Freitag, 20. März 2015

SoFi 2015 - wir waren dabei und irgendwie auch nicht!

Oh, was haben die Medien in den letzten Tagen einen Wind um die partielle Sonnenfinsternis am heutigen Tag gemacht. Man solle auf GAR KEINEN FALL mit dem bloßen Auge dieses Phänomen beobachten, sonst drohe man zu erblinden, weil die Netzhaut quasi wegbrutzelt. Geschäftsleute machten mit den sogenannten SoFi-Brillen, ein Pappgestell mit etwas verdunkelnder Spezialfolie mal so richtig Kasse, einzelne Modelle erreichten Spitzenpreise bis zu 100 €. Grund: Diese Brillen waren zu schnell ausverkauft, als der Run darauf begann (gestern und vorgestern) waren kaum noch welche zu ergattern. Und ohne SoFi gucken ist nicht, denn.. siehe oben!
Dieses stylische Modell:

wurde auf einem Online-Marktplatz mit sage und schreibe 29,90 € gehandelt. Gebraucht für immerhin noch 20 stolze Öcken und gebraucht, was heisst denn eigentlich gebraucht? Hat man damit nur unter der Höhensonne gechillt oder stammt das Ding noch von der letzten amtlichen Sonnenfinsternis von 1999? Die älteren werden sich erinnern, damals sollte ja eigentlich die Welt untergehen. Dieses einschneidende Ereignis wurde dann vorerst auf den 01.01.2000 verlegt, um Punkt Null Uhr, um die Silvestermillenniumsparty etwas spannender zu gestalten.
Aber zurück zu unserer SoFi heute. Natürlich gab es auch Bastelanleitungen für echte Alternativen zu den überteuerten Netzhautschonern, so in etwa ein Hingucker wie dieses hier:


Ok, ist vielleicht etwas sperrig. Aber für das Sonnenfinsternisvergnügen ist uns doch jedes Mittel recht, ne?

Oder mögt ihr es eine Nummer kleiner?





Brille ist schließlich Brille, ne?

Natürlich gibt es auch noch eine Alternative, lustige Bastelstunde inklusive!




Damit geht es auch und es sieht nur halb so schlimm aus wie eine Klobrille auf den Schultern. ;-)

Auch Schweisserbrillen und ähnliche Arbeitsschutzkleidung für die Augen erlebten in der letzten Zeit eine wahre Renaisssance und wurden zu Höchstpreisen gehandelt. Auch der Tipp mit dem Handy und der 180°-Selfie-Kamera, die man gegen die Sonne halten sollte, um das bloße Auge mangels Brille - wir erinnern uns:
zu schonen, war nicht schlecht. Und natürlich ist das Augenlicht ein hohes Gut, das unbedingt schützenswert ist, koste es, was es wolle!

Aber wenn ich mich hier im Münsterland für dieses Spektakel so dermaßen in Unkosten gestürzt hätte, ganz ehrlich, ich hätte mich schwarz-ge-är-gert. Aber wirklich! 

Weil:


Echt nicht. Totalausfall. Keine Sonne, keine Corona, kein Mondschatten, einfach nichts. Außer dass es dunkler und neblig war und dazu ein-zwei Grad kälter, aber sowas haben wir ja jeden November morgens.

Dafür brauche ich mir keine überteuerte Pappbrille kaufen.

Ein schönes After-SoFi-Wochenende wünscht euch
das etwa enttäuschte Copinchen! :-)

Montag, 16. März 2015

Neue Aufgaben ...

