte die Zudecke noch fester um ihre Hüften. Ralf indessen würdigte sie keines Blickes (beleidigte Visagen kannte er schon zu Genüge), sprang in seine Feiertagstrainingshose, schlüpfte in sein T-Shirt, was früher mal am Oberarm spannte, heute eher am Unterbauch, trat in seine Schlappen und schlurfte so die Treppe herunter zur Haustüre. Sophie (der Sonnenschein der Familie) und Lisa, ihre Puppe & beste Freundin, tapsten neugierig hinterher, um zu schauen, ob der Onkel Udo (Tinas Bruder) am frühen Morgen des 1. Weihnachtsfeiertages noch nüchtern wäre oder schon böse einen in der Krone hat. Udo war das Feierbiest der Familie und ein peliepter Redner und Chöngeist. Ralf hätte nicht übel Lust, mit seinem Lieblingsschwager zum Frühstück erstmal einen amtlichen Jägermeister zu kippen. Oder zwei.
Aber ach! Der Hausherr kam gar nicht bis zur Haustüre (die hatte Marco auch schon geöffnet, dank Whatsapp)!
Entsetzt starrte Ralf das Kriegsszenario im Wohnzimmer an. Dackel Arno schlappte gerade die Reste des erwähnten Jägermeisters auf, dessen Flasche er kurz zuvor per Zufall vom Wohnzimmertisch gekegelt hatte. Sie stand zu nahe an den Lebkuchenherzen, auf die der Arno es gerade abgesehen hatte. Nun fand er eine interessantere Alternative zum Traditionsgebäck, die er eifrig zu sich nahm.
"TIIIIIIIIINAAAAAAAAAAAAAAA!!!" hallte es durch das Einfamilienhaus!
"Ja, ja, watt kosten de Kondome", murmelte die Schmolllende in ihr Kissen. Den Witz kannte sie schon seit 1994. Den leicht hysterisch anmutenden Unterton des Gatten überhörte sie in ihrem Schmerz.
"TIIIIIINAAAAAAAAAAA! D E I N DACKEL SÄUFT M E I N E N JÄGERMEISTER!!!!!"
Ouha. Schließlich hatte Tina dem Gatten die Flasche gestern erst zu Weihnachten geschenkt, wohl wissend, dass sie nicht alt werden würde. Aber so schnell schon leer...?
Jenes edle Zuchtprodukt der deutschen Rauhhaardackelzucht, das Juwel des Vereins "Teckelklub 1899 Olpe u.U.e.V", dieser preisgekrönte Rüde mit der spitzesten Nase, den längsten Ohren und ebensolchem Rücken und dem seidigsten Fell, das jemals ein Rauhhaardackel sein eigen nennen durfte, dieser Dackel namens "Arno von der Hohen Bracht", der Stolz seines Züchters und Oberster Tröster der Hausfrau und Mutter Tina, verdrehte aktuell die Augen gen Himmel, rülpste noch einmal kurz - und fiel dann um. Vergessen waren der Erste Weltkrieg (sogar Marco nahm Notiz von diesem Vorfall und klickte kurz auf "Pause"), der nichtvorhandene Onkel Udo, Nachbarsbengel Kevin und die Ganzkörpermodellierhose. Sophie und ihrer imaginären Freundin Lisa entfuhr unisono ein kurzes, aber intensiv artikuliertes "UUPPS!"
So standen sie alle um Arno herum wie einst Maria, Josef, Ochse, Esel, Hirten und Schafe und betrachteten den kollabierten Dackel, der statt im Stroh in einer Matsche aus Geschenkpapier und Jägermeister ruhte.

Ob Onkel Udo noch auftaucht, Kevin bald allein zuhaus in der Doppelhaushälfte hockt und ob "Arno von der Hohen Bracht" seinen Frühstücksschnaps wieder preisgibt, das alles gibt es in der nächsten Folge von "Die Schmitzens"!

