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Montag, 18. Juni 2018

WM-Special: Von Niederlagen und Eintagsfliegen!

Gestern abend, 17:35 Uhr: Totenstille in den Straßen rund um mein Wolkenkuckucksheim. Ungewöhnlich für einen Sonntag-Fast-Abend, wenn sich der eine oder die andere noch zum Rasenmähen, hämmern, sägen oder einfach nur mit Freunden grillen berufen fühlen.
Eigentlich sollte ja eine Welle der Fussball-Euphorie durch die Gassen laufen, befeuert vom Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Mexico, der Einstieg zur "Mission Titelverteidigung", dem nächsten Kapitel des Sommermärchens, sozusagen mit dem Ticket zum Finale schon in der Tasche. Die Vorrunde als reine Formsache, das wäre ja wohl gelacht. So geh'n die Deutschen!
Dass Hochmut schon irgendwie immer vor dem Fall kommt, ist ein ungeschriebenes Naturgesetz und findet in allen möglichen Bereichen des Alltags Anwendung. Instant Kharma funktioniert nicht immer auf dem Fuße, aber irgendwann packt es dich!
Diese Erfahrung machte Fussballdeutschland gestern gegen 19:04 Uhr, als feststand, dass die große Aufholjagd nach dem 1:0-Rückstand (!!) nach dem Abpfiff der Partie nicht mehr aufgeholt werden würde...
Die bezaubernde Jeannie, ihres Zeichens großer BVB-Fan, zog sich vor Anpfiff schon schmollend in ihr geheimes Geheimversteck unterm Bett zurück, als sie gewahr wurde, dass ihr erklärter Liebling Marco Reus nicht in der Startelf zu finden war. Fauchend zog sie ihr kleines DFB-Trikot wieder aus und warf es neben das Sofa. Jogi Löw hat bei ihr wohl jetzt keinen guten Stand mehr. Mit einem Blick, der Wasserdampf zu Eiswürfel gefrieren lassen könnte, zog sie sich zurück, wenn sie gekonnt hätte, hätte sie wohl auch noch die Tür hinter sich zugeknallt. Übrigens ein ähnlicher Grad der Enttäuschung, als wenn ich ihr mal wieder eine neue Futtersorte vor das entzückende Näschen gesetzt hätte, die sie aber absolut nicht zu sich nehmen wollte. Da versteht sie auch überhaupt keinen Spaß, die Dame des Hauses. Etliche Katzenbesitzer dürften wissen, wovon ich schreibe. "Vernichtend" ist überhaupt kein ausreichender Ausdruck für diesen Blick!

Selbst die beiden Stubenfliegen, mit deren Gesellschaft ich dann ab sofort zum Spiel vorlieb nehmen mussten, schubsten sich immer wieder an und blickten scheinbar mitleidig in meine Richtung, als klar wurde, dass die deutsche Mannschaft eher einen Ball über 3 Banden in den Kabinengang pfeffern würde als ins gegnerische, mexikanische Tor. Betrübt umkreisten sie mein schnell zusammengezimmertes Abendbrot und ich glaubte aus ihrem Summen und Brummen "Man, guck dir mal die offene Verteidigung an! Unfassbar, wieviele Lücken sie dem Gegner lassen! Und die gehen gar nicht in die Eins-zu-Eins-Situationen. Und was Khedira heute auf dem Platz verloren hat, weiss auch nur der liebe Himmel!" herauszuhören. "Ja, der beste Mann für Deutschland auf dem Platz ist Manuel Neuer", antwortete Fliege 2. "Der kann aber auch nicht alles alleine machen, im Mittelfeld ist ja auch tote Hose. Total ideenlos So wird das nix."
Betrübt setzten sie sich auf den Rand meiner Kaffeetasse und putzten sich die Flügel. Ich gebe ihnen mal die Namen "Poldi" und "Schweini", dann sind diese beiden wenigstens irgendwie auch wieder mit dabei!
Die bezaubernde Jeannie lugte übrigens zur Einwechslung von Reus wieder herein, ihr kleines DFB-Trikot hatte sie sich wieder übergezogen. Zusammen schauten wir den Rest der Partie, hörten Schweini zu Poldi brummen "Der Reus hat immerhin das Spiel nach vorne wieder belebt!", was Poldi mit einem "Hmmmhm" und Kopfnicken bestätigte. Mal sehen, ob die beiden tatsächlich  Eintagsfliegen oder am kommenden Samstag gegen Schweden wieder mit von der Partie sind!
Als der Ausgleichtreffer jedoch trotz verstärkter Bemühungen doch ausblieb, knabberte Jeannie ein- zwei Frustleckerlies und ging wortlos nach draußen, gefolgt von Poldi und Schweini.
Nach draußen, wo es so mucksmäuschenstill war wie selten im Sommer in dieser Gegend. Niederlagenstimmung halt - hoffentlich nur bis Samstag.... ;-)

Bis dahin bleibt das Autofähnchen jedenfalls noch im Kofferraum versteckt!