Huch, da ist es passiert. Ein Pferd hat mich heute mal ziemlich alt aussehen lassen.
Wie es dazu kam?
Mit der angenehmeren Jahreszeit wächst die Lust auf neue Aufgaben. Und da bin ich mal wieder in die Rolle der Reitlehrerin geschlüpft. So spontan, mal hingefahren auf Anfrage, mich umgeschaut, mich wohlgefühlt. Eine noch junge Reitschule mit viel "draußen", nur eine Handvoll Pferde und einem angenehmen Umgangston. Und mache nun das, was am Wichtigsten ist: Basisarbeit mit pferdebegeisterten Kindern.
Und weil zu dem Gesamtpaket noch eine etwas.. sagen wir mal, nicht besonders userfreundliche Stute gehört, kam man glatt auf die Idee, ich könnte mich ja mal ein wenig mit ihr beschäftigen, damit aus dem Energiesparmodell irgendwann mal eine motivierte, leistungsbereite und bedienungsfreundliche Bereicherung für den Reitunterricht wird. Neben meiner Person, natürlich. ;-)
So schwang ich mich heute nach einer gewissen Vorwarnung in den Sattel von Monti und stellte direkt fest, dass sie wirklich noch nicht allzuviel Begeisterung für das Dasein als Reitpferd aufbringen mochte. Mit anderen Worten: Sie ist sehr steif, sie hat lange Ohren, sie ist kräftig im Gebäude, aber doch relativ schwach bemuskelt. Und von einer Sache hält sie überhaupt nichts: Galoppieren. Und das hat sie mir relativ deutlich klargemacht, auch wenn ich ihr final nach größeren Bemühungen und hochroter Birne ein paar Galoppsprünge abringen konnte (das ist wirklich der perfekte Ausdruck dafür!). Im ganzen so maximal 15. Wenn ein Pferd einen nach einer halben Stunde so schwitzen lässt wie nach einer Zumbastunde, ist das nicht unbedingt das ultimative Lehrpferd für feines Reiten. ;-)

Ouha, aber ich liebe solche Herausforderungen. Es ist nicht verkehrt, wenn ein Pferd mal wieder den Grips und den Ehrgeiz eines Reiters erweckt, der sich durch solche Situationen immer weiterentwickelt. Das ist doch der Reiz des Reitsports!  Ich werde hier über meine Arbeit mit ihr berichten und da woll'n wir doch mal sehen, ob Madame in ein paar Wochen oder Monaten nicht ganz anders daherläuft.

Und natürlich werde ich darüber hier im Blog berichten. Es wird bestimmt lustig!

Viel Spaß beim Lesen und Mitleiden wünscht
euer Copinchen :-)


Samstag, 14. März 2015

Jeannie und die unheimliche Begegnung der 3. Art!

Hallo und miau!

Dass ich Winter und Schnee und Eis nicht besonders toll finde, habt ihr aus meinem letzten Beitrag sicherlich herausfiltern können. Dennoch war ich in den letzten Wochen bereit, diese "Phobie" zu bearbeiten und das liegt nicht nur an dem komischen Kerl, der plötzlich auf meiner Terrasse aufgetaucht ist. Aber seht es euch doch  selbst an:


Oar. Wer ist das denn?




                                                     
                                                       Und wie ist er hier hergekommen?





                                       Der hat ja total kalte Füße. Aber wenigstens riechen sie nicht.




     Hey. Moment. Wieso steht der jetzt plötzlich vor meinem Froschteich? Was ist hier los?



Verarschen kann ich mich alleine. Ich geh wieder rein und wehe, es macht mir keiner auf.     ROAAR!



Nun ja, das ist ja schon eine Weile her, aber komisch fand ich diesen Typen mit dem Blumenpott als Hütchen und der Schraubendrehernase schon noch eine Weile. Bis, ja, bis er plötzlich spurlos verschwunden war. Und da wurde auch schlagartig das Wetter besser. Ich wittere einen Zusammenhang!

Noch ein paar Tage gingen ins Land und da sah die Welt schon gaanz anders aus. Und zwar so:

             Aaah, hurra, man kann das Wasser wieder trinken und nicht mehr lutschen!





                                     Erstmal das Dach vom Nachbarn kontrolliert. Alles dicht. ;-)




                   
                             Dies ist ein nicht autorisiertes Pressefoto von mir. Aber süß, ne?


So, das war es erstmal von mir und meiner kleinen Welt. Mittlerweile gibt es ja schon wieder einiges an Brummselviehzeug zum Jagen hier draußen, das macht einen Heidenspaß und ist viel lustiger als so ein komischer Kerl aus diesem kalten, weißen Pappzeugs. :-)


Bezaubernde Grüße von
Eurer Jeannie! *pfötel*

Donnerstag, 12. März 2015

Trainingstagebuch vom 11.03. - Himmel und Hölle mit Romero!

