Mittwoch, 7. November 2018

Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns wieder 20 Grad!

Wer kennt ihn nicht, diesen Advents-Gassenhauer aus dem frühen 20. Jahrhundert. Von einer großen Freude ist die Rede, von schneebeglänzten Feldern, von unterm Eise ruhenden Bächlein sogar! Ein Idyll, wie es bis dato durchaus vorstellbar ist.
Der Herbst ist die Jahreszeit, in dem wir uns auf die kalte Jahreszeit vorbereiten, und die Mehrheit von uns hier in Europa auch auf das Fest der Weihnacht, wie in unzähligen Liedern und Geschichten beschrieben wird.
Klassische Lebkuchenhäuschen, zu diesem Anlass gebacken (Moment mal, ist Jesus eigentlich in einem solchen zur Welt gekommen? Waren das nicht eher Hänsel und Gretel, in deren Mär ein solches Bauwerk eine wichtige Rolle spielt?) sind mit dickem weißen Zuckerguß übertüncht, der wohl "Schnee" darstellen soll und das Winterwonderland mit viel Glitzer und eisig kalten Landschaften wird auch gern mit Weihnachten in Verbindung gebracht. Meist liegen dort ja auch noch etliche liebevoll verpackte Geschenke herum. Ist das Winterwonderland etwa der Vorgänger von Amazon und Co., möchte man sich da fragen?

Anyway, wir haben die erste Novemberwoche hier im Münsterland nicht unbedingt mit Schal und Mütze verbracht. Verglichen mit dem Jahr 2006, wo wir regelrecht eingeschneit waren um diese Zeit und einige Stunden, woanders gar Tage ohne Stromversorgung waren und das Ganze in einem langen, harten Winter mit vielen Minusgraden und unfassbaren Schneebergen mündete, bin ich mit dieser Version von "November" natürlich sehr zufrieden. Obwohl das mulmige Gefühl, dass da ja irgendwas mit dem Wetter nicht stimmen kann, sich immer öfter meldet... 
Gestern und heute haben wir knapp 20 Grad erreicht. Die winterbepelzten Tiere im Wald und in den Stallungen sind mehr als verwirrt. Meine Tomatenernte endete heute mit 11 reifen gelben Früchten und noch etlichen grünen, und es waren immer noch Blüten dran. Unfassbare 137 Tomaten haben mir die beiden Pflanzen gebracht, fast soviele, wie es in 2018 ungewöhnlicherweise Sonnentage im Münsterland gab. Sogar die Ferien in NRW waren sonnig (ok, die 2. Woche Herbstferien nicht durchgängig).
Gestern sah ich einige Wiesen, die noch einmal gemäht worden sind, um der nahenden Futterknappheit etwas entgegenzuwirken. Die Wiesen und Felder sind momentan grüner als im Juli/August, wo die Dürre alles braun und furztrocken werden ließ. Der Duft von frisch gemähten Gras in der früh dunkel werdenden Nachmittagsluft, das habe ich so auch noch nicht erlebt.
 
Um nochmal zum Eingangssatz zurück zu kommen: Eine Rückkehr des Winterwonderlandes ist natürlich beinahe jederzeit möglich! Falls sich der Trend zum subtropischen Breitengrad aber in Mitteleuropa weiter fortsetzt, sollten Songs wie "White Christmas" allerdings wirklich mal ein Update bekommen...





Sonntag, 14. Oktober 2018

Somm(Oktob)er - endless summer mitten im Herbst!

Fragt ihr euch auch, was mit dem Wetter passiert ist?
Wir haben bereits Mitte Oktober und die Sonne scheint und scheint und in einigen Teilen des Landes ist immer noch Freibadsaison. Clever, denn wer von uns hat schon mal in Deutschland um diese Jahreszeit nochmal 'nen Köpper vom Dreimeterbrett gemacht? Ich für meinen Teil nicht (aber auch ansonsten eher nicht...)!
Die Tageshelligkeit hat zwar im Vergleich zu Mitte Juni schon ordentlich Federn gelassen, aber bis zum Einbruch der Dunkelheit kann man sich noch schön in die Sonne legen und die Sommerbräune erhalten. Blumen blühen noch ordentlich und meine beiden Tomatenpflanzen tragen immer noch ordentlich "California Sun", es hängen noch mehr als 35 Stück am Strauch. So eine Ernte hatte ich in meiner langen Tomatenzüchtertradition noch nie, normalerweise wären die Pflanzen längt "plattgemacht" und im Gartenabfall. Aber so kann ich täglich ungefähr 5-7 Tomaten ernten und habe längst angefangen, sie in einfrierbare Suppen und Saucen zu verwandeln, übrigens unschlagbar im Geschmack im Vergleich zu industriell hergestellten Produkten! So lässt sich dieser unfassbare Sommer noch bis weit ins neue Jahr konservieren.

