Dienstag, 16. April 2019

Playing Piano: Öfter mal was Neues!

Keine Ahnung, wie genau es dazu kommen konnte. Normalerweise bin ich eher ein Fan von lauten und auch leiseren Saiteninstrumenten in Gitarrenform. Auch eine Ukulele nenne ich mein Eigen und spiele sie regelmäßig, weil sie einfach Spaß macht und tatsächlich schneller als ein Antidepressivum wirken kann!
Aber irgendwann wurde ich morgens wach und dachte an Pianomusik,vielleicht hatte ich vorher geträumt, dass ich in der Lage wäre, mal so richtig in die Tasten zu hauen. Die Tatsache, dass ein guter Freund und Kollege mir unlängst angeboten hatte, mich in dieser Disziplin zu unterrichten, veranlasste mich, da nochmal nachzufragen und ZACK - hatte ich auch schon die erste Unterweisung an Keyboard und Piano.

Ein kleines gebrauchtes Keyboard zog rasch im Wolkenkuckucksheim ein, schließlich muss man täglich üben, wenn man was lernen will. Die Faszination, die von einem solchen Instrument ausgeht, habe ich wirklich unterschätzt. Neben den Unterrichtsstunden suchte ich mir auch noch Tutorials im Internet (damit habe ich schon meine Gitarrenskills erlernt) und wieder wachte ich morgens auf mit einer Melodie im Kopf:

"All around me are familiar faces
Worn out places, worn out faces
Bright and early for their daily races
Going nowhere, going nowhere
Their tears are filling up their glasses
No expression, no expression
Hide my head, I want to drown my sorrow
No tomorrow, no tomorrow
And I find it kinda funny, I find it kinda sad
The dreams in which I'm dying are the best I've ever had
I find it hard to tell you, I find it hard to take
When people run in circles it's a very very
Mad world, mad world..."
 
Ok. Challenge accepted. Natürlich viel zu schwer für eine Anfängerin wie mich! Aber - wozu gibt es Tutorials? Richtig: Zum Üben, Lernen, Anreiz schaffen.
Nun, der Anreiz war bereits vorhanden. Nach dem eher trockenen Teil in der Welt der Quinten, Terzen und Tonleitern musste nun endlich eine Melodie her. Und diese herrlich melancholische Tonabfolge hat mich schon immer berührt. Das selber spielen zu können, musste doch möglich sein!
Ich begann mit dem Intro, brachte tagelang meine widerspenstigen Finger der rechten Hand in die richtige Reihenfolge, brach immer wieder ab und übte Tonleitern und Akkorde, machte mit der linken Hand die Begleitung (zum Glück mit Kopfhörern, sonst hätte ich wohl die Wohnungskündigung im Briefkasten gehabt) und irgendwann hatte ich den Bogen raus. Ich saß vielleicht seit 4 Wochen allabendlich am Keyboard,  brachte schon ein einigermaßen hörbares "Imagine" mit der rechten Hand in die Klaviatur und hatte Akkorde und deren Umkehrungen zumindest in der Theorie und nach und nach auch in der Praxis auf dem inneren Bildschirm.
Dadidadadadaadadam - Dadidadadadadadam! 
Yay! 
Nach und nach gesellte sich auch die linke Hand dazu und das ganze geriet nach und nach in Einklang. Natürlich immer wieder mit Fehlern, aber immer souveräner! Eines schönen Tages spielte ich dieses Intro so beiläufig wie möglich meinem Klaviermentor vor. Sein Gesichtsausdruck war unglaublich! 
"Mach das nochmal."
Dadidadadadaadadam . Dadidadadadadadam..
"Du verarscht mich doch, oder?" Skeptischer Blick.
Ein schöneres Kompliment hätte er mir in dieser Situation wirklich nicht machen können. ;-)

Mittlerweile spiele ich seit fast 5 Monaten Klavier und Keyboard, das Keyboard hat noch Gesellschaft in Form eines E-Pianos bekommen, nachdem klar war, dass das keine Eintagsfliege ist. Und "Mad World" und noch einige andere Songs bekomme ich inzwischen ganz ordentlich hin. Meinem Freund und Lehrer bin ich unfassbar dankbar, dass er mir diese Welt der Musik begreiflich und zugänglich gemacht hat. Natürlich sind Gitarre und Uke keine Waisenkinder geworden, es macht super viel Spaß, diese Instrumente alle spielen zu können und wer weiss, vielleicht schaffe ich es ja noch, einen eigenen Song zu komponieren. Ich werde weiter berichten! Und kann nur empfehlen, öfter mal was Neues auszuprobieren....