Ein wahres Idyll empfing mich am Stall von Romero. Kinder malten mit Straßenkreide mehr oder minder gelungene Phantasietiere auf den gepflasterten Hof, die Sonne schien, Mäxchen hatte seine Leckerliesonarsonde online und kam von der Koppel gewetzt wie Fury im Vorspann der TV-Serie, nur in mini. Romero folgte ihm natürlich auf dem Fuße, kann ja nicht angehen, dass Minifury als erstes etwas aus meinem nichtknisternden (das würde den Hofhund anlocken, der auf trockenes Brot abfährt!) Stoffbeutel bekommt. Schließlich ist ER ja der, der dafür arbeiten soll und diese Belohnungen redlich verdient, gell!
Oh, ich vergass übrigens bisher, etwas über die Ausrüstung zu berichten. Ich bin kein Fan von ausbindenden oder gar aufrollenden Hilfszügeln und komme bei ihm mit seinem Dressursattel, Gamaschen und einer Trense mit Mexikanischem Reithalfter und einer einfach gebrochenen Wassertrense gut zurecht. Als Meinungsverstärker reicht mir eine normale Dressurgerte, mit Sporen habe ich ihn noch nie geritten und ich weiss auch gar nicht, ober er welche kennt. Beim Longieren verwende ich generell meine Doppellonge, die wird aber noch nicht um die Hinterhand gelegt, weil Romero beim Longieren generell einmal ausrastet und weil ich meist alleine mit ihm arbeite, ist mir das ehrlich gesagt zu heikel. Was ich aber gelegentlich einsetze, ist eine Hinterhandbandage, d.h. eine Fleecebandage wird vom Gurt aus um den zarten Romipopo gelegt, nicht locker, nicht straff, nur dass es etwas Impuls gibt, mehr unter den Schwerpunkt zu treten. Kitzeln soll sie aber auch nicht. Das klappt ganz gut und damit bin ich sehr zufrieden. Die Doppellonge ermöglicht mir wiederum den Verzicht auf Ausbinder oder Dreieckszügel, was die Handhabung vereinfacht und auch eine bessere Kontrolle mit dem "äußeren Zügel". Eben wegen der Romero-Show-Einlage. Natürlich trage ich Handschuhe beim Longieren, weil ich mir damals jung und dumm diese klassische Brandblase durch die Innenfläche der Hand zugezogen habe, die man üblicherweise bekommt, wenn man zu faul ist, sich Handschuhe zum (An)Longieren mit jungen, unberechenbaren Pferden zu holen. Diese Lektion "Lernen durch Schmerzen" sitzt fürs Leben. ;-)
Das Training gestaltet sich angenehm durch das schöne Wetter und den guten Boden, meinem Pylonendreieck und der Ruhe rundherum. Bis, ja bis wir zum leidigen Thema "Rechtsgalopp" kommen. Er schafft einfach keine ganze Bahn-Runde, sondern fällt entweder aus oder wird heftig, drückt aufs Gebiss und will davon stürmen. Linker Hand geht es mittlerweile phantastisch und ich komme auch gut zum Sitzen. Ich denke mal, es ist dieses Huhn-Ei-Ding: Ich gebe die Galopphilfe, bleibe aber sitztechnisch ein bißchen hinter ihm, weil ich ein Losrennen befürchte und er hält sich deswegen fest. Ach mensch. Es fehlt ihm evtl. auch die Kraft, um ein-zwei harmonische Runden zu drehen. Also weiter trainieren und den Rechtsgalopp nur ankratzen und langsam steigern bzw. an die Longe verlagern.
An Kondition mangelt es ihm derweil nicht! Er schwitzt nicht arg und wenn, dann da, wo es gewollt ist: Zwischen den Popobäckchen und ein wenig am Hals, nach immerhin einer ganzen Stunde Reiten (inkl. der 20 Minuten Schritt zu Anfang).
Mittlerweile mache ich aber auch mehr Pausen (was ich ehrlicherweise in der Vergangenheit öfter vergessen habe *schäm*) am hingegebenen Zügel und er geht jetzt auch nicht mehr direkt in den Feierabendmodus, wenn der Zügel lang ist. Dies war zu Anfang der Fall: Zügel lang = Zeitlupenschritt ohne Bereitschaft, wieder neu anzutraben oder gar zu galoppieren! Wie ein cleveres Schulpferd ging Romi direkt in die Energiesparphase über und ließ sich nicht mehr motivieren. Vielleicht sollte ich dann mal versuchen, eine neue Münze einzuwerfen! :-)
Aber das ist Vergangenheit. Nun macht er brav weiter, wird aber immer ..hm, was ist das richtige Wort dafür... wacher und versucht, meine nächste Hilfe im Voraus zu erahnen und umzusetzen. Hier kann ich auch die Gerte weglegen, denn er ist jetzt aufmerksam und wach am Schenke und auf Gewichtshilfen reagiert er sowieso prima. Vorne im Maul wird er nun allerdings murkeliger und versucht, sich vermehrt auf die Hand zu legen. Immer wieder v/a traben lassen und die Zufriedenheit wiederherstellen lässt ihn wieder ruhiger werden. Ist aber der "Point of no Return" erreicht, fängt er an, mit dem Kopf zu schlagen, drängt zum Ausgang hin und das ist spätestens das Zeichen zum Aufhören, denn das wird dann nicht mehr besser. Hier noch einmal eine Lieblingsübung einfließen lassen - bei Romi das Ultimative: Angaloppieren aus dem Schritt links ^^ zufrieden machen, also rauskauen lassen und dann Schritt und Schluss. ;-)
Heute haben wir aber noch ein Special: Die Kinder haben mit der Kreide fleißig gemalt und auch so ein Himmel-und-Hölle-Hüpfkästchending (die älteren werden sich erinnern..) aufs Pflaster gezaubert. Ich reite mit Romi hin und er stutzt erstmal. Was soll das denn sein? Ein schwarzes Loch, das Pferde verschlingt? Eine Falle? WTF?
Sein Trockenreit-Sekundenschlaf ist verflogen. Hier lauert eine Gefahr und deshalb erst mal prusten und trippeln. Die künstlerischen Kinder kichern entzückt, dass dieses große Pferd so einen Bammel vor ihren Werken hat.
Ne, da will er nicht drüber. Ich springe ab, stelle mich in den "Himmel" und locke ihn. Er kommt sofort, wo er sieht, dass ich nicht verschlungen werde und sich auch keine Feuersbrunst auftut. Auch die rosa Schweinchen und der blaue Hund scheinen nicht mehr allzu gefährlich. So kann ich wieder aufsitzen und eine kleine Runde über Himmel, Hölle und rosablaue Schweinehunde reiten. ;-)