Samstag, 16. Juni 2018

Mäxchen bloggt (WM-Special): HUH Island!

Hallo, liebe Freunde der gepflegten Unterhaltung am Samstagnachmittag. Ich bins mal wieder, euer Mäxchen!
Und ich oute mich heute hier als Riesen-Fan der Isländischen Fussballkultur. Ich bin zwar selbst kein Isi, sondern stamme von den Shetland-Inseln, aber wir sind uns ja gar nicht so unähnlich. Und das mit dem Tölten kann man ja schließlich auch noch lernen, oder? Wenn man bedenkt, wieviele von den Zweibeinern Yoga machen und dabei gar keine Isi.. äh, Asiaten sind! ;-)

Soeben hat die isländische Fussball-Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland debütiert, ich habe es über den ZDF-Livestream hier bei mir unter dem Birnenbaum übers W-Lan geguckt. Und wieder einmal - genau wie bei der Europameisterschaft vor 2 Jahren -.war ich fasziniert von den Spielern mit den schönen Namen, von den Fans mit ihrem motivierenden "HUH" auf den Tribünen und von der ganzen Atmosphäre im Stadion. Einfach nur toll und ja: Auch wir Shettys können eine Gänsehaut kriegen und die meinige widme ich unserem vor einiger Zeit leider verstorbenen Hofgefährten, dem Gänserich Erich. Vielleicht hat er ja von einer Gänsewolke aus zuschauen können und ebenfalls eine ... ja, was eigentlich für eine? Haut bekommen...

Ok, Argentinien ging relativ früh in Führung, da hab ich schon ein wenig meine kleinen Plüschohren hängen lassen. Aber DANN! Was für eine Revanche! Dem Spieler sollte sofort von Amts wegen der Name "Ausgleichsthorsson" verliehen werden. Ich mein, hallo? Die ganze Insel, also diejenigen, die noch dort geblieben sind und nicht im Moskauer Stadion "HUH" gemacht haben, haben doch bestimmt noch ein paar Extra-Geysire zum Brodeln gebracht!

Man stelle sich vor: Ein Inselvolk, ca. 340.000 Personen stark, reist zu 75% nach Russland, um ihre Mannschaft zu unterstützen und ein paar Leute, die entweder zu jung oder zu alt sind für eine solche Strapaze, plus diejenigen, die die Pferde und Schafe und Pflegebedürftige versorgen, bleiben zurück nach dem Motto "Der letzte schließt die Insel ab". Das ist doch grandios! Wo gibt es heutzutage noch eine solche Begeisterung?

Achja, Messi hat übrigens auch mitgespielt. Aber halt für Argentinien und er musste zuschauen, wie einige seiner Kameraden eher ihm zuschauten, dem Weltfussballer, dem mehrfachen. Aber heute blieb Messi eher blass, zum Wohle der Isländer. Und hat bestimmt einem anderen mehrfachen Weltfussballer ein .. nunja.. eher hämisches Grinsen entlockt. Denn dieser bestach gestern abend in der Partie Portugal vs. Spanien mit einem waschechten Dreierpack. Dieser letzte Freistoß von Ronaldo war aber auch wirklich zum Zungeschnalzen. Wenn ich das doch auch nur könnte! ;-)

Trotzdem ging es auch durch die Mitarbeit extrem ehrgeiziger Spanier 3:3 aus. Und die Mannschaft des nicht unbedingt favorisierten Landes Iran findet sich durch einen LastLastLast-Minute-Treffer erstmals an der Spitze der Gruppenwertung wieder.
Sollte dies eine WM der Underdogs werden? Ich persönlich hätte nichts gegen einen Weltmeister, der ein -sson im Nachnamen hat! :-)

Es grüßt euch mit einem lauten "HIH"
euer Mäxchen!

Mittwoch, 13. Juni 2018

Die Fussball-WM: Das Vorstadium!