Dienstag, 26. Februar 2019

Gestatten: Joschi, Schulpferd a.D.!

"Kneif mich mal jemand, ich glaub', ich träume das alles nur!"
Jedesmal, wenn man in die dunklen Augen des lustig gepunkteten Tigerschecken schaut, scheint er genau das zu denken. Er, das ist Joschi, ein kräftig gebauter, an die 20 Jahre alter Wallach, der einige Jahre als Lehrpferd in einem Reitverein gedient hat. Und der nun mit genau diesen Augen sein neues Zuhause bestaunt, immer wieder aufs Neue. Und der wohl noch einige Zeit mit dem gewissen mulmigen Gefühl herumläuft, aus diesem Traum wieder aufzuwachen.

Joschi ist seit Oktober 2018 kein Vereinsschulpferd mehr, er hat seine 4x4 Meter-Box gegen einen Platz im Offenstall mit Paddock und regelmäßigem Weidegang getauscht. Und einer nicht immer nur netten Mitbewohnerin, aber mit seinem kräftigen Hinterteil macht Joschi schon einen gewissen Eindruck auf andere Lebewesen. Die Mitbewohnerin, eine vornehme, zuweilen aber etwas zickige ältere Pony-Dame, weiss auch sehr genau, was sie sich erlauben kann und was nicht. Ohne deutlicher werden zu müssen, aber mit einer gewissen Distinguiertheit, macht Joschi ihr ganz charmant klar, was in der Paddockbox geht und was nicht.

Natürlich hatte er gewisse Anlaufschwierigkeiten, was das Zusammenleben im Offenstall angeht, aber mittlerweile hat er sich gut eingelebt und ich glaube ganz sicher, dass er jeden Tag in seiner neuen Heimat genießt. Und dieses "Kneif mich mal einer..."-Gefühl irgendwann immer weniger wird. Seine Vergangenheit wird er wohl nicht vollständig ablegen können, schließlich ist sie ein Teil von ihm und hat ihn sehr geprägt! Beim Reiten kennt er so ziemlich alle Tricks, sich eine Reitstunde bequemer machen zu können, ist geradezu unschlagbar im Analysieren, was seine Reiterinnen heute so draufhaben, er kapiert aber auch sofort, wenn "Schluss mit Lustig" ist. Und er zeigt gerne, was er kann, und das ist im besten Sinne eine ganze Menge! Von ihm haben viele reitbegeisterte Menschen viel lernen können und das muss man anerkennen und wertschätzen. Nun sitzt nur noch ein sehr kleiner Personenkreis in seinem Sattel, und wenn er Lob für eine gelungene Lektion bzw. Übungsabfolge bekommt, dann leuchtet er richtig, spitzt die Ohren und schnaubt zufrieden ab. Seine trotz allem freundliche Art sorgt dafür, dass man sich auf seinem Rücken sofort sicher und gut aufgehoben fühlt! Kein Wunder, dass der Verein ihn so lange Zeit nicht ziehen lassen wollte.
Aber für den Schulbetrieb ist er nun auch schon ein bißchen zu betagt, die Dauerbelastung zeigte sich in seinem Rücken, er lief anfangs sehr steif und nicht wirklich vorwärts durch die Reitbahn. Das hat sich nach dem Besuch einer Osteopathin und eines Pferdezahnarztes deutlich gebessert. Ein guter Lehrmeister für Seitengänge steckt in ihm und das ist gleichzeitig seine Pilates-Trainingseinheit für eine bessere Bemuskelung im Rücken und sorgt für mehr Tragkraft. Natürlich darf man es nicht übertreiben, aber wenn er anschließend mit seiner Lieblingsübung "Schritt-Galopp" belohnt wird, kann man eine deutlich aktivere Hinterhand und somit auch Rückentätigkeit beobachten.

A propos "Beobachten": Ich behalte den Burschen, den ich auch schon öfters geritten habe, weiterhin sehr genau im Auge und berichte an dieser Stelle weiter über ihn. Ich gönne ihm so von Herzen, dass er nun den verantwortungsvollen Beruf des Freizeitpferdes ausüben darf und freue mich wirklich sehr, dass die Übernahme schlussendlich doch noch geklappt hat. Und wünsche ihm, dass er eines Tages kein mulmiges Gefühl mehr haben wird, so oft er auch von seinen Pferdekumpels gekniffen wird... :-)

Mittwoch, 23. Januar 2019

Behörden-Irrsinn Vol. 2: Neues Jahr, neues Glück!

