Montag, 9. Januar 2017

Kein Signal Vol. II - Die haben wohl 'ne Schraube locker!

Tjaa, der Plan war ebenso simpel wie genial! Läppi anschmeißen, HDMI-Kabel am TV einstöpseln, Sender online raussuchen und entspannt TV gucken. Klingt toll, ne?
War es aber nicht.
Auf der Suche nach den Onlineversionen der gängigen TV-Sender kann man nämlich in allerlei Kosten- und Virenfallen tappen. Besonders das Qualitätsprogramm von RTL hat es in sich: Das Original von tvnow.de ist nämlich registrierungspflichtig, ansonsten sieht man gar nüscht. Und das hat einen triftigen Grund: Man muss nämlich dafür bezahlen! Und tvnow ist nicht nur RTL, sondern auch Vox, RTLII, n-tv und die Spartenprogramme. Und das, wo auf Vox doch einige gerne von mir geschauten Sendungen laufen. Außerdem startet - ich erwähnte es bereits- bald wieder das Dschungelcamp. Hier muss ich mich leider als Kakerlakentrashie der ersten Stunde des umstrittenen Formats outen. Sorry dafür, aber es spricht eine dunkle, achwas, stockdunkle Seite in mir an und es amüsiert mich köstlich!
Aber nun erstmal die ProSeven-Serie, die ich gerne anschauen wollte, die ersten beiden Folgen jedenfalls. Wenn man die verpasst, weiss man später natürlich nicht mehr, worum es geht und/oder wie es wozu kam. Der P7-Stream ließ sich einfach starten, nur mit einer kleinen Authentifizierung über die email-Addy, damit sie wohl auch ein wenig Spam abladen können. Scheiss drauf. Serie fängt an.
Das lief einigermaßen gut, abgesehen von ein paar kleinen Bufferings an den spannenden Stellen der Serie, natürlich niemals während der Werbung. Immer wieder spickte ich aber auf dem TV-Sendeport, ob der Receiver wieder einen Pieps von sich gäbe.
Tat er natürlich nicht. "Kein Signal" ging schon in die 10. Episode und noch immer ließ die Handlung sehr zu wünschen übrig.
Dann ist er wohl hinüber, der gute alte Receiver. Morgen mal nach 'nem neuen Gerät Ausschau halten.
Übrigens: Noch sehr viel miserabler lief der Livestream der geschätzten Öffentlich-Rechtlichen Programme, die von unseren Zwangsgebühren finanziert werden. Leute, das müsst ihr erlebt haben oder besser auch nicht! Nerviger geht's kaum, wie ich morgens drauf beim MoMa feststellen durfte. Nach 5 Worten hing es für mindestens 10 Sekunden, das geht morgens vor der ersten Tasse Kaffee ja mal überhaupt nicht!
Das Sat1-Signal mit dem Frühstücksfernsehen lief da wesentlich besser. Wenigstens etwas. Lieber ein wenig Klatsch und Tratsch als Standbilder von Moderatoren, die via Internet keinen geraden Satz herauskriegen. ;-) Was natürlich an der Übertragungsrate liegt und nicht an den dort wirkenden Menschen mit Bildungsauftrag.
Erstmal zur Arbeit und danach direkt in ein Elektrofachgeschäft. Receiver gibt es ja in allen möglichen Preisklassen mit allen möglichen Fähigkeiten. Bisher hab ich Full HD noch nicht vermisst und auch andere Spielereien sind mir wurscht. Der Receiver muss receiven und sonst gar nichts! Außer, er kann Kaffee kochen, dann soll er receiven und mir Kaffee kochen!
Ein erschwingliches Modell fiel mir in die Hände. Nicht lange überlegen, zur Kasse latschen und mitnehmen, anschließen, freuen, weil es funktioniert!
Zuhause angekommen, fragte ich erstmal die Nachbarin, ob bei ihr die Sat-Anlage ausgefallen sei, sie verneinte und wir quatschten noch ein bißchen. Dazu muss ich erläutern, dass wir 2 Satellitenschüsseln da hängen haben für 4 Parteien im Haus. Und ihr TV lief wohl sowieso nur über die andere, das brachte mich nun auch nicht weiter.
Plötzlich kam Nachbar 4 auf die Bildfläche!
Er fragte allen Ernstes, ob wir noch TV-Empfang haben. Bei ihm sei eine Glotze seit gestern abend ohne Signal.
Willkommen im Club, dachte ich. Bei mir ist das einzige TV-Gerät im Wolkenkuckucksheim ohne Signal.
Die meisten Männer sind ja Technikfreaks und freudig vernahm ich die Frage, ob er auf meiner Terrasse, wo die Schüsseln sich befinden, mal nach dem Rechten sehen könne. Na klar, nix wie rauf und nachgeschaut, bei Tageslicht!
Hier kamen wir zunächst zum selben Ergebnis wie ich abends zuvor mit Taschenlampe und Besen bewaffnet. Alles sieht ok aus, kein Kabel ist abgefallen oder eingeschneit. Hm.
"Dann muss das LNB kaputt sein", murmelte er.
Ochnöö. Jetzt hatte ich den niegelnagelneuen Receiver im Einkaufskörbchen und hätte eigentlich ein LNB mitbringen sollen. Wenigstens war mir die Enttäuschung beim Anschließen des neuen Gerätes erspart geblieben, dass es nicht funktionierte.
Wir sannen hin und her und suchten im Keller nach einem eventuellen Ersatz-LNB, aber erfolglos. Dann ruckelte er noch einmal an der Satellitenschüssel und - ich werd verrückt - auf einmal erwachte mein TV, den ich zur Überprüfung noch einmal angeschaltet hatte, wieder zu neuem Leben!!
Es sprach der Richter Alexander Holt und selten habe ich mich so über eine Gerichtsshow gefreut. :-)
Unfassbar!
Die blöde Schüssel hatte sich von dem starken Wind um 1 cm nach links gedreht und damit war das Signal verloren.
Juhuuuuuu!
Also doch nicht nochmal losgurken und noch ein Teil kaufen, was im Endeffekt gar nicht wirklich gebraucht wurde.
Tatsächlich! Die Schrauben, die die Schüssel am Platz halten sollten, waren locker geworden!
Was bin ich froh.
Sooo einfach!
Den neuen Receiver hab ich dann tags drauf wieder umgetauscht, da ich die Packung auch noch nicht geöffnet hatte, was das gar kein Problem.
Alles wieder gut. Was für ein schönes Gefühl!
Manche Probleme erledigen sich (fast) wie von selber.
Das wünsche ich euch auch!
Liebe Grüße
Euer Copinchen (demnächst also im Dschungelfieber)! :-)

