Mittwoch, 28. Dezember 2016

After-Advents-Adventure Vol. V.: Ein wahrlich bunter Haufen!


Huhu, ich bin's mal wieder, eure bezaubernde Jeannie! Leider kann ich euch erst jetzt die Fortsetzung des Advents-Adventures liefern, ich hoffe, das ist nicht allzu schlimm. Deshalb ist das jetzt auch das AAA - das After-Adents-Adventure. Dafür geht es jetzt aber auch wirklich weiter!
Und zwar wie folgt:

Der Einohrige musterte uns immer noch eindringlich, während eine dreifarbige Dame hastig zum Futternapf, der in einer Ecke stand, sprang und ebenso hastig dessen Inhalt in sich reinfutterte. Sie hatte wohl Angst, wir fressen ihr was weg, aber davon waren wir meilenweit entfernt. Schließlich hatte uns das Zweibeiner-Fressen überhaupt in diese Lage gebracht, aber das konnte sie ja nicht wissen. Nun füllte ihr Knuspern und Mampfen den Raum aus, während eine langhaarige, cremefarbene Schöne sie mit ihren blauen Augen missbilligend musterte.
"Rani, hast du Angst, dass eine Hungersnot ausbricht? Wo bleiben deine Manieren? Contenance, s' il vous plait!" rümpfte sie ihr etwas kurz geratenes Näschen. Sie saß, nein, thronte auf einem roten Kissen ziemlich weit oben im Kratzbaum, so dass sie den ganzen Raum überblicken konnte. Und wahrscheinlich die Gouvernante von dieser bunten Truppe mimte.
"Mimi, misch dich nicht immer in Dinge ein, die dich nix angehen. Du und dein vornehmes Getue immer! Ich fresse, weil ich Hunger habe, ok?" entgegnete die Gescholtene.
"Ach Rani, ruiniere dir nur deine Figur. Gerade bei deiner Farbgebung und Zeichnung wirken Katzen gerne mal fett! Und welcher Zweibeiner möchte schon eine fette Katze adoptieren? Also, ich kenne nur welche, die auf Modelmaße stehen. So wie bei mir halt."  Mit diesen Worten erhob sich Mimi langsam, streckte die Vorderbeine aus, reckte sich und gähnte einmal herzhaft, machte einen Buckel und streckte dann - elegant wie eine Ballerina im TüTü, einmal das linke und dann das rechte Hinterbein nach hinten raus. Dann sprang sie leichtfüßig die Katzentreppe hinunter, begab sich zum Wassernapf und süppelte ein wenig daraus. Mit einem Tempo, das wir der puscheligen Mimi niemals zugetraut hätten, sprang sie wieder auf ihre Aussichtsplattform und begann, sich ausgiebig das Gesichtchen zu putzen. Nach dieser Prozedur schniefte sie einmal Luft durch ihre kurze Nase, blinzelte uns an und näselte: "SO speist eine Dame zu Mittag. Und nun excuzes moi, ich halte jetzt mein Schönheitsschläfchen. Was ich jedem hier im Raum ebenfalls empfehlen würde, incidemment. Au revoir, meine Lieben!"
Und schon schlüpfte die Dame des Hauses in eine der Katzenhöhlen auf dem Kratzbaum. Man hörte noch ein kurzes, atemloses Schnurren und dann ein leises Schnarchen aus der Höhle.
Mein Bruder und ich schauten uns an. Wo waren wir denn hier gelandet?
Übrigens schien diese kleine Conversation meinen Bruder ein wenig auf die Sprünge geholfen zu haben. Er war längst unter meinem Hinterbein wieder hervorgekommen und saß neben mir. Äußerst interessiert betrachtete er nun Rani, die ihre Mahlzeit noch nicht beendet hatte. Anscheinend gefiel ihm ihre interessante, dreifarbige Fellzeichnung. Vorsichtig, aber dennoch neugierig schob er seine kleine schwarze Nase in Richtung Futternapf und schnupperte.
"Man nennt sie übrigens 'Glückskatzen' ", warf der einohrige Zausel, der dem Gespräch ebenso amüsiert gelauscht hatte wie die anderen Katzen im Raum, ein.
"Ich KANNS nicht mehr HÖREN!" rief Rani mit vollem Mäulchen. "Bisher hatte ich nicht besonders viel Glück, findest du nicht?!"
"Sei nicht so negativ. Glückskatzen sind niemals negativ. Du hast ein Dach über dem Kopf und was zu fressen. Viel zu fressen. Es könnte schlimmer sein!"
Er neigte seinen Riesenkaterkopf hinunter zu uns und raunte leise: "Wisst ihr, manche Katzen wissen einfach nicht zu schätzen, was es bedeutet, immer eine kleine Leckerei vorzufinden. Die Zweibeiner sind nicht so schlecht, wie Rani immer behauptet. Sonst gäbe es dieses Tierheim doch gar nicht, oder?"
Entsetzt starrte ich auf sein fehlendes Ohr und mir dämmerte nun endlich, wo wir gelandet waren.
Im Tierheim!
Na bravo.
Da, wo die armen Tiere manchmal monatelang auf ein neues Zuhause warteten, weil sie aus ihrem alten Zuhause plötzlich rausgeworfen wurden oder wegen schlechter Behandlung selber weggelaufen waren. Mama hatte uns auch von diesem Ort erzählt. Das schlimmste in ihrer Schilderung war allerdings das ständige Eingesperrtsein und Besichtigtwerden durch die gläserne Tür zum Katzenzimmer. Wahrlich ein schrecklicher Gedanke, der mir einen eisigen Schauer über den Rücken jagte. Ab sofort wünschte ich mir, unsichtbar zu sein.
Der Einohrige schien meine Gedanken lesen zu können, oder mein Gesichtsausdruck hatte ihm verraten, was gerade in mir vorging. Plötzlich legte er sich vor uns nieder, schnurrte bedächtig durch seine 3 verbliebenen Barthaare und blinzelte uns versöhnlich an. Es hätte nur noch gefehlt, dass er sich eine Tabakpfeife angezündet hätte.
Vertraulich streckte er uns eine seiner gewaltigen Vorderpfoten entgegen.
"Ihr seid in Sicherheit und das ist das Wichtigste", brummte er mir ins Ohr. "Ich schätze diesen Ort nur aus dem Grund, weil die wirklich schlimmen Zweibeiner nicht hier sind, sondern draußen. Aber dafür sind sie draußen öfter anzutreffen. Ihr müsst verstehen, die Leute hier wollen euch nichts Böses, die wollen, dass es euch gut geht und ...und... und dass ihr Beiden ein schönes neues Zuhause findet bei Zweibeinern, die euch lieb haben und mit euch spielen und euch immer das beste Futter servieren. Die sich freuen, nur weil ihr bei ihnen seid. Und dafür tun die hier eine ganze Menge!"
Ich schaute ihn an, mein Bruder schaute ihn an. Ein Leben ohne Freiheit soll toll sein? Einfach nur leben, um Zweibeiner zu bespaßen? War das sein Ernst? Ich hätte ihn für schlauer gehalten, ehrlich gesagt.
"Ihr zweifelt, ne? Ihr seht mich und meine Gestalt und denkt euch, der alte Rufus ist total übergeschnappt. Aber hey, ich hatte mal ein tolles Zuhause bei einem älteren Zweibeiner. Ich bin den ganzen Tag und die halbe Nacht draußen herumgestrolcht und wenn ich abends hereinkam, war mein Napf frisch gefüllt mit dem Besten vom Besten. Danach wurde ich eine halbe Stunde gekrault oder auch eine ganze und dann wurde die Tür wieder für mich aufgemacht und ich ging raus oder nicht. Ach, das "Tür auf-Tür zu" Spiel kennt ihr ja noch gar nicht? Es ist köstlich, ein Heidenspaß für jede Miezekatze!"
Er lachte laut auf bei der Erinnerung an diese Schelmereien, die ich ihm durchaus zutraute. Und lächelte ein ganz klein wenig.
Rufus - endlich erfuhren wir also auch seinen Namen - kriegte sich gerade gar nicht mehr ein vor Lachen. Es dröhnte durch den ganzen Raum, bis es von einem kleinen Stimmchen aus der unteren Kratzbaumetage unterbrochen wurde: "PSSSSSST! Leise! Sonst wacht Mimi wieder auf und hält uns wieder Vorträge!"
Ein kleiner roter Kater hatte sein Köpfchen aus einer der Höhlen gesteckt und uns darauf aufmerksam gemacht, dass es wirklich besser wäre, Mimi weiter schlafen zu lassen. Weil alle anderen betreten schwiegen und mit dem Kopf nickten, schien das wirklich das Beste zu sein.

Und ob Rufus Lachanfall die Prinzessin nun wirklich aus dem Schlaf gerissen hat, wie mein Bruder auf die hübsche, aber etwas mollige Rani reagiert und wie die Geschichte weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Teil. Coming soon!

Es grüßt euch
eure bezaubernde Jeannie!

Niemand süppelt so elegant sein Wasser wie Prinzessin Mimi, die Perserdame! ;-)

Sonntag, 25. Dezember 2016

Ein frohes und friedliches Weihnachtsfest....

... wünschen euch, liebe LeserInnen, alle Hauptakteure in diesem Blog, die da heißen:

Mäxchen, das investigative Shetty 

Romi, der Große Tollpatsch 

Lotti & ihre muhende Paarhuferfamilie

Susi, die Stallkatze und ihre neuen Gefährten

Keiko, der hübsche rote Pflegekater

Alice, die freche kleine Pflegekatze

Carlchen, der genauso hübsche Pflegekater

die bezaubernde Jeannie

&  natürlich euer Copinchen! 


Wir hoffen auf viele neue und ältere Anekdoten im neuen Jahr und freuen uns immer über euren Besuch! :-)

Schnee mag Jeannie ja nich' so gerne...


Keiko - frisch eingetroffen

Romi, heute mal  ganz seriös

Mäxchen nach dem Bloggen mit Romi auf der Weide!

Alice hat mich  ganz schön auf Trab gehalten.

Und die bezaubernde Jeannie auch.

Kuk-kuk Carlchen! :-)

Carlchen hat auch immer sein Tellerchen leer gemacht!
 

Dienstag, 20. Dezember 2016

Das jähe Ende der Besinnlichkeit - Je suis Berlin...

Die Bilder, die uns seit gestern abend durch die Medien fluten, sind grausam.

Man nehme einen friedlichen Weihnachtsmarkt, wo man sich trifft, um in einer adventlichen Atmosphäre zu klönen, zu lachen, bei einer Bratwurst oder auch einem veganen Bratapfel und Glühwein zusammen zu sein, zu lachen und einfach den Flair einzuatmen. Um vielleicht noch ein wenig Christbaumschmuck oder ein nettes Geschenk zu erwerben. Oder einfach nur herüberzuschlendern, nach Feierabend, um den nahe gelegenen Bahnhof Zoo zu erreichen, um dann mit den Öffis nach Hause zu fahren. Einen Weihnachtsmarkt in einer der größten Städte Deutschlands, die von eben jener Hektik geprägt werden, der man hier zu entfliehen versuchte.