Längst schon stehen auch etliche Weihnachtsartikel in den Geschäften, aber ist es nicht irgendwie seltsam, in Shorts und T-Shirt Schokonikoläuse, Lebkuchenherzen und Marzipankartoffeln zu futtern? Es fühlt sich wirklich nicht unbedingt gewöhnlich an und so entwickeln sich die Jahresendleckereien wohl vorläufig zu Ladenhütern. Und mal ehrlich, wer hat denn schon Winterreifen auf sein Auto gezogen? Bei 27° Celsius fühlen die sich auf dem aufgeheizten Asphalt  auch nicht besonders wohl. 

Goldener Oktober!


Während wir diesen "endless Summer" weiterhin genießen, leidet jedoch die Natur, denn: Es regnet kaum. Oder gar nicht, so wie hier im nördlichen Münsterland. Die Trockenheit der vergangenen Monate schlägt alle Rekorde! Mit der Heuernte war es nicht so weit her, nach dem 1. Schnitt Ende Mai/Anfang Juni sind die Futterpflanzen nur sehr zögerlich oder gar nicht nachgewachsen. Normal sind in dieser Region 2 oder sogar 3 Grasschnitte zur Heuernte. Für Pferde- und Nutzviehbesitzer wird das ein ganz kostspieliger Winter, denn der Preis für gutes Pferdeheu schießt genauso in die Höhe wie die Pilze.
Pilze? Oh, ein schlechter Vergleich! Denn während meiner sonntäglichen Walkingrunde durch den Wald sind mir - im Gegensatz zu den vergangenen Jahren - kaum Champignons, Fliegenpilze und Co. begegnet! Dafür jede Menge raschelndes, buntes Herbstlaub auf hartem, trockenen Boden. Restfeuchtigkeit in den Zonen, wo kaum die Sonne hinscheint? So gut wie Fehlanzeige. Das vermittelt schon ein mulmiges Gefühl. Was ist - so schön es auch sein mag - am Wetter kaputt gegangen? Werden sich Regenschirme, Gummistiefel u.ä. weiter so schlecht verkaufen lassen wie im Sommer dieses Jahres 2018?

Wie malt der Herbst ein leuchtendes Bild...


Abschied vom Sommer stimmt uns so mild..

Ist das der Klimawandel? Oder ist das einfach nur eine Dürreperiode? Werden hier demnächst Zitronenbäume wachsen, oder versteppt alles einfach nur? Wie geht das weiter?
Ich habe schon sehr viele Sommer erlebt, aber ich kann mich an keinen erinnern, in dem es so wenig Niederschlag gab wie in diesem. Als ob jemand den Haupthahn abgedreht hätte!
In der Wetter-App, die zu 95% richtig liegt, war für heute Abend Regen angekündigt. Seit ein paar Stunden ist dieser Niederschlag aber erst auf Dienstag und aktuell auf Donnerstag vertagt worden. Hmm.



Der Mais musste bereits Anfang September "notgeerntet" werden, statt wie sonst um diese Zeit...

Was hält der Wetterfrosch noch für Überraschungen für uns bereit? Weil wir es nicht beeinflussen können, bleibt nur abwarten. Und weiterhin Eis(tee) statt Glühwein trinken.
Der Weinjahrgang 2018 soll allerdings ein ganz hervorragender sein, ersten Prognosen zufolge... ;-)

Samstag, 29. September 2018

Mäxchen bloggt: Fly on the Wings of Love Vol.II

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Flirts über den Koppelzaun! Ich bin's wieder, euer Mäxchen. Und ihr brennt sicherlich schon darauf, zu erfahren, wie die Lovestory des Jahres mit Romeo und Julia weiter gegangen ist! Und darüber werde ich heute berichten. Es war wirklich herzallerliebst, wie der Große Tollpatsch auf den Flügeln der Liebe über die Koppel schwebte! Alle seine Wehwehchen schienen der Vergangenheit anzugehören und jeder Showtraber hätte neben ihm wie ein müder Ackergaul nach einem harten Tag auf dem Feld ausgesehen.

Julia machte ihm aber auch immer wieder gehörig Dampf. Sie stand ganz dicht am Koppelzaun, ließ sich mit Komplimenten überhäufen und genoss die Aufmerksamkeit des doch ganz ansehnlichen Kavaliers in Rot. Der fand gar keine Zeit zum Grasen  - der Trottel, sag ich nur. Nach dem dürren Sommer endlich mal wieder auf einer saftiggrünen Wiese sein zu dürfen, war fast wie eine Riesenpizza auf dem Teller der Zweibeiner nach einer siebenwöchigen Diät mit Dünstgemüse ohne Salz. Aber nun ja, muss er selber wissen!