Bis dahin noch ein frohes Fest und liebe Kinder & Dackel: Bitte nicht nachmachen! ;-)
Liebe Grüße vom
Copinchen

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Weihnachten bei den Schmitzens

Das Wohnzimmer wirkt verwohnt-gemütlich: Ein Weihnachtsbaum (mit ökologisch abbaubaren Bienenwachs-Echtkerzen)  ist aufgestellt und vom Heiligen Abend hängt noch der Qualm der gelöschten roten Kerzen im Raum. Der Adventskranz hat schon bessere Zeiten erlebt und überall liegt noch Geschenkpapier herum, nach der Bescherung zerfetzt und achtlos auf und unter das Familiensofa geknüllt.
Die offenen Flaschen mit diversen alkoholhaltigen Flüssigkeitsresten geben dem Ambiente das Übrige, ebenso wie der erkaltete Zigarettenrauch, der in den im Laufe der Jahre doch leicht grauschleierigen Langgardinen eine längerfristige Heimat fand.
Plätzchenkrümel, Weihnachtsservietten, Reste von Kartoffelsalat und Würstchenzipfel  (Arno, der Dackel, fand diese Leckereien als Futterersatz wohl nicht artgerecht) runden das Bild ab.
Es ist der 25.12., morgens um halb neun und die typsich deutsche Normfamilie erwacht langsam zu neuem Leben, es war ja doch spät geworden.
Bis auf eine Ausnahme: Söhnchen Marco (7) sitzt schon am Flatscreen und spielt begeistert seit 2 Stunden sein gestern freudig ausgepacktes Geschenk, eine täuschend echte Kopie des Playstation 3-Krachers Call of Duty: Advanced Warfare. Wie der Name des Spiels schon ahnen lässt, ist das nicht unbedingt ein pädadogisch wertvolles Denk-und Lernspiel und theoretisch für den abgehärteten User ab 14 Jahren geeignet. Marco stört das nicht im Geringsten, er geht zwar erst in die 2. Klasse, zählt hier aber mit seiner Camouflagehose und dem Barett aus dem 2. Weltkrieg, dass er seinem Opa vom Dachboden gemopst hat, zu den Coolsten. Die gefälschte Waffenbesitzkarte für eine Kalashnikow aus eben jener Epoche trägt er stolz in seiner Geldbörse, Onkel Udo, der ursprüngliche Besitzer, sucht heute noch danach.
Oh, Töchterchen Sophie (5) Nesthäkchen und Sonnenschein der Familie, erscheint im Wohnzimmer, unsanft erweckt vom PÄNGPÄNGPÄNG und BAMBAMBAM der Dolby-Surround-Anlage der PS3.
Sie wirkt ein wenig verstört, hatte sie doch in ihrem neuen Hello-Kitty-Nachthemd und der passenden Bettwäsche dazu eine geradezu prinzessinnenhafte Nacht und dann kommt so ein Lärm und beendet die pink angestrichenen Träume. Gemein! Eine dementsprechende Mine zur Schau getragen, pampt sie den Bruder ohne Vorwarnung an: "Du Aasch! Mach nich so'n Krach! Meine Lisa wollte noch schlafen!"
Lisa, das ist eigentlich "nur" eine Puppe, hat sich aber im Laufe der Zeit zu einer imaginären Freundin gemausert. Lisa wird aktuell an den Haaren über den Wohnzimmerboden geschleift.
"Is Mama schon auf?!" fragt erst Lisa, dann Sophie.
"HAU AB UND LASS MICH IN RUHE!" kommt es wenig weihnachtlich vom Bruderherz zurück. Er gällt noch ein "Wegtreten!" hinterher, aber die kleine Sophie ist schon auf dem Weg ins Elterschlaftzimmer, Lisa folgt ihr unauffällig, geht ja nicht anders. Sophie hat sie ja bei den mittellangen durchgestuften  (Friseur gespielt mit den Freundinnen) Puppenhaaren gepackt.
"MAAAMAAAAA!" schallt es energisch vor der Schlafzimmertür. Eine ebenso geknallte ebensolche rundet das Bild von der Minizicke (vorher: Sonnenscheinchen der Familie) ab. Die Chagall-Kopien an der Wand gegenüber des ehelichen Bettes zittern bedenklich an ihren Dübeln. Leichtbauweise rächt sich irgendwann.
Völlig verpeilt bewegt sich als erstes Mutter Christina, kurz und praktisch "Tina" gerufen, außer von den Kindern, die sagen ja "Mama". Also von ihrem Göttergatten, der es auch nicht mit allzu langen Vornamen hat, denn er legte seinen zweiten Vornamen "Thorben" irgendwann Mitte der 90er mal ab und liess sich seitdem nur noch Ralf rufen. Auch er zeigt erste Zuckungen am 1. Weihnachtstag, denn eines der letzten Bierchen von gestern abend (Man erinnert sich: BESCHERUNG!) muss wohl nicht mehr in Ordnung gewesen sein.
Überfordert - merke: ab 40 ist man dauerüberfordert! - packt er seine Frau an die Schulter, reisst schlagartig seine blauen Augen auf und brüllt sinnigerweise "EINBRECHER! TINA, RUF DIE BULLEN!" obwohl das dafür notwendige Smartphone (Samsung Galaxy S5 XL) auf seinem Nachttisch liegt.
"Sie haben eine Sirene und Schusswaffen!" Tina ist sofort online, wenn man sie mal braucht. Jedenfalls auf Facebook. Sonst ist sie manchmal, hm, sagen wir mal, etwas simpel gestrickt.
Nun sitzt sie allerdings doch senkrecht im Bett. Sie wähnt ihre Familie in Gefahr und im Ernst: Das ist sie auch, denn aus dem Wohnzimmer hört man immer noch ein DauerBÄMBÄMBÄM. Marco ist im Begriff, den Krieg, den die Allieerten angezettelt haben, zu gewinnen.
Sirene Sophie hat sich inzwischen auf Dauerkreischton gestellt. Lisa kann es nicht verhindern, so sehr sie es auch versucht. Auch Puppen können einen Hörsturz bekommen. "AAHHAAAHHAAaahHAHHAAAAAHH!"
"Allmächtiger", fällt auf einmal Ralf aus allen Wolken. "Es ist nicht die Terrormiliz, es sind nur unsere Kinder. Ruf das Jugendamt an, Tina, und frag mal, wieviel man für die beiden kriegen kann."
"Knastjahre oder Kohle?" fragt Tina und freut sich, einmal so schlagfertig antworten zu können.
"Nein, ich meine die Jahre, die ich mit dir verheiratet bleiben muss", knurrt Ralf. Er hasst es, wenn seine Frau schlagfertig ist. "Der Pfaffe sagte irgendwas von "lebenslänglich"."
Tina dreht sich beleidigt wieder um und schmollt. Solche Witze hasst sie wiederum an ihrem Mann. Schließlich hat sie ihn mal geliebt.