Liebe Grüße und eine schöne Restwoche wünscht euch
euer Copinchen! :-)

Samstag, 7. März 2015

Tollpatsch-Training vom 7.03.2015!

Heute morgen: Schönstes Wetter und beste Bedingungen, gut gelaunte Pferde kommen willig von der Koppel, als sie mich und meine Möhren erblicken. Sogar das manchmal schlecht gelaunte Mäxchen (siehe "Mäxchen bloggt"...) begrüsst mich mit einem Brummeln! Ein Ritterschlag!

Der Zustand des Reitplatzes macht heute alles wieder wett, was in den letzten Wochen an Missständen vorgekommen ist. Keine Pfütze, kein gefrorener Boden, keine Buckelpiste. Prima. Ich stelle meine Pylonen wieder im großen Dreieck auf, eine gute Methode, um Romero steife rechte Seite zu biegen. Das baue ich ins Aufwärmen im Schritt ein, später dann im Trab, slalomartige Schlangenlinien in beide Richtungen.

Romeros Problem ist, wie schon geschrieben, ein noch relativ schwacher Rücken durch die vielen Krankheits- und Schlechtwetterpausen sowie aus jenem Grunde auch die nicht allzu starke Hinterhand. Das Bauch-Pferde-Sixpack wird dadurch auch nachgelassen haben, was aber momentan durch einen leichten Heubauch + Winterpuschelfell gut getarnt wird. Zu dick ist er allerdings nicht.