Just nachdem diese Romanze richtig ins Rollen gekommen war, da tauchte doch plötzlich Romis Reiterin mit einem Beutel voller Möhren für uns auf, wie üblich. Jetzt könnte es spannend werden, dachte ich bei mir. Vielleicht kann ich kleiner Wicht ja auch mal an der Julia schnuppern, wenn Romi sein Tollpatsch-Training absolviert? Ich bin ja auch kein Stück Holz und dieser Duft von der Dame...hmmm... vielleicht geht da ja was?

Die Reiterin erschien auf der Bildfläche, mitsamt Möhren. Normalerweise bin ich immer der Erste, der angelaufen kommt und auch gleich was Leckeres bekommt. Ihr wisst ja, dass ich ein unwiderstehlich süßes kleines schwarzes Shetty mit Knopfaugen und Wuschelmähne bin? Normalerweise bekommen die immer zuerst was, wegen dem  Niedlichkeitsfaktor!
Und wenn Romi das dann mitkriegt, dann ist er aber ruckzuck an der Möhrenquelle, bevor ich seine Möhre auch noch wegnasche. Da kann er sogar richtig schnell werden, der Große! Aber so charmant wie ich wird er wohl niemals werden. Ich glaube, ich bagger die Kleene auch mal an, dachte ich so bei mir, während ich schon ein Möhrchen kaute. Aber der Große reagierte gar nicht auf die Reiterin. ER hatte nur Augen für seine Angebetete. Da konnten noch so sehr mit Möhrchen gefuchtelt werden!

Die Reiterin ging forschen Schrittes mit vorgehaltener Möhre auf Romi zu, und weil das bekannterweise eine Allzweckwaffe ist, ließ Romi sich davon doch noch ködern, steckte sein Köpfchen ins dargebotene Halfter und ließ sich hocherhobenen Kopfes und Schweifes mitnehmen! Nun winkte meine Chance. Warum soll ich im Stall auf sein Trainingsende warten, wenn ich doch hier quasi das Paradies auf Erden habe, mitsamt charmanter Gesellschaft? Gleich mal abchecken, ob sie auf interessante dunkle Typen mit Wuschelmähne und Plüschöhrchen steht!
Oha. Romi war noch nicht ganz um die Ecke und konnte noch beobachten, wie ich mich der ihm traurig hinterherblubbernden Stute näherte. Ruckartig blieb er stehen, viel höher konnte er seinen Kopf und seinen Araberschweif nicht mehr heben, und ließ einen Brüller los, der der Reiterin auch einen Hörsturz bescheren könnte. Und nun?
Ich sah, wie er um seine Liebe kämpfte, und zwar gegen seine Reiterin und ihrem Führstrick. Nun ist so ein Pferd in Furore natürlich eher unhandlich bis unberechenbar und so ließ sie ihn wieder vom Strick, wegen "is nich". Und dann kam er zurück, schneller als Hurrican "Florence", lauter als ein Technofestival, verliebter als der echte Romeo. Uuuuuiiiii, auf seine älteren Tage, Respeekt, Alder! Dabei hatte ich sie bisher nur gefragt, wie es so geht. Ok, noch ein-zwei Minuten mit mir alleine, und sie wäre mir gnadenlos für immer verfallen. Was denn sonst!

Dann fiel mir blitzartig seine Verletzungsanfälligkeit ein. Was, wenn diese eine Liebe wieder mit einem Sehnenschaden oder Schlimmeren endete, und damit auch wieder Stallknast? Bloß nicht, dachte ich und lief zur Reiterin. Eine weitere Möhre und ich ging brav mit zum Stall.
Nach weiteren 10 Minuten, die ich zwar nicht sehen, aber hören konnte, war der Tollpatsch auch endlich am Halfter auf der Gasse angebunden. Mit großen, rotgeränderten Augen, blutfarbenen Nüstern und immer noch nach Julia brüllend. Fast tat er mir sogar ein bißchen leid in diesem Zustand, ein Romeo auf Freiersfüßen!
Während seines Trainings absolvierte er seine Aufgaben brav, aber doch ein wenig eiliger als sonst, um nur ja schnell wieder zurück auf die Koppel rennen zu dürfen, und dort weiterzuschäkern. Die Rindviecher schauten sich das ganze Drama übrigens aus sicherer Entfernung von dort aus an, wo das leckere Grün am Höchsten stand. Diese Nutznießer, diese. Aber nicht schlecht gestaunt haben die, wozu ihr Chef so alles fähig ist! :-)