Morgen mehr von den Schmitzens!

Liebe Grüße und ich hoffe, ihr findet heute morgen nicht so ein Chaos vor und habt auch keine PS3 verschenkt!
Euer Copinchen

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Es ist soweit: Frohe Weihnachten!

Falls ihr es noch nicht wusstet: In der Heiligen Nacht, also der vom 24. auf den 25. Dezember, können die Tiere in Menschensprache sprechen. Sie nutzen diese Gelegenheit aber nur, wenn sie wissen, dass der Mensch, der dies eventuell mitbekommen könnte, auch in der Lage ist, sie zu verstehen! Das heisst, man kann ihnen nur lauschen, wenn man sie respektiert und ein offenes Herz für sie hat.
So begab es sich in der Heiligen Nacht im Jahre 1990, dass ich im Schulpferdestall auf meinem Rundgang mit Hund Rowdy spätabends erstmals folgendes Gespräch der Pferde mitbekam:

Dandy (räuspert sich): "Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir haben wieder ein Jahr als Lehrpferde miteinander verbracht und ich als Dienstältester frage euch, ob ihr irgendetwas zu beanstanden habt. Sind die Reitschüler gut zu euch? Schmeckt euch das Futter? Reicht euch der Weidegang? Ist eure Einstreu in Ordnung? Passt euch das Sattelzeug oder hat ihr da Verbesserungsvorschläge? Kurz gefragt: Fühlt ihr euch wohl in eurer Rolle?"


Ich traute meinen Ohren nicht. Was ist denn hier los? Bis dahin wusste ich nichts von der Legende, aber...

"Ich hätte da was", sagte Laetitia in die Stille. "Ich möchte gerne schöneres Heu bekommen, ich hab doch öfter Verdauungsprobleme. Und meine Trense drückt hinter dem linken Ohr."

"Notiere ich", sagte Dandy.

