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Dienstag, 20. Dezember 2016

Das jähe Ende der Besinnlichkeit - Je suis Berlin...

Die Bilder, die uns seit gestern abend durch die Medien fluten, sind grausam.

Man nehme einen friedlichen Weihnachtsmarkt, wo man sich trifft, um in einer adventlichen Atmosphäre zu klönen, zu lachen, bei einer Bratwurst oder auch einem veganen Bratapfel und Glühwein zusammen zu sein, zu lachen und einfach den Flair einzuatmen. Um vielleicht noch ein wenig Christbaumschmuck oder ein nettes Geschenk zu erwerben. Oder einfach nur herüberzuschlendern, nach Feierabend, um den nahe gelegenen Bahnhof Zoo zu erreichen, um dann mit den Öffis nach Hause zu fahren. Einen Weihnachtsmarkt in einer der größten Städte Deutschlands, die von eben jener Hektik geprägt werden, der man hier zu entfliehen versuchte.

Die Meldungen, die uns seit gestern abend erreichen, sind unerträglich.

 Der Weihnachtsmarkt ist ein typisch deutscher Bestandteil der Vorweihnachtszeit, um all diese Dinge, die eben jenen Advent zu dem machen, was er ist, genießen zu können. Eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten und auch auf den nahenden Jahreswechsel, um am Ende eines eventuell arbeitsamen und hektischen Jahres einfach mal innezuhalten und zu entspannen. Etwas, was wir uns verdient haben. Lachen, klönen, Leute treffen, es sich mal gut gehen lassen. Oder einfach nur bummeln, sich treiben lassen, sich inspirieren lassen.

Die Nachrichten, die seit gestern abend ständig aktualisiert werden, sind erschreckend.

Der Weihnachtsmarkt mit seinen Buden, aus denen verschiedene köstliche Gerüche und natürlich auch weihnachtliche Melodien strömen, die stimmungsvolle Beleuchtung, zum Teil auch gerne mal übertrieben kitschig, laden zum Verweilen ein. Sie bereiten ein behagliches Gefühl und weisen darauf hin, dass es nicht mehr lange hin ist bis zum Weihnachtsfest, dem Fest der Liebe, der Nächstenliebe, der Geschenke, der freien Tage mit Familie und Freunden. Zeit ist das Wertvollste, was man einander schenken kann, denn wir haben nur eine begrenzte Menge davon. Die Werbeindustrie weist heuer auch gerne darauf hin, dass es die miteinander verlebte Zeit ist, die Erinnerungen erzeugt, die man nicht mehr missen möchte. Unwiederbringlich, so eine miteinander verbrachte Zeit, vor allem, wenn es eine schöne Zeit ist oder war. Mit Zufriedenheit und Geborgenheit, also zwei Zuständen, die zuweilen schwer zu erreichen und deshalb für jeden Menschen erstrebenswert sind.

Mit einer einzigen Amokfahrt oder besser Anschlagsfahrt machen humanoide Bestien diesen Advent in Deutschland kaputt.
Das Ende der Besinnlichkeit ist jäh und abrupt. Schockierend. UNFASSBAR.

Sie haben den Advent, der eigentlich ein Grund zum Feiern ist, mit einem (An)schlag in seine Atome zerbröselt.

Sie machen den Advent (eigentlich Adventus Domini = lat. für "Zeit für die Ankunft des Herrn") zu einer Zeit der Trauer. Dieser 19. Dezember 2016 wird für alle Zeiten in den Köpfen der Menschen, die den Advent begehen, die die Weihnachtsmärkte bevölkern, als Unglückstag mit Toten und Schwerstverletzten in Erinnerung bleiben. Eine schreckliche Erinnerung in einer Zeit, in der schöne Erinnerungen gesammelt werden sollten, um sich vom vergangenen Jahr zu erholen und Kraft für das neue Jahr mit allen seinen Anforderungen zu sammeln.
Es ist eine Tragödie. Meine Gedanken sind bei den Todesopfern, den Verletzten und deren Freunde und Angehörige, mit denen sie nur eine schöne Zeit auf einem wohlduftenden Weihnachtsmarkt teilen wollten. Zeit miteinander verbringen.
Ich weine bei dem Gedanken Tränen der Trauer.
Und Tränen der Wut auf diejenigen, die diesen Anschlag verübt haben.
Menschen sind das nicht mehr. Es sind Bestien in Menschengestalt.

In Trauer
euer erschüttertes
Copinchen




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