Die Meldungen, die uns seit gestern abend erreichen, sind unerträglich.

 Der Weihnachtsmarkt ist ein typisch deutscher Bestandteil der Vorweihnachtszeit, um all diese Dinge, die eben jenen Advent zu dem machen, was er ist, genießen zu können. Eine Vorbereitungszeit auf Weihnachten und auch auf den nahenden Jahreswechsel, um am Ende eines eventuell arbeitsamen und hektischen Jahres einfach mal innezuhalten und zu entspannen. Etwas, was wir uns verdient haben. Lachen, klönen, Leute treffen, es sich mal gut gehen lassen. Oder einfach nur bummeln, sich treiben lassen, sich inspirieren lassen.

Die Nachrichten, die seit gestern abend ständig aktualisiert werden, sind erschreckend.

Der Weihnachtsmarkt mit seinen Buden, aus denen verschiedene köstliche Gerüche und natürlich auch weihnachtliche Melodien strömen, die stimmungsvolle Beleuchtung, zum Teil auch gerne mal übertrieben kitschig, laden zum Verweilen ein. Sie bereiten ein behagliches Gefühl und weisen darauf hin, dass es nicht mehr lange hin ist bis zum Weihnachtsfest, dem Fest der Liebe, der Nächstenliebe, der Geschenke, der freien Tage mit Familie und Freunden. Zeit ist das Wertvollste, was man einander schenken kann, denn wir haben nur eine begrenzte Menge davon. Die Werbeindustrie weist heuer auch gerne darauf hin, dass es die miteinander verlebte Zeit ist, die Erinnerungen erzeugt, die man nicht mehr missen möchte. Unwiederbringlich, so eine miteinander verbrachte Zeit, vor allem, wenn es eine schöne Zeit ist oder war. Mit Zufriedenheit und Geborgenheit, also zwei Zuständen, die zuweilen schwer zu erreichen und deshalb für jeden Menschen erstrebenswert sind.

Mit einer einzigen Amokfahrt oder besser Anschlagsfahrt machen humanoide Bestien diesen Advent in Deutschland kaputt.
Das Ende der Besinnlichkeit ist jäh und abrupt. Schockierend. UNFASSBAR.

Sie haben den Advent, der eigentlich ein Grund zum Feiern ist, mit einem (An)schlag in seine Atome zerbröselt.

Sie machen den Advent (eigentlich Adventus Domini = lat. für "Zeit für die Ankunft des Herrn") zu einer Zeit der Trauer. Dieser 19. Dezember 2016 wird für alle Zeiten in den Köpfen der Menschen, die den Advent begehen, die die Weihnachtsmärkte bevölkern, als Unglückstag mit Toten und Schwerstverletzten in Erinnerung bleiben. Eine schreckliche Erinnerung in einer Zeit, in der schöne Erinnerungen gesammelt werden sollten, um sich vom vergangenen Jahr zu erholen und Kraft für das neue Jahr mit allen seinen Anforderungen zu sammeln.
Es ist eine Tragödie. Meine Gedanken sind bei den Todesopfern, den Verletzten und deren Freunde und Angehörige, mit denen sie nur eine schöne Zeit auf einem wohlduftenden Weihnachtsmarkt teilen wollten. Zeit miteinander verbringen.
Ich weine bei dem Gedanken Tränen der Trauer.
Und Tränen der Wut auf diejenigen, die diesen Anschlag verübt haben.
Menschen sind das nicht mehr. Es sind Bestien in Menschengestalt.

In Trauer
euer erschüttertes
Copinchen




Mittwoch, 14. Dezember 2016

Advents-Adventure Vol.IV - Vier Wände und ein Einohriger!

Was bedeutet "Freiheit"? Ist es ein Zustand oder nur ein Gefühl? Verantwortung für sich und/oder andere übernehmen, die dann wiederum nicht mehr ganz so frei sind? Selbstbestimmung?
Freiheit ist etwas, worum es sich zu kämpfen lohnt. Jederzeit und überall.

...und so geht die Geschichte weiter:

Mein Bruder und ich saßen völlig verstört in unserem Transportkorb, das gerade Erlebte musste erstmal ein wenig sacken. Immerhin hatte man uns ein wenig von dem köstlichen Futter hingestellt, aber mal ganz ehrlich: Uns beiden war der Appetit gründlich vergangen, Wir starrten die Gittertüre an, als wollten wir sie hypnotisieren, auf dass sie einfach so aufspränge und wir zurück zu Mama laufen konnten. Aber den Gefallen tat sie uns leider nicht.
Wieder Motorengeräusche, wieder ein- und ausladen, wieder das schwankende Gefühl des Getragenwerdens. Es wurde einfach nicht besser und es kam mir mittlerweile vor wie ein Alptraum. Vielleicht lagen wir ja doch am kuscheligen Bauchfell von Mama und träumten all' dies einfach nur? Wie schön wäre es, einfach wieder aufzuwachen und alles wäre wie immer!
Mein Bruder schien genauso zu empfinden und rückte noch näher an mich ran, schloss die Augen und maunzte leise, wohl in der Hoffnung, dass Mama ihn gleich am Schlafittchen packen und in unseren Unterschlupf tragen würde. Hach, er war noch so babyhaft, ein bißchen unselbstständig und auch noch kleiner als ich. Mama hat ihn am liebsten gehabt, weil sie ihn immer an die beste Zitze schob, ihn am ausführlichsten abgeleckt und ihm am ausdauerndsten beschnurrt hatte.
Ich wiederum war dann wohl das "Bad Girl" des Wurfes. Immer sah ich ihre vorwurfsvoll angehobene Augenbraue vor meinem geistigen Auge, wenn ich mal wieder eine Mäusejagd durch Herumzappeln verdorben oder einfach auch nur einem Geschwisterchen eine mit der Pfote gelangt hatte, weil ich auch mal an eine der vorderen Zitzen wollte, die am Ergiebigsten zu sein schienen. Ihr leises Knurren machte mir sehr bald schon klar, dass ich nicht gerade ihre Traumtochter darstellte. Natürlich war sie immer um mich herum, als ich noch kleiner war und kümmerte sich vorbildlich um mich, aber halt immer mit dieser leisen Missbilligung in Gestik und Mimik.
Mein Bruder begann plötzlich laut zu schnurren und wie alle Katzenfreunde wissen, ist das nicht unbedingt ein Ausdruck von Wohlbehagen, sondern auch von Stress und Angst, gerade bei jungen Katzen. Das soll das Gegenüber besänftigen, egal ob es sich um einen sichtbaren oder um einen imaginären Gegner handelt. Es setzt auch instinktiv ein, wenn eine Situation schwer einzuschätzen ist und ein mulmiges Gefühl auslöst.
Unser Korb wurde wieder aus dem Auto gehoben, es folgten ein paar schwankende Meter und nun endlich wurde er abgestellt und die Decke gelüftet. Wir hatten wieder freie Sicht auf die Aussenwelt!
Und wir wären ja keine Jungkätzchen, wenn wir nicht extrem neugierig auf diese neue Umgebung wären, oder? Vielleicht geht es ja gleich wieder raus in die Freiheit!
Aufgeregt kaute ich an einer Vorderkralle, mein Bruder versteckte sich hinter mir, und beobachtete wieder das Gittertürchen. Diesmal kamen keine Tentakelfinger herein, es lauerte keine Weisskittelzweibeinerin auf uns, und es würde wohl auch nicht wieder gepiekst werden. Hurra! Die Finger machten sich am Gittertürchen zu schaffen und nach einem endlos lange scheinenden Moment sprang das Ding tatsächlich auf. Aufgeregt sträubten sich mir die Nackenhaare und auch die auf dem Rücken. Das ist immer ganz gut, weil man dann größer und kräftiger wirkt, denn: Es roch nach Katzen! Vielen anderen Katzen!
Waren wir wieder zurück in der Kolonie? Würde Mama um die Ecke hocken und auf uns warten? Gleich würden wir es wissen!
Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und tappte aus dem Transportkorb heraus, den Bruder im Schlepptau, und gleich blickte ich in das getigerte Gesicht eines mächtigen Katers, der direkt auf uns zukam. Ich blieb stehen und schaute mich blitzartig um. Das war auf keinen Fall unser Zuhause!
Der Boden war warm und weich, es lagen Plüschmäuse und Bällchen herum und mittendrin ein langer Stofftunnel, der ziemlich mitgenommen aussah. Und nun nahm ich auch wahr, dass wenigstens 10 Paar Katzenaugen auf uns gerichtet waren, die einen gleichgültig, die anderen interessiert und einige auch eher unfreundlich.
Und das schlimmste: Um uns herum waren vier Wände und eine geschlossene Tür! Wir konnten gar nicht raus in die Natur, in die Freiheit, in unser Zuhause.... wir waren gefangen.
Der große Tiger war stehengeblieben und gab uns Zeit, uns zu orientieren. Sein Blick war nicht unfreundlich, sondern eher gutmütig. Als mein Blick schließlich länger auf ihm hängenblieb, fiel mir auf, dass er nur noch ein Ohr besaß, seine Nase hatte komische Flecken, es fehltem ihm fast sämtliche Schnurrhaare bis auf ein paar Stacheln und das vorhandene Ohr wies ebenfalls Risse und Zacken auf. Außerdem war sein Schwanz unnatürlich abgeknickt und er hinkte. Denn jetzt setzte er sich wieder in Bewegung und kam auf uns zu, eine Hinterpfote kaum belastend.
Fast wäre mein Brüderchen bei diesem abenteuerlichen Anblick eines Artgenossen unter mich gekrabbelt, um sich zu verstecken. Weil dies aber nicht klappte, versuchte er mit einem Satz in den Rascheltunnel zu türmen. Nur raus aus dem intensiven Blick aus den blitzgrünen Augen des Tigers!
Ich für meinen Teil hielt diesem Blick stand, ich schaute zurück, bis ein Fauchen und Rascheln mich zusammenzucken ließ. Der Tunnel war schon besetzt und mein Brüderchen wurde quasi im hohen Bogen rausgeschmissen!
"So läuft das aber nicht, Gringo! Ich hab hier reserviert, hömma!" rief eine empörte Katzenstimme aus dem Plüscheingang des Tunnels. Es folgte ein Stoffbällchen und ein langgezogenes Fauchen und mein Bruder versteckte sich nun unter meinem buschigen Schwanz und wimmerte leise.
"Psst! Die tun dir nix!" versuchte ich zu beschwichtigen, aber der Kleine zitterte am ganzen Körper. Soviel Gegenwind war er einfach nicht gewohnt!
Der Tiger schaute nun nicht mehr freundlich, sondern eher amüsiert auf uns herunter. Er war sehr groß und hatte plüschiges Fell und davon viel. Er hob eine Pfote, rieb sich damit über die Lefze und kam noch näher. Seine erst starren Augen verzogen sich nun ebenfalls zu einem Grinsen, was mit seinem einzelnen Ohr wirklich skurril wirkte.
"Halloo", sagte er plötzlich mit einer wahnsinnig tiefen Stimme. "Ihr seid aber wirklich zu niedlich, ihr zwei. Niedliche kleine schwarze Kätzchen."
Er versuchte nun, einen Blick auf meinen Bruder zu erhaschen, der mit fest geschlossenen Augen laut schnurrend unter meinem Hinterbein verharrte.
"Niedliche kleine ängstliche schwarze Katzen!" brummte der Tiger nun.
"Ich habe keine Angst vor dir!" behauptete ich plötzlich mit fest klingender Stimme und ließ nun ebenfalls meine Augen aufblitzen. Auch wenn dem ganz und gar nicht so war. Aber wenn Mama mich eins gelehrt hatte, dann war das: Tapfer sein oder zumindest tapfer erscheinen.
"Huch!" machte der Tiger etwas spöttisch. "Eine kleine Revoluzzerin." Es folgte eine kleine Kunstpause und dann: "Ihr seid wirklich ein niedliches Gespann. Aber klein. Sehr klein sogar. Aber das macht nichts."
Dem amüsierten Gesichtsausdruck folgte nun ein sehr langsames Blinzeln. In der Katzensprache heisst das: Du bist ok, ich mag dich. Es ist ein Lächeln auf Katzenart.
Natürlich erwiderte ich das Blinzeln, auf die gleiche Weise. Mit dem Hinterbein schubste ich meinen Bruder hervor: Er wird uns nicht fressen, komm raus und blinzele ihm gefälligst auch zu, Kleiner!
So kam es, dass wir unter den Blicken der gesamten Katzenbande mitten in einem Zimmer (meh!) saßen und mit einem verwegen ausschauenden Riesenkater mit Wuschelpelz Blinzeler austauschten.
Würde dieses Ereignis unsere Situation entscheidend verbessern? Wo waren wir überhaupt gelandet und was würde als nächstes passieren? Und wo waren eigentlich diese Zweibeinerinnen hin, die uns das hier erst eingebrockt hatten?
Fragen über Fragen, die wohl in der nächsten Folge vom Advents-Adventure sicherlich einige Antworten finden würden!
 Bleibt gespannt, es geht bald schon weiter!

