Montag, 20. März 2017

#imWagenvormir - oder auch Vorsicht: Kapitän der Landstraße unterwegs!

Jeder kennt doch diesen Song von Henry Valentino aus dem Jahr 1977:




Ein richtiger Ohrwurm, und solange noch nicht-autonom Auto gefahren wird, entbehrt es nicht einer gewissen Aktualität  - auch noch im Jahr 2017!

Wer kennt das nicht: Man fährt über mehr oder weniger einsame Landstraßen, und auf einmal tauchen rote Rücklichter vor dem eigenen Fahrzeug auf. Man fragt sich hin und wieder, wer da so vor einem hergondelt und was sich "im Wagen vor mir" wohl gerade abspielt! Die Automarke spielt eventuell eine Rolle bei der Einschätzung des Fahrers oder der Fahrerin, ja, und natürlich auch der Fahrstil. Umgekehrt macht man sich natürlich auch so seine Gedanken, wenn plötzlich Scheinwerfer sich rasch von hinten nähern und auch vielleicht ein bißchen gedrängelt wird - das gibt gleich ein mulmiges Gefühl, oder? Meist wandern die Augen dann in den Rückspiegel und man versucht, den Hintermann oder -frau ein wenig besser einzuschätzen und man ist natürlich auch ein wenig erleichtert, wenn der/diejenige wieder abbiegt oder einigermaßen moderat überholt. Denn wer wird schon gerne verfolgt? Ich nicht!
Da ich beruflich und auch privat ziemlich viel auf den Landstraßen unterwegs bin, werde ich hier in loser Formation immer mal wieder besonders bemerkenswerte Vor-(und hoffentlich keine Un-!)fälle beschreiben. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Fahrzeuge sind hier natürlich rein zufällig und nicht unbedingt gewollt, aber so oder so ähnlich könnte es sich in der Realität durchaus abgespielt haben!

Ich beginne mal mit "Instant Kharma - manchmal holt es dich ein!"

Es ist noch nicht so lange her, aber mir lief es schon ziemlich eiskalt den Rücken runter. Auf einer Dienstfahrt nervte mich #imWagenvormir ein anscheinend älterer Herr in einem ebensolchen Fahrzeug, der für meine Begriffe viieeel zu langsam über die Landstraße schlich. Immerhin 55 km/h bei erlaubten 100 - und was mich immer besonders aufregt: schwankend mal schneller mal langsamer und mit Tendenz zum Mittelstreifen und darüber. "Was zum Henker MACHT DER DA?!" rief ich laut (war zum Glück alleine im Fahrzeug) und verringerte den Abstand ein wenig, um dem Typen zu vermitteln, dass er nicht alleine auf der Welt ist.
Und was macht der?
Er wird nicht etwa schneller... nein, er latscht voll auf die Bremse und ich natürlich Sekundenbruchteile später auch! Dann blinkt er gemütlich und fährt nach rechts auf den Grünstreifen und in diesem Moment registriere ich den Audi Q wasweissich, der mir fast hintenrein kracht und den Caddy beinahe auf Smartmaße zusammengeschoben hätte. Was für ein Schreck!
Den ganzen Rückweg schimpfe ich wie ein Rohrspatz gegen das laufende Radioprogramm - ihr wisst schon, das Beste aus den 80ern, 90ern und von heute usw..) an und die Zornesröte in meinem Gesicht über diesen Vorfall will auch nach 2 Stunden noch nicht so recht weichen. AAARGGGHHH!!
Ich beschließe abends, mich mit Sport abzulenken und fahre danach durch eine Tempo 30-Zone mit rechts vor links, da schießt von hinten ein Kleinwagen mit einem ... sagen wir mal, recht ungehaltenen Typen am Steuer heran. Ich gebe zu, ich bin nicht mal Strich 30 gefahren, eher etwas schneller, aber an dieser rechts-vor-links-Ecke empfiehlt es sich wegen schlechter Einsehbarkeit durch eine hohe Hecke schon, an der Sichtlinie kurz zu schleichen und die Lage zu peilen.
Das sah der Heini hinter mir natürlich ganz anders: Wieder hatte ich einen Wagen knapp an der hinteren Stoßstange kleben, mit einem wild gestikulierenden Typen, Licht- und Akustikhupe. Dann biegt er auf den Parkplatz der Dorfkneipe ab. Hatte wohl ziemlichen Durst und ich lahme Ente hab ihn auch noch aufgehalten oder was. Könnte ich nur lippenlesen im Rückspiegel!
Höh? Hab ich denn was falsch gemacht (bis auf den geringeren Abstand beim Kapitän der Landstraße heute früh, möglicherweise?)
Hmmmm.
War heut was im Trinkwasser, liegt es an mir oder ist schon wieder Vollmond?
Eigentlich halte ich mich für eine ziemlich gute Fahrerin und bekomme von meinen Fahrgästen auch oft positives Feedback. Aber heute ist wohl nicht mein Car-Freitag gewesen. Ich dachte noch eine Weile darüber nach.
Ich muss ruhiger werden, unbedingt. Buddha hat recht: Es kommt alles zu einem zurück. Und wer will im nächsten Leben wegen sowas schon als Regenwurm auf die Welt kommen? ;-)