Ab morgen ist es also wieder soweit. Die Fussball-WM beginnt, die deutsche Mannschaft hat ihr Quartier bezogen, die Presse stürzt sich auf alle Geschichtchen rund um die Protagonisten auf der Suche nach einem handfesten Skandal. Millionen Haushalte rüsten auf mit Flaggen, Fahnen, Trikotshirts, Grillkohle, Getränke mit mal mehr, mal weniger Alkohol drin, Knabberzeugs und bei dem einen oder anderen steht seit spätestens morgen mittag ein neues TV-Gerät im Wohnzimmer, nebst Soundanlage, um nur ja keinen Pups, Kommentar oder Traineranweisung zu verpassen. All diese Dinge eint, dass sie seit zwei-drei Wochen überwiegend in den Farben Schwarz-Rot-Gold zu erwerben sind. Selbst Dinge, die nichts, aber auch gar nichts mit dem Rasensport zu tun haben, kamen jüngst in der WM-Edition auf den Markt, das beste Beispiel dafür sind wohl die Wanddübel einer bekannten Baumarktkette. :-)

Jetzt, im Vorstadium, ist die Stimmung üblicherweise noch in gedämpfter, vorsichtiger Erwartungshaltung. Um die Zeit bis zum 1. Anpfiff noch sinnvoll zu gestalten, werden Fenster, Badezimmer und Fußböden geputzt, weil danach kommt man eventuell nicht mehr dazu vor lauter Abseits, Elfmeter und Stürmerfouls! Vorräte werden gecheckt, Urlaubsanträge gegengezeichnet und Fussball-Grillpartys geplant: Deutschland in der Erwartung und Hoffnung auf ein neues Sommermärchen!

In weniger als 24 Stunden rollt also der 1. WM-Ball in einem Stadion, der Gastgeber gibt sich die Ehre und auch im fernen Russland dürfte die Vorfreude ähnlich ablaufen wie hier in Deutschland. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger eben.

Also, die bezaubernde Jeannie und ich, wir werden die WM verfolgen und immer mal wieder hier über unsere Eindrücke berichten. Und ich versuche noch, eines der begehrten isländischen Autofähnchen zu ergattern, denn dort ist die Begeisterung wohl noch größer als hier, der Inselstaat hat bei der Europameisterschaft mein Herz im Sturm erobert und ich hoffe und freue mich auf viele T(h)ore von Spielern wie der Herr Sigthorsson! ;-)

Gut Kick wünscht euch, aber auch unserer Mannschaft
euer
Copinchen  (schwingt gerade noch ein wenig den Putzfeudel)!


Sonntag, 10. Juni 2018

Happy birthday, bezaubernde Jeannie!

Wie die Zeit vergeht! 5 1/2 Jahre ist die bezaubernde Jeannie nun schon ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Seit ich sie mit meinem damaligen Lebensgefährten aus dem ortsansässigen Tierheim holte, ist eine Menge passiert, aber immer ist das pechschwarze, zuckersüße, zeitweise wirklich verschmuste und dabei doch immer mal wieder elfenhaft scheue Wesen eine mehr als angenehme Zeitgenossin gewesen und wird es in Zukunft hoffentlich auch noch lange bleiben. :-)

Die Legende, besser gesagt: Der Aberglaube, der darauf hinweist, dass schwarze Katzen, besonders von links nach rechts den Weg kreuzend, Unglück bringen, konnte die bezaubernde Jeannie bisher erfolgreich widerlegen. Als einzige Ausnahme lasse ich vielleicht gelten, wenn die Mieze besagten Weg auf unserer doch recht steilen Treppe in die oberen Gemächer unglücklich überqueren würde und ich dabei beladen wie ein Packesel, im Dunkeln... aber das würde mit einer roten, weißen, gescheckten, getigerten oder grüngelb karierten Katze dann wohl genauso passieren!

Im Gegenteil. Tage mit Jeannie, die - so wie heute - ohne weiteres entspannt auch draußen auf der Terrasse stattfinden können, sind tatsächlich Tage des Glücks! Völlig ungenervt vom Alltag relaxen wir hier, spielen miteinander, ich kann sie kraulen, während ich diesen Beitrag in den Blog schreibe. Die Sonne scheint dazu, die Jeannie schnurrt.. schlicht und einfach nur a perfect day, an ihrem heutigen 6. Geburtstag. Ich schnurre mit!