Liebe Grüße
eure Revoluzzer-Jeannie!


Was kommt denn heut' abend im Fernsehen?



Mittwoch, 7. Dezember 2016

Advents-Adventure Vol.III: Von Sprachen, Tentakeln und Pieksern!

... und so geht die Geschichte weiter:

Nach einer gefühlt schier endlos dauernden Fahrt durch die Dunkelheit hielt der Wagen nun an. Mein Bruder und ich rückten noch näher aneinander und genau wie bei mir fuhr immer wieder ein Zittern durch seinen Körper. Wir hatten beide nicht nur ein mulmiges Gefühl im Bauch, wie etwa nach einer besonders langen und intensiven Schimpftirade von Mama beispielsweise, sondern wir hatten Angst. Richtig Angst. So wie noch nie in unserm noch nicht allzu lange dauernden Leben.
Bei Mama waren wir in Sicherheit, das wissen kleine Katzen instinktiv und die richtige, echte Mama ist durch nichts zu ersetzen.
Mama erzählte uns schnurrend Gutenachtgeschichten, während wir uns ihre köstliche Muttermilch schmatzend schmecken ließen, und dennoch passte sie dabei auf wie ein Luchs, dass sich niemand unserem Unterschlupf näherte. Dieses Gefühl der Geborgenheit prägte uns als Familie, es ließ uns selbstbewusst und beinahe auch ein wenig frech werden, weil: Uns kann ja keiner was! Mama passt auf, da nehmt euch bloß in Acht! Mit ihr ist manchmal wirklich nicht gut Kirschen essen!
Warum haben wir bloß nicht auf sie gehört, als sie uns warnte? Sie hatte ja schließlich recht! Und auch wenn sie ihre Erzählungen möglicherweise etwas phantasiereich ausgeschmückt hatte, im Kern war da ja viel Wahres - OH!
Plötzlich wurde die Decke, mit der unser Transportkorb abgedeckt wurde, gelüftet und zwei neugierige Augenpaare lugten durch das Gitter. Zweibeiner-Augenpaare, gefolgt von Fingern, die so weit es ging durch die Gittermaschen gesteckt wurden.
Mein Bruder und ich waren schon in der hintersten Korbecke und jetzt noch ein bisschen dichter an die Wand gepresst. Diese Finger schienen immer länger zu werden, beinahe so wie die Tentakel eines Oktopus, und  wollten uns offenbar berühren. Wir glitschten an der Rückwand des kleinen Korbes hin und her, wie wir nur konnten. Und dann kamen auch noch Finger von oben und eine Stimme ertönte:
"Oooooohhh zwei kleine Schwarze! Die sehen sich ja ähnlich wie ein Ei dem anderen! Und noch keine 10 Wochen alt, so klein, wie die sind!"
Und zu uns gewandt, mit süßlicher Stimme:
"Na kommt mal her, ihr kleinen Strolche! Ihr seid in Sicherheit, ihr braucht keine Angst zu haben. Kommt! Kommt!"
Was viele Zweibeiner ja noch gar nicht wissen: Wir Katzen sind instinktiv in der Lage, Sprachen aller Art  - auch die der Zweibeiner - zu verstehen, sofern die Körpersprache dazu übereinstimmt. Falls ihr euch mal gewundert habt, warum eure Mieze schon längst ahnte, dass ihr kein Leckerlie, sondern eine Wurmkur in der Hand versteckt haltet und daraufhin beleidigt in ihr Lieblingsversteck huschte: Eure Körpersprache hat euch verraten! Und dabei ist es völlig egal, ob ein Zweibeiner Deutsch, Englisch, Chinesisch oder Ki-Suaheli spricht: Diese Form der Verständigung ist international und beinahe alle Tiere beherrschen sie auf Anhieb. Also: Ihr könnt uns nix vormachen, so sehr ihr es auch versucht! ;-)
Und nun versuchten diese offenbar weiblichen Zweibeiner, uns zu erhaschen. Man hatte den Transportkorb aus dem Auto geholt und in einem hellen Zimmer auf einen Tisch gestellt, um uns besser betrachten zu können. Eine weitere Zweibeinerin war hinzugekommen: Sie trug einen weißen Kittel und ein Stethoskop um den Hals. Das wurde ja immer bunter!
Die Weißkittel-Zweibeinerin fackelte nun auch nicht lange, sondern hob den Deckel ab, packte resolut hinein und erwischte als erstes meinen Bruder am Nackenfell. Also der Griff, den unsere Mama immer benutzte, wenn sie uns in ein anderes Versteck brachte, als wir noch nicht so gut laufen konnten! Mama war öfters mit uns umgezogen, wenn ihr ein Unterschlupf unsicher zu werden schien.
Wir seien in Sicherheit, hat die Dame eben gesagt? Wie bitte? Noch unsicherer kann es ja gar nicht mehr werden für uns, dachte ich so bei mir, als mein Bruder in der Luft baumelte. Der vertraute Griff im Nacken ließ ihn allerdings ruhig und still werden. Oh ja, das funktioniert meistens bei uns Katzen. Das Gefühl aus der Kinderstube wird hier wiederhergestellt, gemischt mit ein paar Akupressurpunkten im Nackenbereich. Eine coole Sache, eigentlich.
Ich war allerdings überhaupt nicht mehr cool, als ich beobachtete, wie die Weisskitteldame meinem Bruder in die Augen und in die Ohren leuchtete, das Mäulchen öffnete und hineinschaute, mit einem Fieberthermometer seine Temperatur maß und zum Finale auch noch eine Spritze aufzog und in ihn hineinpiekste. OMG! Er quiekte laut auf, als er den Stich spürte und das quieken mündete in einem jämmerlich klingenden Ruf nach unserer Mama. Sie hätte niemals zugelassen, dass einer von uns gepiekst wird, niemals! Sie wäre eher zu einer wahren Furie geworden!
Und plötzlich saß mein Bruder wieder neben mir und die zielstrebige Hand näherte sich nun mir und meinem Nackenfell. Ich hopste noch ein-zweimal hin und her und dann, dann hatte sie mich! Hilfeee!
Auch mir widerfuhr dieselbe Behandlung wie meinem Bruder, aber - ich schrieb es schon - solange sie mich am Schlafittchen hatte, war ich die Ruhe selbst und hatte überhaupt keine Lust, mich zu bewegen bzw. wäre das wohl auch gar nicht gegangen! Träge hingen meine Pfoten hinab, die Öhrchen kippten zur Seite und eine wohlige Wärme durchfuhr mich. Ich hätte stundenlang so weiterhängen können, wirklich!
Aber: nix da. Ich saß nun auf dem Tisch, die Finger der Helferin noch im Genick und nun wurde ich untersucht.
"Noch ein Kater. Ach nein, momentchen, da bin ich mir nicht so sicher.. in einer Woche nochmal nachschauen!" diktierte die Frau Doktor Weisskittel.
"Augen klar, Nase frei, Ohren sauber."
Na, was denn sonst? Mama hat uns ja auch pausenlos geputzt und abgeschlabbert! Wie soll da ein Dreckskrümel im Ohr überleben? Wir waren wirklich sehr gepflegte halbwilde Katzenkinder. Da soll einer was gegen sagen!
Nach dem Fieberthermometer im Allerwertesten "Temperatur 36,2 auch i.O.!" kam dann der finale Piekser. Ich nahm all meinen Mut zusammen, machte einen wirklich bemerkenswerten Puckel, sträubte alles Fell und fauchte. Mom wäre stolz auf mich gewesen!
"Ach schau, wie süß, ein kleiner Zwergenaufstand! Na komm, das kriegen wir doch jetzt auch noch hin. So ein tapferes kleines Miezekätzchen!"
Die zwei Tentakelfinger griffen wieder in meinen Nacken und dann, ja dann war ich wieder willenlos. Und so tat der Piekser auch nur halb so weh, gottlob. Ich wurde beinahe ein wenig schläfrig, obwohl ich immer noch halbtot war vor Angst. Geht das jetzt jeden Tag oder noch öfter so? Seltsame Begrüßungsrituale haben diese Zweibeiner ja schon. Ob die sich untereinander auch so kennenlernen? Dann würde es mich jedenfalls nicht wundern, dass es wohl mehr Katzen- als Zweibeinerbabys gibt! Dieses Begaffen und das anschließende  Pieksen ist ja schon eine echte Zumutung. So würden Katzen nicht mal miteinander umgehen, wenn sie sich nicht ausstehen können, geschweige denn bei der ersten Kontaktaufnahme.
Geschafft plumpste ich wieder in den Korb, an der Seite meines Bruders. Wir schauten uns mit großen Augen an. Wie würde es nun weitergehen? Gab es noch mehr Finger und Augenpaare, weisse Kittelträgerinnen und Pieksedinger? Oder war das nur der Vorhof der Katzenhölle?
Im nächsten Teil gibt es sicherlich die nächsten Antworten auf diese wirklich dringenden Fragen. ;-)

Es grüßt euch
eure Expertin für Körpersprache
die bezaubernde Jeannie!