Vielleicht hat die geneigte Leserschaft meinem ersten Beitrag zu diesem Thema bereits entnehmen können, dass ich nicht besonders begeistert von der Parkregelung in meiner Straße war und bin. Denn: Nach einer kleinen Verschnaufpause über Weihnachten geht der Blödsinn unvermindert weiter!

So groß die Begeisterung über die kurz vor den Festtagen entfernten Parkverbotsschilder meinerseits und auch seitens der geschätzten Nachbarschaft war, so groß war die Enttäuschung und der Frust, als sie vor Kurzem wieder auftauchten. Der dezent ins Gebüsch geschobene Schilderfuß hatte mich allerdings sofort nach dem Entfernen mißtrauisch werden lassen.

Nach einem Jahreswechsel mit purem Parkvergnügen nebst etwas nachbarschaftliche Belustigung über die brachliegende Baustelle, wegen der diese unsägliche Geschichte überhaupt stattfindet, stehen sie wieder da, die Schilder des Horrors. Dass jetzt auch noch Winterbedingungen mit Schnee, Frost und Glatteis herrschen, macht die Sache nicht unbedingt besser! Mein blauer "Fury" steht also über Mittag auf dem Gästeparkplatz der Gaststätte nebenan, damit er nicht kostenpflichtig abgeschleppt zu werden droht, und nach dem nachmittäglichen Trip zu den Pferden oder sonstwelchen Aktivitäten darf er wieder an seinem Stammplatz übernachten. Was praktisch ist, denn das kleine Mäuerchen daneben ist mir sehr hilfreich, wenn ich Schnee vom Dach entfernen muss.

Der Witz an dieser ganzen Posse ist übrigens, dass hier überhaupt keine Baufahrzeuge durchfahren. Die 4 oder 5 Kipper, die bisher beobachtet werden konnten, haben die Straße über uns gewählt, weil die auch ohne geparkte Fahrzeuge weniger Engstellen aufweist als unsere, und man ist auch schneller auf der Bundesstraße. Von daher ist die ganze Aktion ein reiner Schildbürgerstreich und genau das macht mich so sauer. Noch saurer macht mich die Tatsache, dass ich mir eine geschlagene Viertelstunde das Genöle eines Nachbarn anhören durfte, weil ich den einzigen freigelassenen Parkplatz belegt und ich mein Verlassen desselben nicht bei ihm angemeldet hatte, auf dass er seine Karre schnell dort abstellt. Bevor ein weiterer Nachbar, der seine olle Mühle anscheinend nur zu Dekozwecken besitzt, sich dort dauerparkenderweise niederlässt. Was dann auch prompt geschah. Derselbe nölende Nachbar hatte ja schon mal ein Knöllchen wegen Parkens auf eben diesem Platz kassiert, wegen dieser 3m-Abstandsregelung, woraufhin er bei der Stadtverwaltung einen bemerkenswerten Auftritt hinlegte, der genausogut entweder in der Psychiatrie oder sonstigem Gewahrsam hätte enden können. Das Knöllchen wurde erstmal ausgesetzt. Nunja.

So scheint es noch eine Weile weiterzugehen. Vielleicht müssen wir wirklich mal einen Flashmob oder eine Demo vor dem Straßenverkehrsamt hinlegen! So bleibt aber der schale Nachgeschmack, dass selbst hier im hintersten Münsterland das Geld die Welt regiert und Lobbypolitik auch auf Stadtverwaltungsebene stattfindet. Und dass der amtierende Bürgermeister bei der nächsten Wahl wohl definitiv auf einige Stimmen verzichten muss. Denn das ist ja nun wirklich kein guter Stil, oder?
To be continued!

Samstag, 5. Januar 2019

Tollpatsch-Training reloaded: Happy New Year und weiter geht's!