Freitag, 6. Januar 2017

Kein Signal! Das Protokoll eines fast fernsehfreien Abends... Vol.I

So Jahresanfänge haben ja manchmal ihre Kuriositäten. Hier im Münsterland war es diese Woche das Tiefdruckgebiet mit dem harmlosen Namen "Axel", das die Jahreszeit mit kreativem Wetter belebte. Winter, immerhin!
Schwelgten wir Anfang 2016 noch mit +15 Grad beinahe in frühlingshafter Stimmung mit Gedanken an Grillabende in kurzen Klamotten und dennoch dem etwas beunruhigenden Mythos der Erderwärmung dahin, sahen den ersten Bäumen beim Austreiben von Knospen und Blüten zu, so hatte dieses Tief Axel schon eine andere Idee von der kalten Jahreszeit. Und die tobte sich hier ausgiebig aus!
Regen, dann Schnee, Hagel und richtig stürmischer Wind draußen, ich, mein Laptop und meine bezaubernde Jeannie drinnen. Und mein TV-Gerät, das sich per Receiver und Antennenkabel mit der sich draußen im Sturmhagel befindlichen Satellitenschüssen verbunden fühlte.
So gegen 19:00 Uhr zeigte Axel dann noch einmal, was er draufhatte, als ich schon naiv dachte "Herrlich, diese Ruhe draußen, der Sturm hat sich gelegt!" und dann passierte, was bei schlechtem Wetter öfter mal passiert: Die Stimmen im Fernsehen verstummten, stattdessen zeigte der Bildschirm nur noch "Kein Signal" an. Nun, wie gesagt, passiert. Um 20:15 Uhr fängt ja erst diese neue spannende Serie auf ProSeven an, die ich mir gerne anschauen wollte. Bis dahin ist das wieder weg, bzw. das Fernsehsignal wieder da.
Ja, denkste, Puppe. Der spannende Thriller mit dem Titel "Kein Signal" lief bereits in Endlosschleife. Naja, das TV-Programm an sich wird ja mit der Zeit gefühlt immer schlechter, da kann so eine ruhige Episode von "Kein Signal" mal ganz entspannend sein. Wenigstens läuft das WLAN noch einwandfrei! Internet ist doch auch was Schönes!
Als so gegen 19:55 Uhr bereits die fünfte Folge von "Kein Signal" über den Bildschirm flackerte, machte ich mir doch Gedanken. 20 Minuten noch bis zum Start der Serie, die mich wirklich interessierte!
Der Hagel hatte nachgelassen und einem eiskalten Hauch aus Sibirien Platz gemacht. Ich zog eine warme Jacke an, schnappte mir die Taschenlampe und ging mal nachschauen, ob sich ein Häuflein Eisregen auf dem LNB so platziert hatte, dass der Empfang empfindlich gestört wurde. Wäre auch nicht das erste Mal.
Im Stockdunkeln also raus auf die Terrasse, von wo aus man die Sat-Anlage bequem auf einem Stuhl stehend erreichen konnte. Mit einem Besen alles abgefegt, aber da war nichts zu fegen: Der Hagel war bereits wieder weggetaut, der Himmel wieder sternenklar und alle Kabel waren fest verschraubt.
Hm. Wieder im Wohnzimmer angekommen, startete gerade die S1E06 von "Kein Signal", leider ohne Ton und irgendwie auch ohne mitreißende Handlung. Ouuha. Ob wohl der Receiver der nicht allerneuesten Generation nun langsam sein bedauernswertes Leben ausgehaucht hat, aus Verzweiflung über den Mist und die viele Werbung, die er schon auf die Glotze receiven musste? Oder schlicht aus Altersgründen? Nicht mal die Batterie in der Fernbedienung war jemals leer gewesen.
Anfang Januar -so will es das Gesetz - sind die Ausgaben, die mal locker so vom Girokonto abgebucht werden, nachweislich am höchsten. Sogar die GEZ entblödet sich nicht, da zu Jahresbeginn kräftig völlig überhöhte Gebühren für wasweissichdainderGlotzeläuft Qualitäts- und Bildungsfernsehen einzusammeln. Also ist man da sowieso knapp bei Kasse, und jetzt sofort in einen neuen Receiver - und man soll ja nicht den allerbilligsten Schrott kaufen! - investieren? Mit HD und DM und IVZ und was nicht noch alles für Kram, den ich nicht mal ausschreiben kann und will? Schnickschnack!
Segensreiche Medienwelt! Na klar, das ist es: Das WLAN funzt ja noch, wir gucken ab sofort TV über das HDMI -Kabel aus dem Internet über den Läppi auf den Fernseher. AUF DEN SCHIRM DAMIT und FCKYOU, Satellitenschüssel! Willkommen im Jahr 2017! In your face & läuft bei uns! :-)
Ob und was dann da lief, erfahrt ihr im 2. und letzten Teil von "Kein Signal". Coming soon!