Die Ponys quiekten weiter hinten in ihrer Laufbox durcheinander: "Oh ja, mehr Heu! Und mehr Hafer! Und weniger Reitstunden! Und endlich einen ordentlichen Tarifvertrag!  Und der Schmied soll uns nicht immer "Rasenmäher" oder "Meerschweinchen" nennen!"

"Ruhig, ihr Kleinen!" versuchte Dandy zu beschwichtigen. "Und der Reihe nach: Nein, nein, nein, vielleicht, vielleicht. Den Part mit dem Hafer könnt ihr ganz streichen, ihr wisst doch, dass euch der nicht bekommt."
Dandy wusste aus eigener Beobachtung, wie sich die Anzahl heruntergefallener Ponykinder mit der Gabe von Kraftfutter jeglicher Art häufte.
"Außerdem seid ihr alle pummelig genug, außer Prinz vielleicht. Den solltet ihr mal mehr an euer Futter lassen, auch wenn er sich immer die Ponykinderschokolade unter den Nagel reisst. Er hat es nicht leicht gehabt. Und über den Schmied solltet ihr euch nicht beschweren. Er ist der einzige im Umkreis, der euch Shettys noch die Hufe machen will, wo ihr doch immer so frech seid. Er meint es doch nicht böse." beendete Dandy seine Standpauke.
"BUUHH", kam es aus der Ponylaufbox zurück. Ein paar Öhrchen gingen beleidigt zurück, wurden aber nach ein paar Sekunden wieder neugierig Richtung Stallgasse gespitzt.

Etwas schüchtern meldete sich der Vollblüter "Merlin" zu Wort: "Ähm, äh, ich bin ja neu hier und der Job als Schulpferd ist mir irgendwie zu langsam. Ich komme ja von der Galopprennbahn!. Kann man nicht dafür sorgen, dass mich jemand kauft, der sich mit mir ins Gelände traut und mich mal rennen lässt? Ich werde auch ganz artig mein Dressurabitur machen und gerne ein paar Springstunden." Errötend über seinen Vorschlag, der ihm etwas unverschämt erschien, zog sich Merlin wieder hinter seinen Futtertrog zurück und senkte den Kopf.

"Merlin", antwortete Dandy im ernsten Ton. "Ich als Vorsitzender der Schulpferde habe einen gewissen Draht nach oben. Weisst du was? Wenn du das nächste Mal eine Sternschnuppe aus deinem Boxenfenster heraus erblickst, dann schliesst du die Augen und wünscht dir das ganz feste. Du darfst das aber keinem sonst erzählen, sonst wird das nichts. Ok?"

"Oh, das ist ja ein super Tipp. Danke, Dandy!" sagte Merlin erfreut und schubste sein Boxenfenster weit auf, um den Nachthimmel zu betrachten.

"Noch jemand irgendwas? Macht schnell, die Sprechstunde ist gleich schon wieder für ein Jahr vorbei!" rief Dandy noch einmal in die Boxengasse. Gebrummel kam auf, aber nichts verständliches.

Die kleine Stute Angelina, die oft in den Anfängerstunden an der Longe ging, fasste sich noch ein Herz und rief mit ihrer hellen Stimme: "Die eine kleine Rothaarige kneift mich im Trab immer in den Hals, dabei bin ich da so empfindlich! Und ich möchte gerne so ein Gelpad haben wie Laetitia, die Anfänger sitzen ja noch nicht so gut und ich habe manchmal Rückenschmerzen. Danke fürs Zuhören."

"Gut, das habe ich auch. Ich werde das wie gesagt weiterleiten. Bitte macht so weiter wie bisher, auf gute Zusammenarbeit und vielleicht springen ja noch ein paar Weidestunden mehr heraus als letztes Jahr. Ich danke euch!" endete Dandy seine Ansprache.

Ich war wie vom Donner gerührt. Sollte dieser alte Schimmel mit seiner Beissmacke, dafür aber wundervollen dunklen Augen ein Sendbote des Allmächt'gen sein?

Nun, ich hatte ja einiges mitbekommen. Vielleicht konnte ich ihm behilflich sein und einige Wünsche der Schulpferde erfüllen.
"Mach das mal", sagte plötzlich Rowdy zu mir, stupste mich an und liess mich sprachlos stehen.

Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und hört auf eure Tiere!