Liebe nachdenkliche Grüße vom
Car-Copinchen!
*summt "ratta-ratta-radadadadamm....*

Mittwoch, 15. März 2017

Tollpatsch-Training: Einen Westernsattel und ein Lasso, bitte!

Ein Hauch von Staub weht durch die frühlingstaugliche Luft, ein Tumbleweed trollt sich langsam über den Reitplatz und die Melodie von "High Noon" ertönt leise in der Ferne. So ähnlich spielte sich das Tollpatsch-Training letztens ab! Denn: Die 3 Gehörnten dachten gar nicht daran, den Reitplatz, der gerade wegen Umbauarbeiten als Paddock dient, zu räumen und bei dem schönen Wetter in den Stall zu gehen! Nee, die blieben einfach da, ließen sich nicht locken und schnaubten harmlos im Sandboden herum, auf der Suche nach ein paar frischen Grashalmen.
Übrigens ein Moment, wo man echt "Blöde Kuh" denkt, wenn man da so steht und lockt, weil man den Reitplatz für seinen vorgesehenen Zweck nutzen will.
No way.
Na gut, dann halt nicht. Wenigstens Mäxchen ist so nett und leistet Romi im Stall Gesellschaft. Sonst bleibt der Tollpatsch nämlich nicht mal eine Sekunde ruhig stehen.
Gesattelt und getrenst (englisch, leider, aber mit dem Gedanken, die Longe als Lasso mitzunehmen. Bloss...wohin damit?), den Rindviechern nochmal tief ins treue Auge geblickt und aufgesessen. Romi trägt's mit Fassung, dass er den Platz nicht alleine bevölkern muss. Huch? Vor einem Jahr sah das noch ganz anders aus! Da hatte er panische Angst vor den Gehörnten! Und jetzt? Kuschen sie vor ihm. Feine Sache.
Wir wärmen uns auf und die 3 Paarhufer interessiert es nicht die Bohne, ob wir Schritt oder Trab oder einen flotten Galopp reiten. Die schnuffeln weiter im Boden vor sich hin, Lotti hat sich schon mal hingelegt, in einer Ecke an der kurzen Seite. Da scheint die Sonne so schön hin. Nun, es sei ihr gegönnt. Andächtig blickt sie uns nach, während wir an der langen Seite ins Schultervor gehen. Sollte man ihr auch mal empfehlen, das macht locker.
Rosi schaut nun genau auf dem Hufschlag nach, ob es da schon was zu mampfen gibt. Huschhusch! Romi prustet einmal, schon sucht sie das Weite, während wir angetrabt kommen. Der hat seine Herde aber im Griff!
Ich fühle mich derweil wohl auf seinem Rücken. Er macht wieder gut mit, ist locker und dehnt sich prima vorwärts-abwärts am langen Zügel. Da ich seit einiger Zeit immer mehr versuche, ihm auch ohne ständige Verbindung meine Vorstellung von Arbeitstrab und gebogenen Hufschlagfiguren näherzubringen, reite ich ihn mit nur einer Hand am Zügel durch die Bahn und das klappt hervorragend. Durch das Training mit dem Bitless Bridle bin ich tatsächlich viel unabhängiger von Zügelhilfen geworden. Juhu! :-)
Ein Tag, wo wirklich alles klappt: Übergänge, Seitengänge, Rückwärtsrichten. Kein Verwerfen im Genick, kein "Kopf-hoch-Schweif-hoch-und-ab-die-Post" (oh, ich weiss, dass das immer wieder vorkommen wird, aber ich selber bleibe gelassener!) dafür eines der besten Kurzkehrt aus dem und in den Galopp zurück, die wir bisher fabriziert haben. Gelassene Rindviecher widerkäuen gemütlich in der Sonne. Ein Reh trapselt über die Weide, die schon deutlich grüner als noch vor einer Woche ist und viel Gras für die Herde verheisst. Selbst die rebellische Stallkatze Lucy ist heute friedlich und putzt eifrig ihr Fell im Sonnenschein.
Ich beschließe, dass es harmonischer heute nicht mehr werden kann und nach einem kurzen Trockenreit-Ausflug über den Wirtschaftsweg (ebenfalls sehr harmonisch) bekommen ausnahmslos alle eine ordentliche Portion Möhrchen.
Nur Lucy nicht. Die ist schon wieder irgendwo auf Mäusejagd.
Es wird Frühling. Endlich. Die Natur atmet auf, die Tiere freuen sich.
Geniesst es, wo immer ihr es genießen könnt!
Liebe Grüße
Euer Copinchen (mit Harmoniekoller)! :-)

Sonntag, 5. März 2017

Im Märzen der Bauer.. Frühlingsgedanken!