Ok, die Mäuse für die Torte sind mir allesamt entkommen und ich bin deshalb auf Erdbeeren ausgewichen, mit denen Jeannie nun nicht allzuviel anfangen kann, aber dafür gibt's ja ihre heiß geliebten Flugleckerlies, die sie - ein Manuel Neuer würde wohl vor Neid erbleichen - elegant und grazil mit ihren Pfötchen aus der Luft fängt, um sie dann genussvoll knuspernd aufzufuttern. Das ist ihr Lieblingsspiel und damit hält sie sich fit, jetzt, wo sie schon ein wenig älter geworden ist. Mit 6 Jahren - also vergleichbar mit den 25. Lebensjahr beim Menschen - ist sie ja nun aus dem Gröbsten raus!

Übrigens hatte ich noch nie ein Haustier, was - von anders gelagerten "Macken" mal abgesehen - so wenig Unsinn im Sinne von Zerstörungsbedürfnis im Kopf hatte als die bezaubernde Jeannie. Das macht sie umso bezaubernder, denn es würde ihr niemals in den Sinn kommen, Tapeten abzukratzen, Möbel zu ruinieren oder einfach nur ihr Geschäftchen in eine Zimmerecke zu machen. Unter normalen Umständen jedenfalls. Seit ich ihr anfangs freundlich, aber konsequent klargemacht habe, dass Katzenpfoten nichts auf einem Tisch zu suchen haben, und sei er noch so sehr mit Leckereien bestückt, reicht ein leises "Jeannie nein..." um sie zu ermahnen, von ihrem wie auch immer gearteten Tun abzubringen. Es war aber bisher noch nicht allzu oft nötig, sie in irgendeiner Form zu ermahnen. Die weiss einfach, wie man sich benimmt! Und das macht sie, ja richtig, noch ein bißchen bezaubernder! ;-)

A propos Leckereien: Hier ist sie ja ein wenig seltsam veranlagt. Sie mag eigentlich nichts, worauf andere Katzen mal so richtig abfahren wie Thunfisch, Milchprodukte, Leberwurst etc. Ich hab es schon öfter versucht, immer mal wieder, aber immer Fehlanzeige. Sie bleibt ihrem Futter (ok, da wechselt die Geschmacksrichtung hin und wieder) treu und ansonsten besteht sie abends auf eine halbe kleine Scheibe gekochten Schinken. Und auch den nur von einer bestimmten Marke, hauchdünn aufgeschnitten. Da ist sie wirklich eigen. Und wenn die halbe Scheibe dann verdrückt ist, in dünnen Streifen geschnitten übrigens, dann will sie auch nicht mehr davon. Bis zum nächsten Mal zum Abendbrotzubereiten in der Küche!

Liebe bezaubernde Jeannie, du bist eine der besten Freundinnen, die ich jemals hatte und ich hab dich wirklich sehr lieb! Bleib noch lange Zeit bei mir und wir sind und bleiben ein tolles Team. Happy birthday, kleine Maus!

Da war sie ja noch klein! :-)

Aber schon immer ziemlich clever!

Jeannie ist kein Wintersport-Fan...

... aber immer der Sonnenschein, auch im November!

Katzensuchbild!

Niemand hat so eine coole Katzentreppe wie Jeannie!

Sauberkeit ist ein Muss...

.. besonders wenn man hoch hinaus will!



Happy birthday, liebe bezaubernde Jeannie! :-)

Montag, 28. Mai 2018

Mäxchen bloggt: Vom Frühsommer und von Schwiegermüttern!

