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Freitag, 9. September 2016

Verkehrsrowdys!

Oh man. Nach so einer Arbeitswoche bin ich ja meistens echt grundgenervt, denn: Die allgemein gültigen Verkehrsregeln scheinen nicht für jedermann bzw. -frau zu gelten! Dabei gebe ich mir immer die allergrößte Mühe, aufmerksam und vorausschauend meine Passagiere von a nach b zu bringen. Leider gibt es aber immer wieder VerkehrsteilnehmerInnen, denen es anscheinend völlig wurscht ist, ob eine Ampel nun rot leuchtet oder grün, ob man jemanden überholen kann oder ob die Stelle dafür eher ungünstig ist oder ob sie nun auf einer vorfahrtsberechtigten Straße fahren oder eben nicht. Kurz: Ob sie fahren dürften oder nicht, scheißegal, sie fahren einfach! Wird schon klappen, irgendwie!
Beispiel: Überholen. Wie schon bekannt, fungieren einige der landwirtschaftlichen Nutzmaschinen hierzulande auch als sog. Safety Car, das ist jenes Auto in der Formel 1, was das Feld der Rennautos und ihrer punktegierigen Fahrer zusammenhält, wenn eine Stelle z.B. aufgrund eines Unfalls mit einem anderen Rennauto unpassierpar oder gefährlich geworden ist, weil Teile herumliegen oder der Bergungskran auf der Strecke stehen muss. Damit nichts schlimmeres passiert, fährt ein schicker PKW vor der Meute her und natürlich herrscht dabei absolutes Überholverbot sowie ein Tempolimit! Vernünftige Maßnahme, finde ich.
Hier im Münsterland sowie in anderen ländlichen Gegenden muss man stets damit rechnen, dass sich unter den vielfältigen Verkehrsteilnehmern auch der eine oder andere Traktor, mit Mähwerk oder schwerem Güllefass dahinter, unter die bunte Horde der LKW-, Auto- und Zweiradfahrer mischt. Ein Traktor hat sehr oft mehr PS aufzubieten als die meisten der anwesenden Autos und Motorräder, allerdings unterscheidet man sich in punkto Geschwindigkeit doch sehr, auch wenn manch ein Landwirt das nicht so angenehm findet!
Der Traktor plus das, was dahinter angehängt wird, fährt zwischen 30 und 50 Km/h, während der eine oder andere Autofahrer mit seinem oft hochpreisigem Gefährt liebend gerne das Doppelt - wenn nicht gar Dreifache auf den Asphalt brennen will.
Zu deren Leidwesen sind viele der Strecken hier in der Region kurvenreich, so dass ein Überholvorgang nicht immer so endet wie gewünscht, denn natürlich ist auf der Gegenstrecke die Rennsaison ebenfalls eröffnet. Gefährlich ist es allemal, denn.... siehe oben.
Traktoren  und deren Fahrer sind in der Rush-Hour und ausserhalb natürlich auch also ungefähr so beliebt wie ein Furunkel am Allerwertesten, und so macht sich manch einer seinem Ärger, über Gebühr von so einem Monster auf unter 40 km/h zwangsgedrosselt zu werden, je nach Temperament geradezu mit einem Harakiri-Überholmanöver auf quietschenden Reifen und mit aufheulendem Motor Luft. Und die 8 bis 13 hinter ihm Fahrenden tun es ihm oft gleich und dabei ist es dann auch völlig zweitrangig, ob ihnen jemand entgegenkommt oder nicht! Sie haben schließlich lange genug auf ihren Temporausch verzichtet, meist sogar länger als 5 Minuten! Unfassbar!
Denn irgendwann haut auch der langsamste Traktor vor der Meute ab und begibt sich wieder in sein artgerechtes Gefilde, meist ein Acker oder ein Bauernhof.
Völlig idiotisch ist es auch, 150 Meter vor einem Kreisverkehr einen LKW zu überholen, von dem man ahnen könnte, dass er die Abfahrt Richtung Autobahn nehmen wird, und man selbst eben nicht. Ist das denn so schlimm, mal kurz runterzuschalten und ein paar Hundert Meter hinter dem Laster herzutuckern! Ein Frontalunfall mit über 100 km/h hält viel länger auf, soviel steht schon mal fest. Von Motorrädern und ihren Piloten will ich hier gar nicht erst anfangen, beinahe jeder Führerscheininhaber kennt die Bilder aus den Medien, wenn wieder mal einer buchstäblich vom Asphalt gekratzt werden musste und ich nenne manche, die wirklich durch rücksichtsloses Agieren auf den Bundesstraßen auffallen, im Stillen für mich "Organspender" und hoffe, sie haben ihren entsprechenden Ausweis dabei, um wenigstens zum Finale nochmal etwas Gutes an der Menschheit zu vollbringen.
Noch ein paar Worte über die sog. Vorfahrtsregeln: Also ich meine mich erinnern zu können, dass man auf einer Straße mit dem netten viereckigen, gelb-weissen Schildern Vorrang vor FahrerInnen hat, deren Straßeneinmündung ein dreieckiges, rot-weisses Schild ziert. Aber ich bin mir nicht mehr so sicher, ob das nicht geändert wurde in "Wer das fetteste und teuerste SUV fährt, hat automatisch Vorrang vor allen anderen" oder so ähnlich. Muss nochmal nachfragen, langsam fällt es auf. Und nicht nur mir.
Zum Schluss noch etwas zur Handynutzung am Steuer: Pokémon GO heisst deshalb Pokémon GO, weil man sich für die Jagd auf die niedlichen kleinen Monster zu Fuss begeben sollte. Sonst würde das Spiel "Pokémon DRIVE" heißen. Nur mal so als Anmerkung.

Puh, jetzt hab ich mir ein wenig Luft gemacht und es geht mir gleich besser. Danke fürs Zuhören! ;-)

Liebe Grüße
euer gestresstes
Copinchen!

1 Kommentar:

  1. ... hat wieder ausgesprochen Spaß gemacht, obwohl Du die Wahrheit auf den Punkt beschreibst.

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