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Freitag, 1. Dezember 2017

Der Blogventskalender: Gedichte, Lieder, Kult & Kurioses!

Hallo, liebe Freunde des Jahresendzeitfinales mit Tannengeruch, Geschenkpapier, abgebrannte Adventskränze und Familienfeiern mit Gänsebraten, Klößen und Rotkohl!
Dieses Jahr gibt es hier wieder einen Adventskalender, leider sind die Türchen schon abgefallen, aber: Spicken gilt nicht, es wird (hoffentlich) jeden Tag was Frisches gepostet. Und los geht's mit einem tollen, aber auch nachdenklichen Gedicht von Erich Kästner, als dessen Fan ich mich bezeichne. Ich finde, es passt prima zum ersten Dezembertag. Viel Spaß beim Lesen!


Das Jahr ward alt. Hat dünnes Haar.
Ist gar nicht sehr gesund.
Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund.

Ist viel geschehn. Ward viel versäumt.
Ruht beides unterm Schnee.
Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt.
Und Wehmut tut halt weh.

Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin.
Nichts bleibt. Und nichts vergeht.
Ist alles Wahn. Hat alles Sinn.
Nützt nichts, dass man’s versteht.

Und wieder stapft der Nikolaus
durch jeden Kindertraum.
Und wieder blüht in jedem Haus
der goldengrüne Baum.

Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt,
wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt
und glaubst nicht mehr an ihn.

Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht:
„Das Jahr kennt seinen letzten Tag,
und du kennst deinen nicht.“

(Erich Kästner)

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