Es ist immer sehr wichtig, einen coolen Platz zum Chillen zu haben. ;-)



Mittwoch, 30. November 2016

Advents-Adventure Vol.II: Wer nicht hören will, muss fühlen!

...und so geht es weiter:

Mein Bruderherz und ich stohlen uns nun fast jeden Abend davon, um uns unseren Teil vom abendlichen Futterangebot zu holen. Dieser verfluchte Hunger trieb uns dazu, wir wuchsen ja gerade ordentlich und die mütterliche Milchquelle versiegte allmählich. Auch die anderen Geschwister folgten uns hin und wieder, waren aber noch ängstlicher, weil Mama natürlich ebenso regelmäßig mit uns schimpfte, wie wir zur Fütterung gingen.
Sie wirkte erschöpft und sie tat mir sehr leid. Natürlich fing sie kleinere Beutetiere und auch davon konnten wir uns ernähren, aber der Duft des Futters in den kleinen goldenen Schälchen ließ mich regelmäßig schwach werden. Und ungehorsam.
So verging eine Weile, wir lernten gerade von Mama, wie man sich an ein unvorsichtiges Mäuschen heranschlich, um nicht gehört zu werden und somit Beute zu machen, da ertönte der nun schon allzu bekannte Lockruf der Zweibeiner, die das Futter zu uns in die Kolonie brachten. Ich spitzte die Ohren und konnte ein leieses Schnurren nicht mehr verhindern.
Das Mäuschen war natürlich daraufhin über alle Berge. Mama fauchte mich an: "Da siehst du, wo das hinführt. Die Maus ist weg, du ungeschicktes Ding!" Sie war wirklich stinksauer!
Beleidigt zog ich ab, den Bruder im Schlepptau, zum Futterplatz. Heute gab es etwas besonders leckeres, es roch fantastisch nach Thunfisch und Leberwurst. Uns lief im Laufen das Wasser im Schnäuzchen zusammen! Ein Festmahl wartete auf uns!
Unvorsichtigerweise übersah ich die Beine der Zweibeiner, die sich nicht, wie sonst, direkt wieder zurückzogen, sondern stehen geblieben waren und warteten.
Kleine Kätzchen - und das ist kein Geheimnis - sind neugierig wie sonstwas, und so wagte ich es, sie näher zu betrachten. Diese Wesen, die Mama so verteufelte, standen lächelnd herum, bewegten sich nicht, ließen sich von uns beschnuppern und machten gar keine Anstalten, all das zu tun, was Mama immer berichtete: Mit der Hand die Kätzchen packen, sie in einen Korb sperren und mit ihnen auf und davon zu laufen. Hatte sie übertrieben? Die schienen doch ganz harmlos zu sein!
Ich ließ mich dazu hinreißen, mit einem Schnürsenkel am Fuss des Zweibeiners kurz zu spielen und er ließ es geschehen. Im Hintergrund hörte ich Mamas Warnrufe, aber zu spät! Ich hatte einen Napf vor mir, den Kohldampf dazu und nahm erstmal eine ordentliche Schnute voll. Brüderchen tat es mir gleich, auch er ließ sich von nichts mehr beeindrucken.
Plötzlich gab es ein lautes Geräusch und der Boden wackelte unter uns!
Was ist das?
Mamas Rufe wandelten sich um in lautes Wutgeheul "ICH HAB ES DOCH IMMER GESAGT!"
Oh oh. Mein Bruder und ich saßen buchstäblich in einer Falle, in die wir hineingetappt sind, ohne es zu bemerken. Verfluchter Hunger! Das sollte nicht passieren. Durch Gitterstäbe schauten wir zurück zu Mama, die völlig verändert ausschaute: Mit glühenden Augen, fauchend, mit gefletschten Zähnen und gesträubtem Fell versuchte sie uns zu folgen, ohne selber erwischt zu werden. So hatte ich sie noch nie gesehen und es tat mir leid, so ungehorsam ihr gegenüber gewesen zu sein. Ja, die Rebellion der Jugend und nun hatten wir die Quittung: Eine ungewisse Zukunft an einem ungewissen Ort, wo Mama sicherlich nicht mehr da war. Ich war völlig erstarrt mittlerweile, sie hatte doch nicht übertrieben!
Verängstigt kuschelte ich mich an meinen Bruder, der wohl genauso empfand wie ich.
RUMMS - wurden wir in den Kofferraum eines Autos gepackt, dann sprang der Motor an und wir fuhren los. Wo würde die Fahrt enden? Was würde als nächstes geschehen? Würden wir zusammenbleiben dürfen?
Fragen über Fragen, die die nächste Folge vom Advents-Adventure sicherlich beantworten wird!

Bis dahin grüßt euch
eure bezaubernde Jeannie - zuweilen wirklich unfassbar dämlich! 😞




Montag, 28. November 2016

Ein Katzen-Adventsadventure Vol. I - Frei geboren!

Hallo, liebe Katzenfreunde, hier ist eure bezaubernde Jeannie!
Der Advent ist mal wieder da und es ist Zeit für Besinnlichkeit, Rückblicke und auch ein bisschen Dankbarkeit an all jene, die sich in diesem Jahr gekümmert haben und wichtig sind. Und deshalb schreibe ich hier mal auf, wie ich an dieses prima Katzen-Zuhause gekommen bin! Das war nämlich gar nicht so einfach, wenn da nicht.... aber ich fange mal ganz von vorne an. Viel Spaß mit dem diesjährigen Advents-Special!

Meine Mama hat immer gesagt: "Lass dich nicht mit den Zweibeinern ein. Die sind unvernünftig, gemein und kaltherzig. Lauf weg, wenn du sie näher kommen siehst!"
Diese Einstellung hatte ich als kleines Kitten quasi schon mit der Muttermilch aufgenommen. Meine Geschwister natürlich auch, und so haben wir Kleinen uns immer sehr gut versteckt, wenn Mama loszog, um etwas zu fressen aufzutreiben. Das haben zwar auch oft Zweibeiner serviert, aber Mama stand der Sache immer schon seehr skeptisch gegenüber! "Leckeres Futter, einfach so, neinnein, da muss ein Haken sein. Das ist bestimmt eine Falle!" murmelte sie oft in ihre Schnurrhaare hinein. Und so kam es, dass wir jedesmal, wenn ein Zweibeiner für die halbwilden Katzen etwas zu fressen hinstellten, erstmal so schnell wie es ging weggerannt waren. Mama erzählte dann später, welche Kumpel von ihr auf einmal spurlos verschwunden waren, nach so einer opulenten Mahlzeit, und wohl wieder aufgetaucht, aber dann irgendwie verändert waren. Oder auch nicht wieder aufgetaucht waren. Was war mit ihnen geschehen? Ob sie wohl noch lebten? Mamas Phantasie ging da möglicherweise auch einmal mehr mit ihr durch, wenn sie uns in spannenden Geschichten schilderte, was ihrer Ansicht nach passiert war. Die Zweibeiner bekamen in diesen Katzenmärchen ein ähnlich "gutes" Image wie der böse Wolf in "Rotkäppchen".
Natürlich war es verlockend, einmal das Näschen an eins der dargebotenen Schälchen zu halten, als Mama nicht mehr so viel Milch gab und der Hunger auf was "anständiges" täglich größer wurde. Wir wuchsen halt schnell heran und brauchten als Kätzchen sooo viel Energie, da musste auch mal was Handfestes her. Yummy yummy, was schmatzten die anderen Katzen der Kolonie gierig ihre Portionen weg, da konnte man ja gar nicht anders, als das Futter trotz Mamas eindringlicher Warnungen selbst mal zu probieren!
Mein Bruder und ich schossen also eines schönen Tages alle Horrorgeschichten in den Wind und ließen uns von dem köstlichen Geruch aus den Schälchen verlocken. So ein Hunger! Ratzfatz war alles aufgeschlabbert und wir kehrten zwar mit schlechtem Gewissen, aber pappsatt zurück in unser Versteck.
Und Mama wäre nicht Mama, wenn sie nicht genau gewusst hätte, was wir gerade getan hatten. Es war aber auch soooo lecker!
Dieses Argument ließ Mama natürlich nicht gelten. Sie selbst hatte zwar auch oft Hunger, beschränkte sich aber auf Abfälle mit Nahrungsresten, Mäuse, den einen oder anderen Vogel, der nicht schnell genug reagiert hatte oder an hohen Feiertagen auch mal ein junges Kaninchen, die hier gar nicht mal so selten hergehoppelt waren.
"Ihr werdet ihnen in die Hände fallen, ich weiss es genau!" jammerte Mama und hob schimpfend eine Augenbraue und ihre längste Kralle, wie nur Mütter es können, wenn sie mit dem Verhalten ihres Nachwuchses nicht einverstanden sind. "Wartet nur ab, sie werden euch holen und dann gibt es kein Entkommen mehr! Sie bringen euch in große Häuser, wo ihr den ganzen Tag eingesperrt seid und putzig aussehen sollt, um ihnen zu gefallen! Eure Freiheit könnt ihr dann vergessen" beendete sie ihren Vortrag, immer zorniger werdend. Ihre Augen glühten bereis rötlich, es war also Zeit, versöhnliche Töne anzuschlagen. Schnurrend schmiegten wir uns an sie, um sie zu beruhigen, aber es dauerte noch den ganzen Abend, bis ihr Katzenherz wieder etwas ruhiger schlug. Sie war wirklich sehr, sehr aufgebracht und das schlechte Gewissen ließ uns nicht in den Schlaf finden. Was, wenn sie recht hatte? Was würde geschehen, wenn wir nochmal vom verbotenen Futter naschten? Wohin würden sie uns bringen, wenn sie uns eingefangen hätten?
Fragen über Fragen, im nächsten Teil vom Adventsadventure gibt es möglicherweise ein paar Antworten! ;-)

Es grüßt euch
eure frei geborene, bezaubernde Jeannie!

Sonntag, 27. November 2016

Advent, Advent, OMG, die 1. Kerze brennt...!