Endlich werden die Tage wieder spürbar länger! Natürlich bleibt es bei den 24 Stunden/Tag, aber es ist immerhin schon bis halb sieben hell! Wie schön ist das denn!
Die "kurzen" Wintertage mit dem künstlichen Licht ab 16:00 Uhr liegen erstmal hinter uns.
Draußen atmet die Natur spürbar auf: Das Schlimmste ist doch wohl hoffentlich vorbei!
Die Singvögel tun ihre Begeisterung mit lautem Piepsen, Tschilpen und Pfeifen kund. Erste Bäume schicken sich an zu erblühen, die Schneeglöckchen mit ihrem schlichten Weiss verabschieden das Grau des sich dahin trollenden Winters. Bald schon werden die bunten Krokusse sie ablösen, mit dem leuchtenden Gelb der Narzissen und Osterglocken konkurrieren.
Auf den Äckern und Feldern gibt es jetzt auch schon viel zu tun: Nach dem Aufpflügen der ehemals steinhart gefrorenen Erdkrume freuen sich die "Touristen", also Zugvögel wie Graugänse und ihre Weggefährten über frische Nahrung aus der Tiefe des Bodens auf der langen Reise zurück in ihre Sommerquartiere. So ein herrlicher Anblick!
Aber nun lassen wir mal die Dichter zu dem Thema zu Wort kommen, die diese besondere Stimmung noch besser zum Ausdruck bringen können!
Los geht's:
Schneeglöckchen
's war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue Lüfte gingen:
»Süße Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh's noch jemand hat gedacht.« -
's war kein Singen, 's war ein Küssen,
Rührt' die stillen Glöcklein sacht,
Dass sie alle tönen müssen
Von der künft'gen bunten Pracht.
Ach, sie konnten's nicht erwarten,
Aber weiß vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten,
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
Sangesmüde sich hinab,
Und der Frühling, den sie weckten,
Rauschet über ihrem Grab.

Joseph von Eichendorff
(1839)
 
 
 
 
 
Frühlingsbotschaft
Kuckuck, Kuckuck ruft aus dem Wald:
Lasset uns singen,
Tanzen und springen!
Frühling, Frühling wird es nun bald.
Kuckuck, Kuckuck lässt nicht sein Schrei'n:
Kommt in die Felder,
Wiesen und Wälder!
Frühling, Frühling, stelle dich ein!
Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held!
Was du gesungen,
Ist dir gelungen:
Winter, Winter räumet das Feld.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(ca. 1827)
 

Frühlings Ankunft
Grüner Schimmer spielet wieder
Drüben über Wies' und Feld.
Frohe Hoffnung senkt sich nieder
Auf die stumme trübe Welt.
Ja, nach langen Winterleiden
Kehrt der Frühling uns zurück,
Will die Welt in Freude kleiden,
Will uns bringen neues Glück.
Seht, ein Schmetterling als Bote
Zieht einher in Frühlingstracht,
Meldet uns, dass alles Tote
Nun zum Leben auferwacht.
Nur die Veilchen schüchtern wagen
Aufzuschau'n zum Sonnenschein;
Ist es doch, als ob sie fragen:
»Sollt' es denn schon Frühling sein?«
Seht, wie sich die Lerchen schwingen
In das blaue Himmelszelt!
Wie sie schwirren, wie sie singen
Über uns herab ins Feld!
Alles Leid entflieht auf Erden
Vor des Frühlings Freud' und Lust –
Nun, so soll's auch Frühling werden,
Frühling auch in unsrer Brust!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben
(ca. 1827)
 
 
 
 
Frühling
Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
»Er kam, er kam ja immer noch«,
Die Bäume nicken sich's zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muss.
Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt: »Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai.«
O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh':
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.

Theodor Fontane
(1851)
 
 
 
 
 
 
Liebe Grüße und geniesst den Vorfrühling!
Euer heute etwas lyrisch angehauchtes
Copinchen! :-)

Sonntag, 26. Februar 2017

Mäxchen bloggt: Einhorn vs. Shetty!