Als das Training zuende und Romi wieder abgesattelt war, fraßen wir schnell unsere Belohnungsmöhrchen und ließen sogar noch etwas für die gehörnte Fraktion übrig. Ein Novum, eigentlich! Aber diese Lovestory war einfach nur zu spannend und so nahmen wir beide die Beine in die .. ja, Hufe, ne? und machten uns so schnell wie möglich wieder zurück zum Ort der Liebe. Romis Schrei zur Wiederaufnahme der Beziehung war übrigens episch und hätte manch gestandenen Herdenhengst vor Neid zum Schimmel werden lassen können. Unfassbar, dieser Romi in love!
Aber - wie auch die Originalgeschichte - endete dieser Samstagsflirt eher tragisch. Fragt nicht, warum und wieso, aber "Julia" war inzwischen wieder in ihren Stall geholt worden und an ihrer Stelle standen nun 2 Wallache auf ihrer Seite des Koppelzauns...
Diese sahen den wild auf sie zugaloppierenden Rotfuchs mit schreckgeweiteten Augen sekundenlang an an, um ihrerseits die Flucht zum anderen Ende ihrer Koppel anzutreten. Wenig später standen sie zitternd am Weideausgang, um von ihren Zweibeinern ganz schnell abgeholt zu werden. Zitternd vor Aufregung stand Romi an der Stelle, wo vor einer guten Stunde noch die schöne Julia graste.
"Romi, alter Junge. Die Liebe ist ein scheues Reh", versuchte ich ihn zu trösten.
"Sie war so ... schön!" seufzte er. "Und sie fand mich nett."
Mir brach es beinahe mein kleines Shettyherz, ihn so zu sehen.
"Komm, mein Freund. Hier hinten wächst ganz viel Gras, lass uns erstmal was futtern."
Seufzend schloss der Große Tollpatsch sich mir an und wich mir in den folgenden Stunden nicht von der Seite. Aber seid gewiss, nur EIN blöder Spruch von den Rindviechern und es hätte Rinderfilet zum Abendbrot gegeben!
Bis zum Abend hatte Romi sich wieder einigermaßen beruhigt und sein  gewiehertes "Ich hab's aber immer noch drauf, hihihihihiiii!" schallte noch eine Zeitlang durch den kleinen Ort, irgendwo im Münsterland. ;-)

Es grüsst euch
euer Mäxchen (wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen)! :-)

Freitag, 14. September 2018

Mäxchen bloggt: Fly on the Wings of Love! Vol. I

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Flirts jenseits der Teenie-Altersgrenze! Ich bin's wieder, euer Mäxchen!

Und erstmal habe ich eine Frage an euch: Wart ihr schon mal so richtig verknallt? So richtig, meine ich, mit komplettem Aussetzen der Hirnleistung? Und das von jetzt auf gleich?

Dann wisst ihr, was der arme Romi neulich durchgemacht hat. DAS war eine Show, ich sag es euch! Da wurde der arme Große Tollpatsch fast noch einen Ticken tollpatschiger. LOL!
Ich hab mir das natürlich gaaanz genüßlich zu Gemüt geführt. Romi in love ist einfach der Knaller, da kommt keine Seifenoper mit und selbst das dramatische Ableben von Papa Beimer ist dagegen ein Mückenschiß!

Oh, wer die glückliche Julia ist, wollt ihr natürlich jetzt wissen.

Wir leben ja in direkter Nachbarschaft mit einer größeren Pferdehaltung und eine unserer Koppeln grenzt direkt an einer von jenen Nachbarn. Und: Hallelujah! Da stand sie eines schönen Septembermorgens, die supersexy braune Stute von vornehmer Herkunft. Her beauty and the sunlight overthrew him, könnte man da direkt poetisch werden. Die Stute - ich nenne sie der Einfachheit halber weiter Julia, obwohl sie natürlich ganz anders heißt - stand an jenem Morgen da wie ein Gottesgeschenk, und auch noch ganz alleine auf dieser Fläche. Man sagt ihr nach, dass sie aus Altersgründen keine Gesellschaft mehr dulden würde. Julia hat nämlich schon einigen Fohlen das Leben geschenkt und bekommt ihr Gnadenbrot.
Dies lässt natürlich darauf schließen, dass sie keine Fünf mehr ist. Aber Romi ja auch nicht und so war das der Anfang einer großen Love-Story. Und zwar deshalb so bemerkenswert, weil der Fuchs ja nun mal nicht der größte Gigolo auf Erden ist, sondern sich in der seltenen Gegenwart des equinen weiblichen Geschlechts eher.... nennen wir es mal zurückhält. Vielleicht ist das der Einfluss der überwiegend femalen Rindviecher, die er ja nun stündlich an den Backen hat, vielleicht ist es die Tatsache, dass seine Mutter ihn wegbiss... man weiss es nicht so genau! Besonders wenn eine Gruppe junger Stütchen diese Nachbarweide bevölkerte, war Romi immer gerne ganz am anderen Ende der Weide mit Grasmampfen beschäftigt.
Umso seltsamer, dass er - kaum dass er die edle Dame gewahr wurde - gleich mal mit trompetendem Wiehern und fliegenden Fahnen, sprich: Hoher Araberschweif, wehende Mähne! auf sie zugeschwebt ist. Und zwar im schönsten und tollsten Imponiertrab, den jemals ein Pferd ohne zu stolpern aufgeführt hat. Eine wahre Meisterleistung für eine Großen Tollpatsch!