Liebe Grüße - und einfach mal, ihr wisst schon, Kinder: Ausschalten! *Hihi*
Euer Copinchen!


P.S.: Bald fängt auf RTL das Dschungelcamp an, es wird also dramatisch!

Sonntag, 1. Januar 2017

After-Advents-Adventure Vol. VI: Schöne neue Welt!

Ein frohes neues Jahr wünsche ich euch! Es ist zwar heute etwas mühsam zu schreiben, weil das Feuerwerk der Silvesternacht mir echt zu schaffen gemacht hat und ich noch ziemlich erledigt von dem Stress bin. Aber für euch erzähle ich die Geschichte heute gerne weiter!

Gespannt blickten wir nun alle - inklusive Rufus - auf die oberste Etage des Kratzbaums, ob sich aus der Öffnung der Höhle etwas regte. Da! Eine zierliche Pfote lugte hervor und streckte alle Krallen heraus. Oh oh, die Dame des Hauses ist not amused!
Während mein Bruder und ich ein wenig in uns hinein kicherten und Rufus sein einzelnes Ohr angestrengt gespitzt nach oben reckte, ging plötzlich die Zimmertür auf und gleich zwei Zweibeinerinnen kamen herein. Sie brachten für uns beide ein Körbchen mit weichen Decken, welches wir skeptisch betrachteten.
"MON DIEU! 'at man denn 'ier NIE seine RU'E!" quengelte es aus dem Obergeschoß. "Ich brauche DRINGEND meine RU'E in diesem Irren'aus!"
"Hallo Madame Mimi", säuselte die Zweibeinerin und strich der mittlerweile komplett der Höhle entstiegenen Perserin sanft über den Kopf. "Na, du machst ja heute ein Gesicht. Komm, ich nehme dich mal mit zum Kämmen. Du bist ja völlig zerzaust!"
Sprachs, hob Mimi auf den Arm und trug sie weg. Da wäre der Schönheitsschlaf ja sowieso im Eimer gewesen. Nun, Kämmen macht ja auch Sinn, wenn man so einen dicken Pelz wie eine Perserkatze hat. Wer schön sein will, muss halt leiden.
Ich selber mache mir ja nichts aus solchen Beauty-Dingern. Mein Fell ist praktisch kurz, fusselt manchmal, ist aber leicht selber sauber zu halten. Die Puschel-Mimi bräuchte hingegen schon eine verdammt lange Zunge, um über ihre Haarpracht Herr bzw. Dame zu werden! ;-)
Achja, unser neues Körbchen. Mein Bruder beschnupperte das Bettchen noch vorsichtig, da gähnte Rufus herzhaft, räusperte sich und ruckzuck lag der ältere Kater eingerollt mittendrin, schloss die Augen und schnurrte leise.
Rani zeigte auf ein etwas ausgefranstes Kissen in einer Ecke und rief: "Wenn ihr wollt, legt euch da ein wenig hin. Das ist Rufus' Plätzchen. Auch ganz gemütlich, eigentlich. Nehmt ihm das nicht übel, er ist auch keinen Luxus gewohnt, genau wie wir anderen hier. Bis auf die verwöhnte Gräfin Mimi da oben. Schnell, legt euch da hin, bevor sie wieder gebracht wird. Sie schätzt es nicht, wenn hier dauernd die Plätze getauscht werden. Dann kommt sie durcheinander, sagt sie."
"Danke, Rani. Wir schauen uns das mal an. Danke!" Mein Bruder nutzte die Gelegenheit sofort, um mit der Dreifarbigen ins Gespräch zu kommen.
"Kein Problem. Wir müssen hier zusammenhalten! Wie heisst du eigentlich, und deine Schwester?" fragte Rani lächelnd. Mein Bruder errötete unter seinem schwarzen Fellchen.
"Tut mir leid, wir haben noch keine Namen bekommen." Beinahe war ihm das ein wenig peinlich zuzugeben. "Wir sind ja erst 2 Monate alt!"
"Ooh, das wusste ich nicht. Sorry! Aber ich bin mir sicher, ihr werdet hier bald schöne Namen bekommen. Die braucht ihr ja auch, um vermittelt werden zu können. Ach, und auch den Chip bekommt ihr noch." erklärte Rani.
"CHIP? Was denn für einen Chip? Was soll das sein?" fragte ich nach.
"Willkommen im Jahr 2012, Kleines. Ein Chip ist so ein kleines Ding, was wir unter die Haut geschoben bekommen. Da sind Daten von dir drauf gespeichert. Dein Alter, deine Adresse, dein Name... ach, du hast ja noch gar keinen Namen. Aber das kommt noch. Warte ab!"
"Aha. Tut das weh, mit dem Chip?"
"Ein bißchen schon, ja. Der kommt in den Nacken, so ein Stückchen hinter dem linken Ohr. Dann wissen die, die ein Lesegerät haben, wo sie den Chip auslesen können. Tierarzt, oder Fundstellen halt. Wenn du mal verloren gegangen bist."
Die zweite Zweibeinerin, die noch im Zimmer geblieben und die Katzenklos gesäubert hatte, schaute uns nun an, wie wir auf Rufus altem Kissen saßen.
"Achja, ihr Kleinen seid ja noch gar nicht getauft worden, und einen Chip habt ihr auch noch nicht! Ich frag mal nach, wann das gemacht werden soll bei der Frau Doktor. Bin gleich wieder da!"
Hmm.
Der Gedanke an so einen Chip hinter dem Ohr begeisterte uns beide nicht unbedingt. Rani kam zu uns herüber und zeigte uns ihren. Brüderchen betrachtete ihren Nacken äußerst interessiert, natürlich.
Rani schien seinen Blick zu spüren.
"Achja, und kastriert werdet ihr ja bestimmt auch noch", merkte sie an. "Alle hier werden kastriert, damit wir uns nicht noch weiter vermehren. Es gibt zu viele Katzen, denen es schlecht geht, da draußen. Und niemand hilft ihnen, wenn sie krank sind, weil sie keinen Menschen haben. Sie gehen elend zugrunde, fragt mal Rufus, der kennt sich da aus!"
Rufus stand allerdings für Fragen gerade nicht zur Verfügung. Er schlief tief und fest in dem für meinen Bruder und mich gedachten Körbchen mit einem schönen weichen Deckchen drin. Er schien zu träumen, denn immer mal wieder bewegten sich seine Pfötchen, seine 3 Barthaare und sein verbliebenes Ohr.
Ouha, Kastration. Ich würde nie Mama werden können und mein Bruder nie Papa.
Schon kam die eifrige Zweibeinerin wieder herein. Sie hob uns hoch, schaute zweifelnd und setzte uns wieder ab.
"Ihr seid noch zu klein und zu leicht zum kastrieren. Aber den Chip könnt ihr morgen schon haben. Und dann suchen wir noch zwei schöne Namen für euch aus", lächelte sie. Wir fauchten ein wenig, weil wir nicht hochgehoben werden wollten. Und einen Chip haben wollten wir eigentlich auch nicht.