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Sonnenbadens, ich melde mich mal wieder aus dem Mehrgenerationenstall, bzw. von der Koppel desjenigen! Denn: Irgendwie ist der Frühling hier komplett ausgefallen und wir wechselten unser Fell, um nicht zu sagen unseren dicken Winterpelz, recht zügig in dieser Saison. Wir feiern heute nicht zum ersten Mal die 30°C-Marke in 2018!
Das heißt: Die nach dem eher langweiligen Winter mit Stall und Paddock heiß ersehnte Weide öffnete sich für uns gut 3 Wochen früher. Es ist phantastisch! Alle haben wieder bessere Laune, sogar meine schwarzfellige Wenigkeit. :-) Der Große Tollpatsch, der in den letzten Zügen des Winters richtig dünn wurde und dementsprechend mies gestimmt war, blüht wieder richtig auf und ist voller Tatendrang. Schlimm gehumpelt hatte er, klagte über Rückenschmerzen und mochte sein Heu nicht mehr fressen, weil das köstliche Grün auch schon etwas früher anfing zu wachsen. Er hatte sogar solche Beschwerden, dass er das eine oder andere Mal krankgefeiert hat. Und mir ahnte schon Übles. Ihr wisst ja, mit Romi im Stall bleiben müssen, während die Rindviecher schön auf der Koppel chillen und grasen dürfen, das geht ja nun mal gar nicht, oder? Das ist ja mein Schicksal, dass ich an seiner Seite bleiben muss, weil der Trampel sonst keinen Stein auf dem anderen lassen würde. Dann wären wir obdachlos und eventuell auch noch heimatlos, weil der Papa-Zweibeiner, dem die Rindviecher gehören, sowieso immer glaubt, dass alles, was kaputt geht, von uns Equiden mutwillig zerstört wurde. Also bitte, wir können doch wirklich kein Wässerchen trüben, außer, man lässt den Großen Tollpatsch alleine im Stall, ohne mich. Dann kann ich wirklich für nix garantieren! ;-)
Der Zerstörer unter uns Stalltieren ist allerdings der Jüngste im Bunde hier, der Sohn der ständig lamentierenden Lotti. Als Teenager neigt er zum Grenzen austesten, und wenn diese Grenzen nun mal ein Holzzaun oder eine Stalltüre sind, dann ist das eben so. Aber nein, da wird dann mir als Zwerg und Shetty wieder die Schuld in die Hüfchen geschoben, wenn mal ein Balken den abgestumpften Hörnchen vom Mini-Dalton nicht standhält. Klar, wer denn sonst. Hab ja sonst nix zu tun, ne?
Übrigens: Lotti oder auch Mama Dalton, sie ist mutmaßlich die lauteste Kuh hier im ganzen Landkreis. Ich mein, der Große hat ja schon immer mal was zu mosern, aber DIE übertrifft alles, was ich bisher an Mäkelig- und Nervigkeit erlebt habe. Und ich habe schon einige Lenze auf der Kruppe, das könnt ihr mir glauben. Dagegen war Romis Mama, die vornehme, aber sehr launische Araberin, ja die reinste Mutter Theresa!
Lotti muht, wenn sie findet, dass das Heu zu trocken oder zu nass ist, das Wasser zu kalt oder zu warm ist, das Gras zu lang oder zu kurz ist, wenn sie Stuhlgang hat, wenn sie ihre Artgenossen herumkommandiert, wenn sie auch welche von unseren Möhren haben will und auch einfach mal nur so. Sie erinnert an eine oberzickige Schwiegermutter, die von der Sorte, die von den Männern der holden Tochter gerne auf den Mond geschossen werden würden. So eine Meckerkuh, und das im wahrsten Sinne des Wortes, hat die Welt noch nicht gesehen bzw. gehört. Unfassbar.Wenn der Papa-Zweibeiner sich nur blicken lässt, muht Lotti wie eine Weltmeisterin. Der versteckt sich schon vor ihr, weil das Gemuhe echt laut ist! Aber wenigstens bin ich daran nicht schuld. Wäre ja auch noch schöner!
Ich hab mir ein bißchen vom Herbstlaub in die kleinen Öhrchen gestopft, um nicht immer vor Schreck halb ohnmächtig zu werden, wenn Lotti mit ihrem Konzert loslegt. Und das Schlimmste ist: Die Resi, das dritte der Daltons, fängt jetzt auch schon damit an. Na, Prost Mahlzeit. Werde demnächst alle 3 beim Supertalent anmelden, der Dieter freut sich bestimmt über solche Auftritte.  Und wer weiß, vielleicht gewinnen sie sogar und bekommen vom Preisgeld einen eigenen Stall...? ;-)

Man wird ja wohl noch träumen dürfen... Oh je, da muht sie schon wieder. Sie möchte in den Stall gelassen werden..

Es grüßt euch
euer Mäxchen (mit einem hoffentlich vorübergehenden Tinnitus)!

Mittwoch, 9. Mai 2018

Musikworkshop 2018 - So schön, schön war die Zeit!

Leute, was war das wieder herrlich! Mitten im Maisommer mit Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius versammelte sich einmal mehr eine Meute von Musikbegeisterten, wie ich es ja auch bin, in einer kleinen Sporthalle mitten im nördlichen Münsterland. Das Ziel: Ein besonderes Programm für ein 50-Jahre-Betriebsjubiläum zusammenzustellen. Besonders ist es nicht nur, weil es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von MusikerInnen und Tänzerinnen mit und ohne Behinderung handelt, sondern weil sich wirklich für jede/n ein Plätzchen findet, um tatkräftig mitzuwirken!