Ihr wisst ja, bei mir schwingt in jedem Nebensatz immer noch die Angst vor einer erneuten Verletzung bei Romi mit. Dieses halbe Jahr wegen dem Sehnenschaden, ausgelöst durch blanken Übermut, war ja wirklich der Horror für mich!

Nun denn, die Holde war dieser Flirtattacke nicht ganz abgeneigt und nur ganz wenig später hob sie schon ihr Schweiflein, um eine gewisse ...hm.. tja...Paarungsbereitschaft zu signalisieren. Ja, DA war es natürlich um Romi geschehen! Wie der Derwisch schwebte er auf Wolke Sieben und am Koppelzaun entlang, da hätte sich jeder Don Juan aber eine fette Scheibe von abschneiden können! Der Bursche ist ja auch kein Junghengst mehr, im Prinzip also weder "jung" noch "Hengst". Aber das muss sie ja nicht wissen, oder?
Ich weiss nicht, was ihn da geritten hat (seine Reiterin jedenfalls nicht!), dass er da hormonell so drauf ausrastet, aber es schien wirklich so, als ob seine vermutlich sehr platten Anmachsprüche bestens bei der anscheinend sehr gutgläubigen Julia ankamen. Ich mein, hallo? Die mindestens 10fache Mutter verfügt doch wohl über genügend Erfahrung, um einen windigen dahergelaufenen Zirkusarabowestfalen von einem potenziellen weiteren Vater ihrer Leibesfrucht unterscheiden zu können! Zumal der Zirkusarabowestfale seit frühester Jugend den Verlust von edlen Teilen zu beklagen hat! Oder war es wirklich der Schwebetrab, der sie so in Verzückung geraten ließ? Die Sonne, das ungewöhnlich warme Wetter, die leichten Nebelfelder? Keine Ahnung, auf jeden Fall nahm die J'e taime-Nummer weiter ihren Lauf. An Grasen war hier gar nicht zu denken, obwohl diese Weide nach der elenden Dürreperiode wirklich frisch duftete und sogar höher stand als Romis Fesselträger!
Grübelnd, wendete ich mich dem wirklich leckeren Grün zu. Hat diese Liebe eine Zukunft, und wenn ja, was für eine? Erfahrt es im zweiten Teil von "Fly on the Wings of Love", meine lieben Freunde!

Es grüßt euch
euer
hormongeplagtes
Mäxchen!

Sonntag, 26. August 2018

Mäxchen bloggt: All for the girlies, nothing for the boys!

Hallo, liebe Freunde der gepflegten Nachwuchsförderung. Ich bin's mal wieder, euer Mäxchen!

Und groooße Ereignisse werfen bei uns ihre Schatten voraus. Die Söhne des Hauses wollen jetzt reiten lernen und wer ist das Lehrpferd? Nicht etwa das süße schwarze Shetty mit den entzückenden Kulleraugen, sondern unser aller Freund Romi, der Große Tollpatsch!

Der offensichtliche Hintergrund dieser plötzlich aufkeimenden Begeisterung für den Pferdesport bei den Jungs E. (7) und P. (4) ist übrigens der Papa, der seinerseits im Begriff ist, die Kuh Resi zu einer zuverlässigen Partnerin unter dem Sattel.. äh, Sitzkissen mit Bügeln dran zu machen. Erste Reitversuche verliefen positiv und seitdem besteht Resi übrigens darauf, dass man sie siezt, weil sie jetzt den Chef und Futtermeister tragen darf. Na, von mir aus! ;-)

Romi, der ja gern an der Longe mal die Contenance verliert, ist allerdings ein Onkelpferd. Was wir nieee gedacht hätten: Er passt auf die Kinder auf und macht einen ganz vorsichtigen Joggtrab zum Lernen mit ihnen. Und trotzdem ist der kleine P. neulich einmal heruntergeplumpst, weil Romi einen ganz dezenten Satz zur Seite gemacht hat. Was hat die doofe Katze auch in dem Baum neben dem Reitplatz verloren, die olle Zicke! Romi hat aber, wie er es auch bei seiner Reiterin macht, ganz auf unschuldiges Opfer gemacht und den am Boden liegenden Jüngling warm angepustet und da hat er sich wieder draufheben lassen und weiter gemacht. Dieser alte Charmeur!