Welche Namen für uns ausgewählt wurden, ob Madame Mimi in vollendeter Schönheit endlich weiter ruhen konnte und ob Rufus unser Körbchen wieder rausrücken würde, das erfahrt ihr in der nächsten Folge vom After-Advents-Adventure! :-) Coming soon!

Liebe Grüße auch vom Copinchen und alles Gute für 2017
wünscht euch
eure bezaubernde Jeannie .... Oh nein! Jetzt fangen die draußen schon wieder mit dieser Knallerei an, ich muss in mein geheimes Geheimversteck! Ciao!

Mittwoch, 28. Dezember 2016

After-Advents-Adventure Vol. V.: Ein wahrlich bunter Haufen!


Huhu, ich bin's mal wieder, eure bezaubernde Jeannie! Leider kann ich euch erst jetzt die Fortsetzung des Advents-Adventures liefern, ich hoffe, das ist nicht allzu schlimm. Deshalb ist das jetzt auch das AAA - das After-Adents-Adventure. Dafür geht es jetzt aber auch wirklich weiter!
Und zwar wie folgt:

Der Einohrige musterte uns immer noch eindringlich, während eine dreifarbige Dame hastig zum Futternapf, der in einer Ecke stand, sprang und ebenso hastig dessen Inhalt in sich reinfutterte. Sie hatte wohl Angst, wir fressen ihr was weg, aber davon waren wir meilenweit entfernt. Schließlich hatte uns das Zweibeiner-Fressen überhaupt in diese Lage gebracht, aber das konnte sie ja nicht wissen. Nun füllte ihr Knuspern und Mampfen den Raum aus, während eine langhaarige, cremefarbene Schöne sie mit ihren blauen Augen missbilligend musterte.
"Rani, hast du Angst, dass eine Hungersnot ausbricht? Wo bleiben deine Manieren? Contenance, s' il vous plait!" rümpfte sie ihr etwas kurz geratenes Näschen. Sie saß, nein, thronte auf einem roten Kissen ziemlich weit oben im Kratzbaum, so dass sie den ganzen Raum überblicken konnte. Und wahrscheinlich die Gouvernante von dieser bunten Truppe mimte.
"Mimi, misch dich nicht immer in Dinge ein, die dich nix angehen. Du und dein vornehmes Getue immer! Ich fresse, weil ich Hunger habe, ok?" entgegnete die Gescholtene.
"Ach Rani, ruiniere dir nur deine Figur. Gerade bei deiner Farbgebung und Zeichnung wirken Katzen gerne mal fett! Und welcher Zweibeiner möchte schon eine fette Katze adoptieren? Also, ich kenne nur welche, die auf Modelmaße stehen. So wie bei mir halt."  Mit diesen Worten erhob sich Mimi langsam, streckte die Vorderbeine aus, reckte sich und gähnte einmal herzhaft, machte einen Buckel und streckte dann - elegant wie eine Ballerina im TüTü, einmal das linke und dann das rechte Hinterbein nach hinten raus. Dann sprang sie leichtfüßig die Katzentreppe hinunter, begab sich zum Wassernapf und süppelte ein wenig daraus. Mit einem Tempo, das wir der puscheligen Mimi niemals zugetraut hätten, sprang sie wieder auf ihre Aussichtsplattform und begann, sich ausgiebig das Gesichtchen zu putzen. Nach dieser Prozedur schniefte sie einmal Luft durch ihre kurze Nase, blinzelte uns an und näselte: "SO speist eine Dame zu Mittag. Und nun excuzes moi, ich halte jetzt mein Schönheitsschläfchen. Was ich jedem hier im Raum ebenfalls empfehlen würde, incidemment. Au revoir, meine Lieben!"
Und schon schlüpfte die Dame des Hauses in eine der Katzenhöhlen auf dem Kratzbaum. Man hörte noch ein kurzes, atemloses Schnurren und dann ein leises Schnarchen aus der Höhle.
Mein Bruder und ich schauten uns an. Wo waren wir denn hier gelandet?
Übrigens schien diese kleine Conversation meinen Bruder ein wenig auf die Sprünge geholfen zu haben. Er war längst unter meinem Hinterbein wieder hervorgekommen und saß neben mir. Äußerst interessiert betrachtete er nun Rani, die ihre Mahlzeit noch nicht beendet hatte. Anscheinend gefiel ihm ihre interessante, dreifarbige Fellzeichnung. Vorsichtig, aber dennoch neugierig schob er seine kleine schwarze Nase in Richtung Futternapf und schnupperte.
"Man nennt sie übrigens 'Glückskatzen' ", warf der einohrige Zausel, der dem Gespräch ebenso amüsiert gelauscht hatte wie die anderen Katzen im Raum, ein.
"Ich KANNS nicht mehr HÖREN!" rief Rani mit vollem Mäulchen. "Bisher hatte ich nicht besonders viel Glück, findest du nicht?!"
"Sei nicht so negativ. Glückskatzen sind niemals negativ. Du hast ein Dach über dem Kopf und was zu fressen. Viel zu fressen. Es könnte schlimmer sein!"
Er neigte seinen Riesenkaterkopf hinunter zu uns und raunte leise: "Wisst ihr, manche Katzen wissen einfach nicht zu schätzen, was es bedeutet, immer eine kleine Leckerei vorzufinden. Die Zweibeiner sind nicht so schlecht, wie Rani immer behauptet. Sonst gäbe es dieses Tierheim doch gar nicht, oder?"
Entsetzt starrte ich auf sein fehlendes Ohr und mir dämmerte nun endlich, wo wir gelandet waren.
Im Tierheim!
Na bravo.
Da, wo die armen Tiere manchmal monatelang auf ein neues Zuhause warteten, weil sie aus ihrem alten Zuhause plötzlich rausgeworfen wurden oder wegen schlechter Behandlung selber weggelaufen waren. Mama hatte uns auch von diesem Ort erzählt. Das schlimmste in ihrer Schilderung war allerdings das ständige Eingesperrtsein und Besichtigtwerden durch die gläserne Tür zum Katzenzimmer. Wahrlich ein schrecklicher Gedanke, der mir einen eisigen Schauer über den Rücken jagte. Ab sofort wünschte ich mir, unsichtbar zu sein.
Der Einohrige schien meine Gedanken lesen zu können, oder mein Gesichtsausdruck hatte ihm verraten, was gerade in mir vorging. Plötzlich legte er sich vor uns nieder, schnurrte bedächtig durch seine 3 verbliebenen Barthaare und blinzelte uns versöhnlich an. Es hätte nur noch gefehlt, dass er sich eine Tabakpfeife angezündet hätte.
Vertraulich streckte er uns eine seiner gewaltigen Vorderpfoten entgegen.
"Ihr seid in Sicherheit und das ist das Wichtigste", brummte er mir ins Ohr. "Ich schätze diesen Ort nur aus dem Grund, weil die wirklich schlimmen Zweibeiner nicht hier sind, sondern draußen. Aber dafür sind sie draußen öfter anzutreffen. Ihr müsst verstehen, die Leute hier wollen euch nichts Böses, die wollen, dass es euch gut geht und ...und... und dass ihr Beiden ein schönes neues Zuhause findet bei Zweibeinern, die euch lieb haben und mit euch spielen und euch immer das beste Futter servieren. Die sich freuen, nur weil ihr bei ihnen seid. Und dafür tun die hier eine ganze Menge!"
Ich schaute ihn an, mein Bruder schaute ihn an. Ein Leben ohne Freiheit soll toll sein? Einfach nur leben, um Zweibeiner zu bespaßen? War das sein Ernst? Ich hätte ihn für schlauer gehalten, ehrlich gesagt.
"Ihr zweifelt, ne? Ihr seht mich und meine Gestalt und denkt euch, der alte Rufus ist total übergeschnappt. Aber hey, ich hatte mal ein tolles Zuhause bei einem älteren Zweibeiner. Ich bin den ganzen Tag und die halbe Nacht draußen herumgestrolcht und wenn ich abends hereinkam, war mein Napf frisch gefüllt mit dem Besten vom Besten. Danach wurde ich eine halbe Stunde gekrault oder auch eine ganze und dann wurde die Tür wieder für mich aufgemacht und ich ging raus oder nicht. Ach, das "Tür auf-Tür zu" Spiel kennt ihr ja noch gar nicht? Es ist köstlich, ein Heidenspaß für jede Miezekatze!"
Er lachte laut auf bei der Erinnerung an diese Schelmereien, die ich ihm durchaus zutraute. Und lächelte ein ganz klein wenig.
Rufus - endlich erfuhren wir also auch seinen Namen - kriegte sich gerade gar nicht mehr ein vor Lachen. Es dröhnte durch den ganzen Raum, bis es von einem kleinen Stimmchen aus der unteren Kratzbaumetage unterbrochen wurde: "PSSSSSST! Leise! Sonst wacht Mimi wieder auf und hält uns wieder Vorträge!"
Ein kleiner roter Kater hatte sein Köpfchen aus einer der Höhlen gesteckt und uns darauf aufmerksam gemacht, dass es wirklich besser wäre, Mimi weiter schlafen zu lassen. Weil alle anderen betreten schwiegen und mit dem Kopf nickten, schien das wirklich das Beste zu sein.