Romero bekommt nach wie vor kein Kraftfutter, denn er wird nur 2x die Woche von mir geritten. Dafür bekommt er sehr gutes Heu, Mineralien, Möhren und Äpfel. Sollte sein Pensum wieder gesteigert werden, wird er haferfreies Müsli bekommen, allerdings max. 2 Kg täglich, denn er verträgt es nicht allzu gut. Durch die Offenstallhaltung mit Koppelgang und Heu ad libitum leidet er natürlich keinen Hunger, ist aber für ein Leckerchen immer dankbar. Er weiss, dass er, wenn er beim Reiten artig ist, belohnt wird und besteht dann auch darauf. Ist er bockig/stur/frech/unwillig, bekommt er nichts und witzigerweise "fragt" er dann auch nicht nach.

So, die Sonne scheint, Vögel zwitschern und Romi ist fertig gesattelt. Auf gehts, und weil seine beiden Sehnen beschädigt waren, ist es bei ihm ungemein wichtig, lange genug Schritt zu reiten, bevor es ans Traben und Galoppieren geht. 20 Minuten sind Minimum, vom hingegebenen bis zum verkürzten Zügel. Hier baue ich nach einer kleinen Weile die ersten großen Schlangenlinien, Zirkel, Mittellinien und Diagonalen ein. Meist lässt er von Anfang an den Hals schön fallen und seit einiger Zeit kaut er auch schon früh auf dem Gebiss. Als ich mit ihm anfing zu arbeiten, kaute er überhaupt nicht und versuchte stattdessen, die Zunge über das Gebiss zu nehmen. Die Zunge habe ich schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr seitlich rauswinken gesehen. :-)

So, traben, leichttraben, geradeaus und große gebogene Linien. Er ist munter und motiviert, aber anfangs ziemlich steif auf beiden Seiten. Lässt aber wieder schön den Hals fallen und bietet ein gutes Tempo an. Schweifbarometer (er hat ja einen Araberschweif, der auch senkrecht nach oben zeigen kann): Zeigt ein mittleres Anspannungslevel an, peitscht aber nicht wild herum.

Schritt-Trab-Übergänge gehören immer dazu. Hier wird er manchmal etwas grummelig, weil er einer ist, der sich "heissläuft". Aber je wacher er ist, desto feiner kann man mit der Einwirkung werden. Wir gehen alsbald in das Dreieck, er trabt erstmal so nah wie möglich um die Pylonen herum und an den Seiten gebe ich kurz Außenstellung. Klappt bei 4 von 5 Versuchen, nach rechts schwieriger.

Ouh, ein Traktor will über den Reitplatz fahren, um mit einem Erdbohrer für Zaunpfähle Löcher in die angrenzende Koppel zu machen. Romero schaut sich das Ding genau an, bleibt aber erstaunlich gelassen. Wahrscheinlich, weil ich gerade "Thinking out loud" von Ed Sheeran summe. Romi ist tatsächlich mit sowas zu beruhigen. Ich lenke ihn in meinem Dreieck ab und er trabselt munter Volten und Achten zwischen den Pylonen. Zum Schluss gibt es noch ein Galöppchen. Damit haben wir die größten Probleme, wie ich schon schrieb im ersten Tagebucheintrag. Auch heute gelingt der Galopp linker Hand passabel bis gut, ich sitz gut drin und störe ihn wenig. Ein paarmal noch Wechsel zwischen Trab und Galopp, danach eine echt gute Parade Galopp-Schritt (liebt er!), dann gehe ich auch auf die rechte Hand. Nein halt, erst noch ein wenig Schritt zum Runterkochen im Dreieck, Schultervor/herein an den Pylonen im Schritt, dann erst Rechtsgalopp versuchen.
Leider hat er hier schon beim Abwenden auf die rechte Hand antizipiert, was ich nun vorhabe und reagiert auf einfaches Einatmen mit einem Galoppsprung, leider im Außengalopp. Hmmm. Volte vorgeschickt. Romi will los und hebt sich raus aus der Anlehnung, trabt schneller und will aus diesem Renntrab angaloppieren. Ohne mich allerdings. Schritt und Dreieck, bissl Trabarbeit und nach einigen Minuten mogle ich mich rechts hin und konzentriere mich aufs Sitzenbleiben, als er meinen Plan durchschaut, aber höflich auf die Hilfe in der Ecke wartet. Eine Runde schafft er nicht ganz und fällt aus. Ich galoppiere noch eine Runde links, fühlt sich gut an und dann mach ich Schluss für heute. Dauer des Trainings - 20 Minuten Schritt: Eine gute Dreiviertel-Stunde mit Pausen natürlich. Kam mir kürzer vor. Aber ok, er hat nicht allzu sehr geschwitzt mit dem Bommelpelz und die Traktorpause kam dazwischen.
Zufrieden mit uns und der Welt bummeln wir noch ein wenig zwischen den Wiesen herum und dann bekommt er endlich seine Belohnung. Mäxchen, der derweil leider im Stall warten muss, weil er auch nicht alleine draußen bleiben mag, bekommt auch etwas ab (findet Romi übrigens saudoof. Er hat ja schließlich die Leistung erbracht und nicht der kleine Pummel) und dann zockeln die beiden wieder auf die Koppel, um sich ausgiebig zu wälzen und die Sonne zu genießen...