Im Prinzip bin ich ja echt froh, dass ich unter einem Meter Stockmaß bin, sonst wären die noch auf die Idee gekommen, ICH wäre das ideale Reitpony, zumindest für den 4jährigen. Aber wenn E. auf einem Großpferd reiten lernen darf, ist ein Shetty auch für P. kein Thema. PUUUHHH, ich bin so ein verdammter Glückspilz, Leute! :-)

Was ich aber anprangere, ist die Reitmodenkollektion für angehende männliche Youngsters im Sattel. HALLOOO? Was ist denn da los? Nachdem Resi ja ein schickes Zaumzeug bekommen hatte, zogen Mutter und Söhne also los zum nächsten Reitsportgeschäft, zufällig eine Filiale eines großen deutschen Versandhändlers. Reitklamotten en massé, allerdings - ihr ahnt es schon - überwiegendst für den weiblichen Teil der U10-Sattelquetscher. Nichts, aber auch gar nichts ohne Glitzi und Blinki und Prinzessin Lilifee oder Bibi Blocksberg. Kaum eine Buxe, die nicht mindestens einen fetten pinken Streifen aufweist! Oder wo ein debil grinsendes Einhorn abgebildet ist. Sieht so die Nachwuchsförderung für junge Reiter aus?
Auch kindgerechtes Putzzeg lässt neuerdings den nötigen Ernst vermissen. Für Mädels sicherlich eine prima Sache, aber ich glaube, der Große wäre stinkbeleidigt, wenn er neuerdings mit Bürsten mit Glittereffekt "verschönert" würde. Was es nicht alles gibt! Meine Wenigkeit würde hier allerdings auch streiken, aber wie gesagt, ich bin nur der Chronist der Ereignisse.

Mit Ach und Krach fand man also 2 Hosen, die nicht vor Pink brüllten und einen (1) Kinderreithelm im zeitlos-eleganten Betonmischergrau, den man abwechselnd zu tragen gedachte. Naja, so macht man sich auf Fotos fürs Facebook-Familienalbum wenigstens nicht komplett zum Obst. All for the girls, nothing for the boys, das ist das traurige Fazit dieses Shoppingtrips...

Ich bin gespannt, wie sich die Sache entwickelt. und Frau Resi bittet darum, im Blog anonym zu bleiben. Vorerst. Innerlich platzt die aber vor Stolz, das einzige reitbare Rindviech im Umkreis von 30 km zu sein, da bin ich mir mehr als sicher! ;-)

Es grüßt euch
euer Mäxchen (neuerdings investigativ in Sachen Nachwuchsförderung unterwegs)!

Dienstag, 7. August 2018

Maxchens Sommerspecial: Bolle auf dem Revoluzzer-Trip!

Tja, liebe Freunde des gepflegten Strandausrittes, unser Bolle war buchstäblich geschockt. Und das bei überaus freundlichen 21°C im Schatten. Aber nützt ja nix: Da muss man durch! ... Oder?

Bolles Besitzerpaar näherte sich unserem Fluchtort. Schon von weitem tönte ihr "Boooollleee! Schätzchen, komm mal schnell her! Booollleeee! Wir haben eine Überraschung für dich! Das wird ganz ganz TOLL! Booolleee!" - "Nun überrumpele den armen Kerl doch nicht gleich wieder so. Du weisst doch, wie sensibel Pferde sind!" fiel er ihr ins Wort. "Da hinten steht er doch und grast friedlich. Da muss man doch nicht so.." - "Als ob DU MEHR AHNUNG VON PFERDEN HÄTTEST ALS ICH!" erwiderte sie unwirsch. "Ich reite schon seit ÜBER 20 JAHREN!" - "Hättest du auch mal 20 Jahre UNTERRICHT genommen, dann wüsstest du auch, wie.." - "BOOOLLLEEE! KOMM HER! LECKERLECKERLECKER!" unterbrach sie ihren Liebsten. Diplomatisch sein konnte sie. Bolle schaute mich und Romi verzweifelt an. "Ihr müüst mir chelfen. Die machen krank mich mit Straiterai!"