Die Feiertage sind vorbei, alle haben ein wenig durchgeschnauft und auch der Winter hat noch nicht so richtig losgelegt. Nach einer kleinen Pause im Dezember - diesmal war nicht Romi der Patient, sondern eher ich - sind das gute Voraussetzungen, um wieder richtig einzusteigen in das Training. Ich glaube, Romi hat mich sogar ein bisschen vermisst und das Mäxchen auch, denn als ich erstmals wieder auf dem Hof erschien, flogen 2 Köpfe vom Futterheu hoch und ließen ein tiefes Brummeln hören: "Ach, guck mal. Da isse ja wieder!"
So herzlich begrüßt, macht es natürlich doppelt Spaß, sich wieder mit dem Arabowestfalen zu beschäftigen und wenig später konnte ich mir auch ein Bild seiner körperlichen Verfassung machen. Die ist definitiv schon schlechter gewesen, aber auch schon wesentlich besser. Da er im letzten Jahr auch durch den zu trockenen Sommer bedingt sehr schmal geworden war, musste auch sein Training immer angepasst werden, denn er hatte natürlich auch weniger Power und einen psychischen Durchhänger konnte man auch verzeichnen. Durch die gesteigerte Fütterung von Kraftfutter und Rübenschnitzel verbesserte sich dieser Zustand wieder, aber das verloren gegangene "Weidebäuchlein" kam erst im Herbst wieder zum Vorschein, als das Gras durch mehr Feuchtigkeit sein Wachstum wieder aufnahm. Mäxchen war übrigens die ganze Zeit ordentlich im Futter, hatte aber im August letzten Jahres eine Shetty-Idealfigur, wie man sie nur selten zu Gesicht bekommt. Die Dürre ersparte ihm allerdings das Tragen seiner Fressbremse auf der Weide, sonst wäre er nun vermutlich eine sehr behaarte schwarze Kugel auf Beinen. Mäxchen, der dieses Jahr wohl seinen 25. Geburtstag feiert und langsam, aber nicht unattraktiv ergraut, ist sehr agil und beeindruckt regelmäßig mit Renngalopp- und Buckeleinlagen im Auslauf. Einfach mal so und dabei sehr niedlich anzuschauen, der kleine Kerl!
Zurück zu Romi. Ihm fehlt zur Zeit ähnlich wie auch mir Sonne und Helligkeit, eine Weide ist - weil auch noch Gras wächst - offen, was ihm sehr gut tut. Er hat einen ordentlichen Pelz, trägt zum Glück wieder ein kleines Bäuchlein mit sich herum unter seiner Decke und macht auch beim Reiten nach der Lösephase wieder gut mit. Anfangs ist er aber ziemlich matt und man muss ihn zum Traben deutlich auffordern, aber nach ein bißchen Galopp ist er wieder der Alte und gibt mir Gelegenheit, mit feinen halben Paraden an einem nicht zu eiligen Grundtempo zu feilen. Es ist also wieder Arbeit an den Übergängen angesagt, zwischen und in den Gangarten und das Ganze überwiegend gebisslos, mit dem Sidepull. Diese Zäumung hat sich zu unserem Favoriten gemausert, die Trense mit dem Olivenkopfgebiss nutze ich nur noch sehr selten. Romi fühlt sich mit dem Sidepull definitiv wohler und gibt dabei zu keinem Zeitpunkt dem Reiter das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Das haben wir im letzten Jahr verstärkt erarbeitet - da kam anfangs noch hin und wieder leichtes Kopfschlagen mit Eiliger-Werden auf - und das hat meine Hilfengebung vermehrt auf Kreuz und Schenkel fokussiert. Und das macht einen Heidenspaß, weils funktioniert! Romi geht mit Sidepull viel besser über den Rücken und mit aktiverer Hinterhand leichter in die Wendungen, lässt sich also leichter biegen, auch Sachen wie Schenkelweichen im Schritt und Trab und auch Schulterherein gelingen wesentlich besser, wenn man dem Pferd dabei nicht im Maul hängt. Für mich definitiv ein Jackpot! :-)
Nun gilt es aber, nach vorne zu schauen und bei uns beiden wieder mehr Muskulatur zu beanspruchen (Ihr glaubt ja gar nicht, wie schnell diese ab einem gewissen Alter flöten geht!) und dabei an einer guten Frühform zu feilen. Dazu geht es wieder um die Pylonen herum und außerhalb des Reitplatzes habe ich eine bepfadete Rumde um ein großes Feld gefunden, die sich zum Reiten eignet, weil man nicht an Weiden mit Jungpferden vorbei muss. Das ist eine Situation, in der ich selber etwas ängstlich werde, weil Romi sich dann so aufspielt und final bockend nach Hause rennen möchte. Muss ich ehrlich gesagt nicht haben, denn ich bin auch nicht mehr die Jüngste und so ein Abgang könnte nicht folgenlos für mich bleiben.Ich weiss nicht, ob ich mich und Romi hinreichend therapieren kann, um das gefahrlos hinzubiegen, man wird sehen. Vielleicht wird er ja altersmilde.
Ich werde weiter darüber an dieser Stelle berichten! :-)
Liebe Grüße und ein tolles Pferdejahr 2019 wünscht
das Copinchen mit Romi, Mäxchen und Joschi (über den  polnischen Pummel berichte ich beim nächsten Mal)! ;-)