Ein genauso tolles Wochenende wünscht euch
euer Copinchen!

Freitag, 6. März 2015

Höllische Nachbarn - Epilog

Oh, ich glaube, ich schulde euch noch einen Epilog zu den höllischen Nachbarn:
Tja, der Showdown war anscheinend tatsächlich das Ende der Story. Bleibt nur noch zu erzählen, was noch so vorgefallen ist. Stellt es euch vor wie der Nachspann eines Filmes nach einer wahren Geschichte, wo noch in Schriftform aufgeführt wird, wie es mit den Protagonisten weiterging:

JACKI kam mit der Trennung von Micha und Moyo nicht zurecht. Sie suchte Micha in der Wohnung seiner neuen Freundin Olga auf, machte dort ein Riesenfass auf und landete wenig später in einer psychiatrischen Klinik. Diese hat sie inzwischen aber schon wieder verlassen und wohnt irgendwo in einem Nachbarort. Auf das obligatorische Ummelden hat sie bisher verzichtet und um die Wohnung hat sie sich auch nicht weiter gekümmert. So what. Das nächste Chaos ist hier vorprogrammiert. Ich bin aber froh, wenn ich sie nie wiedersehen muss.

MICHA tauchte noch ein paarmal hier auf, um die Wohnung nahezu komplett (bis auf ein paar Kartons und Müllsäcke halt, nach mir die Sintflut) zu räumen und den Sperrmüll zu bestellen für das, was sich partout nicht mehr zu Geld machen liess - ein vollgepinkeltes Sofa und fleckige Matratzen sind halt nicht jedermanns Geschmack. Allerdings zeigte er nebst neuer Lebensgefährtin Olga große Defizite im Umgang mit einem Kleinkind, das still in der stinkenden Bude sitzend warten sollte, bis das Gröbste beseitigt ist. Unfassbare Szene. Dem Typen soll der Arsch abfaulen, echt. Auch hier feiere ich keine Wiedersehensparty.


MOYO ist hier die Matchwinnerin: Nach nur 2 Wochen war ihre Vermittlungsanzeige von der Tierheim-Homepage schon verschwunden. :-) Ich hoffe, sie hat nun Herrchen und/oder Frauchen, die mit ihr umgehen können und ihr ein tolles Hundeleben ermöglichen. Moyo würde ich sehr gerne einmal wiedertreffen.

Von dem Rüden Josh haben wir nichts mehr gesehen und gehört. Ich hoffe, er hat es auch in eine bessere Umgebung geschafft.

Die verzweifelte Vermieterin ist derweil damit beschäftigt, die Wohnung wieder bewohnbar zu machen. Da keine Miete mehr eingeht, ist die Kündigungsfrist hinfällig. Fluch oder Segen? Eher ein Segen, würde ich sagen.
Damit endet diese unfassbare, aber wahre Geschichte und ich hoffe inständig, dass ich sie nicht wieder aktualisieren muss. Und für neue Mieter machen wir ein Casting, denn niemand von uns hier im Haus und in der Nachbarschaft möchte so etwas noch einmal erleben.