Und ob Rufus Lachanfall die Prinzessin nun wirklich aus dem Schlaf gerissen hat, wie mein Bruder auf die hübsche, aber etwas mollige Rani reagiert und wie die Geschichte weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Teil. Coming soon!

Es grüßt euch
eure bezaubernde Jeannie!

Niemand süppelt so elegant sein Wasser wie Prinzessin Mimi, die Perserdame! ;-)

Sonntag, 25. Dezember 2016

Ein frohes und friedliches Weihnachtsfest....

... wünschen euch, liebe LeserInnen, alle Hauptakteure in diesem Blog, die da heißen:

Mäxchen, das investigative Shetty 

Romi, der Große Tollpatsch 

Lotti & ihre muhende Paarhuferfamilie

Susi, die Stallkatze und ihre neuen Gefährten

Keiko, der hübsche rote Pflegekater

Alice, die freche kleine Pflegekatze

Carlchen, der genauso hübsche Pflegekater

die bezaubernde Jeannie

&  natürlich euer Copinchen! 


Wir hoffen auf viele neue und ältere Anekdoten im neuen Jahr und freuen uns immer über euren Besuch! :-)

Schnee mag Jeannie ja nich' so gerne...


Keiko - frisch eingetroffen

Romi, heute mal  ganz seriös

Mäxchen nach dem Bloggen mit Romi auf der Weide!

Alice hat mich  ganz schön auf Trab gehalten.

Und die bezaubernde Jeannie auch.

Kuk-kuk Carlchen! :-)

Carlchen hat auch immer sein Tellerchen leer gemacht!
 

Dienstag, 20. Dezember 2016

Das jähe Ende der Besinnlichkeit - Je suis Berlin...

Die Bilder, die uns seit gestern abend durch die Medien fluten, sind grausam.

Man nehme einen friedlichen Weihnachtsmarkt, wo man sich trifft, um in einer adventlichen Atmosphäre zu klönen, zu lachen, bei einer Bratwurst oder auch einem veganen Bratapfel und Glühwein zusammen zu sein, zu lachen und einfach den Flair einzuatmen. Um vielleicht noch ein wenig Christbaumschmuck oder ein nettes Geschenk zu erwerben. Oder einfach nur herüberzuschlendern, nach Feierabend, um den nahe gelegenen Bahnhof Zoo zu erreichen, um dann mit den Öffis nach Hause zu fahren. Einen Weihnachtsmarkt in einer der größten Städte Deutschlands, die von eben jener Hektik geprägt werden, der man hier zu entfliehen versuchte.

Die Meldungen, die uns seit gestern abend erreichen, sind unerträglich.

 Der Weihnachtsmarkt ist ein typisch deutscher Bestandteil der Vorweihnachtszeit, um all diese Dinge, die eben jenen Advent zu dem machen, was er ist, genießen zu können. Eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten und auch auf den nahenden Jahreswechsel, um am Ende eines eventuell arbeitsamen und hektischen Jahres einfach mal innezuhalten und zu entspannen. Etwas, was wir uns verdient haben. Lachen, klönen, Leute treffen, es sich mal gut gehen lassen. Oder einfach nur bummeln, sich treiben lassen, sich inspirieren lassen.

Die Nachrichten, die seit gestern abend ständig aktualisiert werden, sind erschreckend.

Der Weihnachtsmarkt mit seinen Buden, aus denen verschiedene köstliche Gerüche und natürlich auch weihnachtliche Melodien strömen, die stimmungsvolle Beleuchtung, zum Teil auch gerne mal übertrieben kitschig, laden zum Verweilen ein. Sie bereiten ein behagliches Gefühl und weisen darauf hin, dass es nicht mehr lange hin ist bis zum Weihnachtsfest, dem Fest der Liebe, der Nächstenliebe, der Geschenke, der freien Tage mit Familie und Freunden. Zeit ist das Wertvollste, was man einander schenken kann, denn wir haben nur eine begrenzte Menge davon. Die Werbeindustrie weist heuer auch gerne darauf hin, dass es die miteinander verlebte Zeit ist, die Erinnerungen erzeugt, die man nicht mehr missen möchte. Unwiederbringlich, so eine miteinander verbrachte Zeit, vor allem, wenn es eine schöne Zeit ist oder war. Mit Zufriedenheit und Geborgenheit, also zwei Zuständen, die zuweilen schwer zu erreichen und deshalb für jeden Menschen erstrebenswert sind.

Mit einer einzigen Amokfahrt oder besser Anschlagsfahrt machen humanoide Bestien diesen Advent in Deutschland kaputt.
Das Ende der Besinnlichkeit ist jäh und abrupt. Schockierend. UNFASSBAR.

Sie haben den Advent, der eigentlich ein Grund zum Feiern ist, mit einem (An)schlag in seine Atome zerbröselt.