Samstag, 29. Dezember 2018

Mäxchen bloggt: Von Topmodels und Feinstaubalarm!

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Jahresrückblickes. Ich bin's mal wieder, euer Mäxchen!

Tja, was soll man sagen. Ein Jahr geht zuende, und das war wirklich ein kurioses. Gefühlt hatten wir 7 Monate totalen Sommer, leider hat nach ein paar Wochen das leckere Weidegras aufgehört, grün und lecker zu sein und verwandelte sich in zähes, braunes Gestrüpp. Sozusagen eine Laune der Natur, oder von den Horseweight-Watchers, denn der GroßeTollpatsch hatte nach einer Weile fast ein Ticket für Germanys Next Topmodel in der Satteltasche. Der hatte es mit der Bikinifigur fast übertrieben und dazu immer das Gemecker "nee, ich mag jetzt kein Heu, wir haben August! Da frisst man kein Heu, da gibt's noch Weide! Püh!" Bis der Klimawandel auch mal im Araberschädel von Romi angekommen ist, das kann noch ein wenig dauern. So schnell ist der ja nicht im Oberstübchen.Aber Hauptsache, er hat wieder sein altes Sattelgurtloch als Bauchumfang, dank den Appetizern der Futtermittelindustrie hat er seinen großpferdtypisches Gewicht zurückerlangt. in Glück, ich hab mir ja schon so ein bißchen Sorgen gemacht... Aber, mal ganz ehrlich, SOLCHE Probleme habe ich als Shetty nicht. Wir sind ja extrem anpassungs- und widerstandsfähig und so schnell fällt ein Pony ja sowieso nicht vom Fleisch. Das Verwöhnprogramm, was Romi genossen hat, hätte ich auch gerne! Aber dann hätte mir mein Fell wohl nicht mehr gepasst...

Aber jetzt ist Dezember, die Weihnachtstage liegen hinter uns und die der Silvesterknallerei vor uns. Denn das ist ja hier auf dem Lande leider nicht auf einen Abend beschränkt, nein: Sobald die Läden das doofe Zeug verkaufen, haben die Männer und die Jungs nix anderes mehr im Kopf als diese Feinstaubraketen. Nicht nur, dass das plötzlich knallt und am Himmel grell leuchtet, nein, das stinkt auch gewaltig und ja, wir Tiere bekommen dann Angst. Es könnte ja auch was Schlimmes sein, denkt nur an die Theorie, warum die Dinosaurier wahrscheinlich ausgestorben sind! Die haben wohl auch nur gedacht, es sei Silvester und bei Aldilidlpenny verkaufen sie die Chinakracher wieder zum halben Preis und dann: BUMM - alles platt. Diese Urangst ist in uns immer noch tief verankert und auch Lucy, die Stallkatze und Carlos, der brave Golden Retriever, verkriechen sich zitternd und hechelnd unter einem Stapel Pferdedecken.Auch die Rindviecher, die ja eigentlich um einiges gelassener sind als wir Equiden, finden Feuerwerk nur so mittelgut und verziehen sich lamentierend in den Stall. Der Geruch nach Verbranntem tut das Seinige dazu! Mal sehen, wie das dieses Jahr wird. Bis jetzt hat es nur drei-viermal ein wenig gerummst...

Ich wünsch euch allen einen guten Rutsch in ein pferdiges 2019 und man liest sich! Bleibt gesund und munter!

Euer Mäxchen (Therapeut für Knalltraumata im Praktikum) ;-)

Samstag, 8. Dezember 2018

Behördenirrsinn am Wohnort - ein Protokoll!

Dies ist eine wahre Geschichte, die sich tatsächlich hier bei uns gerade so ereignet. Ich versuche mal, mich nicht allzusehr von Emotionen leiten zu lassen, aber das ist schon schwierig, weil es mich wirklich nervt. Aber von vorne.