Hallo, liebe Freunde des gepflegten zauberhaften Fabelwesens! Kurz vor Rosenmontag, dem Höhepunkt der zweibeinerigen Kostümverleih-Hochsaison, möchte ich mich mit einem wichtigen Hinweis an euch wenden:


SHETLANDPONYS SIND KEINE EINHÖRNER!

Niemals.
Never.
Echt nicht.
Lasst euch da nix vorgaukeln.

Wikipedia definiert ein Einhorn wie folgt (ich zitiere):

Das Einhorn ist ein Fabelwesen von Pferde- oder Ziegengestalt mit einem geraden Horn auf der Stirnmitte. Es wurde im Mittelalter besonders durch den Physiologus bekannt, gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als Symbol für das Gute.




Ist hier irgend etwas zu sehen, das auch nur annähernd an ein entzückendes Shetlandpony erinnert? 

Nicht wirklich, oder?
Mal im direkten Vergleich:







Danke an Cousin Mücke fürs Modellstehen im Dienste der Wissenschaft!
Also ganz im Ernst: Ich kann an "Mücke" nix Einhornhaftes feststellen. Ihr vielleicht?


Natürlich liegen Einhörner gerade ziemlich im Trend - im Gegensatz zum Shetty übrigens! So sad! - und werden in der Trivialliteratur gerade ziemlich verkitscht. Hier ein ganz krasses Beispiel:


Als Richtlinie gilt definitiv: Shettys sind niemals rosa, eher schmutizggrau, gelblich oder gern auch mal schlammfarben.

Ziemlich übel wird es übrigens, wenn man beide Spezies miteinander vermischen will, eine Idee, auf die übrigens nur seltsame Zweibeiner kommen können. Das sieht dann so aus:


 Mal ernsthaft: Sieht dieses Pony irgendwie glücklich aus? Nein?
Also bitte: Nicht nachmachen.
Einhörner sind Einhörner und Shettys sind Shettys. Beide Wesen sind auf ihre eigene Art und Weise fabelhaft, magisch und zaubern können sie auch. ;-)

Und wer dem Einhornwahnsinn sowas von verfallen ist, dass er zum diesjährigen Rosenmontag einfach nicht drauf verzichten kann: 
Zieh dir doch selbst so'n Kostüm an!
Mit närrischen Grüßen:
Euer Mäxchen (dieses Jahr als Erdnucki verkleidet)! :-)

PS: Wichtig! Bitte verkleidet euer Shetty auf keinen Fall als "Donald T. aus USA". DAS wäre komplett entwürdigend und geschmacklos! 

Sonntag, 19. Februar 2017

Tollpatsch-Training 2017: Body-Workout nach der Winterpause!