Ouha. Tatsächlich?
Schon wieder so spät im Jahr?
Dann wird's ja wieder Zeit für allerlei glitzernden Krimskrams,  Tannenäste -echt oder künstlich, natürlich in Grün oder mit Schneekrösel dekoriert, obwohl es ja in den letzten Jahren kaum noch weiße Weihnachten gegeben hat! - Kerzen in allen Größen und Farben, wahlweise auch diese modernen LED-Kerzen, die zwar nach nix duften, aber einen wenigstens nicht zu Weihnachten ohne Bleibe dastehen lassen! Jede/r, der/die schon mal einen Vorhang vom romantischen Kerzenlicht hat in Flammen aufgehen sehen, weiss, wovon ich schreibe. Niemand hat schließlich behauptet, dass die Adventszeit ungefährlich ist! Ja, und dann noch schnell raus in die Natur (ihr wisst schon, das große Grüne da mit der tollen Grafik, wenn man aus dem Fenster schaut!) und ein paar Tannenzapfen gesammelt. Wozu eigentlich? Ach, da steckt bestimmt wieder so eine seltsame Symbolik dahinter, wie beim Pfingstochsen, ne? Der Tannenzapfen ist quasi das Osterei der Weihnachtszeit, nach dem Motto "Der Appel fällt nich' weit vom Pferd" oder so. Im Prinzip ist das wie mit dem Schaf und deren Köttel, nur dass Tannenzapfen nicht so stinken. Also wandern sie auf den Adventskranz, basta. Stellt euch nur mal vor, das wäre Schafsch....!
Huch, jetzt sind mir die adventlichen Schimmel aber mal durchgegangen. Weiter im Text! Was brauche ich noch für einen amtlichen Adventskranz?
Ich könnte auch das Tannengrün in der dafür vorgesehenen Natur lassen und stattdessen Stroh verwenden. Klar, das ginge, machen ja einige auch. Aber da ist wieder diese Sache mit der Feuergefahr hier im Wolkenkuckucksheim, das knapp nach der Abschaffung des Mittelalters entstanden ist. Natürlich entzündet Stroh sich nicht von selbst, aber man weiss ja nie so genau. Naja, Stroh krümelt, Tannenzweig nadelt, fällt beides weg. Etwas anderes muss her!

 Das Internet hat da doch bestimmt ein paar Inspirationen für mich:


Nadelt nicht, krümelt nicht... aber die Teelichte obenauf.... hmmmm..


Also ich finde, der hier hat was! :-)

Das Exemplar "OMG... ^^"


Also, DIESE Idee ist ja gar nicht mal so schlecht!


Ok, Bananen hätte ich da. Aber so richtig Glamour ist das jetzt nicht!


Der hier ist jedenfalls nicht 100% vegan.


Ach, und der soll vier Wochen lang nur dekorativ herumstehen? Wie soll das denn funktionieren?

Bissl klein.....


Bissl groß...


Der Macho-Adventskranz für die Mädels... *gähn*


Aha...wenn man nix anderes hat, kann man das ja mal machen!


Na, ich hoffe, da war jetzt für jeden Geschmack etwas dabei! Nur ich kann mich einfach nicht entscheiden... vielleicht finde ich ja bis zum 4. Advent auch noch was!

Euch eine tolle 1.Adventswoche und liebe Grüße aus dem Wolkenkuckucksheim
vom
Copinchen ! ;-)

Sonntag, 20. November 2016

Mäxchen bloggt: November Rain - Herbstblues in der Misch-WG!

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Landregens, ich bin es mal wieder, euer Mäxchen!
Und ich kann euch sagen, hier ist es zur Zeit echt ungemütlich.
Grund: Die Rindviecher haben neulich den Zaun niedergerissen - hab ich ja geschrieben - und seitdem ist nur noch Paddock angesagt. Paddock! Mit den Gehörnten! Und das Wiener Schnitzel wird immer dreister und auch ... größer. Also, ähmm, ich als hart gesottenes Mini-Shetty sage ja immer "Es kommt nicht auf die Größe an, sondern auf das Köpfchen", aber der hier, der ist echt langsam ein Fall für die Super Nanny. Der wächst mir nicht nur über mein Köpfchen, sondern entwickelt sich auch noch zu  so einem kackdreisten Früchtchen! Und das ist 100%ig die Folge aus Mama Lottis antiautoritärer Erziehung. So nennt er mich ständig "Gartenzwerg" :-( und den großen Tollpatsch eben "Großer Tollpatsch", seit er mir neulich heimlich beim Tablet-Updaten am Birnbaum über die Schulter geschaut und im Blog gelesen hat. Man, wie peinlich! Noch nicht trocken hinter den Ohren, aber eine Klappe so groß wie das Brandenburger Tor! Ich mein, hallooo? Waren wir früher eigentlich genauso?
Romi tut mir zur Zeit richtig leid, der sehnt sich glaube ich in die kuhfreien Zeiten zurück, als wir noch schnuffig mit Flicka, der alten Ponydame und dem Haflinger Jonny so richtig kultiviert dem Winter entgegensinniert haben, so mit stundenlangen guten Gesprächen abends im Offenstall. Was waren wir da noch jung! Und nun haben wir eine hysterische Lotti, eine oberverfressene Rosi und einen halbstarken Möchtegernrocker, der noch keinen richtigen Namen hat außer "Wiener Schnitzel", "Geschnetzeltes" oder "Würstchen".
Ok, ich gebe zu, das ist auch nicht unbedingt nett. Aber es ist halt wirklich ungemütlich gerade in der Misch-WG, so ohne Koppel und dann noch dieser ständige Regen. Und Romi, der hasst Matsch, ich mag das auch nicht so gerne und dann kommt dieser unverschämte kleine Troll und macht quasi eine Art Rinder-Arschbombe mitten in die große Pfütze, so dass das ganze Wasser in unsere Heuraufe spritzt. Na dankeschön. Das alleine ist ja noch nicht so schlimm, aber dass er vorher in diese Pfütze gepinkelt hat, das macht das Abendessen auch nicht gerade appetitlicher, oder?
Im Moment haben wir also den Herbst/Winter-Blues 2016/17 hier. Romi und ich freuen uns aber immer auf Romis Reiterin, die uns immer was Gutes mitbringt. Auch wenn Resi und das Monsterkalb mittlerweile auch schon immer ankommen und was abhaben wollen. Ja, kennt das Biest denn überhaupt keinen Anstand? Das sind UNSERE Äpfel, Birnen und Möhren, VERDAMMT!!!!
Der Große jedenfalls macht mir Sorgen, er ist still, introvertiert und steht so viel herum im Paddock wie sonst nie zuvor. Wisst ihr noch, wie er letztes Jahr immer vor dem Stall aus dem Stand heraus die dollsten Bocksprünge gemacht hat? Ich hatte was gepostet dazu!
Momentan keine Spur davon bei ihm. Der wird doch wohl hoffentlich nicht krank werden?? Weil... Stallarrest und so... mit den Rindviechern womöglich... das wird kein fucking Spaß! Wirklich nicht!
Also drückt mit mir Hufe und Daumen, dass er seine Lebensfreude bald wiederfindet!

Oh.. das Monster ist schon wieder auf dem Weg zu meinem Versteck, ich kann ihn schon riechen. Schnell weg mit dem Tablet... Liebe Grüße von eurem
Mäxchen  (das Antidepressivum für trübe Novembertage, aber als Erziehungsbeauftragter für gehörnte, frühreife Spalthufer höchst ungeeignet)! :-)

Mittwoch, 9. November 2016

WTF! Donald Trump? Ist das euer Ernst?

Das werden viele Menschen heute gedacht haben, als die Nachrichtensender die derzeit wohl bekannteste Fönwelle als neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika verkündeten.
Nun, das kann man seltsam finden, skurril, bizarr, kurios. Ich will das hier gar nicht politisch bewerten, denn das können Fachleute wahrscheinlich besser! Meine Reaktion von heute morgen war nur ein riesengroßes


OMG! DAS IST NICHT EUER ERNST, ODER???

In meinem eiligst aufgesuchten Twitteraccount machte ein aufgeregtes OAARRR die Runde, einige beschworen bereits das Ende der Welt herauf, wieder andere machten sich eifrig ans Werk, die Sache ein wenig ins Komische zu ziehen.

Die Simpsons wussten das schon vor 16 Jahren!!!


Miss Liberty findet es auch nur so mittelgut...

Auch ein gerüttelt' Maß an Zynismus macht die Runde!

Selbst Haustiere reagieren verstört auf diese Nachrichten...
Die Nachricht vom Wahlsieg Trumps legt als erstes die Homepage der kanadischen Einwanderungsbehörde lahm. Viele panische mutmaßliche Clinton-WählerInnen sahen beim Aufruf nur folgende Mitteilung:



Tja, was soll man dazu noch sagen außer: #PrayforUSA! Jedes Land bekommt die Regierung, die es wählt... oder?
No Comment.

  
Donald Trump - hier links im Bild! - wird neuer Präsident der USA!             

Sonntag, 6. November 2016

Erinnerungen aus dem verstaubten Fotoalbum: Dolly Vol. I

Neulich bin ich beim Aufräumen auf ein älteres Fotoalbum gestoßen. Kein digitales, nein, so ein richtiges Buch mit diesen Fotos, die man früher erst zum Entwickeln bringen musste, statt sie sofort nach der Aufnahme auf dem Rechner anzuschauen und irgendwo hochzuladen. Die jüngeren unter uns können es sich sicherlich nicht so richtig vorstellen, aber: Man hatte zu der Zeit noch kein Handy, wo man jeden Augenblick festhalten konnte!
Nun ja, in diesem richtigen echten Fotoalbum befanden sich Bilder, Erinnerungen, wertvolle Momente, und die meisten kennen das: Beim Anschauen dieser Fotos kommen dem Betrachter sofort unzählige "Weisst du noch"- Geschichten in den Sinn. Eine davon möchte ich euch erzählen (vielleicht werden es auch zwei)! ;-)