Professionell angeleitet wird der Musikworkshop von sowohl jahrelang banderfahrenen und/oder professionellen MusikerInnen und Sporttherapeutinnen und es ist jedes Mal eine Herausforderung für alle, denn es ist wirklich eine bunte Truppe, die sich hier jedesmal direkt nach Herausgabe der Ausschreibung anmeldet. Es wird gesungen, getanzt und getrommelt, in einer Band gespielt und ausnahmslos jedermann und -frau macht hier voller Elan über die gesamte Distanz von 3 Tagen mit, ohne Ermüdungserscheinungen zu offenbaren. Die "Chefin" vom Dienst ist übrigens die Sängerin und Musikpädagogin Bea Nyga aus Köln, die - selbst im Rollstuhl sitzend - mit ihrer positiven und wirklich hinreißend humorvollen Art imstande ist, jeder Person im Raum innerhalb von wenigen Sekunden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich gebe zu, ich bin ein absoluter Fan von Bea, deren konstruktive Kritik sofort Wirkung zeigt, aber immer mit einem charmanten Spruch garniert auch garantiert im Gedächtnis kleben bleibt.

Es wurde im Hintergrund fleißig getextet, transponiert und dann am Feintuning gefeilt und schließlich ein Programm auf die Beine gestellt, dass immer zu einem guten Teil aus den Ideen und Eingebungen der Teilnehmer lebt. Mit ihren äußerst lebendigen "Mitmach-Songs" schafft sie es außerdem, dass niemand einfach auf seinem Stühlchen in der Kennenlernphase kleben bleibt, sondern ruckzuck eine tolle, vom Gemeinschaftsgefühl geprägte Atmosphäre entsteht, die über die Dauer des Workshops durchgängig bestehen bleibt.

Es wurde neben der lockeren Atmosphäre allerdings auch hart gearbeitet, und zwar an Songs und Performances aus so ziemlich allen Epochen der jüngeren Musikgeschichte. Ich nannte es vorhin mal scherzhaft "So schön war die Zeit - Das Musical" und es war tatsächlich ähnlich aufgebaut! Mit Bezug auf das 50jährige Bestehen der WfbM als Ausrichter wurden 3 Strophen gefertigt, die immer wieder unterbrochen wurden von Rock-, Pop- und auch Schlagerklassikern, die aber nie den Bezug zum Hauptthema verloren. So wurde z.B. aus dem Kinderlied von der Biene Maja eine Hommage an die Insel Baltrum (Ziel vieler Freizeiten und Lehrgängen der WbfM mit eigener Immobilie) und auch John Denvers "Country Roads"sowie  die "Straße nach Amarillo"  kündeten von Fernweh und Reiselust in der bevorstehenden Urlaubszeit. Original belassen als eine ziemlich harte Nuss entpuppte sich Mark Forsters "Chöre", gesungen von einem autistischen Zufallsteilnehmer, der die Bandprobe durchs offene Fenster mal zufällig mitgehört und aus dem Kopf tonrein und auswendig mitgesungen hat inklusive der bewundernswerten Tatsache, dass M. den Song auch vor den geladenen Gästen und Publikum einfach mal so vorgetragen hatte. Wir von der Band haben ihn sehr gerne dabei begleitet und alles gegeben, ihm Sicherheit zu geben und das hat sofort funktioniert. Mit Keyboard, Schlagzeug, Trompete, Bass und Akustikgitarren sowie der Percussion-Abteilung wurde M. optimal unterstützt, denn es wurde ein voller Erfolg. Forster, zieh dich warm an, denn M.'s wunderbar samtige, aber energische Stimme hat jeden sofort in seinen Bann gezogen! Und beim Refrain "Und die Chöre singen für dich" hat alles, was in der Halle Stimmbänder besaß, richtig Gas gegeben und gegroovt und er wurde dann auch circa 100x wiederholt. Ein Mega-Gänsehaut-Moment! ;-)