Hallo! Heute gibt's mal wieder eine neue Episode vom Tollpatsch-Training, das leider in letzter Zeit etwas brach lag, weil die Wetterbedingungen es einfach nicht hergaben. Wir haben ja nur einen Außenplatz und wenn der dann vereist oder tief matschig ist, geht einfach nicht viel! Dann nimmt man sich den Großen Tollpatsch (die geneigte Leserschaft wird sich erinnern: Der Arabo-Westfale mit verheilten Sehnenschäden an beiden Vorderbeinen, zugezogen durch eigene Dusseligkeit auf der Weide...) an die Hand, läuft mit ihm auf dem teilweise gestreuten Wirtschaftsweg spazieren und hofft, dass das alles gut ausgeht...
Zum Glück steht der Fuchs im Offenstall, in der sog. Mehrzweck-WG mit seinem Shetty Mäxchen und den 3 Rindviechern. Die schauen oft fasziniert beim Training zu, ich hab manchmal den Eindruck, sie würden vielleicht sogar mitmachen wollen. Lotti, die anfangs etwas introvertierte Mutterkuh, lässt sich mittlerweile auch von mir anfassen und sogar ein Halfter anlegen - und wieder abnehmen. Das war vor einem halben Jahr noch schier undenkbar, sie hatte noch ein altes Halfter am Kopf, was auch noch kaputt war, und das konnte ich mit ein bißchen Cow-Sense und ein paar Kilo Möhren (jeweils verabreicht mit Anfassen-dürfen an der Nase, später auch am Kopf und Hals) erfolgreich entfernen. Seitdem ist das Eis gebrochen und Lotti ist geradezu zutraulich und kommt auch angerannt, wenn Romi und Mäxi ihre Belohnungsmöhrchen bekommen. Die 1-kg-Tüte reicht also so langsam gar nicht mehr aus!
Aber ich schweife ab: Es geht hier ja vorwiegend um den Großen Tollpatsch.
Eine kleine Bestandsaufnahme von gestern:
  1. Seine Beine sind alle ok, die Vorderbeine mit den betroffenen Sehnen klar und kalt. 
  2. Hufe sind im hervorragenden Zustand, er läuft barhuf und neigt nicht zu brüchigen Hufwänden, Hornsäulen oder Strahlfäule.
  3. Ernährungstechnisch ist er im grünen Bereich, obwohl er gerne am Heu rummäkelt und Gras ist ja noch nicht verfügbar., Kraftfutter gibt es nur an den Tagen, wo er auch gearbeitet wird. Also in letzter Zeit nicht allzu oft.
  4. Die Muskulatur von Hinterhand, Rücken, Bauch und Hals hat mittlerweile ziemlich Luft nach oben. Da muss dringend wieder etwas getan werden!
  5. Er trägt natürlich noch dichtes Winterfell, war während der Frostperiode zusätzlich eingedeckt. Sonst neigt sein etwas langer Rücken zu Verspannungen, die schmerzhaft erfühlbar sind. Seine Decke hielt ihn trocken und warm, so dass es in diesem Winter dort kaum zu Problemen kam.
  6. Psychisch ist er zur Zeit ausgeglichen. Das ist aber nicht immer so, denn 2 Herzen wohnen, ach! in seiner Brust: Einmal der temperamentvolle, manchmal etwas durchgeknallte Araber mütterlicherseits, einmal der arbeitsame, treue Westfale väterlicherseits, der immer alles richtig machen will. Anfang Januar hatte er noch 2 Wochen lang ein Silvestertrauma, wobei er mich auch einmal richtig abgeworfen hat, weil irgendwo etwas im Wind flatterte und knatterte. Momentan ist er nervlich aber fast wieder die Ruhe selbst, was sehr hilfreich ist. 👍👍👍
Das Training beginnt natürlich immer mit einer langen Schrittphase auf langen geraden Linien, um seine Sehnen erstmal auf Temperatur zu bringen. Er ist aufmerksam und umgebungsorientiert, aber auf eine nette Art. Hier wird schon mal "Halten ohne Zügelhilfe" eingebaut, also durch Oberschenkeldruck, verbunden mit einem langen "Haalt". Funktioniert zuverlässig und ist quasi der Not-Aus-Schalter, falls mal der Zügel reisst oder sowas.
Jetzt geht es weiter mit der Aufwärm-Trabphase: Auch erstmal lang und möglichst tief, was nicht immer der Fall ist. Romi ist ein neugieriger Bursche und tatsächlich mag er immer noch seine Herde bewachen, die vorsorglich erstmal im Stall eingesperrt bleibt, solange das Training dauert. Ist besser so, wie die Erfahrung zeigt.
Im Trab wird der Zügel etwas verkürzt, die Variationen im Tempo eingebaut und auch immer wieder ein Übergang zum Schritt mit möglichst wenig Hand. Hier liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Trainingseinheit. Das Antraben immer wieder energisch zu Anfang, später muss man schon wieder verwahrend einwirken, wenn der "Motor auf Betriebstemperatur" ist. Er soll mit den Hinterbeinen zuerst antreten und antraben.
Seine Lieblingsgangart Galopp kann man nach einigen dieser Übergänge gerne mit einfließen lassen. Da freut er sich, der Fuchs, und sein Schweifbarometer wird gehisst wie eine Fahne. Erstmal ordentlich durchspringen lassen und: Galoppsprünge mitzählen! Auf beiden Händen mindestens 120 Galoppsprünge im Arbeitstempo fordern, danach eine kurze Entspannungspause.
Auch wenn Romi muskeltechnisch gerade ein dünnes Hemdchen trägt: Konditionell ist er nicht unbedingt so hintendran. Er schwitzt vorne nur geringfügig, aber nach dem Reiten entdecke ich die "guten" Schweissflecken an den Pobäckchen. Das liegt daran, dass er sich bei jedem Angaloppieren etwas mehr auf die Hinterhand setzt. Den Effekt kann man gut nutzen und Romi hat einen Heidenspaß daran, aus dem Schritt anzugaloppieren. Der Übergang zurück zum Schritt gelingt auch meist überraschend gut mit einer leisen Stimmhilfe und der halben Parade. Das sitzt also und darauf kann man bald wieder aufbauen.
Was aktuell noch nicht so gut klappt, ist Schulterherein und Seitengänge. Das blockt er noch charmant ab, dafür fehlt ihm wohl noch ein wenig die Muskulatur. Hier werde ich demnächst vor dem Reiten ein wenig mehr mit Bodenarbeit versuchen, das zu verbessern. Ich werde berichten!
Die Arbeitsphase ist auch noch kurz zu halten, damit Romi den Spaß an der Sache behält. Also: Lange Aufwärmphase mit allen 3 Grundgangarten, spielen mit Tempi und Übergängen, noch nicht allzu sehr fordernd, damit er nicht "zumacht". Kurz gehaltene Arbeitsphase mit Ansätzen im Schritt und Trab zu Schulterherein, Volten, viel Biegearbeit um Pylonen herum und auf dem Zirkel. Das bleibt also ausbaufähig.
Zufrieden trotten wir danach im Schritt den Wirtschaftsweg entlang, der wieder aufgetaut und rutschfrei ist, und ein Stück am Feld entlang. Danach freuen sich alle über die orangefarbene Belohnung, egal ob Einhufer oder Paarhufer. Die haben sich ja für das Warten im Stall schließlich auch eine Prämie verdient, oder? ;-)