Alles Liebe
Euer Copinchen

PS:  Merlin wurde tatsächlich im Jahr drauf an seine treue Pflegerin verkauft. Angelina bekam ihr Gelkissen (und ich stellte fest, dass sie beim Reiten ganz leicht den Hals fallen liess, wenn man sie am Widerrist kraulte), es wurde noch mehr auf gute Heuqualität geachtet und eine eigene Koppel für die Schulpferde gebaut. Laetitia bekam ein neues schmaleres Stirnband aus weichem Leder zu Weihnachten. Nur die Ponys wurden weiterhin "Rasenmäher" und "Meerschweinchen" genannt. ;-)

Dienstag, 23. Dezember 2014

Advents-Countdown: Nur noch x - 24 Stunden bis zur Bescherung!

Ich war heute vormittag nochmal in der Stadt, um letzte Besorgungen zu machen. Schließlich gibt es ja nach Weihnachten nix mehr! Und meine bezaubernde Jeannie hatte nur noch einen Beutel Mini-Menü hier auf Lager. Abgesehen von den 31 Beuteln mit anderem Futter, das sie aber offensichtlich nicht mag (zu diesem heiklen Thema schreibe ich demnächst mal einen eigenen Beitrag. Es ist entsetzlich.)
Ich hatte beim Losfahren Schweissperlen auf der Stirn, meine Knie zitterten und für einen Moment hatte ich das Gefühl, meine Umwelt bestünde nur aus Watte. Eindeutige Vorzeichen einer Panikattacke! Sollte ich mein Katzentier über Weihnachten lieber fasten lassen und dafür einen Autounfall vermeiden, ausgelöst von meinem soziophoben Anfall aus Angst vor dem Bad in der Menschenmenge?
Ich tuckere nach einem kurzen mentalen Training in Form einer John Player neben dem Fahrzeug los und steuere den nächstgelegenen Aldinettopennylidl an. Schon auf dem Weg durch die Innenstadt fällt mir auf, dass man sogar vor dem ortsansässigen KIKTACCO noch einen Parkplatz hätte bekommen können! Unfassbar!
Meine Mission war aber das Katzenspezialmenü für Jeannie nebst einigen Kleinigkeiten für meinen berühmt-berüchtigten Heiligabend-Kartoffelsalat und nicht der Kauf von Klamotten, die von kleinen bangladesischen Kinderhänden gegen Gotteslohn zusammengeklöppelt wurden. Weiter Richtung nettopennylidl (Aldi führt die Prinzessinnenspeise ja nicht).
Und auch hier: DREI FREIE PARKPLÄTZE! Hurraa!
Ich gönne mir den am nächsten zum Eingang liegenden und entere den Laden. Scanne direkt die Gesamtsituation und es entfährt mir ein: Huch!
KEINE Paletten in den Gängen.
Nur gefühlte 10 Kunden im Laden.
2 Kassen geöffnet.
Anzahl Kunden an der Kasse: Max. 4.
Anzahl Packungen mit der gewünschten Prinzessinnenfuttersorte: 1 (Puh!)
Ich kann mein Glück kaum fassen und raffe mein Zeug zusammen. Komme an die Kasse und der ältere Herr vor mir hat nur eine Zeitung und eine Flasche Wodka auf dem Band liegen.
Und  hat sogar das Geld schon passend abgezählt. Gloria in excelsis deo!

JA IST DENN HEUT' SCHON WEIHNACHTEN???



Morgen, also quasi am Heiligmorgen, bringen mich allerdings keine 10 Pferde in die Innenstadt. Da laufen die herum, die den Druck am 24.12. bei der Geschenkejagd brauchen. *zitter*

Sollte dieser Blog ab dem morgigen Tag irgendwie verwaist vor sich hindümpeln, stellt bitte eine Kerze für mich  auf. Dann bin ich doch noch einmal los, habe meine Bananen vergessen.. ;-)

Vorheiligabendliche Grüße vom
Copinchen!


Sonntag, 21. Dezember 2014

Defcon 4.0 - die vierte Kerze brennt!

ALAAARM!
Es geht dem Ende entgegen. Dem Ende der Adventszeit 2014.
Hier der Beweis:





Spätestens jetzt fliegt bei vielen Mitmenschen eine Sicherung: HABE ICH AUCH ALLE GESCHENKE BEISAMMEN?
Dabei sollte sich mancher vielleicht  wohl eher fragen: HABE ICH NOCH ALLE KERZEN AUF DEM CHRISTBAUM?