Meine Wenigkeit wurde zur Zugabe mit meiner Duettpartnerin T. ebenfalls ins Rampenlicht gezerrt, obwohl wir eigentlich nur Bea in einer Pause mal unsere Version von Simon & Garfunkels "Sound of Silence" zur gnadenlosen Beurteilung vorgetragen hatten. Da machste das einmal und ratzfatz biste Teil des Programms, sozusagen als Schlussakkord für die leiseren Töne! Sie fands wohl nicht so schlecht! Wir gaben also nochmal alles mit Gesang und nur meiner Gitarre und nachdem es währenddessen mucksmäuschenstill im Saal wurde, brandete nach dem Schluss-A moll ein orkanartiger Applaus auf, der mir nicht zum erstenmal heute die Tränen in die Augen trieb, und das nicht nur, weil das schon wieder das Ende einer Workshopwoche darstellte. Sondern weil ich mich getraut habe, vor Leuten, die ich gar nicht kenne, etwas vorzutragen. Heißen Dank an die tolle T. für diesen wunderbaren Moment! Und nicht nur deshalb "Heiss", weil die Raumtemperatur sich wohl so langsam dem Siedepunkt annäherte.. ;-)
Gelernt habe ich an diesem Tag nicht nur von den Coaches und der Chefin Bea, sondern vor allem von M., der das ja auch einfach so mal wunderbar hinbekommen hat. Auch dafür bin ich ihm mehr als dankbar!

Und wo ich gerade beim Bedanken bin: Einen ebensolchen  an die Initiatoren und ausführenden Menschen des Workshops und auch ausnahmslos allen TeilnehmerInnen und die phantastische Bea Nyga nimmt einen musikalischen Gruß aus meiner Feder (=Tastatur) mit nach Kölle... zu der ihr wohl bekannten Melodie von "Superjeile Zick"!

Hier noch der Link zu Beas Homepage, zum Stöbern und vielleicht auch selbst mal erleben!   https://www.bea-nyga.de/category/ueber-bea/

Sonntag, 29. April 2018

Wartezimmer from Hell: Schöne neue Welt!