Bis zum nächsten Mal & liebe Grüße
euer Copinchen!

Sonntag, 12. Februar 2017

Mäxchen bloggt: High and low - ich bin der Gröößtee!

Hallo, liebe Freunde der gepflegten Sonntagnachmittagsunterhaltung! Ich bin's mal wieder, euer Lieblings-Shetty Mäxchen!
Und weil ich so super gute Laune habe, erstmal ein Liedchen:






Tjaa, es wird mal wieder Zeit für ein Update aus dem Mehrzweckstall. Und da gibt es gute Neuigkeiten!
  1.  Es ist niemand schwanger und/oder plant, ungeplant niederzukommen. Ist doch auch schon mal was!
  2. Alle sind gesund und munter. Manche sogar ZU munter.
  3. Unser Paddock wird gerade vergrößert und besser befestigt! :-)
Unter "besser befestigt" versteht der Zweibeiner "es wird bei Regen nicht mehr so matschig werden", also es wird gepflastert. Und - Hand aufs Herz - welche Spezies ist denn prädestinierter, bei Hoch- und Tiefbauarbeiten mitzuhelfen, als so ein gutes altes Shetlandpony? Na?
Keiner. Genau. Auch nicht das Bullenbeef, das mir mittlerweile über den Kopf gewachsen ist. Aber: Der mischt sich am meisten ein!
Ich für meinen Teil begnüge mich ja damit, ein wenig herumzuwühlen und mich in der frischen Erde zu wälzen, also diese wieder ein wenig zu begradigen. Ich mein, was soll ich denn machen? Fürs Steine anreichen fehlen mir die Finger und soweit sind wir ja mal noch gar nicht. Erstmal haben wir einen großen Erdwall da, wo vorher der Reitplatzzaun war. Und das heisst im Klartext: Eine Wiese ist offen, Reitplatz zum Spielen und Rennen freigegeben und es gibt auch noch eine Rutsche. HURRAAA!
Was gibt es Schöneres, als oben auf einem Hügel zu stehen, seinen Blick über das weite Land (ok, bis zum 150 m entfernten Wald halt) schweifen zu lassen, die Gerüche aufzunehmen und EINMAL IM LEBEN der Größte zu sein? Denn der Tollpatsch sollte das Herumklettern ja besser sein lassen, und daran hält er sich auch. Nur die neugierige Resi, die Jungkuh mit den mittlerweile echt spitzen Hörnchen, die versucht es ab und zu mal, scheitert aber an ihrer Anatomie. LOL, sie ist halt kein Hochlandrind, wihihiiii!
Wir Shettys sind allerdings von der Natur mit allem ausgestattet worden, was bei Unternehmungen wie Freeclimbing am Erdwall nur nützlich sein kann: Eine kleine Statur, gutes Gleichgewichtsgefühl, ein scharfes Auge sowie ein ebensolcher Verstand und natürlich sind wir kleinen Bommel absolut schwindelfrei! :-)
Mein Körper ist also ein Konstrukt von einer solchen Genialtität, der nur noch von den Bodys unserer Stallkatzen getoppt werden kann. Ein Hoch auf uns, auf diese Sheeettyys!
Und der W-Lan-Empfang ist auf dem Mount St. Tollpatsch (so nenne ich ihn für mich, wihiiihii) auch noch excellenter als unter dem Birnbaum. VIER Balken!
Und von da aus sende ich euch heute diesen Beitrag. Als wärt ihr live dabei! Ist doch toll, oder? :-)
Wann dieser Paddock mit den vielen Pflastersteinen jemals fertig wird, who knows. Aber der Erdhügel kann ruhig noch eine Weile so bleiben. Ich finde es cool, dem Großen mal auf den Widerrist gucken zu können. Kommt ja sonst nicht so oft vor, ne?