Schon, seit ich hier wohne - seit ca. 13 Jahren - war die Jagd nach einem Parkplatz für einen PKW ein Glücksspielchen. Weil hier im historischen Ortskern relativ viel Tourismus herrscht, angeheizt natürlich von entsprechenden Institutionen, kann man nie wirklich sicher sein, dass das Auto nach einer Fahrt wieder in Rufweite der Wohnung abgestellt werden kann. Die offiziellen Parkplätze sind natürlich nicht umsonst, deshalb wird unsere Anliegerstraße gerne mal als Ausweichquartier für Autos aus ganz Deutschland und auch den Niederlanden genutzt, sehr zum Pläsier der Anwohner, natürlich.
Aber damit ist ja jetzt erstmal Schluss.
Schön, sollte man meinen, aber: Die Stadt malträtiert ihre Bewohner momentan mit immer neuen Parkverbotsschildern. Gestern wechselte man sogar 2x am selben Tag die Beschilderung...

Nun, es fing ganz harmlos an. Es gibt eine Mauer auf der einen Straßenseite mit bis zu 5 Parkmöglichkeiten (bei entsprechender Fähigkeit, seinen Wagen zu plazieren) und auf der anderen Seite einen Parkplatz. Eines schönen Tages tauchten an der Mauer Parkverbotsschilder auf mit dem Zusatz "15.11.2018 von 7 bis 12 Uhr". Ok, dachte ich, da bin ich ja sowieso unterwegs, stört mich nicht weiter.
Als ich nachmittags von der Arbeit zurückkehrte, standen die Schilder immer noch da, diesmal mit dem Zusatz "Werktags von 7 - 17 Uhr". Oha. Das ist natürlich schon schwieriger, denn meistens bin ich mittags daheim, mache eine Pause und fahre nachmittags nochmal los. Wohin jetzt mit dem Auto für die 2 Stunden?
Glücklicherweise bot eine Nachbarin, die eine Gastronomie betreibt, mir ein Plätzchen über Mittag auf ihrem Gästeparkplatz an, den ich dankend annahm. So weit, so gut. Gegen 18:00 Uhr stellte ich mein Auto dann wieder auf seinen gewohnten Platz an der Mauer ab, damit sie für ihre Gäste genug Parkfläche hat.
Auf Anfrage einer Nachbarin bei der Stadt mit Nachfrage nach der Dauer dieses Spielchens hieß es übrigens lapidar "Es dauert solange, wie es dauert." Nun, das kann man so ausdrücken, muss man aber nicht. Kein Mensch hier in der Straße weiss so genau, was das soll. Angeblich sollen Baustellenfahrzeuge hier ungestört durchfahren und durch ihre Überbreite keine Blockaden vorfinden, aber ... das tun sie nicht. Seit Mitte November sind hier genau 2 Fahrzeuge dieser Art durchgefahren und hätten auch ohne Parkverbot genügend Platz gehabt. Nunja, müssen sie selber wissen. Fans gewinnt man auf diese Art und Weise sicherlich nicht!
Überhaupt: Sie sperren die 5 Plätze an der Mauer und lassen den einen auf der anderen Straßenseite offen. Umgekehrt wäre es bestimmt cleverer gewesen und hätte nich soviel Unmut erzeugt...
Gestern erblickte ich erfreut, dass die Parkverbotsschilder mit orangenen Streifen durchge-X-t waren und stellte mein Auto an seinen Stammplatz. Man muss dazu sagen, dass an diesem und am nächsten Wochenende hier der Adventsmarkt stattfindet. Also: Wieder Touri-Alaaarm! Heisst normalerweise auch: Erledige früh morgens, was zu erledigen ist und ansonsten lass dein Auto stehen, sonst ist dein Parkplatz weg. Normalerweise auch ein Unding, seit Monaten versuchen wir übrigens, Anwohnerparkflächen zu beantragen, mit mäßigem Erfolg, nämlich gar keinem. Nervt auch, aber so ist es beinahe unerträglich.
Denn: Seit gestern abend sind die Parkflächen wieder komplett gesperrt, mit Androhung von Knöllchen und Abschleppung. Auch eine Art, mit seinen Bürgern umzugehen! So habe ich mein Auto jetzt wieder auf den Gästeparkplatz gequetscht, mal sehen, wie die Posse weitergeht. Ich werde berichten!
P.S.: Gerüchtehalber - denn was Genaues weiss man ja nicht! - soll diese Schikane noch bin mindestens Ende Januar, eher Ende Februar dauern. Und ich habe schon ein paar Anzeigen auf dem Wohnungsmarkt studiert....