Joar, bis Mittwoch muss das alles eingetütet (oder hübsch verpackt) sein.Wohl dem, der es schon gebacken gekriegt hat, für alle anderen: Viel Spaß in den nächsten beiden Tagen in der Innenstadt und/oder im Einkaufszentrum, denn jetzt geht es in die entscheidende, in die heisse Phase. Eskalation total! Ich persönlich habe schon ein wenig Angst, denn vor hysterisch agierenden Personen ist momentan niemand gefeit, der seine Nase aus dem Home-sweet-home streckt.
A propos Christbaum. Ich bin ja schon auf diverse Transportmöglichkeiten eingegangen. Und selber verzichte ich auf einen solchen Mitbewohner, denn
  1.   ist mir das zuviel Tamtam und macht mich nervös,
  2. . sind die Dinger für die paar Tage, wo sie das Herz aufgehen lassen sollen, zu teuer,
  3.  soll für mich kein Baum sterben müssen (nehmt DAS, ihr Tannenkiller!)
  4.  habe ich eine Katze, die das eher missverstehen würde (gehört eigentlich an die 1. Stelle) und
  5.  nadelt und krümelt das Ding nach Weihnachten herum und ich hasse Krümel und Nadeln im Wohnzimmer wie die Pest.
Als Kompromiss habe ich eine kleine eingetopfte Minitanne auf der Terrasse stehen, die zu Jeannies kleinem Wald gehört und aktuell nicht ohne einen gewissen Stolz eine LED-Lichterkette trägt, ein paar Sternchen und eine güldene Girlande. Sie wird jeden Tag von der Katze besucht, aber nicht, um daran herumzuklettern, sondern um das Wasser aus dem Untertopf zu trinken, was ihr wohl besser schmeckt als unser Leitungswasser. Katzen halt.
ach, da fällt mir noch ein Punkt 6 ein:
     6. Licht ist hier innen genügend vorhanden und draußen eher nicht, deswegen soll
       mein Bäumchen (TM)    lieber draußen die Herzen erfreuen
 und mir nachtblinder Eule außerhalb der zur Zeit knapp ausfallenden Tageslichtzeiten einen Blick auf die Terrasse ermöglichen. Könnten ja Einbrecher kommen. ;-)
Was braucht man noch zu einem traditionellen Weihnachtsfest? Richtig, was zu futtern. OMG, wenn ich an die Supermärkte denke, da kann man ja auf die Idee kommen, dass es nach dem 27.12. nichts mehr zu kaufen gibt!
Man fühlt sich beinahe an das Ding mit dem Maya-Kalender erinnert, dass heute den 2. Jahrestag feiert. Hand aufs Herz, wer sass noch den halben Tag am Rechner und checkte die Liveticker, um rasch zu erfahren, ob gerade irgendwo auf der Welt die Welt untergeht und wenn ja, geht die Menschheit dann mit einem riesigen Feuerball unter oder doch eher mit einer Sintflut? Also Sonnencreme oder Badeanzug als vorbereitende Massnahme parat legen?
Was für eine Ablenkung von der Weihnachtsparanoia, die man so kurz vor dem Fest der Liebe durchaus mal schieben kann. Meinen tiefsten Respekt & Dank dafür noch nachträglich an die Maya, die eine scheinbar so zivilisierte und technologisch hochentwickelte Kultur wie die unsere dermaßen aus der Contenance bringen konnte. Nice trick, Maya!

Sagt aber rechtzeitig vor Weihnachten Bescheid, wenn irgendwo noch so ein  Ding von Kalender (Azteken, Sumerer, Hottentotten, hach, da gibts ja noch so viele!) schlummert und das Ende der Welt prophezeit. Immer wieder gerne, ich gebe 5 Sterne!

Huch, jetzt bin ich ganz schön weit weg vom Ursprungsthema. Macht nix, umso besser. Der Countdown läuft ja auch ohne meine Beiträge weiter!
And now to something completely different:






Entpannt euch, schlaft gut und träumt was Schönes! Es ist ja bald schon wieder vorbei! :-)
Liebe Maya-Grüße von
Copine (und sorry fürs Themen-Hopping *g*)




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