Es grüßt euch aus luftiger Höhe
euer kleines Mäxchen! Absolut schwindelfrei natürlich! :-)


Samstag, 4. Februar 2017

After-Advents-Adventure Vol.VIII: Namen sind Schall und Rauch!

Hallo! Ich bin's mal wieder, eure bezaubernde Jeannie, heute wieder in Erzähllaune. :-)
Und so geht meine kleine Geschichte, die irgendwie immer länger wird, weiter:


Wowowowoow! Die Nachwirkungen der kleinen Vollnarkose wirkten noch, mein Bruder und ich taumelten durch das Aufwachzimmer in der Tierarztpraxis. Du meine Güte, war das eine Tortur! Die Einstichstelle hinter dem Ohr brannte wie Feuer, die Beine gehorchten uns auch noch nicht und knickten immer wieder ein und außerdem hatten wir beide einen tierischen Durst und es war kein Wassernapf im Raum. Na super.
Wir schauten uns an. Nein, wir blinzelten uns an, weil unsere Augen auch immer noch dauernd zufallen wollten.
"Na, Schwesterchen?" versuchte ich einen müden Scherz. Schließlich waren wir ja mit dem Chip auch mit neuen Namen bedacht worden, und mein Bruder hieß jetzt komischerweise Gigi. Wie so'n Mädchen.
Mich hat es mit "Gilbert" allerdings irgendwie noch blöder getroffen. EYH! Sagt mal, geht's noch?
Die anderen Katzen im Zimmer werden sich totlachen.
"Määh", machte mein Bruder Gigi. Und dann pennten wir wieder ein halbes Stündchen. Not fit to compete, würde ich unseren Zustand mal beschreiben. Ein echtes Teufelszeug, diese Vollnarkose.
Eine Stunde später sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Wir waren völlig wiederhergestellt, immer noch durstig, jetzt auch noch hungrig und schon kam unsere Zweibeinerin mit dem Transportkorb um die Ecke, um uns einzupacken und mitzunehmen.
"Gigi und Gilbert, kommt? Na kommt? Wir fahren nach Hauseee!" rief sie zuckersüß. Unser Augenrollen übersah sie völlig. Ich glaube, das war ein hoffnungsloser Fall. Wir würden mit diesen Namen wohl alt werden, wenn nicht jemand zufällig diesen Irrtum vorher aufdeckt. Ein echter Skandal!
Nein, wir kamen nicht. Sie musste sich schon selber her bemühen und uns einsammeln. Rücksichtsvollerweise packte sie uns aber nicht am frisch gechippten Nackenfell, sondern schön sorgfältig unter dem Bauch. Es brannte immer noch ordentlich hinterm Ohr.
Wenig später befanden wir uns wieder im Katzenzimmer und stürzten uns auf den kleinen Springbrunnen mit Wasser für uns Katzen. Köstlich, was hatten wir für einen Durst! Rufus saß neben dem Brunnen und nahm uns freundlich wieder in Empfang.
"Hallo, ihr kleinen Mäuse. Ihr wart aber lange weg! Ich hoffe, es ist alles ok mit euch?" begrüßte uns der Einohrige mitfühlend. Sein eigener Chip saß hinter dem fehlenden Ohr und man konnte ihn von außen gut erkennen. Aber er wurde wenigstens nicht geschlechtsumgewandelt und sein Name passte hervorragend zu ihm. Den hatte er allerdings schon mitgebracht.
"Ja geht so!" brummelte Gigi, mein Bruder. Er war wirklich beleidigt. Und außerdem hatte er wohl auch ein bißchen Angst, dass Rani, für die er sehr schwärmte, ihn jetzt auslachen würde...
"Ist wieder ok, aber es brennt ziemlich!" antwortete ich Rufus. Der nickte mit dem Kopf.
"Jaa, das wird noch ein Weilchen so sein, aber dann spürst du es nicht mehr. Wirst sehen..", versuchte er zu trösten.
"Ich wünsche mir an dieser Stelle immer, dass die Zweibeiner auch mal sowas bekommen. Und zwar dahin, wo es wehtut. Hinter dem Ohr sind die Zweibeiner auch sehr empfindlich, wäre eine gute Stelle für einen ordentlichen Knubbel."
Huch. Das klang verbittert, auch wenn ich ihm recht gab. Was ist das überhaupt für eine Art und Weise? Aber Rufus' Tonfall klang außerdem so, als hätte er mit den Zweibeinern noch eine Rechnung offen. Ob es was mit den verlorenen Öhrchen zu tun hatte? Oder eine seelische Verletzung, die unter Umständen noch mehr zu schmerzen vermag?