Ihr Name war "Dolly" und unsere erste Begegnung fand in der tristen Zwingergasse eines städtischen Tierheims statt. Dort, wo mehr als 20 Hunde auf ein liebevolles, neues Zuhause warten mussten und für den einen oder anderen sogar die Endstation drohte! Aber zur Vorgeschichte:
Meine Omi, meine Geschwister und ich hatten uns dorthin aufgemacht, um einen Hund für uns Kinder auszusuchen, es sollte einer vom Typ "Benji" sein: Relativ klein, wuschelig, freundlich und wachsam, ein idealer Spielpartner eben. Leider war diese Sorte Hund wohl zur Zeit gut untergebracht, denn im ganzen Tierheim war kein Einziger dieses Typs zu finden! Es gab tatsächlich nur Hunde ab 40 cm Schulterhöhe und größer.
Wir Kinder zogen schon lange Gesichter: Heute würde es wohl nichts werden mit einem Hund! - aber die Oma verliebte sich gerade in einen Schäferhundrüden, der einen gepflegten und wohlerzogenen Eindruck machte. Die Mitarbeiterin beschrieb ihn als gutmütig, aber schon älter und ruckzuck hatte ich seine Leine in der Hand und lief mit ihm eine Runde über den Hof. Sein Name war "Axel", sein Frauchen war kürzlich  verstorben und man konnte ihn quasi als "scheckheftgepflegt" bezeichnen. Natürlich wollten wir ihn mitnehmen und so machten wir uns auf den Weg ins Büro, um den geschäftlichen Teil zu erledigen.
Doch auf dem Weg dorthin hörten wir ein gar jämmerliches Winseln und das kam aus der hintersten Box, die auch noch ein wenig abgedunkelt war. Denn was sich darin befand, war wirklich nicht tageslichttauglich! Es handelte sich um ein "Etwas", dem das Leben bisher schlecht mitgespielt haben muss. Wir warfen einen genaueren Blick hinein und das, was uns dort etwas ängstlich entgegenstarrte, traf mich mitten ins Herz.
"Nun, das ist Dolly", sagte die Tierheimmitarbeiterin. "Wir haben sie vor vier Wochen bekommen, nachdem Tierschützer sie aus einem Keller befreit und mitgenommen haben. Sie ist dort schlecht behandelt worden, mehr darf ich dazu aus Datenschutzgründen nicht sagen. Soll ich sie mal herausholen?" Hoffnungsvoll schaute sie unsere Oma an, die das Portemonnaie quasi schon in der Hand hielt.
Oma nickte. Sie war ja selbst Hundebesitzerin und hatte ihre kleine Hündin von Herzen lieb und würde niemals zulassen, dass ihr Leid zugefügt würde.
Und was dann da aus dem Zwinger herausgekrochen kam, hat sich für immer in meine Hirnrinde eingebrannt. Es war erschütternd!
Die Hündin gehörte wohl ebenfalls der Rasse "Deutscher Schäferhund" an, man konnte es aber nur an der typischen Schnauze und der Kopfform erkennen. Die rassetypisch aufgestellten Ohren, liebevoll auch "Satelliten-TV-Empfänger" genannt, waren ängstlich nach hinten geklappt, ihr Körper wies einige Scheuerstellen und Wunden auf, das Fell war größtenteils ausgefallen und gab den Blick auf schorfige Hautstellen frei, aber auch auf Brandwunden, die von Zigaretten herrühren könnten. Diese fanden sich ebenfalls auf dem langen Nasenrücken wieder. Als Dolly nun vor Aufregung hechelte, konnte man unschwer erkennen, dass man ihr die Fangzähne ein ganzes Stück abgefeilt hatte.
Dolly kroch mehr, als sie lief, denn sie war komplett abgemagert und ihre lange Rute war zwischen den Hinterbeinen versteckt, so dass man sie nur erahnen konnte.
Alles in allem: Ein Elendsbild von einer Hund, der uns Kindern kollektiv die Tränen in die Augen trieb und natürlich auch Oma nicht kalt ließ. Sie packte entschlossen nach der Leine, die die Mitarbeiterin in der Hand hielt, legte Dolly vorsichtig das verschlissene Lederhalsband um den schorfigen Hals und drückte meinem Bruder das Ende der Leine in die Hand. Dann verschwand sie mit der Mitarbeiterin im Büro und ehe wir es uns versahen, gingen wir halb noch weinend, halb lachend mit unseren beiden Hunden durch das Tor des Tierheimes. Unfassbar: Wir besassen nun 2 Deutsche Schäferhunde, die unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können. Eigentlich sollten es ja - wir erinnern uns - "nur" einer oder zwei kleine Hündchen sein, aber DAS HIER hätte sich keiner von uns in seinen kühnsten Träumen ausmalen können. OMG! - wie man es heute ausdrücken würde!
Die Oma hatte sogar noch ein Taxi für uns bestellt, weil Dolly unmöglich den weiten Weg bis zum Bahnhof geschafft hätte und auch, um sie vor neugierigen Blicken zu schützen.
Ein weiter Weg lag also vor uns und der würde gewiss nicht in Kilometern zu messen sein....

Und wenn ihr wissen wollt, wie die Reaktionen auf unsere Neuerwerbungen zuhause ausgefallen sind, wie die Nachbarn geguckt haben und wie es mit der armen Dolly weiterging, dann schaut mal wieder hier herein! ;-)

Liebe Grüße
Euer Copinchen - und schaut euch doch mal wieder alte Fotoalben an! 


Sonntag, 30. Oktober 2016

Zeitumstellung? Geht's noch, ihr Zweibeiner?

Ni-hauu!
Heute schreib ich mal wieder was, eure bezaubernde Jeannie. Und zwar aus aktuellem Anlass! Es ist wirklich zum Verrücktwerden. Warum? WARUM?



Ich lebe ja nun schon eine ganze Weile mit meinen Zweibeinern zusammen und es ist auch alles ok soweit, aber manchmal, genaugenommen so 2x im Jahr, drehen die am Rad. Also im wahrsten Sinne des Wortes!
Nicht, dass ihr, liebe Mitkatzen, euch jetzt Sorgen macht, es ist ja nicht weiter gefährlich, also objektiv gesehen. Und ich glaube, dass eure Dosis das genauso machen, denn es kommt sogar in den Nachrichten und dann machen es nämlich alle, sonst würden sie ja dauernd zu früh bzw. zu spät dran sein!

Ihr ahnt es sicherlich schon: Es geht um

SOMMERZEIT
 versus

WINTERZEIT!

Natürlich drehen meine lieben Zweibeiner am Rädchen hinten an der Wohnzimmeruhr, das habt ihr euch ja sicher schon gedacht. Und eigentlich ist mir das ja wurscht, ich hab sowieso meine eigene innere Uhr, wie ihr ja auch. Aber: Die geht dann halt falsch, was die wichtigste Zeit des Tages angeht: Die Futterzeit!
Ja, wo kommen wir denn da hin? In jedem Fachbuch für Katzenhalter steht drin: Unbedingt eure Lieblinge stets um die gleiche Uhrzeit füttern, denn Katzen sind Gewohnheitstiere, manche sogar mit einem leisen Hang zum Autismus. Und solche gravierenden Verschiebungen im Tagesablauf kann so manche Miezekatze schwer verstören, besonders diejenigen, die nicht nach draußen dürfen und deren kleines Universum an der Haustüre aufhört. Denkt denn auch mal jemand an uns, wenn das leckere Katzendinner mal um fünf und mal um sieben Uhr serviert wird? Wer hat sich den Schwachsinn überhaupt ausgedacht?
Bestimmt irgendsoein Oberindianer, der keine Katzen, Hunde, Meerschweinchen oder Nymphensittiche hat.
Und dann diese Diskussionen um das Vor- oder Zurückstellen. Was ist nun richtig, was ist falsch? Tja, im worst case-Fall kommt man dann halt 2 Stunden zu spät zu einem wichtigen Termin. Hihi! :-)
Ich mein, mich fragt ja keiner, aber ich wäre dafür, dass die sog. "Mitteleuropäische Sommerzeit" für immer bleiben sollte. Das klingt erstens positiver als "Winterzeit" (brrrrrr!) oder nur "MEZ" und irgendwie ist es im richtigen Sommer echt cool, wenn es dann bis 23:00 Uhr noch ein bißchen hell ist. Findet jedenfalls mein Copinchen, mir ist es im Prinzip wumpe, denn ich hab ja ein eingebautes Nachtsichtgerät im Auge! ;-)


Dem Kollegen Garfield ist es natürlich völlig egal, welche Uhrzeit wir gerade haben. Der lebt schließlich in den USA!


Na, hab ich recht oder hab ich recht? Ich werd dann gleich mal gucken, was es heute zu futtern gibt!
Viele Grüße aus der sog. Winterzeit von
eurer bezaubernden Jeannie! :-)

PS.: Ich wollte euch noch ein paar Bildchen da lassen, aber der Bilderhochladeservice streikt heute wohl. Ich reich sie für euch nach, wenn es wieder richtig funzt! 

PPS.: DONE! :-)

Sonntag, 23. Oktober 2016

Mäxchen bloggt: Wie Kimble auf der Flucht!

Hallo, liebe Freunde des spannenden Sonntagnachmittagskrimis, da bin ich wieder, wie versprochen! Und bin immer noch ziemlich aus dem Häuschen wegen den Hornies. Es hätte SO eine schöne Flucht werden können, wir alle zusammen auf Jück durch die Bauerschaften! Aber nein....
Und so geht die Story weiter:

Wattig wabert der Nebel über die Wiesen und Felder, der Wald wird langsam sichtbar: Die Sonne geht auf, und nun kann man ziemlich genau erkennen, dass der Zaun von einem der Paarhufer recht gründlich niedergetrampelt wurde. Wie sonst soll die relativ kräftige Lotti, die immer noch die Arbeit an ihrem After-Baby-Body verweigert, jemals darübersteigen? Wahrscheinlich hat Sohnemann "Wiener Schnitzel" ihr den Weg bereitet. Die Dame ist tatsächlich sportlicher, als sie ausschaut, denn auch der tiefe Graben, der unsere Wiese vom Wald trennt, hat es in sich.
Findet der Große Tollpatsch auch: "Wie sind die hier rübergekommen? Wie hat die relativ kräftige Lotti das geschafft? Wahrscheinlich hat der Sohnemann ihr den Weg bereitet... aber der Graben.... der Graben... das gibt's doch nicht..." *grübelgrübel*
Selten hat man den Großen so nachdenklich gesehen. Denkt er womöglich darüber nach, welche Schwierigkeiten er selbst beim Überwinden solcher Hindernisse haben würde? HAH, das könnte ein Problem für ihn sein, denn obwohl er ziemlich gut bemuskelt und dank dem Tollpatsch-Training ziemlich fit ist, so ist und bleibt er doch ein Anti-Springpferd vor dem Herrn, der oftmals sogar an einer Stange am Boden scheitert. Da ist auch nix mehr zu machen, da ist er völlig talentfrei, der Schlurfi. ;-)
Je nun, jetzt kommt ein wenig Hektik auf: Die Zweibeinerin und ihre Jungen tauchen auf, also unsere Besitzerin und fällt aus allen Wolken, weil ja 3 Herdenmitglieder fehlen! Damit wir in den Paddock vorm Stall kommen, gibt es sogar nun eine Extraportion Futter - SO macht eine Flucht natürlich auch Spaß! Jammii, das leckere Müsli gibt's sonst nur an hohen Feiertagen für uns!
Trotzdem grübelt Romi immer noch laut: "Hab ich als Herdenchef was falsch gemacht? Waren sie unglücklich hier? Wieso nur, wieso sind sie nur abgehauen?"
Ich so: "Du weisst schon, dass die Rindviecher nicht gerade Intelligenzbestien sind?"
"Hmmjaa, aber..."
"Auf der anderen Seite des Zaunes ist das Gras immer grüner!" sinniere ich. Romi glotzt mich an.
"Aber da sind doch nur BLÄTTER, gar kein Gras!" stellt er trotzig fest, schnaubt sich und stampft mit seinem Huf auf.
"Jaa, das schooon, aber... weiter hinten sind noch uneingezäunte Wiesen - glaube ich. Bestimmt ist da noch mehr Gras drauf als auf unserem Stück hier." Er muss ja nun nicht unbedingt wissen, dass ich auch schon öfter die Gegend ausserhalb erkundet habe, wenn er geschlafen hat. Regt ihn nur unnötig auf, bin ja schließlich SEIN Pony. ;-)
Die Zweibeinerin ist außer sich und telefoniert mit ihrem Handy die Gegend ab. Ob die Herrschaften sich wohl irgendwo angefunden haben? Ich bin auch gespannt darauf, ob und wie sie hier wieder eintrudeln. Die finden doch bestimmt nicht alleine zurück!
Und jetzt kommt auch noch Romis Reiterin! Suuuper, die hat immer leckere Möhrchen für uns dabei. Die staunt nicht schlecht, als sie die drei Hörnies nicht finden kann, schnappt sich den Tollpatsch und versucht, ihn zu putzen. Der aber ist noch so durcheinander, dass er nicht eine Sekunde stillhält, der kann es immer noch nicht fassen, dass seine Herde um 75% verschwunden ist! Keine leichte Aufgabe für die Reiterin.
Plötzlich die erlösenden Nachricht! Die drei Refugees sind gesichtet, angelockt und in so einem Gitterlaufwagen gesperrt worden, immerhin gut 4 km weit von hier entfernt! Wahrscheinlich wollten sie sich gerade mit einer anderen Rinderherde mischen. Lasst das nicht den Romi hören, sonst muss ich wieder vier Wochen lang seine Selbstzweifel therapieren und das ist wirklich anstrengend, ehrlich!
Oh, oh, dem Fuchs geht es wirklich nicht besonders gut, er tänzelt und trampelt und platzt vor Neugier, als er endlich mit Sattel, Trense und Longe aus dem Stall geführt wird. Vielleicht ist sein Volk ja wie von Zauberhand wieder aufgetaucht? Er sucht wie ein Besessener den Horizont ab - nichts. Vor Aufregung buckelt und rennt er nun an der Longe und ich, ich halte die Luft an. Ihr wisst schon: Verletzungsgefahr! Bittebittenicht umknicken!
Romis Reiterin denkt wohl ähnliches wie ich, denn nun sitzt sie auf, um ihn etwas mehr unter Kontrolle zu haben. Kein leichter Job, denn er ist immer noch komplett unkonzentriert und starrt in die Ferne wie der alte Mann und das Meer. Und da hört man doch tatsächlich von weit her Traktorengebrumm, begleitet von ziemlich langsamen Paarhufergetrappel!
Die Rückkehr der Gehörnten!
Kann noch ein wenig dauern, allerdings.
Und knapp eine halbe Stunde später, Romis Training wurde soeben beendet, kommt das seltsame Gespann auf dem Hof an.
Drei ziemlich geschaffte Rindviecher in einem Anhänger zum Mitlaufen, ein Bild für die Götter, ich sag es euch! Schwitzend und ächzend schleppen sie sich voran. Romi und ich kugeln sich vor Lachen wie die Pferde in diesem lustigen Werbespot eines Autoherstellers:



Also, ich muss schon sagen, das war doch mal ein Abenteuer mit Happy End! Alle sind müde, aber gesund wieder da, müssen nun eine Weile Hohn und Spott ertragen von den Tieren des Hofes, aber immerhin hat Romi eine seiner leckeren Belohnungsmöhren mit der völlig erschöpften Lotti geteilt, und DAS soll schon was heißen! :-)
Vielleicht verrät sie ihm ja dafür mal, wie sie den tiefen Graben gemeistert hat.....
Ich bin jedenfalls froh, dass alle wieder da sind, auch wenn ich demnächst wohl wieder auf sie fluchen werde, wenn wir mal alle im Stall bleiben müssen. Die sind ... achwas, ich freu mich heute über ihre Rückkehr!

Liebe Grüße von
eurem Mäxchen (wohl bald Personal Trainer für Lottis Afterbabybody)! :-)

Samstag, 22. Oktober 2016

Mäxchen bloggt: Wie vom Nebel verschluckt - Sherlock Romi und Dr. Mäxchen ermitteln Vol.I

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Shettypowerblogs! Ich bin's mal wieder, euer Lieblings- Mäxchen!
Und oh - ich bin noch völlig durch den Wind von den Ereignissen dieses trüben Oktobertages, von dem ich euch unbedingt berichten muss!
Wie ihr der Einleitung schon entnehmen könnt, bin ich noch ganz aufgeregt. Das war aber auch ein Samstagmorgen, mein lieber Kokuschinski. Der große Tollpatsch und ich haben immer noch einen Ruhepuls von 120 vor lauter Aufregung!
Aber jetzt mal von vorne:
Da steht man so im Halbschlaf unter der alten Eiche auf der Koppel, es ist noch stockdunkel und total neblig, da hört man plötzlich so ein Raschelraschelraschel aus dem Wäldchen unweit des Birnbaums mit dem WLAN-Hotspot. Natürlich bin ich als Equide mit Fluchtinstinkt sofort hellwach! Kommt der Wolf nun auch in unsere Region? Ist ein UFO gelandet und sucht nach Erdlingen? Haben sich die Wildschweine aus der Umgebung zur jährlichen Jahreshauptversammlung zusammengerottet?
Nichts von alledem. Ich stubse den noch total verschlafenen Herdenchef Tollpatsch mit der Nüster an, aber der hat wohl wieder von einer Badewanne voller Möhren geträumt und öffnet nur langsam ein Auge. Dann aber fährt er regelrecht seine Systeme hoch und springt aus dem Stand einen Meter hoch in die Luft! Mit Verlaub gesagt, als Springpferd ist der Große eine absolute Niete, aber hier hätte er doch glatt mal die Stange liegen gelassen!
Nachdem sich der erste Schreck gelegt hat, suchen wir den Rest unserer Einheit, die Gehörnten, im dichten Münsterländer Nebel, über den schon berühmte Lyriker geschrieben haben. Aber: Negativ! Kein einziges Rindvieh scheint mehr auf der großen Koppel zu sein. Sind sie in den Stall gelaufen? Gab es etwa eine Extraration Futter für sie? Dem musste ich sofort nachgehen, achwas, gehen? Rennen natürlich! Und ich schaffe immer noch die 200 Meter in unter 20 Sekunden, wenn es um Futter geht! ;-)
Derweil läuft der Tollpatsch die Weidezäune ab. Ich komm am Stall an, aber: Nix! Niente! Nada! - da hör ich einen Schrei von Romi, der wohl im Umkreis von 10 KM alle aus dem Strohbett geholt haben muss.
Ich mach also kehrt und geb wieder Gas, Richtung Weidezaun am Wäldchen, wo der Tollpatsch mit hoher Nase und offenen Nüstern so tut, als hätte er Ahnung vom "Wittern gegen den Wind". Das sieht hochprofessionell aus, zugegeben, macht aber im Moment wenig Sinn, weil gar kein Wind geht! Es ist ja neblig mit Sicht unter 20 Metern.
"Die Rindviecher sind weg!" brüllt er nun in den Wald, der aber keine Lust hat zu antworten. Und die Rindviecher wohl auch nicht, denn es bleibt mucksmäuschenstill bis auf den alten Wallach vom Nachbarn, der wohl wegen seniler Bettflucht schon so früh auf den Hufen ist. Denn normalerweise liegt hier noch alles über 80 cm Stockmaß noch selig schlummernd im Stroh, nur die Katzen sind schon unterwegs und hier und da ein Kaninchen auf der Flucht vor dem Fuchs.
Immerhin hat Detectiv Romi direkt die Lücke im Zaun entdeckt, die die Rindviecher zu der Untat verleitet haben muss. Eine erweiterte Flucht, denn außer dem Kalbsgeschnetzelten, das ja gerne mal die Gegend außerhalb des Elektozaunes erkundet, sind diesmal auch die Mädels mit von der Partie! Das frisch niedergetrampelte Gestrüpp und die nicht zu übersehenden Spuren im Laub sprechen eine deutliche Sprache.
"Schau mal, Mäxchen, das müssen die Gehörnten gewesen sein! Das frisch niedergetrampelte Gestrüpp und die nicht zu übersehenden Spuren im Laub sprechen eine deutliche Sprache!" quasselt der Fuchs nun auf mich ein. Seine deutlich hervorquellenden Augen und die dunkelroten Nüstern lassen keinen Zweifel daran, dass ihm die Situation sehr zusetzt. Die sind tatsächlich klammheimlich abgehauen und das Schlimmste daran ist:  WARUM HABEN DIE UNS NICHT MITGENOMMEN???
Eine Frage, die noch zu klären sein wird. Romi jedenfalls ist restlos bedient, er trabt japsend vor Empörung den restlichen Zaun auf und ab und schickt immer wieder ein schallendes "HUHUUUU! WO SEID IHR DENN?" in die Nebellandschaft. Ach, als ob die zurückblöken würden, das hinterlistige Pack! Verstecken spielen um sechs Uhr morgens, ich glaub, es geht los!
Ich versuche zu intervenieren, aber mit dem Großen ist jetzt nicht mehr gut Birnen futtern. Er flucht alle Flüche, die er in seinem Leben je gehört hat, in die Stille des Waldes, aber völlig ohne Rückmeldung. Doch, halt, der alte Wallach von nebenan beschwert sich über den Lärm, denn schließlich hat er Wochenende und will auch mal ausschlafen.
"HALT ENDLICH MAL DIE KLAPPE, ROMI, ODER ICH RUF DIE BULLEN! VERDAMMTNOCHEINS!"

LOL.
Tja, die Bullen rufen, das macht der Tollpatsch ja bereits seit einer Weile, aber das Wortspiel hat schon was! ;-)

Puuh! Jetzt muss sich euer altes Mäxchen erstmal ausruhen, solche Vorfälle gehen mir immer sehr an die Substanz. Bin ja auch nicht mehr der Jüngste! Bleibt dran, wenn ihr lesen wollt, ob Romi jemals wieder eine Herde haben wird und ob es überhaupt ein happy End gibt! Es geht spannend weiter, versprochen!

Liebe Grüße aus der Detektei Sherlock Romi und
euer
Dr. Mäxchen (Der frühe Vogel kann mich mal)! ;-)

Freitag, 14. Oktober 2016

Katzengeschenke!