Sie machen den Advent (eigentlich Adventus Domini = lat. für "Zeit für die Ankunft des Herrn") zu einer Zeit der Trauer. Dieser 19. Dezember 2016 wird für alle Zeiten in den Köpfen der Menschen, die den Advent begehen, die die Weihnachtsmärkte bevölkern, als Unglückstag mit Toten und Schwerstverletzten in Erinnerung bleiben. Eine schreckliche Erinnerung in einer Zeit, in der schöne Erinnerungen gesammelt werden sollten, um sich vom vergangenen Jahr zu erholen und Kraft für das neue Jahr mit allen seinen Anforderungen zu sammeln.
Es ist eine Tragödie. Meine Gedanken sind bei den Todesopfern, den Verletzten und deren Freunde und Angehörige, mit denen sie nur eine schöne Zeit auf einem wohlduftenden Weihnachtsmarkt teilen wollten. Zeit miteinander verbringen.
Ich weine bei dem Gedanken Tränen der Trauer.
Und Tränen der Wut auf diejenigen, die diesen Anschlag verübt haben.
Menschen sind das nicht mehr. Es sind Bestien in Menschengestalt.

In Trauer
euer erschüttertes
Copinchen




Mittwoch, 14. Dezember 2016

Advents-Adventure Vol.IV - Vier Wände und ein Einohriger!

Was bedeutet "Freiheit"? Ist es ein Zustand oder nur ein Gefühl? Verantwortung für sich und/oder andere übernehmen, die dann wiederum nicht mehr ganz so frei sind? Selbstbestimmung?
Freiheit ist etwas, worum es sich zu kämpfen lohnt. Jederzeit und überall.

...und so geht die Geschichte weiter:

Mein Bruder und ich saßen völlig verstört in unserem Transportkorb, das gerade Erlebte musste erstmal ein wenig sacken. Immerhin hatte man uns ein wenig von dem köstlichen Futter hingestellt, aber mal ganz ehrlich: Uns beiden war der Appetit gründlich vergangen, Wir starrten die Gittertüre an, als wollten wir sie hypnotisieren, auf dass sie einfach so aufspränge und wir zurück zu Mama laufen konnten. Aber den Gefallen tat sie uns leider nicht.
Wieder Motorengeräusche, wieder ein- und ausladen, wieder das schwankende Gefühl des Getragenwerdens. Es wurde einfach nicht besser und es kam mir mittlerweile vor wie ein Alptraum. Vielleicht lagen wir ja doch am kuscheligen Bauchfell von Mama und träumten all' dies einfach nur? Wie schön wäre es, einfach wieder aufzuwachen und alles wäre wie immer!
Mein Bruder schien genauso zu empfinden und rückte noch näher an mich ran, schloss die Augen und maunzte leise, wohl in der Hoffnung, dass Mama ihn gleich am Schlafittchen packen und in unseren Unterschlupf tragen würde. Hach, er war noch so babyhaft, ein bißchen unselbstständig und auch noch kleiner als ich. Mama hat ihn am liebsten gehabt, weil sie ihn immer an die beste Zitze schob, ihn am ausführlichsten abgeleckt und ihm am ausdauerndsten beschnurrt hatte.
Ich wiederum war dann wohl das "Bad Girl" des Wurfes. Immer sah ich ihre vorwurfsvoll angehobene Augenbraue vor meinem geistigen Auge, wenn ich mal wieder eine Mäusejagd durch Herumzappeln verdorben oder einfach auch nur einem Geschwisterchen eine mit der Pfote gelangt hatte, weil ich auch mal an eine der vorderen Zitzen wollte, die am Ergiebigsten zu sein schienen. Ihr leises Knurren machte mir sehr bald schon klar, dass ich nicht gerade ihre Traumtochter darstellte. Natürlich war sie immer um mich herum, als ich noch kleiner war und kümmerte sich vorbildlich um mich, aber halt immer mit dieser leisen Missbilligung in Gestik und Mimik.
Mein Bruder begann plötzlich laut zu schnurren und wie alle Katzenfreunde wissen, ist das nicht unbedingt ein Ausdruck von Wohlbehagen, sondern auch von Stress und Angst, gerade bei jungen Katzen. Das soll das Gegenüber besänftigen, egal ob es sich um einen sichtbaren oder um einen imaginären Gegner handelt. Es setzt auch instinktiv ein, wenn eine Situation schwer einzuschätzen ist und ein mulmiges Gefühl auslöst.
Unser Korb wurde wieder aus dem Auto gehoben, es folgten ein paar schwankende Meter und nun endlich wurde er abgestellt und die Decke gelüftet. Wir hatten wieder freie Sicht auf die Aussenwelt!
Und wir wären ja keine Jungkätzchen, wenn wir nicht extrem neugierig auf diese neue Umgebung wären, oder? Vielleicht geht es ja gleich wieder raus in die Freiheit!
Aufgeregt kaute ich an einer Vorderkralle, mein Bruder versteckte sich hinter mir, und beobachtete wieder das Gittertürchen. Diesmal kamen keine Tentakelfinger herein, es lauerte keine Weisskittelzweibeinerin auf uns, und es würde wohl auch nicht wieder gepiekst werden. Hurra! Die Finger machten sich am Gittertürchen zu schaffen und nach einem endlos lange scheinenden Moment sprang das Ding tatsächlich auf. Aufgeregt sträubten sich mir die Nackenhaare und auch die auf dem Rücken. Das ist immer ganz gut, weil man dann größer und kräftiger wirkt, denn: Es roch nach Katzen! Vielen anderen Katzen!
Waren wir wieder zurück in der Kolonie? Würde Mama um die Ecke hocken und auf uns warten? Gleich würden wir es wissen!
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und tappte aus dem Transportkorb heraus, den Bruder im Schlepptau, und gleich blickte ich in das getigerte Gesicht eines mächtigen Katers, der direkt auf uns zukam. Ich blieb stehen und schaute mich blitzartig um. Das war auf keinen Fall unser Zuhause!
Der Boden war warm und weich, es lagen Plüschmäuse und Bällchen herum und mittendrin ein langer Stofftunnel, der ziemlich mitgenommen aussah. Und nun nahm ich auch wahr, dass wenigstens 10 Paar Katzenaugen auf uns gerichtet waren, die einen gleichgültig, die anderen interessiert und einige auch eher unfreundlich.