Ich stupste den netten Letten an. "Du musst stark sein und dich der Sache stellen.Schau, du bist ein großes, kräftiges Pferd mit Nerven wie Drahtseilen. Romi hätte sich an deiner Stelle schon vor einen Bus geworfen. Du kannst das!" - Romi nickte bekräftigend. "Oh ja. Aber du hast die Power. Zeig ihnen mal, was DU so draufhast! Schluss mit Lustig, ab heute bist du stur wie ein alter Waldesel!"

"Ich glaube, Bolle ist krank, der kommt doch sonst immer, wenn ich Leckerlecker sage. Der hat doch immer Kohldampf!" klagte Bolles Frauchen. "BOLLE HIIIEEER! LECKERLECKER!"

Bolle schien seine Ohren abgestellt zu haben und graste unbeeidruckt weiter. Gut so, Dicker! dachte ich. Die Zermürbungstaktik hat schon so manchen Zweibeiner auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Ermutigend nickte ich Bolle zu. "Genau richtig so!"
Bolle knirschte der Sand zwischen den gewaltigen Zähnen, aber sein Kopf blieb unten. Ich glaubte sogar, ihn innerlich grinsen zu sehen.
"SCHATZ, RUF DEN TIERARZT AN! BOLLE IST NICHT IN ORDNUNG! DER KOMMT DOCH SONST IMMER SOFORT AN, WENN ICH LECKERL.."
"Wieso? Liegt er auf der Seite? Schüttelt er sich in Krämpfen? Humpelt oder hustet er? Nein, er sieht mopsfidel aus. Was sollte ich dem Tierarzt denn sagen? Dass er nicht an den Zaun kommt, nur weil meine Frau das wünscht? Der wäre ja nur unterwegs, wenn er deshalb käme." Herrchen sah das weitaus gelassener als seine Frau.
"Vielleicht hat er sein Gehör verloren. BOOOOLLEEEE!" brüllte sie jetzt noch dreimal lauter und wedelte verzweifelt mit den Bioleckerlie in der Hand. "NUN GUCK DOCH MAL, WAS ICH HIER HABE!"

"Sehr gut so, Dicker. Deine Chefin gibt gleich auf, du wirst sehen!" grinste ich in seine Richtung. "Das maacht richtik Spaass!" brummelte Bolle vergnügt zurück.Seine Grasstelle war zwar schon mehr als leergemampft, aber er wollte noch ein bißchen weitermachen. Deshalb entfernte er sich scheinbar grasend immer weiter vom Zaun weg.

"Mir reichts jetzt, ich hole sein Halfter. Und dann kriege ich ihn!" Erbost warf Frauchen die Bioleckerlies in die Koppel und lief zügig zum Stall. Ich meinerseits nutzte die Gunst der Stunde, lief zum Zaun und steckte mir die Leckerlies in die Backentaschen. Nicht ohne Herrchen höchst amüsiert anzugrinsen.
Der erwiderte meinen Blick. "Naa, du kleines Mäxchen? Was habt ihr drei denn wieder ausgeheckt?" Lächelnd versuchte er, mich durch den Zaun zu tätscheln. Aber nicht mit mir. Für derlei Vertraulichkeiten waren wir noch nicht bekannt genug. Ich kehrte zurück zu meiner Mini-Herde, um die Bio-Kräuter-Leckerlies brüderlich zu teilen.
Herrchen beobachtete das. "Na guck, wenigstens unter den Pferden gibt es noch so etwas wie Teamgeist", sinnierte er, während seine Angetraute mit Knotenhalfter und Führleine zurückkehrte. Schnaufend fragte sie "Und? Hat er sich mal herbewegt? HAAH, die LECKERLIES SIND WEG! WO SIND DIE DENN?"
Herrchen müsste eigentlich taub sein, wenn sie immer in dieser Tonlage mit ihm spricht, dachte ich. Und danke für die Leckerlies, sie schmecken wirklich sehr gut!
Das sagte ich aber nicht laut, denn sonst denkt Frauchen noch, ich wäre ein freches, ungezogenes Shetty. Und das bin ich ja nicht, ne?
Ohne Leckerlies, aber mit schnellen Schritten und dem Halfter kletterte Madame nun über den Zaun und näherte sich Bolle. Sofort bekam ihre Stimme wieder dieses schrille Timbre. "Bollebollebolle kommkommkomm!" flötete sie diesmal etwas leiser.
"Auf mein Kommando reisst du den Kopf hoch und rennst ans andere Ende der Koppel, Bolle!" wisperte ich ihm zu. Er nickte unmerklich.
Ich wartete, bis die Dame auf gut einen Meter an ihm dran war und dann wieherte ich mein hellstes Shetty-Alarm-Wiehern. "LAUF BOLLE LAUF!"
Romi rannte aus Sympathie mit ihm mit, aufgestellten Schweifes und mit hoher Nase. Ein herrliches Bild, eigentlich. Wenn man nicht eines von den beiden Angeberpferden einfangen wollen würde!
Prustend stoppten sie - wie abgemacht - am anderen Ende der Koppel. Frauchen trabte mühsam hinterdrein, ich stand und freute mich. Herrchen sah auch amüsiert aus, derweil.
"Wenn ich es nicht besser wissen müsste, würde ich sagen, das Shetty steckt dahinter", konstatierte er.
Na klar, wer denn sonst? :-)
Und wenn ihr lesen wollt, ob Bolle jemals wieder in den Fängen von Frauchen sein wird, dann schaut mal wieder hier vorbei! Es geht bald spannend weiter!