Es ist eine typische Situation im Leben eines Katzenhalters: Die Fellnase kommt maunzend von einem Field-Trip heim und klingt dabei, als hätte sie eine heisse Kartoffel im Schnütchen. Ouha! Sie wird doch nicht etwa krank sein? Von einer Biene gestochen? Von einer anderen Katze verprügelt worden ?
Jetzt heisst es "Nerven bewahren", denn dies könnte eine Vorankündigung für ein besonderes Ereignis sein. Ohne eine Ahnung von Weihnachten oder Geburtstag zu haben, bringt eure Katze euch ein hochwertvolles Geschenk mit nach Hause!
Und dass dies ein besonderes Geschenk sein muss, steht hier völlig außer Zweifel.
Im günstigsten Fall ist dieses Geschenk ein verlorener plüschiger Schlüsselanhänger, den euere Katze draußen gefangen und "erlegt" hat und damit ihre Anerkennung für eure treuen Dienste im Tür/Fensteraufmachen, Dosenöffnen und Streicheleinheiten kund zu tun.
Im ungünstigsten Fall ist es eine halb angeknabberte tote Maus oder ein kleiner ungeschickter Singvogel, der nun höchst dekorativ euren Fussboden ziert.
Und nun?
Hmmmm....
Tjaaa...
In jedem Fall ist "Freuen" angesagt, und sei diese auch noch so geheuchelt. Eure Katze will nun schließlich gelobt werden für ihre kleine Aufmerksamkeit und dieses Lob sollte sie auch bekommen, sonst schlägt die Anerkennung nämlich in Frust um. Und dieser Frust kann böse Folgen für eure Auslegeware haben!

Das kurioseste Geschenk, das mir die bezaubernde Jeannie dieses Jahr machte (und oh ja, schenken kann sie!) war ein kleines glitschiges Ding, was ich beim morgendlichen ...ähm .. Badezimmerbesuch unweit der Toilette entdeckte. Jeannie spielt leidenschaftlich gerne mit flauschigen Badezimmermatten, das hat zur Folge, dass diese auch zum Versteckspielen für ihre Spielzeuge herhalten muss. Aber das war kein normales Spielzeug..nein..
 Ihr auffordernder Blick, mit dem sie umherstreifte, fiel mir schon auf. Schon war auch eine gewisse Art von Enttäuschung erkennbar.
"Ja, FREUST du dich denn gar nicht?!" schien sie mir mitteilen zu wollen. Streifte mau-end um meine Beine, und das, obwohl das Katzenfrühstück schon serviert worden war.
Ich strich ihr liebevoll über den buckelnden Rücken und sofort schmiss Jeannie die Schnurrmaschine an. Dann tappte sie mit ihren Pfötchen über einen kleinen glitschigen Bommel am Boden - sie stieß mich gerade mit der Nase auf ihr Geschenk!
Und ja, es ähnelte schon einer Maus... irgendwie...
Ich streckte die Hand aus, hob es auf, weil ich dachte "Was zum Teufel hat sie mit der Spielmaus von letzter Woche gemacht, die ich ihr...IIIIIHHHH!!!!"
Völlig entsetzt ließ ich die Fellbommel fallen. Jeannie schaute mich völlig verdattert an, mit ihren großen grünen Augen. "Freust du dich denn gar nicht? Das ist ein WERTVOLLES, SELTENES GESCHENK!"

Ich riss mich zusammen, schaute noch mal ebenso entsetzt auf das Mitgebrachte, denn es war schon eine Maus... im weitesten Sinne... allerdings mit Flügeln dran. Eine kleine Fledermaus, präzise ausgedrückt handelte es sich um eine Kleine Hufeisennase. Tot natürlich, quasi mausetot.
Und Jeannie hatte natürlich nicht den geringsten Schimmer davon, dass es sich um eine geschützte Tierart handelt.
OMG.
Jeannie hatte tatsächlich Batman gekillt!
"Mau? = UND? WAS IST JETZT MIT FREUEN?"
"Hast du toll gemacht, mein kleines Herz. Dankeschön!" heuchelte ich Begeisterung. Jeannie fand augenblicklich ihr Schnurren wieder: "NA, GEHT DOCH!"  und ich entsorgte das ungewöhnliche Geschenk mit einem sanften Rutsch und innerlich leise weinend in der Toilettenschüssel. Ein unrühmliches Ende für einen Superhelden!
Ruhe in Frieden, kleine Batmanhufeisennase, und sorry for that. Wo immer du jetzt bist.
Und Jeannie bekommt zu Weihnachten einen VHS-Kurs über geschützte Tierarten als Geschenk, Ich hoffe mal, sie freut sich darüber. ;-)

Liebe Grüße aus dem Wolkenkuckucksheim
vom Copinchen und "The Joker" Jeannie!



Sonntag, 9. Oktober 2016

Mäxchen bloggt: Der Herr der Rinder!

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Herbstsonntagnachmittags. Ich berichte heute mal wieder ein wenig über die Geschehnisse unserer kleinen Farm!
Es gibt ja immer viel zu tun hier: Die Kastanien fallen von den Bäumen, Romi und ich sind mit der Apfel- und Birnenernte gut beschäftigt, die Gehörnten - nunja, genaugenommen ist der Minibulle ja noch ohne Hörner, aber er gehört nunmal zu der Spezies - fressen die Gräser, die wir nicht mögen und verstoffwechseln diese. Allerdings hört jetzt tatsächlich ALLES auf das Kommando vom großen Tollpatsch Romi! Faszinierend, wie sich das entwickelt hat.
Und ich hab zur Zeit das Paradies auf Erden, denn es ist wirklich friedlich hier, im Moment. Alles tutti, bien, supi! Wer kann das schon behaupten!
Aber es ist auch ein wenig wie in diesen Asterix-Comics. Ganz Gallien? Nein! Eine kleine Katzenkolonie leistet Widerstand gegen die Vorherrschaft der majestätischen Susi. Ihr erinnert euch, diese Teilzeitbestie, die uns die lästigen Mäuse und Nachbarskatzen vom Leibe hält, quasi auch eine Art von Bodyguard, denn Mäuse pinkeln ja ungeniert in unser Futter und das schmeckt dann nicht mehr und macht krank. Deshalb sind wir Susi wirklich dankbar, wenn sie nicht so eine olle Kratzbürste wäre!
Die beiden Katzenteenies, die seit neuestem unsere kleine Farm bevölkern, haben echt Stress mit der meist streitsüchtigen Lady. Sie will sie auf keinen Fall in unseren Stall lassen, denn sie bewohnt ja den Heizungsraum hier drinnen und den kuschelig warmen Kessel mit ihrem Bettchen drauf will sie auf keinen Fall mit dem  -O-Ton Susi- "dahergelaufenen Gesockse" teilen!
Ich glaube, jeder zweibeinige Flüchtling aus Eritrea oder Syrien wurde in Sachsen herzlicher aufgenommen als die Mäusekiller-Verstärkung im Praktikum.
 Was das Futter angeht, auch da ist Susi eigen. Nein, sie ernährt sich schon länger nicht mehr von den Mäusen und naja, ab und zu geht auch mal ein Piepmatz drauf, seit sie vor ca. einem Jahr ihre Cholesterinwerte hat checken lassen. Nun, die Mäuse waren hier ja auch ganz schön fett geworden. VON UNSEREM FUTTER!! Eine Frechheit!
Susi betont neuerdings immer öfter die Vorteile von veganer Ernährung, tatsächlich sieht man sie immer öfter an einem Grashalm nagen oder sich einen Bucheckerntee aufbrühen. Ob das für eine Katze so gut ist? Nun, sie muss es wissen - oder es sind tatsächlich schon Anzeichen von beginnendem Altersschwachsinn. Muss das mal im Auge behalten!
Die Katzenteenies sind tatsächlich keine Krawallkater, die jede Nacht Party feiern und sich mit Baldrian bekiffen, sondern wirklich wohlerzogene, nette Stallgefährten, die freundlich grüßen und sich auch regelmäßig putzen. Romi ist doch so empfindlich, aber er mag die beiden auch schon gut leiden. Gut, dass die beiden kastriert sind und nicht anfangen zu stinken, sobald sie.... na, ihr wisst schon. Romi kann solch einen Gestank nämlich nicht ausstehen und dann hätten die beiden noch ein dickeres Problem als mit Security Susi! ;-)
Der Minimacho der Gehörnten hat übrigens keine Fluchtstellen mehr im Zaun gefunden, seitdem dieser generalüberholt wurde. Hm, das ist ein wenig schade für mich, aber im Augenblick ist es doch so idyllisch hier, warum sollte ich abhauen?
Oh, das ist das erste Mal, dass ich das hier im Blog schreibe! Und wenn ich bedenke, wie kalt es schon bei meinen Cousins auf den Shetland-Inseln ist! ;-)

Cousin Moritz und Tante Käthe im topmodischen Jumpsuit!

Mir reicht mein wirklich dichtes Fell, was mir schon gewachsen ist, auch wenn der blöde Ministier neulich behauptet hat, ich hätte ja wohl eine ordentliche Graswampe bekommen, seit er auf der Welt ist. Unverschämtheit, die Jugend von heute hat auch keinen Respekt mehr vor dem Alter!
Es grüßt euch herzlich
euer wohlgenährtes
Mäxchen -Ernährungsberater für Miezen in den Wechseljahren im Praktikum  (jetzt auch in der Winter-Edition erhältlich)!

Sonntag, 2. Oktober 2016

Vom und über den Herbst...

Verklärter Herbst
Gewaltig endet so das Jahr
mit goldnem Wein und Frucht der Gärten,
rund schweigen Wälder wunderbar
und sind des Einsamen Gefährten.
Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.
Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluss hinunter,
wie schön sich Bild an Bildchen reiht –
das geht in Ruh und Schweigen unter.
Georg Trakl



Herbst
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
Rainer-Maria Rilke


 
 
Der Herbst
Viele Drachen stehen in dem Winde,
Tanzend in der weiten Lüfte Reich.
Kinder stehn im Feld in dünnen Kleidern,
Sommersprossig und mit Stirnen bleich.
In dem Meer der goldnen Stoppeln segeln
Kleine Schiffe, weiß und leicht erbaut;
Und in Träumen seiner leichten Weite
Sinkt der Himmel wolkenüberblaut.
Weit gerückt in unbewegter Ruhe
Steht der Wald wie eine rote Stadt.
Und des Herbstes goldne Flaggen hängen
Von den höchsten Türmen schwer und matt.
Georg Heym
 
 
 
 Im Herbst
Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
so manches feine Festgewand.
Sie weben zu des Tages Feier
mit kunstgeübtem Hinterbein
ganz allerliebste Elfenschleier
als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Heinrich Christian Wilhelm Busch
 
 
 
 
 
 Herbsttag
Herr: Es ist Zeit.
Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren
und auf den Fluren laß die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten voll zu sein,
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin,
und jage die letzte Süße
in den schweren Wein.
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandeln, wenn die Blätter treiben.

Rainer-Maria Rilke 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Herbstliche Grüße
Euer Copinchen (heute mal lyrisch unterwegs) ;-)

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Eine weihnachtliche Soap-Opera aus irgendeinem Mehrzweckstall im Münsterland! Die HauptdarstellerInnen: Mäxchen Romi aka "...