Tja, wenn man so ausgeliefert in einem Wartezimmer beim Zahnarzt sitzt, schießen einem ziemlich viele Gedanken durch den Kopf, aber einer überlagert sie alle mühelos. Und der brüllte mittlerweile durch meine Hirnwindungen: "WANN BIN ICH ENDLICH DRAN UND WERDE MEINE SCHMERZEN LOS?" Und direkt dahinter her: "SOS! MAYDAY! HOLT MICH HIER RAUS!" denn der kleine Max bekam nun langsam, aber sicher seine 5 Minuten des Rabaukentums. Längst gab er sich nicht mehr damit zufrieden, mit der flachen Hand an die Wände zu klatzen oder den Matchboxautos eine neue Funktion als Flugobjekte zu verleihen. Nein, nun bekam er auch noch Hunger und die draußen brausende Kirmes bot ja so einiges an Leckereien, gerade für die Kleinen.
"ICH WILL EIN EIS, MAMA!" tat er plötzlich mit kräftiger Stimme kund, dringend an seine Erziehungsberechtigte gewandt.
"Gleich, Schatz. Der Papa muss erst noch..."
"NICHT GLEICH! JETZT! SCHOKO UND VANILLE!" Mäxchen machte gleich Nägel mit Köpfen und gab seine Bestellung auf.
Die Mutter, immer noch in eine Ausgabe der "Landlust" vertieft, schien derlei schon gewöhnt, denn sie blickte nicht mal auf. Stoisch wiederholte sie ihr "Gleich, Schatz, der Papa muss erst.." um an gewohnter Stelle von den Forderungen des Youngsters unterbrochen zu werden. Respekt an die Geduld der Mittzwanzigerin, die hatte anscheinend Nerven wie Drahtseile.
So ging es noch ein wenig hin und her und Loriot hätte an der Szene seine helle Freude gehabt. Ich auch, wären da nicht diese pochenden Schmerzen mit Klopfen und Kieferklemme..
Die magische Tür öffnete sich jetzt wieder und ich hob so hoffnungsvoll den Kopf, als wäre ich eine Verdurstende und jemand reichte mir die letzte Cola vor der Wüste. Aber nein, ein weiteres Frau-Kind-Gespann betrat das Wartezimmer und nahm Plätze ein. Hier handelte es sich aber offenbar bei dem blondschopfigen Jungen um den Patienten, denn er hielt sich die Wange. Die Dame war wohl auch nicht die Mutter des Jungen - ich nenne ihn jetzt mal Moritz - denn sie telefonierte hektisch und gestresst mit wohl eben dieser. "Die Gesundheitskarte hast du.. ja... wann geboren? Ach ja stimmt.... ach, das wird schon nicht so schlimm sein... was? Nee, der sitzt hier neben mir...sind noch 3 vor uns, ja... ja.... das kann noch ein bißchen dauern..... Ok, wir sehen uns. Tschau!"
Hm, dieser Moritz schien das genaue Gegenteil vom Max zu sein. Leise und bleich saß er still auf dem Kinderstühlchen, schüchtern wagte er gar nicht, irgend etwas anzufassen. Während Mäxi immer noch lauthals sein SchoVani-Eis forderte.
Kam ich aus diesem Vorhof der Erziehungshölle jemals wieder heraus? Oder irgendeiner von diesen Personen? Mir kam der Song von den Eagles in den Sinn, Hotel California, und besonders die Textzeile "You can check in every time you want, but you'll never leave..." Ja, willkommen beim Zahnarzt California, mitten in einer bekirmesten Kleinstadt im nördlichen Münsterland. Loriot würde mittlerweile wohl ausrasten vor Begeisterung, würde er noch unter uns weilen.
Das Muttertier schien nun endlich mit der April-Ausgabe der "Landlust" durch zu sein und plötzlich funktionierten ihre kognitiven Fähigkeiten wieder. Sie sprang auf, reichte dem Sprößling seine Jacke und verließ eilig das Wartezimmer. Mit ihm, was ich als sehr wohltuend empfand! Hach! Endlich Ruhe im Saal!
Tja, das dachte ich jedenfalls, denn auf einmal schien sich Moritz an seine Sprache zu erinnern und nörgelte los: "Dauert das noch lange? Mir ist laaaangweiliiig!"
Oh nein, nicht der jetzt auch noch.
Die Dame schob ihm ein Bilderbuch hin. Das gute alte Bilderbuch würde augenblicklich wieder für Ruhe sorgen. Ein Hoch auf..
"Ach maaa. Das kenn ich schon", begehrte der Blondschopf auf und das wiederholte sich bei allen 4 vorhandenen Bilderbüchern. Offenbar saß Moritz öfter in Wartezimmern herum.
Auf einmal hatte die Dame eine ganz grandiose Idee: Sie tippte was auf ihrem Smartphone ein und plötzlich brachen Bagger, Maschinengewehre, Silvesterraketen und Hubschrauber über das kleine Wartezimmer herein. Meine unbegeisterte Mine dazu wurde konsequent ignoriert. Was zum Teufel...?
"WILLKOMMEN ZU EINER NEUEN EPISODE VON 'LEGOLAND IST ABGEBRANNT' auf YOUTUBE. GLEICH GEHTS WEITER NACH EINER KURZEN WERBEUNTERBRECHUNG!"
Das träume ich doch jetzt nur, oder? So wie diese gesamte Zahnschmerzsache doch eigentlich nur ein Alptraum sein kann. Oder? ODER?
Nein. Es ging nach der kurzen Werbeunterbrechung weiter mit dem abgefackelten Legoland, und zwar in voller Lautstärke. Hatte die Dame noch nichts von der segensreichen Erfindung der Ohrstöpsel gehört, die man in einem solchen Fall gerne verwendet? Zur Schonung der noch nicht abgeburnten Umwelt?
Anscheinend nicht, denn sie widmete sich nun in aller Gemütsruhe der Lektüre einer Ausgabe von .. na ratet mal... richtig: Der Landlust.
Nach weiteren 3 Folgen von "LEGOLAND IN GEFAHR" fand sich auch Mäxchen mitsamt Mutter und einem Rieseneis Schoko-Vanille wieder im Wartezimmer ein.
"OH GEIL, JUTJUP-LEGOLAND! MAMA, MACH MA MEIN TABLET AN!"
Und so kam es, dass ich simultan in den Genuss von 2 verschiedenen Episoden von "LEGOLAND IST ABGEBRANNT" kam und ich weiss gar nicht, welche mehr in meinem Schädel dröhnte. Immerhin hielten Max & Moritz derweil die Klappe und als ich ENDLICH ins Behandlungszimmer gerufen wurde, warf mir die Sprechstundenhilfe einen vielsagenden Blick zu.
"Schöne neue Welt, nich?"
Ich nickte bejahend, bevor ich mich in den gefürchteten Stuhl des Zahnarztes begab. Heute aber kam er mir vor wie der Himmel auf Erden.