Mittwoch, 1. August 2018

Neulich, am Wassertretbecken...

Im Sommer, gerade in einem wie diesem im Jahr 2018 mit hohen Temperaturen und das über einen längeren Zeitraum, sucht jeder, Mensch und Tier, nach Abkühlung. Besonders nach einer sportlichen Nordic-Walking-Runde tut das besonders gut! Deshalb schätze ich das hiesige Wassertretbecken im Kurpark sehr, das Wasser ist herrlich kühl und der obligatorische Schweissausbruch wird rasch eingedämmt. Danach kann's weitergehen!

Nun, beim letzten Besuch war ich nicht alleine mit dem Gedanken nach Kneippschen Anwendungen. Ich hatte den Verdacht, dass alle, die nicht mehr ins Freibad gepasst hatten, sich jetzt hier versammelten, na klar, Hauptsache Wasser und Kühle! So wohl auch das radelnde Päärchen, dass sich dort anfand: Er, begeistert mit seinem Smartphone im Becken, sie, eher reserviert auf einer der Bänke darauf wartend, dass er endlich genug geplanscht hatte. Ich, die Szene beobachtend und auch schon mitten drin im Wassertretvergnügen.
Langsam leerte sich das Becken, nur das Päärchen blieb noch. Er bestand darauf, dass sie ihr Sommerkleidchen raffte und ebenfalls ins Wasser käme. Allein sie hatte dazu scheinbar wenig Lust.

"Schaaatz, komm doch rein, ich will ein Video machen!" rief er vergnügt.

"Ochnee, das Wasser ist doch so KALT!" zierte sie sich.

"Es ist einfach nur herrlich!" merkte ich ungefragt an.

"Och bitte, jetzt hab dich nicht so. Komm rein!" Langsam wurde er ungeduldig.
Sie fuhr sich durchs gestylte blonde Haar. "Das ist KALT!"

"Herrlich kühl!" warf ich wiederum ein. Er nickte. "Herrlich kühl!" wiederholte er mit gewinnendem Grinsen. Langsam begann ich die Szene zu genießen.
"Ach, was kann ich denn dafür, wenn IHR NIX MEHR MERKT!" zickte sie, raffte ihr kleines schwarzes Sommerkleidchen zusammen und stieg in die Untiefen des Wassertretbeckens. "Und .... action!" dachte ich bei mir, die Handykamera war startbereit.
"Aber ich SICHTE DAS VIDEO ERST; BEVOR DU ES ONLINE STELLST, JA?" Fehlte nur noch, dass sie mit einem Fuss aufstampfte wie ein Kleinkind an der Supermarktkasse. "UND DANACH FAHREN WIR ESSEN! ICH BESTIMME WO!"
Woohoo. So ein Entertainment hatte man nicht jeden Tag im Kurpark. Trotz aller Bemühungen des Touristikzentrums. Was ist dagegen ein Kurkonzert?
Mit gequälter Mine stürzte sich derweil die hübsche Dame in die Wassertretanlagen-Fluten (kniehoch), wich änglich jedem Blatt und erst recht jedem Käferchen aus, als wären es wilde Tiere, die ihr nach dem Leben trachteten. Er filmte amüsiert, ich grinste ebenso und beschloss, die beiden ihrem Schicksal zu überlassen. Und hatte schon meine Schuhe wieder an und wünschte noch einen schönen Sonntag.
Der Mine der Dame zu urteilen, war das auch dringend nötig! :-)

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Eine weihnachtliche Soap-Opera aus irgendeinem Mehrzweckstall im Münsterland! Die HauptdarstellerInnen: Mäxchen Romi aka "...