Ob er uns das jemals erzählen würde? Hatte er es überhaupt schon mal jemandem erzählt oder machte er dieses Drama ganz mit sich alleine aus?
"Ach, ihr habt ja sicherlich jetzt auch Namen bekommen", sagte eine etwas quakig klingende Stimme aus dem Kissenberg. Muriel, eine schwarz-weisse Katzendame, steckte dahinter, die immer ein wenig neugierig und sensationslüstern zu schein schien. Sozusagen die Klatschtante des Katzenzimmers. Ausgerechnet die!
Ein warnender Blick von Brüderchen Gigi. Ich verstand ihn sofort.
"Ja, aber die sind nicht so der Hammer. Meinen Bruder haben sie Gi..lbert genannt, also Gil, und ich bin jetzt die Gigi. Geht so, ne?" antwortete ich.
"Hallo Gil und Gigi! Willkommen zurück im Katzenzimmer!" riefen plötzlich alle im Chor. Das schien hier so eine Art Tradition zu sein. Beinahe schon ein wenig rührend. Mit einem Namen ausgestattet, wird man plötzlich ganz anders wahrgenommen. Oder überhaupt mal wahrgenommen, von Katzen wie Muriel zum Beispiel. Die hatte uns nämlich bis jetzt ignoriert.
Rufus lächelte uns blinzelnd an, was auf eine ganz eigene Art und Weise wirkte, als hätte Rufus noch nicht allzuviel Grund zum Lächeln gehabt in letzter Zeit zumindest. Was mir wiederum so naheging, dass ich schnurrend auf ihn zulief, mit erhobenen Schwänzchen, und mein Köpfchen an seiner Schulter reiben wollte. Rufus aber wich diesem Sympathiebeweis beinahe erschrocken aus. Damit hatte er nicht gerechnet! Aber ich wollte ihm auf diese Weise mitteilen, dass ich so dankbar für seine freundliche Art, uns aufzunehmen, war und dass ich ihn gerne leiden mochte. Das war wohl zuviel für den getigerten Kater.
"Sorry, aber... ähm... bis später mal, Gigi!" und schwupps, war er auf den Kratzbaum gesprungen und krabbelte in die Höhle in der 2. Etage. Direkt unter Madame Mimis Residenz, die ein krächzendes Fauchen hören liess.
"Mon DIEU! Was war das, ein... wie sagt man.. Erdbeben?!" - entrüstete sich die Perserin in ihrem typischen Frankokätzisch.
"Nein, Ruufuus!" riefen die unter ihr ruhenden Katzen im Chor. Ihr Hofstaat, sozusagen.
"Rufus könnte ru'ig mal wieder ein wenig Diät 'alten", rügte Mimi den eleganten Sprung des Tigers auf die Plattform direkt unter ihr, der den Baum ein wenig zum Erzittern brachte. Aber wirklich nur minimal. Die Madame war halt sehr sensibel.
"Klappe, Tussi! Kümmere du dich um deinen filzigen Pelz und deine Triefaugen!" knarzte Rufus zurück. Ouhaouha.
"Das muss isch mir von einem Streuner und 'erumtreiber nich an'ören." Beleidigt rümpfe Mimi ihre kurzgezüchtete Nase. "Isch bin wunder'übsch, im Gegensatz zu dir! Pü'!"
"Dann bist du eben wunder'übsch, aber halt nur äußerlisch." Rufus äffte sie jetzt nach. Oh oh.
Mimi schickte einen dermaßen kalten Blick aus ihren zugegeben sehr schönen blauen Augen nach unten herab, der die Raumtemperatur um mindestens 4 Grad kühler erscheinen ließ. Ich fröstelte. Was für eine Madame!
"Rufus, isch 'abe dir nichts weiter mitzuteilen. Aber das 'eisst nicht, dass das das letzte Wort in dieser Affaire war. Soin de vous, ma chérie."
"Typisch Weiber, da fällt ihnen wieder keine gescheite Antwort ein. HAHA!" rief Rufus noch hinter ihr her, doch die Madame hatte sich bereits hocherhoben-gekräuselter Nase wieder in ihre Kemenate zurück gezogen.
Würde der Streit noch geklärt werden können? Wird Rufus noch etwas über seine Vergangenheit preisgeben? Wird der Namensschwindel doch noch auffliegen?
Bleibt dran, es geht bald spannend weiter!

Liebe Grüße
Eure bezaubernde Jeannie! :-)


 
Mit diesem Bild hätten sie mich bestimmt "Emily Erdbeer" getauft. Nochmal Glück gehabt!

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