Und das schlimmste: Um uns herum waren vier Wände und eine geschlossene Tür! Wir konnten gar nicht raus in die Natur, in die Freiheit, in unser Zuhause.... wir waren gefangen.
Der große Tiger war stehengeblieben und gab uns Zeit, uns zu orientieren. Sein Blick war nicht unfreundlich, sondern eher gutmütig. Als mein Blick schließlich länger auf ihm hängenblieb, fiel mir auf, dass er nur noch ein Ohr besaß, seine Nase hatte komische Flecken, es fehltem ihm fast sämtliche Schnurrhaare bis auf ein paar Stacheln und das vorhandene Ohr wies ebenfalls Risse und Zacken auf. Außerdem war sein Schwanz unnatürlich abgeknickt und er hinkte. Denn jetzt setzte er sich wieder in Bewegung und kam auf uns zu, eine Hinterpfote kaum belastend.
Fast wäre mein Brüderchen bei diesem abenteuerlichen Anblick eines Artgenossen unter mich gekrabbelt, um sich zu verstecken. Weil dies aber nicht klappte, versuchte er mit einem Satz in den Rascheltunnel zu türmen. Nur raus aus dem intensiven Blick aus den blitzgrünen Augen des Tigers!
Ich für meinen Teil hielt diesem Blick stand, ich schaute zurück, bis ein Fauchen und Rascheln mich zusammenzucken ließ. Der Tunnel war schon besetzt und mein Brüderchen wurde quasi im hohen Bogen rausgeschmissen!
"So läuft das aber nicht, Gringo! Ich hab hier reserviert, hömma!" rief eine empörte Katzenstimme aus dem Plüscheingang des Tunnels. Es folgte ein Stoffbällchen und ein langgezogenes Fauchen und mein Bruder versteckte sich nun unter meinem buschigen Schwanz und wimmerte leise.
"Psst! Die tun dir nix!" versuchte ich zu beschwichtigen, aber der Kleine zitterte am ganzen Körper. Soviel Gegenwind war er einfach nicht gewohnt!
Der Tiger schaute nun nicht mehr freundlich, sondern eher amüsiert auf uns herunter. Er war sehr groß und hatte plüschiges Fell und davon viel. Er hob eine Pfote, rieb sich damit über die Lefze und kam noch näher. Seine erst starren Augen verzogen sich nun ebenfalls zu einem Grinsen, was mit seinem einzelnen Ohr wirklich skurril wirkte.
"Halloo", sagte er plötzlich mit einer wahnsinnig tiefen Stimme. "Ihr seid aber wirklich zu niedlich, ihr zwei. Niedliche kleine schwarze Kätzchen."
Er versuchte nun, einen Blick auf meinen Bruder zu erhaschen, der mit fest geschlossenen Augen laut schnurrend unter meinem Hinterbein verharrte.
"Niedliche kleine ängstliche schwarze Katzen!" brummte der Tiger nun.
"Ich habe keine Angst vor dir!" behauptete ich plötzlich mit fest klingender Stimme und ließ nun ebenfalls meine Augen aufblitzen. Auch wenn dem ganz und gar nicht so war. Aber wenn Mama mich eins gelehrt hatte, dann war das: Tapfer sein oder zumindest tapfer erscheinen.
"Huch!" machte der Tiger etwas spöttisch. "Eine kleine Revoluzzerin." Es folgte eine kleine Kunstpause und dann: "Ihr seid wirklich ein niedliches Gespann. Aber klein. Sehr klein sogar. Aber das macht nichts."
Dem amüsierten Gesichtsausdruck folgte nun ein sehr langsames Blinzeln. In der Katzensprache heisst das: Du bist ok, ich mag dich. Es ist ein Lächeln auf Katzenart.
Natürlich erwiderte ich das Blinzeln, auf die gleiche Weise. Mit dem Hinterbein schubste ich meinen Bruder hervor: Er wird uns nicht fressen, komm raus und blinzele ihm gefälligst auch zu, Kleiner!
So kam es, dass wir unter den Blicken der gesamten Katzenbande mitten in einem Zimmer (meh!) saßen und mit einem verwegen ausschauenden Riesenkater mit Wuschelpelz Blinzeler austauschten.
Würde dieses Ereignis unsere Situation entscheidend verbessern? Wo waren wir überhaupt gelandet und was würde als nächstes passieren? Und wo waren eigentlich diese Zweibeinerinnen hin, die uns das hier erst eingebrockt hatten?
Fragen über Fragen, die wohl in der nächsten Folge vom Advents-Adventure sicherlich einige Antworten finden würden!
 Bleibt gespannt, es geht bald schon weiter!

Liebe Grüße
eure Revoluzzer-Jeannie!


Was kommt denn heut' abend im Fernsehen?



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