Montag, 3. Dezember 2018

Adventszeit - was stimmt denn damit nicht?

Hallo, liebe Vorweihnachtswichtel und jene, die diese Zeit des Jahres mit seltsamen Bräuchen und Ritualen begehen. Es ist wieder so weit: Viele Menschen legen gerade wieder so richtig los mit blinkenden Lichterketten innen und außen, knorzigen rotbemantelten weißbärtigen Männchen, bunten Glas- oder Plastikkugeln und natürlich der obligatorischen Hatz auf das ideale Weihnachtsgeschenk!

Da ist es kein Wunder, dass auch die Macher der allseits unbeliebten Werbeindustrie auf dieses Jahresendzeitsthema eingehen und sich geradezu überschlagen mit kitschiger Reklame, nervigem Glöckchengebimmel, großen überraschten Kinderaugen und möglichst viel Kunstschnee.
Und natürlich der ebenso intensiven Jagd nach Sonderangeboten im Nahrungsmittelbereich. Seit einem gefühlten halben Jahr liegen in den Supermärkten und Discountern nun schon Lebkuchen, Zimtsterne, Dominosteine, Spekulatius und Dominosteine.
Und diese heimelig wirkenden Adventskalender, die uns die Wartezeit auf das Fest der Liebe verkürzen und versüßen sollen.
Diese Dinger sind in den letzten Jahren allerdings ganz schön eskaliert, oder? Wann sonst bezahlt man für ein paar hundert Gramm meist durchschnittlicher Schoki so um die 8 Euro? Nur weil ein bißchen Pappe und das in letzter Zeit durch die Verschmutzung der Weltmeere in die Kritik geratene Plastik drum herum verpackt wurden?
Oh, damit ist es ja noch nicht genug: Einst für Kinder gedacht, eskaliert der moderne Adventskalender mittlerweile in Form von  echten Kuriositäten, angefangen bei 24 verschiedenen Gewürzen über Teesorten, Kosmetikartikeln und - oh Sünde - auch Erwachsenenspielzeug für die ganz Verruchten....
 Jeden Tag eine kleine Freude, bis am 24. Dezember die große Überraschung blüht: Entweder ein leeres Girokonto oder ein voller Mülleimer oder ein paar Pfund zuviel auf den Hüften. Oder alles zusammen, in variabler Reihenfolge. Und während Santa Claus oder welches Fabelwesen auch immer mit Bergen von Geschenken von Schornstein zu Schornstein zieht, macht etwas später etwas weiter unten die örtliche Müllbeseitigung möglichst im gleichen Tempo die Runde.
Aber soweit sind wir ja noch lange nicht. Erstmal müssen noch 21 Türchen geöffnet werden!

In diesem Sinne wünsche ich Euch eine ruhige und besinnliche Adventszeit, und denke dabei mit Magengrummeln an die ansteigende Hektik in den Einzelhandelsgeschäften und im Straßenverkehr, auf den Parkplätzen und den Shopping Malls im Land.
Und denke mir einmal mehr, ob das wirklich der Sinn der Weihnacht sein kann, wenn sich völlig fremde Menschen wegen einem vermeintlichen Schnäppchen am Black Friday beschimpfen, sich gegenseitig Beulen in die Autos fahren wegen einem nach an der Supermarkttüre gelegenen Parkplatzes und auf der Jagd nach dem absoluten Superleckerlie zum Weihnachtsmenü Senioren an der Kasse verwünschen, weil sie ein bißchen zu lange nach Kleingeld kramen.
Weihnachten ist das Fest der Liebe, und ich für meinen Teil bin schon reich beschenkt, wenn ich diese Tage mit Leuten und Tieren verbringen darf, die ich mag und schätze und dabei auch noch gesund bleibe. Denn es gibt kaum etwas Wertvolleres. Da kann kein brandneues Smartphone oder eine Playstation/XBox/Whatever mithalten.
Weihnachten und die Zeit davor und danach ist das, was man selber draus macht.

Wichtelige Grüße vom
Copinchen!

Empfohlener Beitrag

Eine weihnachtliche Soap-Opera aus irgendeinem Mehrzweckstall im Münsterland! Die HauptdarstellerInnen: Mäxchen Romi aka "...