Zum Vertreiben von negativen Gedanken gibt es hier noch einmal was Niedliches zum Freuen:





Habt ein tolles Wochenende und geniesst den Frühlingsanfang! :-)
Euer nun etwas entspannteres
Copinchen




Sonntag, 1. März 2015

Romeros Trainingstagebuch - mit dem Großen Tollpatsch ins kleine Viereck!

Hah, endlich werden die Bedingungen für Outdoor-Reiter wieder angenehmer und deshalb werde ich  hier ein wenig dokumentieren, was ich mit Romero trainiere und ob ich es schaffe, ihn wieder so in Form zu bekommen wie letzten Sommer.
Für alle, die Romero noch nicht kennen: Hier handelt es sich tatsächlich um den Großen Tollpatsch aus Mäxchens Blog. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere. Der Tollp...äh, Wallach aus einer Arabermutter und einem Westfalenpapa ist ca. 1,63 m groß, 13 Jahre alt und stellt eine gewagte Mischung aus den verschiedenen Temperamenten seiner Eltern dar. Mal abgeklärt und wirklich motiviert wie der Papa, mal kompliziert und feurig wie die Frau Mama. Aber er macht Spaß und ist ein guter Freizeitkamerad!
Ist-Stand ist folgender: Romero befand sich 2014 mal wieder überwiegend in Rekonvaleszenz wegen einem Sehnenschaden am rechten Vorderbein, erholte sich davon aber schneller als von der Ruptur im Unterstützungsband der Tiefen Beugesehen vorn links von 2013. Aufgrund der schlechten Bodenverhältnisse im Winter 2014/15 mit viel Bodenfrost ging es bisher noch nicht so recht vorwärts. Eine kleinere Zwangspause wegen einem Hufgeschwür, das natürlich nicht normal abgehen konnte, sondern am Kronenrand heraustreten musste, machte es auch nicht besser.
Nun denn, hoffen wir mal, dass es von nun an besser und vor allen Dingen verletzungsfrei läuft!
Im großen und ganzen läuft er momentan schön rund im Trab, beinahe jederzeit v/a und flüssig im Schritt mit genügend Raumgriff. Wir haben Schultervor/herein im Programm (Schritt) und Viereck verkl. und vergrößern (Schritt) was ein wenig hakelig abläuft wergen einer gewissen Steifigkeit der rechten Seite und zuwenig Training in den letzten Wochen.
Was ein Problem darstellt, ist der Galopp, besonders der Rechtsgalopp. Nach ein-zwei Runden auf dem Platz mit genügend Vorwärts wird der Bursche quasi "heiss", macht sich fest und fällt entweder aus oder fängt an zu buckeln (zweiteres recht ordentlich mit richtig Pfeffer). Natürlich gebe ich dann auch das auf, was ich Dressursitz nenne und kneife schon viel zu früh die Oberschenkel zusammen und/oder rutsche nach außen, was Romi die Sache nicht unbedingt erleichtert! Also muss ich auch stark an mir arbeiten, wozu ich natürlich bereit bin. Sitzschulungsstunden an der Longe in einem anderen Stall sind bereits beantragt. ;-)
Deshalb und um Romi nicht noch mehr aus der Balance zu bringen, verlagere ich intensive Galopparbeit momentan an die Doppellonge. Das ist eine gute Möglichkeit, um a) Dampf abzulassen (kontrolliert) b) Muskulatur aufzubauen mit mehr Tragkraft und c) den Grundgehorsam noch zu verbessern.
Über all' dies werde ich im Trainingstagebuch berichten und würde mich über Kommentare und konstruktive Kritik  freuen! :-)

Reiterliche Grüße von
Copinchen und Romi! :-)

Empfohlener Beitrag

Eine weihnachtliche Soap-Opera aus irgendeinem Mehrzweckstall im Münsterland! Die HauptdarstellerInnen: Mäxchen Romi aka "...